Montag, 5. November 2018

Turons Senf zum Short Trek "Runaway"



Einleitung
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Endlich wissen wir, wann wir als normalsterbliche Zuschauer die zweite Staffel Discovery sehen dürfen: Getreu dem Motto "America First" dürfen nur US-amerikanische CBS-All-Access-Abonnenten die nächste Folge am Star-Trek-Tag, dem 17.01.2019 sehen, während sich der Netflix-Pöbel außerhalb des Landes der unbegrenzten Fernsehmöglichkeiten bis zum achtzehnten Januar gedulden muss. Damit die Wartezeit für die vielen Star-Trek-Fans nicht allzu lang ausfällt, hat sich CBS etwas ganz Besonderes ausgedacht und wirft vor der Wiederaufnahme der Serie vier viertelstündigen Mini-Episoden namens "Short Treks" in den Äther, die die Amhängerschaft bei Laune halten soll. Wir haben uns, die erste dieser Folgen, einmal angesehen, auch wenn das nicht einfach war...


Story.
In "Runaway" – zu deutsch etwa "Ausreißer" – ist der frisch zum Fähnrich beförderte Ex-Kadett Sylvia Tilly der alleinige Gegenstand des Hauptaugenmerks und Mary Wiseman beschert der spannendsten menschlichen Figur der Serie einige zusätzliche Charaktermomente, als sich eine fremde Lebensform an Bord schleicht und eine wilde Essensschlacht in der Messe auslöst. Doch Tilly gelingt es trotz einer eigenen tiefen Sinnkrise ob des bevorstehenden Kommandotrainingsprogrammes, eine Beziehung zum fremden Eindringling aufzubauen, der sich als Teenager-Mädchen auf der Flucht vor Problemen entpuppt. Dafür muss Tilly selbst in eine Mutterrolle schlüpfen um letztendlich zur Erkenntnis zu gelangen, dass sie am Ende des Tages ihres eigenen Glückes Schmied ist.

Lobenswerte Aspekte.

Background, Baby!
Warum sollte man sich so etwas überhaupt ansehen?
Läppische fünfzehn Minuten reichen doch kaum aus, um einen sehenswerten Plot zu transportieren, nennenswerte Handlungsimpulse zu bieten oder reale Auswirkungen auf die gesamte Serie zu haben.
Der wahre Wert dieser Mini-Einblicke liegt im zusätzlichen Informationsgehalt!
So sehen wie erstmals Tillys Mutter, die bei ihrem Holo-Telefonat mit ihrer Tochter eine Menge Hintergrundinformationen im Gepäck hat: So erfahren wir, dass das Discovery-Crewmitglied eine Stiefschwester hat, in ihrer Kindheit emotionale Narben beim Erklimmen einer Wand erhielt und aus ihrer Erziehung vor allem Selbstzweifel mitgenommen hat.
Hinzu kommt noch eine neue Spezies mit außergewöhnlichen Fähigkeiten, ein lebendiger Einblick in das äußerst breitgefächerte Repertoire der Nahrungsreplikatoren der Kirk-Ära (warum hat der bei dieser Auswahl eigentlich immer nur bunte Marshmellows gegessen) und einen Eindruck vom geschäftigen Betrieb des Shuttlehangars des Schiffes.
Hinter allem steht aber am Ende eine bange Frage, deren Antwort wir wohl innerhalb der kommenden Staffel erhalten:
Gelangt irgendein Aspekt dieser Kurzgeschichte durch eine Dialogzeile, eine Anspielung oder gar einen Gastauftritt in dann auch zurück in eine der Folgen?


Machart.
Als Lückenfüller bleibt "Runaway" der stilgebenden Discovery-Vorlage optisch (inklusive Lensflares) und inhaltlich (inklusive Logiklöcher) absolut treu, was gerade im Hinblick auf die Qualität solcher Zwischen-Episoden keinesfalls eine Selbstverständlichkeit ist.
Trotz der geringen Laufzeit und einer minimalistischen Anzahl von Handlungsorten erwartet den aufgeschlossenen Zuschauer eine nette Mischung aus Humor, fremden Welten mit neuen Lebensformen (a.k.a. "Alien of the Week") und die  Andeutung kleinerer Gruselmomente. In einem Punkt bricht "Runaway"  allerdings mit seinem Serien-Vorbild: Am Ende der Minisode steht so etwas wie eine Moral, die in ihrer Präsentationform erschreckend positiv an den traditionellen Star-Trek-Ansatz anknüpft, in dem die Menschheit zur Verbesserung ihrer selbst arbeitet.
Dennoch sollte nicht unerwähnt bleiben, dass es eine klassische Prinzessinnenstory in bester Disney-Manier ist (deren hoheitliche Majestät sich ausgerechnet 'Po' nennt), in der mich persönlich vor allem die Welpen/Schoßhündchen-Geräusche und der omnipräsente Hundeblick der zweiten Hauptdarstellerin Yadira Guevara-Prip genervt haben.



Kritikwürdige Aspekte.

Isolationismus.
Echt jetzt, CBS?
Diese Mini-Fölgchen sind ausschließlich für CBS-Kunden in den USA erhältlich?
In einer Welt, in der die Räder der Zeit politisch Stück für Stück zurückgedreht werden und obgleich sich Donald Trump, ein Brexit oder jüngst der Wahlerfolg Bolsaneros in Brasilien gegen die Zeichen einer kaum aufzuhaltenden Globalisierung stemmen, bot Star Trek mit seinem Konzept einer vereinten Menschheit stets einen Gegenentwurf zu derlei Bestrebungen.
Warum also hat die Marketingabteilung von CBS sich dazu entschlossen, allen Fans außerhalb der Vereinigten Staaten den Stinkefinger zu zeigen?
Ich kann ja noch irgendwo verstehen, dass man Partnern wie Netflix verdeutlichen will, wer bei dem gemeinsamen Projekt die Bestimmer-Hosen anhat, aber eine exklusive Ausstrahlung auf einer eigenen Website oder ein um mehrere Tage, beziehungsweise meinetwegen gar Wochen verschobener internationaler Starttermin hätte die gleiche Wirkung erzielt.
Man scheint bei dieser fragwürdigen Entscheidung vergessen zu haben, dass auch der Markt außerhalb Nordamerikas ein lukratives Absatzgebiet ist (wie die mit Discovery-Stars gespickte Destination Birmingham vor wenigen Wochen erst eindrucksvoll bewiesen hat) und vor allem befeuert man auf diese Weise eines:  
Noch mehr illegale Raubkopien. Ich musste mir die Folge auf einer (legalen) bekannten Internet-Videoplattform ansehen, wo es mittlerweile gelöscht wurde. Diesen Aufwand hätten sich alle Beteiligten wohl sparen können, wenn die Hauptverantwortlichen eines ohnehin im Moment mit negativer Presse überhäuften Senders in puncto Tellerrand ein wenig mehr Weitsicht an den Tag gelegt hätten.


Logiklöcher.
Wie es scheint hat sich niemand, der zuvor zumindest ein paar Folgen Star Trek gesehen hat, das Drehbuch für "Runaway" überhaupt durchgelesen.
Ich will noch nicht einmal über das Reizthema 'Holokommunikation' reden, dass wir ja hinlänglich in vorangegangenen Rezensionen behandelt haben.
Doch anstatt in den ohnehin spärlichen fünfzehn Minuten alle vermeintlichen Fettnäpfchen zu umgehen, präsentiert dieses Episödlein stattdessen die nächste Technologie, die die interne Chronologie der Serie durcheinanderwirbelt: Einen Dilithium-Inkubator, der die empfindlichen Kristalle nach ihrer Abnutzung wieder in ihren Ursprungszustand zurückversetzt!
Damit werden nicht nur ganze Folgen wie "Die Frauen des Mr. Mudd" oder "Brautschiff Enterprise" in Frage gestellt, sondern auch Spocks Errungenschaften im vierten Kinofilm oder Scottys Verwunderung in "Besuch von der alten Enterprise“.
Aber dieser dicke Fisch ist nur die größte Beute in einem Netz voller Beifang.
So ist in den extensiven Außenansichten der Discovery nirgendwo der Planet Xahea zu sehen. Tilly sagt sogar selbst, dass sie sehr weit vom Zuhause ihres unerwarteten Besuchers entfernt sein würden und trotzdem beamt sie die Prinzessin hinab in ihre Heimatwelt.
Auch Pos Tarnfähigkeit mutet fragwürdig an wenn man bedenkt, welch eine Überraschung der gleiche Umstand knapp ein Jahrhundert später bei den Jem’Hadar auslöste.
Aber in der knappen Viertelstunde haben sich noch viel mehr Fragen angesammelt:
Wie schneidet man sich am Finger und erhält am Unterarm eine klaffende Wunde? Warum sind Dilithiumkristalle plötzlich blau? Wieso funktionieren die Universalübersetzer an Bord der Discovery nicht? Aus welchem Grund haben die Nahrungsmittelspender eigentlich eine Fehlfunktion, die sie ihr Essen auch noch mit Schmackes auswerfen lassen? Wieso hat Tilly als lumpiger Fähnrich so freien Zugang zu sensiblen Schiffssystemen wie Transportern? Und warum benötigt der Transporter so lange sich auf per Hand eigegebene Koordinaten einzuschießen?
Außerdem frage ich mich, wann es spielen soll. Die Anzeichen wie das Bild mit Tilly und Burnham sowie ihre Medaille lassen auf eine Zeit nach ihrem Besuch der Erde, aber vor dem Treffen mit der USS Enterprise schließen. Aber flog das Schiff in "Nimm meine Hand" nicht direkt und ohne Zwischenhalt vom blauen Planeten nach Vulkan, um seinen neuen Captain abzuholen?
Zu guter Letzt ärgerte mich auch der völlige Schwachsinn jener zusammen mit ihrem Planeten geborenen Einwohner. Heißt das jetzt, dass der Planet dann auch siebzehn Jahre alt ist?
Selbst wenn sie als Larve irgendwie zeitgleich mit ihrer Heimatwelt das Licht der Welt erblickt hätte - wie kann sie dann Eltern haben?
Zwar könnte man wohlwollend davon ausgehen, dass dieser ganze Kram symbolisch, mythologisch oder gar religiös gemeint ist, bleibt es ein weiterer ziemlich weit hergeholter Plottwist in einer ganzen Reihe äußerst bemühter Motive für eine Folge, die gerade einmal so lange dauert wie eine Halbzeitpause beim Fußball.


Fazit.
Als Mini-Episode ist "Runaway" durchaus geeignet, in Form eines Appetithäppchens die Wartezeit zu verkürzen. Doch unter einer gut gemeinten Soße aus Hintergrundinformationen, einer gleichbleibenden Qualität und einer sehr Star-Trek-gemäßen Moral, offenbart sich eine riesige Anzahl sinnfreier Logiklöcher, die schon das Serienvorbild wie einen Schweizer Käse unterhöhlten. Versalzen wird dieses Gericht zusätzlich mit der Arroganz eines kurzsichtigen Fernsehsenders, dem Fans außerhalb der USA völlig egal sind.

Bewertung.
Nett gemeint.






Schluss.

Beim ersten Mal Ansehen überwiegt zunächst die Freude, ein neues Stück Star Trek miterleben zu können. Doch schon beim zweiten Mal kommen erste Zweifel; beim dritten Mal fängt man hingegen an, sich an den vielen haarsträubenden Unstimmigkeiten aufzuhängen. Optisch ist "Runaway"  tatsächlich auf einem hohen Niveau, aber es dauert nicht lange einzusehen, dass hier dafür vor allem inhaltlich gespart wurde.

Denkwürdige Zitate.


"It's called the Command Training Programme. It trains you. For Command."
Sylvia Tilly zu ihrer Mutter

"Have a glorious Day!"
Nahrungsmittelspender zu Tilly

"Ice Cream. It's primarely sugar. Sugar is awesome."
Tilly zu Po

"There was a hormonal space rabbit. He escaped from the lab and then he got loose in here... He's got mood swings."
Tilly zur neuen Schicht

Weiterführende Leseliste.


Short Treks.

01. Rezension zu "Runaway"
02. Rezension zu "Calypso"
03. Rezension zu "The Brightest Star"
04. Rezension zu "The Escape Artist"

Staffel 1.

01. Rezension zu "Leuchtfeuer" und "Das Urteil"
03. Rezension zu "Lakaien und Könige"
04. Rezension zu "Sprung"
05. Rezension zu "Wähle Deinen Schmerz"
06. Rezension zu "Lethe"
07. Rezension zu "T=Mudd²"
08. Rezension zu "Si Vis Pacem, Para Bellum"
09. Rezension zu "Algorithmus"
10. Rezension zu "Nur wegen Dir"
11. Rezension zu "Der Wolf im Inneren"
12. Rezension zu "Blindes Verlangen"
13. Rezension zu "Auftakt zum Ende"
14. Rezension zu "Flucht nach vorn"
15. Rezension zu "Nimm meine Hand"

Staffel 2.
01. Rezension zu "Brother"
02. Rezension zu "New Eden"
03. Rezension zu "Lichtpunkte"
04. Rezension zu "Der Charonspfennig"
05. Rezension zu "Die Heiligen der Unvollkommenheit"

Kommentare:

  1. Hallo Turon47,

    es gibt eine ganze Reihe von Indikatoren, die darauf Hinweisen, dass Netflix von den Streamingzahlen von Star Trek Discovery Season 1 enttäuscht ist. So ist es wenig verwunderlich, dass Netflix bei den hohen Lizenzgebühren für Star Trek Shorts nicht zugegriffen hat (siehe z.B. https://youtu.be/IuMyfI_WM7E?t=633 ).

    Ich bin ein Star Trek Fan seit über 30 Jahren und habe mich maßlos nach "Runaway" über die Autoren/Produzenten geärgert. Ja, ich bin auch von Discovery enttäuscht und finde es traurig, dass man sich entschieden hat, Star Trek so zu verändern, wie CBS es getan hat. Heute sehe ich mit großer Sorge einer Star Trek Inflation entgegen. Es werden dauernd neue Serien angekündigt. Im Gleichen Atemzug fällt aber immer wieder der Name Kurtzman, der eng mit diesen Projekten zusammenarbeitet. Der alte Geist von Star Trek geht dabei mehr und mehr verloren. Mir scheint, dass Qualität heute der der Quantität weicht.

    Ich weiß natürlich nicht, wohin die Star Trek Reise gehen wird, aber ich fürchte, Star Trek wird sich nicht zu dem verändern, was es bis Nemesis war. Es ist heute einfach nicht mehr mein Star Trek und deshalb bin ich traurig. Fast schäme mich ein wenig dafür, dass ich mich mehr auf die neuen The Orville Episoden Ende Dezember freue, als auf die nächsten Star Trek Episoden, die ich mir eigentlich nur deshalb ansehe, weil sie Star Trek im Namen haben.

    LG Hakan

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  2. Abend Hakan,

    Sorry, abba mein Internet war viel viel zu lange außer Funktion, so dass ich erst jetzt die Zeit finde, angemessen auf Deinen Beitrag zu reagieren.

    Ich könnte Dir darauf so vieles antworten. Zum Beispiel, dass der aktuelle Bruch eigentlich ähnlich groß wie der zwischen der Originalserie und TNG ist. Ich könnte in den Raum werfen, dass das Universum Star Treks durch diese Serie und die vielen die da kommen werden weiter ausgedehnt wird. Oder ich könnte wohl nicht ganz zu Unrecht ins Feld führen, dass Star Trek wegen der Ideenlosigkeit seit Voyager und Enterprise in den aktuellen Zustand geschlittert ist und das der Neuanfang bitterlich nötig war.

    All das mach ich abba nicht. Vor allem, weil ich schlichtweg ähnlich wie Du fühle. Spätestens seit den Short Treks weiß ich mit Sicherheit, dass die vielen Ausrutscher und meinerlei Kritikpunkte bei Discovery auch in der nächsten Staffel eine nahtlose Fortsetzung finden werden. Ich schaue Star Trek dabei zu, wie es den selben Fehler begeht wie der 'Konkurrent' star wars und ein Überangebot schafft, dass die Franchise schon einmal in die Knie gezwungen hat. Ich bezweifle inzwischen sogar, dass selbst die 78jährige Lichtgestalt Patrick Stewart der Kurtzman-Lesart ernsthaft als Korrektiv dienen wird. Star Trek ist wieder einmal in den Händen von Personen, die mit der Materie nix anfangen können und sie zum dritten mal in seiner Geschichte zu ruinieren drohen.

    Der große Verdienst von Discovery ist in meinen Augen wohl vor allem, dass Enterprise inzwischen nicht mehr die schlechteste Star-Trek-Serie ist.

    Und doch schwingt bei mir stets ein Aspekt Star Treks mit, der zentral für meine Liebe zu dieser Science-Fiction-Reihe ist:
    Niemals aufgeben, niemals kapitulieren! (oder so ähnlich).
    So wie Star Trek niemals die Hoffnung in die Menschheit aufgegeben hat, will auch ich mir meine Hoffnung bewahren.
    Seitdem ich in Dortmund und Birmingham einige der Darsteller getroffen habe, habe ich noch mehr Respekt für ihre Leistungen übrig. Seit ich in Gesprächen erfahren habe, wie viele Leute die neue Serie (im Guten wie im Schlechten) wieder aus ihren Verstecken hervorgelockt hat, erkenne ich, wie lebendig die Franchise noch immer ist.
    Und: Seit ich mich mit Freunden zusammen vor den Fernseher setze um gemeinsam die neueste Folge zu sehen, beschleicht mich zuerst immernoch die Freude, wieder neue Folgen zu haben, auch wenn ich sie später gerne zerreiße.
    Das Schöne ist seit TNG nämlich, dass das alte Star Trek nicht mit dem neuen verschwunden ist. Wenn ich mir einen schönen Nachmittag oder Abend machen möchte, dann kann ich mir jederzeit eine Folge TOS oder TNG ansehen und finde dort mehr als in allen anderen Serien danach genau das Star Trek wieder, dass wir beide so sehr schätzen.

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  3. Die Discovery Short Treks sind nun auch beim deutschen Neflix verfügbar. Manchmal muss man nur Geduld haben, turon. ;)

    Insgesamt ganz nette Episödchen, die allerdings eher Deleted Scenes-Charakter haben. Alle Short Treks haben eigene Schwerpunkte und unterschiedliche Herangehensweisen. Und zumindest Saru's Geschichte spielt zumindest teilweise auch in der ersten Folge der 2. Staffel eine kleine Rolle. Insgesamt wie geschrieben nett, aber verzichtbar. Daher ist es auch nicht weiter schlimmm, dass die Short Treks jetzt erst hierzulande erscheinen.

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  4. Ein ganzer Abend Star Trek wahr nun der Freitagabend und das hatte man schon lange nicht mehr. Aber diese Kurzfilmchen...ganz nett, aber auch ein bischen Gaga.

    Das mit Tilly erinnert mehr an eine Slapstickeinlage.

    Das mit dem Überlebenden, der vom Computer der Discovery gerettet wird und der seit 1000 Jahren auf die Rückkehr der Crew wartet, also diese 15 Minuten ergaben überhaupt keinen Sinn und erinnerte in den ersten Minuten an den Computer des Klassikers 2001-Odyssey im Weltall und irgendwie habe ich erwartet, das der Discovery-Computer noch ausflippt und zum Killer wird. Am Ende gab es nur einen (fast) tränenreichen Abschied und, wie schon erwähnt, ergab die ganze Geschichte keinen Sinn.

    Die Geschichte mit Saru fand ich am besten, da es einen Einblick in sein Volk und seine Familie gibt.

    Am unterhaltsamsten Wahr dann die Geschichte mit Harry Mudd, mit einem Ende wo man wirklich lachen musste. Dieses alte Schlitzohr.

    Die erste Folge der zweiten Staffel, ach man Netflix. Muss das sein, das die Folgen wieder nur häppchenweise rauskommen? Bei anderen Exklusivserien von Netflix wird schließlich auch die ganze Staffel rausgehauen.

    Immerhin bot die erste neue Folge gute Unterhaltung. Aber ich will nun nicht zuviel dazu sagen, da freue ich mich darauf wenn Turon47 wieder mit seinen Rezessionen anfängt.
    Aber soviel will ich sagen, Captain Pike ist extrem Sympatisch und auch der Schauspieler ist eine gute Wahl, der mit seiner Kunst dazu beiträgt, das die Figur so gut rüberkommt. Laut Trailer wird schließlich auch noch Spock im Laufe der Staffel dazukommen und ich hoffe bei allen Göttern, das der Schauspieler die Figur besser spielt als Zachary Quinto! Dessen Spock finde ich bis heute einfach nur zum kotzen, diesen arroganten, vorschriftssüchtigen Klugscheißer, der mich eher an einen gelangweilten Postbeamten als an einen Sternenflottenoffizier erinnert.

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  5. Für die wöchentliche Ausstrahlung kann Netflix aber nichts. Schließlich läuft beim verantwortlichen Muttersender CBS in den USA auch nur eine Folge pro Woche.

    "Discovery" wird ja auch nur exklusiv bei Netflix außerhalb Amerikas ausgestrahlt. Eine Eigenproduktion ist es eben nicht. Wahrscheinlich sind noch nicht einmal alle Folgen der 2. Staffel im Kasten, falls es wieder ein Midseason-Break gibt.

    ACHTUNG SPOILER
    Ansonsten hat mir die 1. Folge ziemlich gut gefallen. Pike fand ich von Anfang an exzellent besetzt und er hat so ziemlich allen die Show gestohlen. Insgesamt etwas mehr Ensemble-Trek als noch in der ersten Staffel. Zwar ist der Hauptfokus immer noch auf Burnham, aber die anderen Crewmitglieder haben ebenfalls einiges an Bildschirmzeit. Stamets und Saru haben sehr gute Szenen, Tilly sehe ich zwiegespalten, da hier noch nicht so wirklich eine Entwicklung zu erkennen ist und einige Auftritte von ihr immer noch eine Spur zu überdreht wirken.

    Überflüssig fand ich die Nies-Szene im Fahrstuhl. Beim Einstieg musste ich noch schmunzeln, aber der Typ hatte es gar nicht nötig, den Kollegen von der Enterprise anzuniesen. Er hätte dies einfach normal nach vorn tun können Richtung Tür. So wirkte die Szene leider zu gezwungen.

    Auf die Ironman-Raumanzüge und die Jellyfish-Kapseln hätte ich ebenfalls verzichten können. Aber das ist halt die inzwischen typische Neuinterpretation des Universums Marke Discovery.

    Nett allerdings, dass nicht das offensichtliche Redshirt im Asteroidenfeld stirbt, sondern der "Blueshirt", wenngleich ich seinen Tod unnötig und ebenfalls als etwas zu gezwungen empfand. Dafür konnte mich die schnodderige Überlebende der USS Hiawatha überzeugen. Sie hatte so einen Pulaski-Touch.

    Insgesamt bin ich also nach dem ersten Anschauen zufrieden. Die Richtung stimmt.

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