Samstag, 16. Februar 2019

Turons Senf zu "Die Heiligen der Unvollkommenheit" [Star Trek Discovery S2Nr05]

Spoilerwarnung.
Diese Rezension enthält massive Spoiler zu "Die Heiligen der Unvollkommenheit", der fünften Folge der zweiten Staffel Discovery und sollte daher erst gelesen werden, wenn man diese und weitere Episoden der Serie bereits gesehen hat.



I. Einleitung.
Ich bin immer wieder überrascht, wenn ich mich mit Discovery-Zuschauern unterhalte, die zuvor kaum etwas mit Star Trek zu tun hatten und nun plötzlich einen Narren an dieser Serie gefressen haben.
In vielen Punkten – etwa der schauspielerischen Qualität einzelner Darsteller, ausgewählten Teilen des Konzepts oder einigen optischen Entscheidungen – kommen wir auf einen gemeinsamen Nenner, aber ein paar meiner Kritikpunkte stoßen bei ihnen auf taube Ohren. Vielen Neu-Fans sind Pilzantriebsungereimtheiten, Logiklöcher oder gar Kanon-Unstimmigkeiten schlichtweg egal.
Mehr noch; die von mir gelobte Folge "Der Charonspfennig" stieß in diesen Kreisen auf eher verhaltene Reaktionen.
Es wäre sicherlich zu leicht, die Antwort darauf an den beiden Extrempositionen wie 'Die Zuschauerschaft von heute kann keine Kost außerhalb von Popkornkino mehr verdauen' oder 'Star Trek muss vor allem neue Zuschauerschichten durch moderne Erzählstrukturen gewinnen' zu verorten.
Viel eher geht es wohl darum, dass die Serie gleichermaßen den Erwartungen von pedantischen Alt-Fans wie mir als auch dem Hunger von unvoreingenommenen Neueinsteigern gerecht werden muss. Ein schwieriger Spagat, bei dem man sich zu Recht fragen kann, ob es der aktuellen Folge gelang, dieses Kunststück fertigzubringen.




II. Story.
Alles was vom quirligen Fähnrich Sylvia Tilly übriggeblieben ist, ist ein leerer Kokon. Emsig versuchen die Mitglieder der Discovery-Crew - allen voran ihr Mentor Paul Stamets - den Aufenthaltsort der vermissten Kameradin auszumachen. Als sie schließlich fündig werden, beschließen Stamets und Burnham, ihre Freundin gemeinsam aus den Klauen des Myzel-Netzwerkes zu befreien.
Doch Tilly dreht keinesfalls Däumchen. Sie verpflichtet sich, den Ureinwohnern des Pilzparadieses bei der Lösung eines dringlichen Problems zu helfen: Seit den letzten Sprüngen der Discovery wird das empfindliche Ökosystem nämlich von einem tödlichen Eindringling terrorisiert, der das natürliche Gleichgewicht bedroht.
So macht sich Tilly auf die Suche und als sie dabei auf Stamets und Burnham stößt, entdecken sie zusammen, dass die Bedrohung der JahSepp keineswegs ein rücksichtsloses Monster, sondern ein vernunftbegabtes Wesen ist. Mehr noch; es entpuppt sich als alter Bekannter…



III. Lobenswerte Aspekte.

Goldener Boden.
Kurz gesagt: Es gibt an "Die Heiligen der Unvollkommenheit" handwerklich nichts zu beanstanden .
Die schlüssige Folge glänzt mit einem so angenehmen wie schlüssigem Tempo, beeindruckenden Einzelbildern, tollen Kameraeinstellungen sowie fraglos teuren Schiffsaußenansichten.
Insbesondere die Settings und Bühnenbilder auf der in einem Zustand der Auflösung befindlichen Discovery und Tillys Wanderungen im parkähnlichen Myzelnetzwerk machen die Folge auch zu einem optischen Genuss.
Hauptverantwortlich für dieses runde Bild ist wohl Regisseur David Barrett, der im Vorfeld nicht nur die Discovery-Folge "T=Mudd²", sondern schon für die Enterprise-Episode "Die Abweichung" die Verantwortung trug.
Die zweite Person, die an dieser Stelle unbedingt Erwähnung finden sollte, ist die verdiente Star-Trek-Buchautorin Kirsten Beyer, aus deren Feder auch die Folge "Si Vis Pacem, Para Bellum" aus der ersten Staffel stammte (und die eine der Hauptverantwortlichen für kommende Picard-Serie sein wird).
Beyer verrichtet gute Arbeit, hinterlässt eine Vielzahl zitierbarer Aussagen und ich persönlich mag auch die erzählerische Klammer sehr, mit der Burnham in einem Monolog die Folge ein- und ausleitet. Man merkt der Episode dabei deutlich an, dass sie sehr sorgfältig geschrieben ist: Mehrfach erklären die einzelnen Charaktere ihr Handeln noch einmal für den Zuschauer (z.B. beim Eintritt in die Kammer und deren Funktion als 'Luftschleuse') und fehlende Wissenslücken bei einigen Figuren werden nachvollziehbar als geschlossen thematisiert (z,B. Pikes Wissen über Tyler oder Culber). Es liegt wohl vor allem an Beyers langjähriger Schreiberfahrung, dass "Die Heiligen der Unvollkommenheit" am Ende den schwierigen Spagat zwischen Pilz, Sektion 31 und dem spürbaren Sternenflotten-Ethos schafft, ohne dass es zu gekünstelt wirkt.
Vor allem gelang es ihr rechtzeitig zum Valentinstag (zumindest in den USA) mit Ash Tylers und Hugh Culbers Rückkehr wieder das Element des Beziehungsdramas zurück an Bord zu holen, ohne dass die Serie zum Teil vier lange Folgen auskommen musste.
Allerdings gilt es auch einschränkend zu bemerken, dass sich an mehr als nur einer Stelle das ungute Gefühl einschlich, dass der allgemeine Tenor leicht in eine esoterisch-religiöse Richtung zu driften beginnt, was nicht nur der Star-Trek-Erzähltradition vehement widerspricht, sondern darüber hinaus auch eine äußerst bedenkliche Marschrichtung für eine ganze Staffel wäre, in der man 'roten Engeln' hinterherjagt.




Sektion 31.
Abermals komme ich nicht umhin, die Präsentation von Sektion 31 zu loben, denn abermals kann ich den Reiz (neben dem tagesaktuellen Bezug von NSA-Skandal, Giftanschlägen oder Wahlbeeinflussungen) völlig nachvollziehen, der von dieser Super-Geheimorganisation ausgeht und die Produzenten angeregt hat, eine eigene Serie zu diesem ganz speziellen Star-Trek-Kapitel zu planen.
Eine bunt zusammengewürfelte Gemeinschaft Ausgestoßener, die gemeinsam versucht ein übertrieben idealistisches Gesellschaftskonstrukt zu schützen ist nicht zuletzt deshalb eine so spannende Idee, weil man damit auch tatsächlich jenen 'Vorsprung durch Technik' rechtfertigen kann, den Tyler etwa im Gebrauch seines zukunftsweisenden Kommunikators unter Beweis stellt: Als Speerspitze der Föderationssicherheit steht der personell überschaubaren Sondereinsatztruppe experimentelle Technologie zur Verfügung, bevor sie durch Massenproduktion und Risikominimierung der breiten Allgemeinheit zugänglich gemacht wird.
Und wenn ich schon dabei bin, diesen Punkt zu verteidigen: Mir ist natürlich klar, dass Sektion 31 keinesfalls der Sternenflottengeheimdienst ist, auch wenn die gesamte Folge offensichtlich so tut. Die spannendere Frage ist für mich daher, was die – für ihren Status ohnehin erstaunlich weit bekannte – Organisation im Laufe von hundert Jahren zu jener totgeschwiegenen Schattenkreatur wird, die bei Deep Space Nine so gefährliche Ausmaße annimmt.
Darin sehe ich den wahren Wert der angekündigten neuen Serie, die diesem roten Faden im Laufe mehrerer Folgen sicherlich besser auf den Grund gehen kann, als man es sich als Fan mit den wenigen momentan zur Verfügung stehende Informationen zusammenreimen kann.
Den Habitus eines skrupellosen Geheimbundes ohne Gewissensbisse hat Discovery jedenfalls jetzt schon so gut wie glaubwürdig eingefangen und lässt sich an einer meiner Lieblingsszenen der Folge gut ablesen.
Der Apfel, den die Imperatorin Philippa Georgiou provokativ, laut und genüsslich vor den Augen Pikes und Burnhams verspeist, ist nämlich keineswegs allein eine Anspielung auf den Sündenfall in der Bibel. Es ist auch ein Querverweis auf den legendären (wenn auch später erst bedeutsamen) Sternenflottenkapitän James Tiberius Kirk und seinen Lösungsweg im Kobayashi-Maru-Test. Wie für den späteren Captain auch steht das Kernobst (im zweiten und im elften Kinofilm) nur im ersten Moment für Betrug. Beim zweiten Hinsehen entpuppt sich diese ethisch fragwürdige Handlungsweise viel mehr als originelles Denken im Angesicht von Situationen, die niemals ausweglos sind. Das ist wahrlich ein Motto, das man auch der Sektion 31 im Hinblick auf ihre unorthodoxe Arbeit zubilligen muss.
Ob die von oben herab bestimmte Zusammenarbeit zwischen Pike und seinem alten 'Freund' Leland aber reibungslos über die Bühne gehen wird, darf jedenfalls jetzt schon bezweifelt werden.



Charaktermomente.
Es gibt eine Reihe an Schauspielern, die großartige Leistungen abliefern, ohne wirklich Raum zur Entfaltung zu erhalten: die Brückencrew der USS Discovery, die neue Sicherheitschefin Nhan (Rachael Ancheril) oder Admiral Katrina Cornwell (Jayne Brook).
Leider muss man in dieser Folge auch Commander Saru (Doug Jones) in diese Personengruppe zählen, auch wenn ihm zuletzt der Fokus einer ganzen Folge zukam. Hier allerdings waren ihm nicht mehr als elf Sätze vergönnt, die ihn weder quantitativ noch qualitativ vom Rest der Brückencrew abzuheben vermochten, zumal vieles davon nur aus Einwortaussagen, Befehlen oder Meldungen bestand. Wirklich schade, denn nach seinem Transformationsprozess in der vorangegangenen Folge hätte ich zumindest erwartet, dass dieses Thema zumindest am Rande thematisiert werden würde.
Dem folgt eine Reihe von Schauspielern, die eine gute Leistung abgeliefert haben, ohne allerdings im absoluten Zentrum zu stehen. Oft bleibt ihnen nur eine einzige Szene, in der sie wirklich herauszustechen vermögen.
Der Sektion-31-Anführer Leland (Alan van Sprang) kommt mir in diesem Zusammenhang in den Sinn, der sicherlich einige gute Momente hatte und auch glaubwürdig eine Konkurrenz irgendwo zwischen Ideologie und Freundschaft mit Pike transportierte, aber Ende eben doch eine Nebenfigur blieb.
Oder Ash Tyler (Shazad Latif), dem auf der Brücke zumeist das Wort entzogen wurde und seine andere, stärkere Szene ausgerechnet in einem Gespräch mit Burnham hatte, in dem er wegen seiner Geheimhaltungsverpflichtung kaum etwas sagen konnte.
Ähnlich sehe ich den Fall beim wieder auferstandenen Hugh Culber (Wilson Cruz). Zwar wirkt er glaubhaft, als er einer deutlich ungepflegteren Variante von Lenny Kravitz gleich voller Verzweiflung über die Flure der menschenleeren Discovery robbt, aber seinen einzig ausdrucksstarken Moment hat er ausgerechnet dann, als er seinen Partner Paul Stamets davon zu überzeugen sucht, ihn in der Einsamkeit des Myzelnetzwerkes zurückzulassen.
Die Pilzvariante von May Ahearn ist mehr Schatten als Licht, was aber weniger an der Darstellerin Bahia Watson, als viel mehr an der recht flachen Figur liegt, die erzählerisch bestenfalls der Betonung von Tillys Großartigkeit dient.
Zu meiner Überraschung lässt sich auch Philippa Georgiou in dieser Reihe finden, denn tatsächlich hatte Michelle Yeoh zwar zu Beginn der Folge einen starken Auftritt, aber nur um im Anschluss völlig in den Hintergrund gedrängt zu werden. Dabei hat Yeoh erkennbar großen Spaß dabei, die durchtriebene Bösewichtin im Deckmantel des Geheimdienstes zu verkörpern. Allerdings verliert sie mit erschreckender Regelmäßigkeit stets dann an Durchschlagkraft, wenn sie wie ein Teenager um die Aufmerksamkeit Michael Burnhams buhlt. Mit einem Schlag verliert sie in solchen Momenten ihre Glaubwürdigkeit, zumal ihre 'Drohungen' gegen Burnhams Adoptiv-Bruder Spock ohnehin so platziert wirkten, als wolle man um jeden Preis das Zuschauerinteresse an diesem Erzählstrang trotz der Konzentration auf eine völlig andere Primärhandlung aufrechterhalten.
Fast wäre auch der Captain Christopher Pike (Anson Mount)in diesem Abschnitt gelandet, doch statt dessen markiert er an dieser Stelle den Übergang zu den Hauptfiguren dieser Folge. Klar wirkt er zuweilen erschreckend passiv und abermals hat er wenig Einfluss auf das Gelingen der gesamten Mission. Doch Mount zeigt auch einen anderen, einfühlsamen Pike, der sich der Expertise seiner Crew öffnet und der mit seiner offenen Antipathie zu Tyler wieder einen angenehm würzigen Konflikt in die fade Suppe der Sternenflotteneintracht bringt. Wobei das keineswegs heißen soll, dass er dem positiven Star-Trek-Flair abschwört, der seit seiner Ankunft auch auf der USS Discovery herrscht. Im Gegenteil; Pike trägt abermals die gesamten Star-Trek-Stimmung allein auf seinen Schultern und hält eine großartige Rede, die in der Endabrechnung der Höhepunkt dieser Folge war.



Erstmals seit langem darf auch Paul Stamets (Anthony Rapp) mal wieder zeigen, was in ihm steckt und auch wenn seine Ausführungen zum Sporenzauber zuweilen arg bemüht wirken, präsentiert er sie mit einer beeindruckenden Überzeugungskraft. Besonders in den Momenten, in denen er seinen Partner Hugh Culber wiederfindet, gelingt es ihm diese Augenblicke nicht in unerträglichem Kitsch untergehen zu lassen, sondern stattdessen Würde und Aufrichtigkeit gleichermaßen zu transportieren.
Obwohl Michael Burnham (Sonequa Martin-Green) derweil die Folge mit ihnen Ausführungen beginnt und auch abschließt, bleibt sie erstaunlich blass. Ihre Szenen mit Georgiou vermögen ebenso wenig zu überzeugen wie ihr Wiedersehen mit Ash Tyler und der denkwürdigsten Augenblick bleibt in meinen Augen jener, in denen sie gegen Ende Tilly nach deren traumatischen Erfahrungen Trost spendet.
Und dann ist da noch Sylvia Tilly (Mary Wiseman).
Während ich mit dieser Figur durchaus meine Probleme habe, fällt mir immer wieder auf, wie beliebt sie vor allem bei unvoreingenommenen weiblichen Zuschauern ist, für die dieser Charakter eine außergewöhnliche Identifikationsfigur bietet. Ihre positive Grundeinstellung, ihre schräge Art, dass sie nicht dem gesellschaftlichen Konstrukt einer Traumfigur entspricht und immer wieder ihre 'tollen Haare' scheinen besonders im Kontrast zur eher perfektionistischen Burnham eine besondere Anziehungskraft auszuüben.
Freunde dieser Sichtweise werden erfreut sein, dass Tilly nicht nur überlebt, sondern auch ein weiteres Mal all ihre Besonderheiten ausspielen kann.
Aber für alle anderen zeigt diese Folge nur einmal mehr, wie sehr sich Tilly zum Lieblingsspielzeug der Autoren entwickelt hat, denn abermals wird dem Fähnrich mit den glänzenden Zukunftsaussichten unglaublich viel Raum geboten, der in starkem Kontrast zu den Chancen steht, die zeitgleich ihren Kollegen eingeräumt werden. Niemand – nicht einmal der eigentliche Serien-Star Michael Burnham – wird so ausgiebig thematisiert wie Sylvia Tilly. So sieht man sie abermals flapsig, übertrieben sentimental und stetig über sich hinauswachsend durch die Szenen dieser Folge stolpern. Während die einen dabei unweigerlich an Wesley Crusher erinnert werden, mögen andere ihren Spaß daran haben. Ich für meinen Teil würde mir für die Zukunft ein wenig mehr Zurückhaltung und mehr Gleichberechtigung bei der Vergabe von Screentime wünschen.



IV. Kritikwürdige Aspekte.

Die Sache mit dem Pilz.
Die Autorensitzung, in der der Inhalt dieser Folge abgesprochen worden ist, stelle ich mir ungefähr so vor:

Produzent #1: "Wie müssen unbedingt Hugh Culber wieder zurückbringen! Der war bei zu vielen Fans beliebt und außerdem steigt uns die LGTB-Gemeinschaft auf's Dach, weil wir ihn abgemurkst haben. Irgendwelche Ideen?"
Produzent #2: "Warum holen wir nicht einfach auch seine Spiegeluniversumsvariante ins Boot?"
Produzent #1: "Nee, das mit dem Spiegeluniversum ist nur mäßig angekommen. Kaum ein Mitglied der moderneren Zuschauerschichten hat da durchgeblickt. Und die, die es verstanden haben, waren überhaupt nicht begeistert. Hat irgendwer vielleicht eine bessere Idee?"
Produzent #3: "Warum beleben wir ihn nicht einfach wieder?"
Produzent #2: "Wie das? Der ist doch schon seit ein paar Folgen tot!!"
Produzent #3: "Na da machen wir eben irgendetwas mit Pilzen!"
Produzent #1: "Ja, aber wie sollen wir erklären, dass die jetzt auch noch Tote zum Leben erwecken können?"
Produzent #3: "Ach da ergibt doch sowieso nix einen Sinn und die Zuschauer wissen doch eh genauso wenig wie wir, wie das ganze funktionieren soll…"
[alle Personen im Raum nicken zunächst und spenden dann stehend frenetischen Applaus]

Ich muss unweigerlich an eine Episode von "Pinky und Brain" denken, in denen eine völlig unlogische Entwicklung mit der Verwendung einer Mikrowelle erklärt wird, da ohnehin niemand genau verstehen würde, wie dieses Wunderwerk der Technik funktioniert. Dass dem Pilz-Hokus-Pokus bei Discovery ähnliche Bedeutung zukommt, kann man nicht zuletzt auch an mehreren Wortmeldungen innerhalb der Folge hören.
Burnhams nachvollziehbar ungläubige Äußerungen wie "In keinem bekannten Universum wäre so etwas möglich." Oder "Wie kann er noch hier sein?" sprechen Bände für den Bären, den man dem Zuschauer hier aufbindet.
So müssen wir hilflos zuschauen, wie Sporen um weitere, völlig unglaubwürdige Nuance bereichert werden: nach Überlichtantrieb, Bärtierchenfutter, Superwaffe, Energiequelle und Dimensionsportal sind Pilze nun auch noch als Transporter und Wiederbelebungsmaßnahme einsetzbar.
Das größte Opfer dieses erzählerischen Armutszeugnisses ist die wissenschaftliche Glaubwürdigkeit, die bei jeder anderen Star-Trek-Serie bis zu einem gewissen Grad vorhanden war. Bei Discovery scheint dieser Aspekt völlig unwichtig und man zeigt die besorgniserregende Tendenz, einen Brückenschlag im Geiste zu Star Wars zu wagen, wo der 'Macht' und deren 'Midichlorianer' eine ähnliche Bedeutung zukommt wie hier dem Hütchenspiel mit dem Pilz. Da wo früher noch die 'Technik der USS Enterprise' detaillierte Vorgaben zur Verwendung der durchdachten Star-Trek-Technologie bereit stellte, zaubert man mittlerweile einfach wochenweise ein neues Kaninchen aus dem Myzel-Hut wenn es erzählerisch nicht mehr weiter geht.
Besonders verärgert hat mich gar der Twist, der mich für den Bruchteil einiger Sekunden hoffen ließ, dass man Culber nicht ohne weiteres retten können wird. Als würden die Autoren kurzzeitig aus ihrer Fantasie gerissen und von einem Anflug von Zurechnungsfähigkeit erfasst, demonstrierte diese nur kurz währende Vernunftsphase, dass die Serienschreiber dem erzählerischen Allheilmittel des Pilzes auch weiter die Treue halten werden. Jegliche Hoffnung, dass man die Stärke hätte, zum Wohle der Glaubwürdigkeit nicht kopflos in offensichtlichen Fanservice zu verfallen, wurde eine Absage erteilt.
Doch nun gilt es, mit den Auswirklungen dieser außergewöhnlichen Wiederbelebungsmaßnahme zurechtzukommen. Immerhin waren sämtliche Versuche, verstorbene Charaktere zurückzubringen (Spock, Tasha Yar oder Kirk) nicht minder bemüht und darüber hinaus birgt die Rückkehr Culbers sogar einiges an Potential nicht nur für Stamets, sondern auch für die Beziehung des Arztes zu seinem Mörder und ebenfalls zurückgekehrten Kollegen Ash Tyler.
Und natürlich könnten wir uns jetzt hinstellen und darauf pochen, dass wir diese absehbare Rückkehr von Anfang an prognostiziert haben.
Doch es geht auch stilvoller, wie etwa Culbers Synchronsprecher und ZDF-Morgenmagazin-Wettermann Benjamin Stöwe unter Beweis stellte, als er pünktlich zur Ausstrahlung der aktuellen Folge in den USA in einem Shirt vor die Kamera trat, dass Culber und Stamets glücklich vereint zeigte.



So bleibt nur die Hoffnung, dass sich die Wogen mit der Zeit glätten und diese Entwicklung ob ihrer Bemühtheit vorerst der letzte große Missbrauch des Pilzuniversums bleiben wird.
Doch ich hab da so meine Zweifel. Nicht zuletzt, wegen dieses Satzes aus dem Munde Tillys:

"Ich glaube fest daran, dass das Universum uns irgendwann wieder zusammenbringen wird."

Meine Angst wäre, dass ausgerechnet die mit Aufmerksamkeit überladene Tilly von nun an einen ganz besonderen Draht zu den Bewohnern des Myzel-Netzwerkes hat. Die Lage wird prekärer, wenn sich vor Augen hält, dass die JahSepp ganze Schiffe im Stundentakt verzehren können. Was wäre, wenn beispielsweise die Klingonen diese Technologie stehlen und den Sporenantrieb für einen Überraschungsangriff nutzen?
Würde Tilly dann ihre neuen Freunde bitten, die Feinde auf ihrem Kurs zur Erde aufzuhalten ähnlich wie es Sisko durch seine Kontakte mit den Propheten im bajoranischen Wurmloch tat?
Hoffen wir mal einfach, dass in den Autorensitzungen niemand auf diesen ganz besonderen erzählerischen Dreh kommt…



Spannung!?
Ein wenig durchbrach Burnham die vierte Wand als sie diesen Satz zum Besten gab:

"Ich beneide all jene die an eine höhere Macht glauben, die unsere Geschichte schreibt; die das Chaos durch Worte in Schach hält."

Denn natürlich wird auch Discovery von Autoren geschrieben, die (hoffentlich) einen größeren Plan verfolgen. Doch dafür überstrapazieren sie die Geduld des Zuschauers zuweilen.
Zum Beispiel hält der rasante Einstieg nicht was er verspricht und zögert abermals Spocks Auffinden hinaus. Burnhams verspätetes Antworten auf Sarus Anfrage zu ihrem Missionserfolg ließ wohl keinen zurechnungsfähigen Zuschauer so atemlos zurück wie die gesamte Brückenbesatzung. Auch der verzweifelte Kampf der Brückencrew gegen den sicheren Untergang der Discovery in der Myzel-Pfütze war ebenso mäßig spannend wie die Schwierigkeiten des Sektion-31-Schiffes, angemessene Hilfe zu leisten. Selbst die Verzögerung beim Übertritt Culbers in das hiesige Universum war kaum nennenswert fesselnd.
Warum?
Weil wir spätestens seit der ersten Sichtung Culbers genau wissen, dass niemand aus der Hauptbesetzung die plötzliche Arbeitslosigkeit befürchten muss. Wer einen Vertrag hat, dessen Figur wird auch überleben und der Anspruch, "Game of Thrones" auf Star Trek zu übertragen ist spätestens mit dieser Folge endgültig aufgegeben worden.
Immerhin war diese Entwicklung seit einiger Zeit bereits abzusehen, weswegen mich eine andere Entwicklung viel mehr stört. Schon wieder wird die Suche nach Spock - wie in der letzten Folge auch - urplötzlich beiseitegeschoben, um dringlicheres Problem zu lösen. Im Zuge der Rückkehr zum Pilzbefall der ersten Staffel fällt im Vergleich aber auf, dass seit dem Beginn der zweiten Season die immer gleiche Formel angewandt wird.
Dieses Strickmuster F besagt, dass eine Gefahr x in einem Zeitrahmen t (ungefähr eine Folgenlänge abzüglich Vorspann, Abspann. Einleitung und Abschluss) bewältigt werden muss. Ständig sitzt den Protagonisten die Zeit im Nacken und ständig gilt es, diesen sich wiederholenden Wettlauf zu gewinnen. Während das in den ersten beiden Folgen noch mit dem Eingreifen der fremden, engelsgleichen Spezies erklärt werden könnte, wirkt es langsam ein wenig eintönig.
Zumal man unnötigerweise auf maßlose Übertreibungen als Spannungsstütze setzt. Genauso wenig wie Saru in der letzten Folge sterben musste, entpuppt sich diese Woche die Bedrohung des Lebensraumes der JahSepp als echtes Damoklesschwert. Das Umherirren eines einzelnen gestrandeten Wesens klingt nicht einmal mehr im Ansatz so apokalyptisch wie noch in "Der Charonspfennig" und ist nicht die schwere Umweltkatastrophe, die May noch wenige Momente heraufbeschwor.
Am Ende mögen die Schreiber sicherlich weniger Chaos als noch in der unfertigen ersten Staffel bewirkt haben, doch leider ging mit diesem Wechsel auch deutlich weniger Spannung einher.


Logiklöcher und Kanonbrüche.

Für einen kurzen Moment dachte ich wirklich, dass diese Folge behaupten würde, dass die fliegenden Spiegeleier-Parasiten aus der TOS-Folge "Spock außer Kontrolle" das Ergebnis eines Inside-Jobs der Sektion 31 gewesen sein sollen. Doch bei Lichte besehen war die Geheimdienst-Operation nicht nur eine Dekade zu früh, sondern wohl nur eine zufällige Referenz auf die Föderationskolonie Deneva.
Ungleich problematischer hingegen ist der Verweis darauf, Leland hätte mit 'Reptilien auf Cestus III' zu tun gehabt, was nicht minder zu früh für eine Kolonie und einen Grenzstreit ist, der erst in zehn Jahren überhaupt einsetzt.
Weil darüber hinaus aber kaum Kanonreferenzen auftauchen, machen abermals die vielen Logiklöcher den Hauptteil dieses Kritikpunktes aus.
Es fängt bereits damit an, dass Pike Lichtjahre als Zeitmaßeinheit verwendet.
Dann gelingt es der Brückencrew zwar, ein einzelnes Lebenszeichen auszumachen, aber nicht darauf zu achten, ob es (halb-) vulkanisch oder zumindest männlich ist.
Woher May die Information bezieht, wie Insekten innerhalb des irdischen Ökosystems funktionieren bleibt mir ein Rätsel, zumal sie wenige Augenblicke darauf daran scheitert, einen 'Pinkie-Swear' zu erkennen.
Wobei sich an den JahSepp so einige Ungereimtheiten festmachen lassen.
Warum greifen sie zwar Culber und Tilly, aber nicht auch Stamets und Burnham an?
Warum erscheint die USS Discovery am Ende ihrer langwierigen Leidenszeit erschreckend unbeschädigt?
Und warum zeigt sich Culber nachdem er per Pilz-Post zum Absender zurückgekehrt plötzlich rasiert und frisiert?




V. Synchronisation.
Es ist schon eine Crux mit der deutschen Übertragung. Die Verwendung des Begriffes 'Prädator' wirkte ein wenig einfallslos, während die Wandlung 'scorpion to the frog' zu 'Storch zum Frosch' im Gegensatz dazu etwas weit hergeholt ist (bei einem Fuchs wäre im Deutschen immerhin eine gute Brücke zur Voyager-Doppelfolge "Skorpion" geschlagen worden). Tylers sehr klingonische Aussprache von 'Qo'noS' (und damit seine Doppelidentität als Voq) geht völlig unter und Captain Pike 'hasst' den Plan Stamets' plötzlich nicht mehr, sondern findet ihn 'ganz toll'.
Aber es ist nicht alles doof. An vielen Stellen nimmt die die deutsche Synchronisation die nötigen Freiheiten und geht angenehm kreativ mit der Vorlage um. Aus dem Dialog

Pike: "Mr Stamets! Are you ready to execute this very bold, deeply insane plan of yours?"
Stamets: "'Execute' might have not been my choice of words, but that I am, Sir."

wird im Deutschen

Pike: "Mr Stamets! Sind Sie bereit ihren Plan auszuführen und sich kopfüber ins Verderben zu stürzen?"
Stamets: "Das wäre zwar jetzt nicht ganz meine Wortwahl gewesen, aber ja, ich bin bereit, Sir."

Vor allem aber kann man an der deutschen Version seit Culbers Rückkehr auch die Stimme des verdienten Star-Trek-Fans Benjamin Stöwe wieder hören, die allen anderen Trekkies beweist, dass man selbst als deutschsprachiger Fan durchaus Möglichkeiten hat, die Franchise mitzugestalten.



VI. Fazit.
"Die Heiligen der Unvollkommenheit" ist eine runde Folge, die fachgerecht von Star-Trek-Veteranen wie Kirsten Beyer und David Barrett umgesetzt wurde. Sie versteht durch ihre kraftvollen Darsteller, eine schwungvolle Rede und ihre Schilderung von Sektion 31 zu überzeugen.
Mit der Rückkehr Hugh Culbers allerdings kehrt zwar ein beliebter Charakter zurück in die Hauptdarstellerriege, doch dieser so streitwürdige wie absehbare Schachzug geht vor allem zulasten von Glaubwürdigkeit, Spannung und interner Logik, zumal weitere Ungereimtheiten, Nachlässigkeiten und dramatische Mängel dem Gesamtbild letztendlich abträglich sind.

Bewertung.
Absehbarer Rückfall zu alten und neuen Lastern.






VII. Schluss.

Ich wage zu behaupten, dass an dieser Folge eher die Neueinsteiger ihren Spaß haben werden, denn wenn man bereit ist, über Makel wie dem Pilzwirrwarr, den Logiklöchern oder dem Spannungsaufbau vorbeizusehen, bereitet diese Folge vor allem dann Freude, wenn man sich nicht allzu sehr mit den Versprechungen auseinandersetzt, mit denen Discovery dereinst gestartet ist.
Davon abgesehen ist aber ein flottes Stück Unterhaltung entstanden, dem man durchaus starke Momente zubilligen kann.
Viel wahrscheinlicher bleibt aber die Prognose zutreffend, dass die Serie auch in Zukunft alten und neue Zuschauerschaften unterschiedlich ansprechen wird. Ein Riss ist in der Zuschauerschaft auszumachen der wohl nur gekittet werden kann, wenn es Discovery gelingt eine wirklich außergewöhnliche Episode oder Staffel zu produzieren, die beide Parteien zu überzeugen vermag. Bis dahin ist es fraglos noch ein weiter Weg, aber bislang versteht die zweite Staffel immerhin noch Aufbruchstimmung zu verbreiten. Die Hoffnung ruht dabei auf jener höheren Macht, die die Star-Trek-Geschichten schreibt: Die wenig beneidenswerten Autoren, die diese Gratwanderung meistern müssen.



Denkwürdige Zitate.

"Schön wieder im Sattel zu sitzen?"
"Es ist ein erfrischender Ritt."
Christopher Pike und Philippa Georgiou

"Unschuldige fliehen nicht…"
"Sie sind vor uns geflohen!"
"Sie sagen es…"
Georgiou und Michael Burnham

"Sehe ich da etwa graue Haare?
"
"Das ist der Preis den man dafür bezahlt, noch welche zu besitzen…"
Pike und Leland

"Es stehen immer Leben auf dem Spiel. Deshalb gibt es uns doch. Wir machen unseren Job, damit ihr Euren machen könnt."
"Wenn ich es nicht besser wissen würde, würde ich sagen das klingt wie eine Drohung…"
"Du kennst mich ziemlich gut
…"
Leland und Pike

"Zum Shuttlehangar geht es da lang. Sie müssen sicher schnell zurück in Ihre… Schlangengrube."
"Ssssss…"
Burnham und Georgiou

"Sie wirkt nicht wie die Philippa Georgiou, an die ich mich erinnere."
"Der Krieg hat sie verändert…"
"Sie können mich für romantisch halten, aber ich mag Menschen, deren Wort ich für bare Münze nehmen kann."
Pike und Burnham

"Wie bist Du bei Sektion 31 gelandet?"
"War 'ne interessante Reise. Ganz ehrlich."
"Erzähl mir davon."
"Leider 'geheim'. Das Wort kommt in meinem Vokabular jetzt häufig vor."
"Du warst ja immer ein Freund von Geheimnissen…"
Burnham und Ash Tyler

"Wir müssen so lange die Position halten, dass ich die Kammer verlassen und Tilly finden kann."
"Dass 'wir' die Kammer verlassen… Sie machen das nicht allein…"
Paul Stamets und Burnham

"An die Besatzung. Hier spricht Captain Pike. Die Sternenflotte ist ein Versprechen. Ich gebe mein Leben für Sie; Sie geben ihr Leben für mich. Und niemand wird zurückgelassen. Ensign Sylvia Tilly ist da draußen und hat jedes Recht auf uns zu hoffen. Wir halten unser Versprechen!"
Pike

"Was immer Du auch bist; ich habe ein Typ III Phasergewehr. Das hat mehr Power und ist auch viel größer als das Typ I oder Typ II, deshalb heißt es wahrscheinlich auch Typ III."
Sylvia Tilly

"Was für ein Kommunikator ist das denn?"
Pike

"Captain Leland, bitte setzen Sie nicht die Crew der Discover…"
"Auf meiner Brücke sprechen Sie erst nach Aufforderung, Tyler! Und Leland, mein Schiff, meine Entscheidung."
Tyler und Pike

"Wenn Du ihn fragst, seid Ihr die Monster."
Tilly

"Das ist mein Ernst. Jetzt ist Schluss mit diesem 'wer-hat-den-Längsten'-Schwachsinn. Leland, Sie haben sich vor einem Sternenflotten-Captain getarnt, der ihr Freund ist und das mitten in einer Rettungsmission."
"Admiral, unsere Tarnvorrichtung war…"
"Sparen Sie sich das! Und Captain Pike, Sektion 31 ist vielleicht nicht das strahlende Beispiel der Rechtschaffenheit so wie es Ihnen lieb wäre, aber es ist eine entscheidende Geheimdienstabteilung und es gibt zurzeit wichtigeres als über Artikel 14 der Charta zu streiten. Staatenbildung ist immer schmutzig – das ist die unappetitliche Wahrheit, und das wissen Sie. Es ist mir egal ob Sie glauebn auf verschiedenen Seiten zu stehen; wir sitzen alle im selben Boot."
"Wir beide kennen uns jetzt schon sehr lange, aber bei meinem Job muss ich auf einem schmalen Grat wandeln und den hab ich hier überschritten. Ich bitte um Entschuldigung."
"Ist angenommen. Ich versuche nicht zu vergessen, dass mein Weg manchmal gradliniger ist als Deiner
."
"Also das ist ja wohl die Untertreibung des Jahrtausends."
Admiral Katrina Cornwell, Leland und Pike

"Ich muss wissen, welche Absichten Sie verfolgen gegenüber Spock."
"Ich will ihn finden, bevor ein mordlustiger Mob es tut oder eine Bande schießwütiger Sternenflottencowboys. Ich bin ziemlich sicher, dass Du das gleiche willst."
Burnham und Georgiou

Weiterführende Leseliste.

Staffel 2.

01. Rezension zu: "Brother"
02. Rezension zu "New Eden"
03. Rezension zu "Lichtpunkte"
04. Rezension zu "Der Charonspfennig"
05. Rezension zu "Die Heiligen der Unvollkommenheit"

Staffel 1.

01. Rezension zu "Leuchtfeuer" und "Das Urteil"
03. Rezension zu "Lakaien und Könige"
04. Rezension zu "Sprung"
05. Rezension zu "Wähle Deinen Schmerz"
06. Rezension zu "Lethe"
07. Rezension zu "T=Mudd²"
08. Rezension zu "Si Vis Pacem, Para Bellum"
09. Rezension zu "Algorithmus"
10. Rezension zu "Nur wegen Dir"
11. Rezension zu "Der Wolf im Inneren"
12. Rezension zu "Blindes Verlangen"
13. Rezension zu "Auftakt zum Ende"
14. Rezension zu "Flucht nach vorn"
15. Rezension zu "Nimm meine Hand"

Short Treks.

01. Rezension zu "Runaway"
02. Rezension zu "Calypso"
03. Rezension zu "The Brightest Star"
04. Rezension zu "The Escape Artist"

Dienstag, 12. Februar 2019

Eaglemoss Discovery Nr.8: Klingonische Qugh-Klasse



Einleitung

Die erste Staffel von Star Trek - Discovery überflutete den Zuschauer mit beinahe über ein Dutzend neuer klingonischer Raumschiffe, von denen eines skurriler als das andere war. Die neuen Autoren und Designer hatten die klingonische Kultur anscheinend nicht verstanden und machten aus den berühmtesten Gegenspielern des Star Trek-Universum häßliche, eierköpfige, Morlocks und gaben diesen Raumschiffe, die wohl eher zu irgendwelchen Käfervölkern aus der Dimension XYZ passen würden. Ein bestes Beispiel ist die sogenannte Qugh-Klasse, die laut ihrem Erfinder John Dickenson, übersetzt 'Disaster-Class' - 'Katastrophen-Klasse' (!) heißt. Da fragt man sich, ob Mr. Dickenson dachte, dass die Bezeichnung bedrohlich klingt, oder ihm ist einfach nichts besseres eingefallen. Die Kreativität dieses Designers scheint schon bei der Oberseite seines Raumschiffes ihr Ende gefunden zu haben, denn die untere Seite des Schiffes sieht genauso aus.
Das ganze Schiff erinnert an eine Schabe mit langen Beinen, dem dicken Körper und manche Ausleger könnte man mit Mandibeln vergleichen. In der Mitte befindet sich ein kreisförmiger, rot leuchtender Aufbau, dessen Funktion unbekannt ist. Bewaffnet ist der Kreuzer mit Disruptoren, die keinen kohärenten Energiestrahl abfeuern, sondern Impulse. Ob das Schiff über Photonentorpedos verfügt ist ebenfalls unbekannt, aber da es sich um einen Kreuzer handelt, ist dies anzunehmen. Geradezu lächerlich sind die Größenangaben, die mit 1360 Meter total übertrieben sind. Keiner der Kreuzer war in den wenigen Szenen, in der sie zu sehen waren, größer als ein Schiff der Sternenflotte. Nur zum Vergleich: Die angepriesene Zukunft der klingonischen Flotte, die D7-Klasse, ist nur 350 Meter lang. Logikloch lässt grüßen!


Ein Qugh-Kreuzer greift die Discovery an. (Bild: memory alpha)


 Das Modell.
Also was das Modell angeht, da hat Eaglemoss sich mit der Detaillierung mal Mühe gegeben. Die unzähligen Oberflächenstrukturen wie Leitungen, Verzierungen und Aufbauten wurden sehr gut umgesetzt und wiedergegeben. Auch dieser große runde Aufbau wurde sehr vorbildgetreu nachgebildet. Farblich kann sich das Modell sehen lassen und am besten finde ich die schwarzen Bereiche, die sich mit einen leicht metallischen Farbton vermischen und dementsprechend schimmern. Auch beim Modell ist die Ober- und Unterseite nahezu identisch, was ja auch der Vorlage entspricht. Merkwürdig ist aber, dass das Schiff in der Serie am Heck einen blau leuchtenden Antrieb hat und auch der runde Aufbau in rot leuchtet. Beim Modell gibt es nicht einmal farbliche Andeutungen in diesen Bereichen und erneut vermisse ich den Einsatz von Klarteilen, die zumindest am Heck Verwendung hätten finden können, um wenigstens den Antrieb darzustellen.


Das Schiff besitzt eine skurrile Form.
Gut gelungen ist die Detaillierung.
Das Heck, das eigentlich den Antrieb beherbergt.

Die Halterung

Diese lässt sich etwas schwer montieren, da das bullige Heck etwas breiter ist als die Halterung. Von daher sollte man das Modell nicht mit roher Gewalt in die Halterung plazieren.



Begleitheft
Wieder mal das übliche Discovery-Heftchen, das auf ein paar Seiten einen nicht sehr detaillierten Einblick in das Design des Kreuzers gibt.




Spezifikationen




Daten zum Modell

 

   

L x B: ca. 217 mm x 100  mm
Höhe mit Stand: ca 90 mm
Material: Kunststoff und Metall
Hersteller: Eaglemoss Collections 2018


Bewertung und Fazit

Ein eigentlich gut umgesetztes Modell. Gut detailliert aber das Thema Klarteile...ach was soll man dazu noch sagen😌



Nachtrag

Ganze drei Monate musste man als Abonnent warten, bis endlich die neue Lieferung eingetraf. Das führte dazu, das ich mich in den letzten Wochen mehrmals mit Eaglemoss via Mail angelegt habe. Die Qugh-Klasse ist Anfang November erschienen und ist seitdem im Online-Shop auch erhältlich, nur als Abonnent schaute man lange in die Röhre und fragte sich, was das denn bitteschön soll. Die übliche Antwort: "Wir bedauern Ihnen mitteilen zu müssen, das die fragliche Ausgabe nicht auf Lager ist.". Da ich mich ungern für dumm verkaufen lasse und auch schon die Ausgabe neun im Shop erschienen ist, gab es eine saftige Beschwerdemail von mir.
Ich finde es traurig, das Eaglemoss noch 2019 aus einigen Fehlern nicht gelernt hat und die Hoffnung stirbt zuletzt, das sich das doch nochmal verbessert.

Immerhin gab es zu dieser Lieferung das vierte Abogeschenk. Dabei handelt es sich um eine Replik der Widmungsplakette der U.S.S. Discovery, die einfach nur hübsch ist.






Sonntag, 10. Februar 2019

Veranstaltungstipp: Der Star-Trek-Marathon im Babylon Berlin

Kol'basa, Kanar1701 und Turon47 vor dem altehrwürdigen Babylon




Wenn in Berlin das Filmfestival der Berlinale läuft, sollte man die Stadt im Allgemeinen und die Kinos der Metropole im Speziellen besser meiden. Zu viele Menschen die in viel zu langen Schlangen jeden auch nur ansatzweise roten Teppich bevölkern halten die Hauptstadt und deren Lichtspielhäuser in diesen zwei Wochen in einer nervenaufreibenden Geiselhaft. Es bedarf schon einer gewissen Draufgängermentalität, um sich ausgerechnet dieser Tage unerschrocken in dieses Getümmel zu werfen, um einen Star-Trek-Marathon auf der großen Leinwand zu erleben.

Das Babylon, nur einen Steinwurf von der Volksbühne entfernt, ist eines der flairvolleren und geschichtsträchtigeren Kinos der Stadt. Es wurde am Ende der Goldenen Zwanziger eingeweiht und hat neben seinem Großen (1.500 Plätze) und Kleinen Saal 68 Plätze) auch noch einen Mini-Saal in gemütlicher Wohnzimmergröße (43 Sitzplätze) unter dem Dach zu bieten.
An letztgenanntem Ort, wohin eine Wendeltreppe den mutigen Zuschauer emporführt, fand am 9. Februar 2019 von zwölf Uhr Mittags bis elf Uhr abends eine Vorführung der fünf Star-Trek-Kinofilme "Star Trek II: Der Zorn des Khan", "Star Trek III: Auf der Suche nach Mr. Spock", "Star Trek IV: Zurück in die Gegenwart", "Star Trek V: Am Rande des Universums" sowie "Star Trek VI: Das unentdeckte Land" statt.




Warum der erste Film in dieser Liste fehlte wurde spätestens klar, als der fünfte der Reihe lief: Die Reihen lichteten sich zusehens, als einige Besucher den schwächeren Film nutzten, um in der unmittelbaren Umgebung gemütlich zu Abend zu essen. Das war auch kein Problem, weil zum Einen in der direkten Nachbarschaft eine Vielzahl von Lokalen, Restaurants und Bars zum Verweilen einluden und weil zum Anderen das 28€ teure Ticket dazu berechtigte, ein- und auszugehen wann immer man wollte. Da es jedoch auch mehrere längere Pausen gab und ohnehin jeder im Saal sämtliche Filme mitsprechen konnte, war es genauso gut aber auch möglich, sich in den Unterbrechungen in der Nähe mit Kaffee, Kuchen oder Abendbrot einzudecken.

Die Vorstellung selbst begann mit einer unterhaltsamen Schau von mittlerweile historischen Star-Trek-Kinofilm-Trailern, die die Zuschauerschaft auf eine Zeitreise vom 'Motionless Picture' über die Wachablösung bis hin zu Abramstrek mitnahm und dadurch ideal auf den Abend einstimmte.  Dann liefen die Filme in moderner Qualität auf älteren Vorführgeräten ohne unnötigem Schnickschnack wie 3D im englischen Original mit unfreiwillig komischen (weil fürchterlich übersetzten) Untertiteln. Einzig die mehrfache Unterbrechung des vierten Films durch technische Probleme kann hier als Manko angeführt werden, obgleich ohnehin ein jeder im Publikum die Flme so gut kannte, dass man ohne schlechtes Gewissen während der Vorstellung auf die Toilette entschwinden konnte.



Der Star des Abends waren aber keinesfalls William Shatner, Leonard Nimoy oder Kirstie Alley, sondern die vielen Fans, die sich für das Ereignis Karten gesichert hatten. Zwar blieben einige wenige Plätze unbesetzt, doch die Personen die vor Ort waren, machten den Abend unvergesslich. Viele bekannte Gesichter aus der Tafelrunde, einige kostümierte Fans (unter ihnen auch Jens Dombek als großartiger Spock) und viele Trekkies, die bereits von weitem durch eine thematische Kleidungswahl auffielen, gaben dem Event einen einzigartigen Flair. Während er Vorstellung ergänzten sie das Gesehene mit Kommentaren und Fakten, kamen in den Pausen miteinander ins Gespräch und vor allem stimmten sie gemeinsam (im Kanon!) mit ein, als im fünften Kinofilm "Row, Row, Row Your Boat" zu hören war.

Wer jetzt den durchaus zutreffenden Gedanken hat, dass er wirklich einen ganz besonderen Kinoabend verpasst hat, dem sei gesagt, dass er eine zweite Chance erhält: Auch am kommenden Sonnanbend, den 16. Februar 2019 ab 12Uhr haben Fans die Möglichkeit, diesen ganz besonderen Star-Trek-Marathon in der Hauptstadt mitzuerleben, denn das Babylon Berlin wiederholt diesen Erfolg an jenem Tag. Restkarten sind tatsächlich noch vefügbar und wer abseits des Berlinale-Trubels einen familiären Kinotag mit lauter Gleichgesinnten verbringen will, dem sei diese Gelegenheit wärmstens ans Herz gelegt - zumal das Gerücht umgeht, dass dieses Event bei einem Erfolg der Vorführungen beim nächsten Mal auch auf die TNG-Kinofilme ausgedehnt wird.


Samstag, 9. Februar 2019

Turons Senf zu "Der Charonspfennig" (Star Trek Discovery, S2Nr04)


Spoilerwarnung.

Diese Rezension enthält massive Spoiler zu "Der Charonspfennig", der vierten Folge der zweiten Staffel Discovery und sollte erst gelesen werden, wenn man die vorangegangenen Folgen sowie den Short Trek "The Brightest Star" gesehen hat.




I. Einleitung.
Nachdem ich seit der letzten Folge meinen Unmut über den dortigen Rückfall in alte Verhaltensmuster hinlänglich beklagt habe, traf ich tatsächlich jemanden, der eine interessante Analogie zu bieten hatte:
Was, wenn "Lichtpunkte" im Prinzip wie Armus (aus der TNG-Episode "Die schwarze Seele") war?
Alles, was der Schönheit der beiden ersten Folgen im Wege stand, wurde konzentriert, zusammengegossen und in diese eine Episode verbannt.
Und nicht zu Unrecht!
Damit nämlich die anderen beiden Folgen im schönsten Star-Trek-Licht glänzen konnten, musste es über kurz oder lang einen Ausreißer geben, in dem die schmutzige Drecksarbeit von Handlungsentwicklung, Erzählebenenausbau und Charakterhintergrund verrichtet wird, auch wenn es am Ende vielleicht nicht unbedingt dass ist, was viele Zuschauer als sonderlich ansehnlich bezeichnen würden.
Ob man das wirklich so betrachten kann, lasse ich an dieser Stelle mal einfach so im Raum stehen, denn die viel quälendere Frage dazu lautet in meinen Augen:
Werden wir von jetzt an lauter zäh fließenden Teer betrachten müssen und vergeblich auf die Rückkehr jener schönen Stimmung zu Beginn der Staffel warten?
Oder lassen wir diesen dunklen Fleck wie die Enterprise es dereinst tat unter Verlusten hinter uns?




II. Story.
Na endlich! Captain Christopher Pike bekommt von seinem ersten Offizier der USS Enterprise sachdienliche Hinweise zum Verbleib seines Wissenschaftsoffiziers Spock, der in einem Shuttle scheinbar der Strafverfolgung zu entgehen versucht.
Sofort lässt er einen Abfangkurs berechnen, um den flüchtigen Kameraden zu finden, bevor es jemand anders tun kann. Doch just in diesem Moment, in dem der Erfolg zum Greifen nahe ist, kommt alles anders als gedacht.
Die USS Discovery wird von einer fremden Intelligenz aus dem Warp gerissen, die das Schiff und seine empfindlichen Systeme völlig durcheinanderwirbelt. Die Crew kämpft verzweifelt gegen den Totalausfall der Technik an, doch manch ein Offizier wird von noch weitaus schwerwiegenderen Auswirkungen bedroht: Sarus Körper fällt in den finalen Zustand des Lebenszyklus eines Kelpianers, deren einziger Ausweg der sichere Tod ist.
Selbst Tilly kommt nicht ungeschoren davon. Jener Pilz, der sich gerade erst aus ihrem Körper entfernen ließ, hat nach einem Unfall abermals Besitz von ihr ergriffen und scheint fest entschlossen, kein weiteres Mal klein beizugeben.
So spitzt sich die Lage immer weiter zu. Bis Burnham im Angesicht Tillys die entscheidende Erkenntnis erlangt, die zumindest eines der Probleme lösen könnte…





III. Lobenswerte Aspekte.

Jetzt Neu: Star Trek – mit echtem Star Trek!
Holen wir mal weit aus:
Wie sagte Fry in der Futurama-Episode "Der letzte Trekkie" so schön über seine Lieblingsserie Star Trek?

"Hm. Das ist üblich bei jeder Episode. Jemand taucht auf mit 'nem komplizierten Plan, dann erklärt er ihn mit einfacher Analogie."

Komisch, dass ich ausgerechnet daran denken musste, als in "Der Charonspfennig" mindestens drei Mal haarsträubend passgenaue Vergleiche zu "Fliegen im Spinnennetz", "Blitzableitern" oder "Büffel-vertilgenden Ameisen" zu hören waren.
Das war allerdings keineswegs der einzige Griff in die Geschichte und tatsächlich habe wohl nicht nur ich mich ein ums andere Mal gefragt "Gab's da nicht was von Star Trek?".
Ein Lebewesen, dass inmitten der Unwirtlichkeit eines kalten Weltalls lebt?
Könnte man aus "Mission Farpoint", "Der Telepath" oder "Die Begegnung im Weltraum" kennen.
Signale können nicht als das gedeutet werden was sie sind?
Das gab es schon in ähnlicher Form bereits in "Star Trek: Der Film", "Star Trek IV: Zurück in die Vergangenheit" oder "Augen in der Dunkelheit".
Ein fremdes Wesen besetzt den Körper einer Hauptfigur?
Ein alter Hut aus Episoden wie "Gefährlicher Tausch", "Der Parasit" oder "Der Kriegsherr".
Die Liste ließe sich problemlos weiter fortführen. Beihilfe zum Selbstmord war bereits ein Thema in "Die Operation", ein Crewmitglied mit vermeintlich tödlicher Krankheit sahen wir auch in "Der verirrte Planet" und ein Weltraumwesen, dass Körperfunktionen weit vor der Zeit auslöst, kann man auf erstaunlich ähnliche Weise auch in "Elogium" bewundern.
Nun könnte man meinen, dass sich bei so viel Déjà vu die Wiedersehensfreude in Grenzen hält.
Doch tatsächlich ist das Gegenteil der Fall! Discovery mag zwar vielleicht das Rad nicht neu erfinden, aber es gelingt der Serie, dem ein oder angestaubten Star-Trek-Topos mit einer frischen Herangehensweise neues Leben einzuhauchen.
Man kann sogar mit Fug und Recht von der ersten Discovery-Folge sprechen, die den Geist von jener Zeit atmet, in der alle noch Forscher waren. Darin liegt der Wert dieser Episode, die darüber hinaus auch noch mit Referenzen auf die gute alte siebenundvierzig, auf Scottys Liebe zur Enterprise und den Planeten Tau Ceti zu glänzen versteht.
Abermals kann man zudem den deutlichen Willen der Autoren ablesen, auf die Fans zugehen zu wollen. Pikes Vermutung, dass das Systemversagen an Bord der Enterprise mit der von ihm verachteten Holokommunikationstechnologie zusammenhängt, mag eine weit hergeholte Erklärung für diese Diskrepanz zur Originalserie sein, doch immerhin zeugt sie vom Bemühen, die Wogen glätten zu wollen. Weitere Indikatoren dafür sind das Auftreten von Nummer Eins, der clever in Szene gesetzte Streit um Sinn und Unsinn von Antimaterie-Materie-Antrieben und vor allem die überdeutliche visuelle Anlehnung an den zweiten Star-Trek-Kinofilm.




Stamets' Erkenntnis, dass seine Nutzung des empfindlichen Sporennetzwerkes katastrophale Auswirkungen auf dessen Bewohner hatte, bietet sogar die Möglichkeit, mit dem Pilzantrieb einen der umstrittensten Aspekte der Serie stilvoll zu bereinigen (obgleich es sich wohl erst in Zukunft zeigen muss, ob die Autoren wirklich die Finger von diesem erzählerischen Allheilmittel lassen können).
Als wäre das noch nicht genug, enden die Versuche Brücken zu schlagen keineswegs damit, nostalgische Querverbindungen zu anderen Star-Trek-Serien herzustellen.
Immer wieder lassen sich zum Teil großartige Querbezüge zu anderen Discovery-Folgen wie "Leuchtfeuer", "Lakaien und Könige" oder "Bruder" finden. Jetzt wird dem Zuschauer klar, warum Saru über neunzig Sprachen sprechen muss, warum Linus im Turbolift an einer Viruserkrankung litt oder wieso Kelpianer über so übersteigerte Sehkräfte verfügen. Selbst die Blume, die im Vorspann nach der Discovery greift, ist in dieser Episode in ihrer natürlichen Pracht zu bewundern.
Vor allem aber baut die Folge auf dem auf, was der wunderbare Short Trek "The Brightest Star" an Vorarbeit geleistet hat. Das ganze Konstrukt der Kelpianer-Lebenslüge, die enge Bindung Sarus zu seiner Schwester Siranna und seine Flucht von seiner Heimatwelt ergeben vor allem dann Sinn, wenn man die Mehrinformationen aus dem kurzen Ergänzungs-Kurzfilm miteinbezieht.
Am Ende gelingt es den Produzenten, sämtliche Register zu ziehen, die ihnen im Rahmen einer kontinuierlich über mehrere Episoden hinweg erzählten Handlung möglich waren. Sieht man, zu was Discovery in der Lage ist, wenn man wirklich die Bereitschaft zeigt, das beste beider Welten zu vereinigen, dann zeigt sich, dass die Serie erst angefangen hat, ihr Potential auszuschöpfen. Hoffen wir, dass man sich dessen auch in den folgenden Episoden erinnert und "Der Charonspfennig" keine Eintagsfliege bleibt.



Charaktermomente.
Symptomatisch für diese Folge kann man die Team-Sitzung stehen lassen, die gleich zu Beginn abgehalten wird. Die Brückencrew sitzt gleichberechtigt nebeneinander und holt sogar neue Crewmitglieder in ihre Mitte.
Was nicht nur als weiterer Star-Trek-Moment gezählt werden kann, ist zeitgleich auch ein Statement für den Platz, die den einzelnen Figuren der Serie in "Der Charonspfennig" erhalten. Allen – sogar der sonst chronisch unterrepräsentierten Doktor Pollard – bleibt ein angemessener Raum zur Entfaltung. Insbesondere in jener Szene, in der ein babylonische Sprachgewirr auf der Brücke ausbricht, darf jeder Schauspieler mindestens einmal in optimaler Kameraentfernung seinen fremdsprachigen Senf in den Topf werfen. Dass Nhan, Jet Reno und Nummer Eins in dieser Episode auftreten konnten, unterstrich nur die Wahrnehmung einer großen Sternenflotten-Familie, in der alle Beteiligten miteinander arbeiten.
Doch auch wenn alle Schauspieler hier großartige Arbeit geleistet haben, muss man doch einige von ihnen an dieser Stelle mit etwas Sonderlob hervorstechen lassen.
Zuerst würde mir an dieser Stelle die Nummer-Eins-und-Mystique-Darstellerin Rebecca Romijn einfallen, die nicht nur die Erhabenheit der im Original von Majel Barrett verkörperten Figur genial eingefangen hat, sondern den doch etwas blassen Führungsoffizier durch ihren selbstbewussten, wenn auch arg kurz geratenen Auftritt um eine weitere Nuance bereichert hat.
Auch ihr Captain Christopher Pike findet eine großartige Umsetzung in Anson Mounts Darstellung. Selbst wenn er als Raumschiffkommandant schlussendlich erstaunlich wenig mit der Lösung des Problems zu tun hatte, gelang es ihm doch immer wieder solche Ausrufezeichen zu setzen, die den Geist Star Treks heraufbeschworen.
Tig Notaro war als Jet Reno hingegen zuweilen grenzwertig. Manchmal wirkte ihre arg an Leonard 'Pille' McCoy angelehnte Art etwas aufgesetzt und schauspielerisch kann man ihr kaum die darstellerische Bandbreite unterstellen, die ihre restlichen Kollegen an den Tag legten. Allerdings macht sich ihr Hintergrund als Komikerin doch bezahlt, als sie sich zum Gegenspieler Stamets' aufschwingt, denn tatsächlich gewinnen beide durch die Wortduelle, die zuvor bereits in ähnlicher Form unterhaltsame Pärchen wie Q und Worf, Odo und Quark oder Neelix und Tuvok hervorgebracht haben.
Neben diesen Streits war Anthony Rapps beste Szene in meinen Augen jene, in denen er zu einem David-Bowie-Duett mit Tilly ausholte. Während ich Musik-Einlagen wie dieser im Normalfall nämlich eher skeptisch gegenüberstehe, muss ich zugeben, dass dieser Moment (nicht zuletzt wegen des dezent eingearbeiteten Soundtracks) eine gewisse Würde transportierte, die etwa der Einbindung von Billy Joel bei der "Orville" fehlte.
Im Vergleich zu diesen beiden Aktivposten war Fähnrich Tilly (Mary Wiseman) vergleichsweise unauffällig, was besonders ist wenn man bedenkt, wie oft sie allein für den Zweck von Slapstick, Übereifer und frechen Sprüchen ins Rampenlicht gezerrt wurde. Wenn das hier der Fall war, so geschah es vergleichsweise dezent – eine Entwicklung, die der Figur gut zu Gesicht stand.
Ähnlich verhält es sich mit Sonequa Martin-Green als Michael Burnham. Zwar steht sie mal wieder im Fokus des Geschehens, doch dieses Mal funktioniert ihr Charakter vorrangig als Bindeglied zwischen den einzelnen Handlungssträngen. Ihr ganzes Potential fördert sie erst zutage, als sie in einem kongenialen Zusammenspiel mit Saru unter Beweis stellt, dass sie nicht allein in Kombination mit Mary Wiseman zu glänzen versteht.
Den absoluten Höhepunkt aber markiert eben jener Schauspielkollege Doug Jones, der abermals unter einer schweren Maske unglaubliche Gefühlregungen für seinen Charakter Saru hervorholt. Der erfahrene Darsteller überzeugt dabei kränklich schwitzend, krampfhaft durchhaltend und kraftlos sterbend. Er transformiert Saru beinahe im Alleingang zu einer Figur, die glaubwürdig seine Ängste zusammen mit seinen Gefahrenganglien in manchmal vielleicht etwas zu ausgedehnten Sterbeszenen überwindet.



Komposition und Moralität.
"Der Charonspfennig" besticht durch seinen Guss. Beziehungen, die im Zentrum stehen und für Burnham (mit Spock), Stamets (mit Reno), Saru (mit Burnham), oder Tilly (mit dem May-Pilz) sind geschickt in die größere Handlung eingewoben, ohne fehl am Platz zu wirken.
Die in einem streckenweise bemühten, aber stets angemessenen Tempo erzählte Geschichte ist mit Humor genauso wie mit Drama ausgestattet und versäumt es dabei nicht, den Figuren ausreichend Platz zum Entwickeln zu überlassen.
In Lee Roses zweiter Discovery-Regie setzt er seine gute Arbeit aus "Wähle Deinen Schmerz" nahtlos fort, glänzt durch denkwürdige Kameraeinstellungen und vergisst dabei nicht, so wie bereits bei seinem Debüt einige Ausrufezeichen in punkto Moralität zu setzen.
Dabei geht es diesmal (neben Umweltverschmutzung, Flüchtlingsschicksalen oder Mitgefühl) vor allem um Perspektive.
Sowohl Saru als auch Stamets und Burnham müssen im Laufe der Episode erfahren, dass ihre bisherigen Glaubengrundsätze, Erkenntnisse und Verhaltensmuster keineswegs in Stein gemeißelte Konstanten sind. Saru ist zwar Sternenflottenoffizier, aber als er durchschaut, dass die Philosophie seiner gesamten Spezies auf einer Lüge beruht, erkennt er, dass er in der Verantwortung ist dieses Unrecht zu bekämpfen.
Stamets hingegen, der sich selbstgefällig im Glanz seiner Sporenforschung gesonnt hat muss erfahren, dass seine friedvolle Nutzung des Myzelnetzwerkes keineswegs die umweltfreundliche Alternative zu krystallinen Brennstoffen ist und dass sein unbedarftes Handeln immenses Leiden verursacht. Auch er sieht ein, dass er diesen Missstand schnellstmöglich beheben muss.
Und schließlich muss sogar Burnham einsehen, dass sie in ihrer Vergangenheit zwar Spock verletzt haben mag, aber dass sie dies keineswegs von der Verantwortung befreit, aktiv an seinem Leben teilzuhaben. Am Ende nimmt auch sie Pike gegenüber die Bitte zurück, so weit wie möglich aus Spocks Rettung herausgehalten zu werden.
So wie der Perspektivwechsel der Discovery-Besatzung hilft, die vermeintliche Bedrohung durch die Sphäre weniger als Gefahr, denn viel mehr als eine Möglichkeit zu betrachten, entwickeln sich auch die Charaktere, als sie diese Erkenntnisse auf ihre eigene Person anwenden.
Womit ein weiterer Bogen zu dem gespannt wurde, was Star Trek mehr als einmal ausgemacht hat.





IV. Kritikwürdige Aspekte.

Spannung!?
Auch wenn mittlerweile viele tatsächlich eher negative Aspekte der ersten Staffel Discovery überwunden zu sein scheinen, stößt der Mangel an dem ein oder anderem Prinzip bitter auf. Freilich kann man keine Star-Trek-Serie ohne das dazugehörige Star-Trek-Gefühl produzieren, doch es gibt einige wenige Aspekte, denen man besser treu geblieben wäre.
Eine dieser Punkte betrifft das ursprüngliche Vorhaben, in bester Game-of-Thrones-Manier Spannung dadurch zu erzeugen, dass keinem Charakter eine Überlebensgarantie ausgestellt wird. Und tatsächlich sahen wir innerhalb der ersten Staffel Charaktere wie Hugh Culber, Gabriel Lorca oder Philippa Georgiou auf dem Fernsehbildschirm - mehr oder weniger - sterben.
Diesem Gedanken hat man offensichtlich gänzlich abgeschworen, wodurch allerdings auch wieder die Monotonie der Sicherheit in die gesamte Serie Einzug erhielt.
Was nützt es schon tausendmal zu betonen, dass Saru 'unvermeidlich' sterbenskrank ist, wenn doch schon jeder Zuschauer weiß, dass der populäre Kelpianer der Crew erhalten bleiben wird?
Ich lehne mich jetzt wohl auch nicht allzu weit aus dem Fenster, wenn ich an diesem Punkt einmal die Hypothese aufstelle, dass uns auch die überraschend stille Sylvia Tilly noch bis weit über die nächste Folge und sogar das Ende die Staffel erhalten bleibt.
Genauso wenig wird Pike sterben.
Was aber noch schlimmer ist, bleibt die Aussicht, dass die aktuelle Entwicklung um den Pilz wohl in einer Wiederbelebung Hugh Culbers enden wird. Ich wiederhole dabei, dass mich das einerseits für den Schauspieler als auch dessen Synchronsprecher sehr freut, aber damit einher geht andererseits auch die Absage an eine der wenigen Neuerungen, die ich für einen moderne Star-Trek-Serie, die mutig dorthin geht, wo nie zuvor jemand gewesen ist, begrüßt hätte.



Geheimniskrämerei.
Na klar, Die Handlung bei Discovery ist ein Prozess, der sich über mehrere Folgen erstreckt.
Doch langsam wird das Versteckspiel um Spock, dessen Auftritt Fans und Gelegenheitszuschauer gleichermaßen entgegenfiebern, ein wenig albern.
Es ist ein wenig so, als würde man der vermeintlichen Spannung zuliebe am langen Arm verhungert gelassen werden. Ein wenig bemüht wirkt es mittlerweile jedenfalls schon, wenn wir Burnham immer noch nicht aus der Nase ziehen können, was sie dem jungen Spock angetan hat, wie der Name von Pikes Nummer Eins denn nun lautet oder wenn wir mitansehen müssen, dass der schon beinahe abgefangene Spock doch noch weiter auf der Flucht ist.
Und so wie die Serie sich bislang vorwärtsbewegt hat sollte es wohl mit dem Teufel zugehen, wenn die nur beiläufig im Testament der Sphäre erwähnten Roquarri und ihr Krieg nichts mit dem weiteren Storyverlauf zu tun haben werden...





Logiklöcher.
Inzwischen gehört dieser Punkt fest zum Pflichtprogramm einer jeden Folge, doch auch wenn der Umfang dieses Mal kaum ein Vergleich zu vorangegangenen Episoden bietet (ein weiteres Indiz für das deutliche Bemühen der Produzenten, mit den Fehltritten der Vergangenheit zu brechen), heißt das noch lange nicht, dass "Der Charonspfennig" frei von Fehlern wäre.
So habe ich mich persönlich ja irgendwie gefreut, dass Jet Reno in bester MacGyver-Tradition einen Kaugummi für ihre Reparaturen benutzt. Allerdings sollte man sich dabei noch einmal vor Augen halten, dass es ihr Auftrag war, eine Firewall zu installieren. Zufällig habe ich heute das gleiche getan, aber auch wenn ich eine Menge Fantasie habe, wüsste ich partout nicht, auf welche Weise ein benutzter Kaugummi dabei in irgendeiner Form sinnvoll gewesen sein könnte.
Als ob das hygienisch nicht schon fraglich genug war, musste ich auch noch Burnham und Pike dabei zusehen, wie sie mit bloßen Händen in der offenen Bauchwunde eines bemitleidenswerten Discovery-Crewmitgliedes herumdrückten. Natürlich ist Plastik in der Zukunft sicherlich unpopulär geworden, aber als Medizinerin hätte Doktor Pollard vielleicht wenigstens Handschuhe – und wenn es holographische gewesen wären – austeilen können.
In die gleiche Kerbe schlägt auch die unglaublich clevere Idee, eine OP mit einem Präzisionsgerät wie einer Bohrmaschine (!) durchzuführen. Wahrscheinlich muss man sich bei der Gelegenheit schon darüber freuen, dass Reno und Stamets den Aufsatz desinfiziert haben, aber im Grunde ist diese gesamte Idee ähnlich abstrus wie Lieblingslieder zur Betäubung einzusetzen (hat denn niemand was aus 'Clockwork Orange' gelernt?)
Dieser Folge fehlte am Ende jedenfalls eindeutig der Warnhinweis ('Liebe Kinder: Bitte nicht zu Hause nachmachen!') an jene Generation 'moderner' Netflix-Zuschauer, die unlängst dafür bekannt wurde zum Zeitvertreib Waschmittel zu verzehren.

V. Synchronisation.
Der paradoxe Hauptgrund dafür, diese Folge unbedingt auf Englisch zu schauen ist Anson Mounts großartiger Versuch, den Satz "Stellt den Alarm ab! Was ist passiert?" auf deutsch sagen zu hören, denn logischerweise geht er in der Übertragung verloren.
Ansonsten gibt es – bis auf die Diskrepanz zwischen Untertiteln und Synchronisation - kaum etwas zu beanstanden, denn dass beispielsweise aus "blob" ein "Blobfisch" wird, ist so ziemlich das Beste, was man aus der Formulierung in der Sprache der Dichter und Denker noch machen kann…



VI. Fazit.
Mit "Der Charonspfennig" findet Discovery nach einem kurzen Ausrutscher sofort wieder zurück in jene Spur, die bereits die ersten beiden Folgen gelegt haben. Am Ende vermögen nur wenige Logiklöcher und ein wenig Vorhersehbarkeit den Genuss zu schmälern, den diese handwerklich einwandfreie Episode vor allem den Fans bereitet. In bester Star-Trek-Tradition bietet sie nicht nur nostalgische Anknüpfungspunkte, sondern auch die erste Raumforschungsfolge die diesen Namen auch wirklich verdient. Sie markiert den Höhepunkt nicht nur der zweiten Staffel bis hier hin, sondern sogar der gesamten bislang ausgestrahlten Serie Discovery.

Bewertung.
Starke Rückkehr zu frischgebackener Qualität.







VII. Schluss.
Kein Teer.
Kein dunkler Fleck.
Wenn diese Folge den Zuschauer eines gelehrt hat, dann vielleicht, dass man ab und zu einen Armus in Kauf nehmen kann, um am Ende eine Hand voll schöner Folgen zu erhalten, die man sich gerne ansieht (Stand bisher: eins zu drei).
"Der Charonspfennig" ist wohl wie ein Blumenstrauß, den die Discovery-Macher den Star-Trek-Fans zukommen lassen. Er mag vielleicht nicht ganz so kunstvoll gebunden sein wie die Sträuße, die sie in den zurückliegenden Jahrzehnten von anderen Serien bekommen haben, aber man kann deutlich sehen, wie viel Mühe sich beim Binden gegeben wurde.
Das gilt es zu honorieren, denn wer jede Star-Trek-Serie gleich nach der ersten schlechten Staffel mit sporadischen Sichtungen schwarzer Teerwesen abschreibt, der hat man eine Menge legendärer Folgen verpasst.




Denkwürdige Zitate.

"Die Enterprise wird nie einen Chefingenieur haben der sie mehr liebt."
Christopher Pike

"Das passiert den besten von uns, Linus."
Saru

"Nummer Eins ist ziemlich einfallsreich. Man steht in ihrer Schuld ehe man sich's versieht."
Pike

"Bin ich der einzige der bereit war eine Fremdsprache zu lernen?"
Saru

"Ja! Wieso fliegen, wenn man auch kriechen kann!"
"Doc, Sie kennen mich nicht. Ich bin unkränkbar. Ganz besonders durch Kerle die glauben, sie können ein Schiff mit den Pilzen fliegen, die ich von meiner Pizza pule."
"Sporen sind erneuerbar und sauber!"
"Gibt's ein Hausdresssing dazu?"
"Wissen Sie wie viele Planeten durch den Abbau von Dilizium zerstört werden? Wie viele Kriege geführt wurden um die Versorgung sicherzustellen? Natürlich nicht: Sie gehören zu den Leuten, die das nicht interessiert."
"Und Sie gehören zu den Leuten, die erst – haha! – einen auf witzig und dann plötzlich einen auf beleidigte Leberwurst machen, wenn ihnen nichts mehr einfällt."
Paul Stamets und Denise Reno

"Ha! Wir können auch gleich alles mit Klebeband fixen."
Reno

"Verrückter Traum… Ich hab bei Prince Schlagzeug gespielt. Da waren Tauben und ein Barrett…"
Reno

"Ich stamme von einer Spezies namens JahSepp. Unsere Harmonie wurde gestört als ein Eindringling unregelmäßig bei uns aufgetaucht ist und unser Ökosystem irreparabel geschädigt hat."
"Und jetzt wollen Sie unsere Hilfe um dieses destruktive Wesen loszuwerden?"
"Du bist das destruktive Wesen."
May und Stamets

"Sie müssen mir versprechen, ganz gleich, wie verängstigend oder schmerzhaft es für Sie auch sein mag; versprechen Sie mir, dass Sie Ihre Beziehung mit Spock ins Reine bringen. Wenn wir beide eine solche Beziehung aufbauen können, dann schaffen Sie es auch mit ihm. Bitte…"
Saru

"Auch wenn ich vierundneunzig Sprachen spreche, gibt es Zeiten, in denen Worte nicht ausreichen."
Saru

"Die kelpianische Lebensweise war immer auf den Tod ausgerichtet. Und auf die Rolle der Ba'ul. Mein Volk nennt es 'das große Gleichgewicht'. Es ist unsere zentrale und ordnende Wahrheit."
"Sie haben sie Lügen gestraft…"
"Ja genau. Sie haben mich gefragt, wieso ich nicht zurück nach Hause gehen könnte. Der Grund ist, dass ich Captain Georgiou das Versprechen gegeben habe die Oberste Direktive nicht zu verletzen und mich nicht in das Schicksal meiner Spezies einzumischen. Aber jetzt, da ich weiß, dass das was mein Volk immer für die Wahrheit gehalten hat, nur eine Lüge ist, was bedeutet das für uns? Für meine Spezies? Für meinen Planeten?"
Saru und Burnham

Weiterführende Leseliste.

Staffel 2.

01. Rezension zu: "Brother"
02. Rezension zu "New Eden"
03. Rezension zu "Lichtpunkte"
04. Rezension zu "Der Charonspfennig"
05. Rezension zu "Die Heiligen der Unvollkommenheit"

Staffel 1.

01. Rezension zu "Leuchtfeuer" und "Das Urteil"
03. Rezension zu "Lakaien und Könige"
04. Rezension zu "Sprung"
05. Rezension zu "Wähle Deinen Schmerz"
06. Rezension zu "Lethe"
07. Rezension zu "T=Mudd²"
08. Rezension zu "Si Vis Pacem, Para Bellum"
09. Rezension zu "Algorithmus"
10. Rezension zu "Nur wegen Dir"
11. Rezension zu "Der Wolf im Inneren"
12. Rezension zu "Blindes Verlangen"
13. Rezension zu "Auftakt zum Ende"
14. Rezension zu "Flucht nach vorn"
15. Rezension zu "Nimm meine Hand"

Short Treks.

01. Rezension zu "Runaway"
02. Rezension zu "Calypso"
03. Rezension zu "The Brightest Star"
04. Rezension zu "The Escape Artist"