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Samstag, 9. Februar 2019

Turons Senf zu "Der Charonspfennig" (Star Trek Discovery, S2Nr04)


Spoilerwarnung.

Diese Rezension enthält massive Spoiler zu "Der Charonspfennig", der vierten Folge der zweiten Staffel Discovery und sollte erst gelesen werden, wenn man die vorangegangenen Folgen sowie den Short Trek "The Brightest Star" gesehen hat.




I. Einleitung.
Nachdem ich seit der letzten Folge meinen Unmut über den dortigen Rückfall in alte Verhaltensmuster hinlänglich beklagt habe, traf ich tatsächlich jemanden, der eine interessante Analogie zu bieten hatte:
Was, wenn "Lichtpunkte" im Prinzip wie Armus (aus der TNG-Episode "Die schwarze Seele") war?
Alles, was der Schönheit der beiden ersten Folgen im Wege stand, wurde konzentriert, zusammengegossen und in diese eine Episode verbannt.
Und nicht zu Unrecht!
Damit nämlich die anderen beiden Folgen im schönsten Star-Trek-Licht glänzen konnten, musste es über kurz oder lang einen Ausreißer geben, in dem die schmutzige Drecksarbeit von Handlungsentwicklung, Erzählebenenausbau und Charakterhintergrund verrichtet wird, auch wenn es am Ende vielleicht nicht unbedingt dass ist, was viele Zuschauer als sonderlich ansehnlich bezeichnen würden.
Ob man das wirklich so betrachten kann, lasse ich an dieser Stelle mal einfach so im Raum stehen, denn die viel quälendere Frage dazu lautet in meinen Augen:
Werden wir von jetzt an lauter zäh fließenden Teer betrachten müssen und vergeblich auf die Rückkehr jener schönen Stimmung zu Beginn der Staffel warten?
Oder lassen wir diesen dunklen Fleck wie die Enterprise es dereinst tat unter Verlusten hinter uns?




II. Story.
Na endlich! Captain Christopher Pike bekommt von seinem ersten Offizier der USS Enterprise sachdienliche Hinweise zum Verbleib seines Wissenschaftsoffiziers Spock, der in einem Shuttle scheinbar der Strafverfolgung zu entgehen versucht.
Sofort lässt er einen Abfangkurs berechnen, um den flüchtigen Kameraden zu finden, bevor es jemand anders tun kann. Doch just in diesem Moment, in dem der Erfolg zum Greifen nahe ist, kommt alles anders als gedacht.
Die USS Discovery wird von einer fremden Intelligenz aus dem Warp gerissen, die das Schiff und seine empfindlichen Systeme völlig durcheinanderwirbelt. Die Crew kämpft verzweifelt gegen den Totalausfall der Technik an, doch manch ein Offizier wird von noch weitaus schwerwiegenderen Auswirkungen bedroht: Sarus Körper fällt in den finalen Zustand des Lebenszyklus eines Kelpianers, deren einziger Ausweg der sichere Tod ist.
Selbst Tilly kommt nicht ungeschoren davon. Jener Pilz, der sich gerade erst aus ihrem Körper entfernen ließ, hat nach einem Unfall abermals Besitz von ihr ergriffen und scheint fest entschlossen, kein weiteres Mal klein beizugeben.
So spitzt sich die Lage immer weiter zu. Bis Burnham im Angesicht Tillys die entscheidende Erkenntnis erlangt, die zumindest eines der Probleme lösen könnte…





III. Lobenswerte Aspekte.

Jetzt Neu: Star Trek – mit echtem Star Trek!
Holen wir mal weit aus:
Wie sagte Fry in der Futurama-Episode "Der letzte Trekkie" so schön über seine Lieblingsserie Star Trek?

"Hm. Das ist üblich bei jeder Episode. Jemand taucht auf mit 'nem komplizierten Plan, dann erklärt er ihn mit einfacher Analogie."

Komisch, dass ich ausgerechnet daran denken musste, als in "Der Charonspfennig" mindestens drei Mal haarsträubend passgenaue Vergleiche zu "Fliegen im Spinnennetz", "Blitzableitern" oder "Büffel-vertilgenden Ameisen" zu hören waren.
Das war allerdings keineswegs der einzige Griff in die Geschichte und tatsächlich habe wohl nicht nur ich mich ein ums andere Mal gefragt "Gab's da nicht was von Star Trek?".
Ein Lebewesen, dass inmitten der Unwirtlichkeit eines kalten Weltalls lebt?
Könnte man aus "Mission Farpoint", "Der Telepath" oder "Die Begegnung im Weltraum" kennen.
Signale können nicht als das gedeutet werden was sie sind?
Das gab es schon in ähnlicher Form bereits in "Star Trek: Der Film", "Star Trek IV: Zurück in die Vergangenheit" oder "Augen in der Dunkelheit".
Ein fremdes Wesen besetzt den Körper einer Hauptfigur?
Ein alter Hut aus Episoden wie "Gefährlicher Tausch", "Der Parasit" oder "Der Kriegsherr".
Die Liste ließe sich problemlos weiter fortführen. Beihilfe zum Selbstmord war bereits ein Thema in "Die Operation", ein Crewmitglied mit vermeintlich tödlicher Krankheit sahen wir auch in "Der verirrte Planet" und ein Weltraumwesen, dass Körperfunktionen weit vor der Zeit auslöst, kann man auf erstaunlich ähnliche Weise auch in "Elogium" bewundern.
Nun könnte man meinen, dass sich bei so viel Déjà vu die Wiedersehensfreude in Grenzen hält.
Doch tatsächlich ist das Gegenteil der Fall! Discovery mag zwar vielleicht das Rad nicht neu erfinden, aber es gelingt der Serie, dem ein oder angestaubten Star-Trek-Topos mit einer frischen Herangehensweise neues Leben einzuhauchen.
Man kann sogar mit Fug und Recht von der ersten Discovery-Folge sprechen, die den Geist von jener Zeit atmet, in der alle noch Forscher waren. Darin liegt der Wert dieser Episode, die darüber hinaus auch noch mit Referenzen auf die gute alte siebenundvierzig, auf Scottys Liebe zur Enterprise und den Planeten Tau Ceti zu glänzen versteht.
Abermals kann man zudem den deutlichen Willen der Autoren ablesen, auf die Fans zugehen zu wollen. Pikes Vermutung, dass das Systemversagen an Bord der Enterprise mit der von ihm verachteten Holokommunikationstechnologie zusammenhängt, mag eine weit hergeholte Erklärung für diese Diskrepanz zur Originalserie sein, doch immerhin zeugt sie vom Bemühen, die Wogen glätten zu wollen. Weitere Indikatoren dafür sind das Auftreten von Nummer Eins, der clever in Szene gesetzte Streit um Sinn und Unsinn von Antimaterie-Materie-Antrieben und vor allem die überdeutliche visuelle Anlehnung an den zweiten Star-Trek-Kinofilm.




Stamets' Erkenntnis, dass seine Nutzung des empfindlichen Sporennetzwerkes katastrophale Auswirkungen auf dessen Bewohner hatte, bietet sogar die Möglichkeit, mit dem Pilzantrieb einen der umstrittensten Aspekte der Serie stilvoll zu bereinigen (obgleich es sich wohl erst in Zukunft zeigen muss, ob die Autoren wirklich die Finger von diesem erzählerischen Allheilmittel lassen können).
Als wäre das noch nicht genug, enden die Versuche Brücken zu schlagen keineswegs damit, nostalgische Querverbindungen zu anderen Star-Trek-Serien herzustellen.
Immer wieder lassen sich zum Teil großartige Querbezüge zu anderen Discovery-Folgen wie "Leuchtfeuer", "Lakaien und Könige" oder "Bruder" finden. Jetzt wird dem Zuschauer klar, warum Saru über neunzig Sprachen sprechen muss, warum Linus im Turbolift an einer Viruserkrankung litt oder wieso Kelpianer über so übersteigerte Sehkräfte verfügen. Selbst die Blume, die im Vorspann nach der Discovery greift, ist in dieser Episode in ihrer natürlichen Pracht zu bewundern.
Vor allem aber baut die Folge auf dem auf, was der wunderbare Short Trek "The Brightest Star" an Vorarbeit geleistet hat. Das ganze Konstrukt der Kelpianer-Lebenslüge, die enge Bindung Sarus zu seiner Schwester Siranna und seine Flucht von seiner Heimatwelt ergeben vor allem dann Sinn, wenn man die Mehrinformationen aus dem kurzen Ergänzungs-Kurzfilm miteinbezieht.
Am Ende gelingt es den Produzenten, sämtliche Register zu ziehen, die ihnen im Rahmen einer kontinuierlich über mehrere Episoden hinweg erzählten Handlung möglich waren. Sieht man, zu was Discovery in der Lage ist, wenn man wirklich die Bereitschaft zeigt, das beste beider Welten zu vereinigen, dann zeigt sich, dass die Serie erst angefangen hat, ihr Potential auszuschöpfen. Hoffen wir, dass man sich dessen auch in den folgenden Episoden erinnert und "Der Charonspfennig" keine Eintagsfliege bleibt.



Charaktermomente.
Symptomatisch für diese Folge kann man die Team-Sitzung stehen lassen, die gleich zu Beginn abgehalten wird. Die Brückencrew sitzt gleichberechtigt nebeneinander und holt sogar neue Crewmitglieder in ihre Mitte.
Was nicht nur als weiterer Star-Trek-Moment gezählt werden kann, ist zeitgleich auch ein Statement für den Platz, die den einzelnen Figuren der Serie in "Der Charonspfennig" erhalten. Allen – sogar der sonst chronisch unterrepräsentierten Doktor Pollard – bleibt ein angemessener Raum zur Entfaltung. Insbesondere in jener Szene, in der ein babylonische Sprachgewirr auf der Brücke ausbricht, darf jeder Schauspieler mindestens einmal in optimaler Kameraentfernung seinen fremdsprachigen Senf in den Topf werfen. Dass Nhan, Jet Reno und Nummer Eins in dieser Episode auftreten konnten, unterstrich nur die Wahrnehmung einer großen Sternenflotten-Familie, in der alle Beteiligten miteinander arbeiten.
Doch auch wenn alle Schauspieler hier großartige Arbeit geleistet haben, muss man doch einige von ihnen an dieser Stelle mit etwas Sonderlob hervorstechen lassen.
Zuerst würde mir an dieser Stelle die Nummer-Eins-und-Mystique-Darstellerin Rebecca Romijn einfallen, die nicht nur die Erhabenheit der im Original von Majel Barrett verkörperten Figur genial eingefangen hat, sondern den doch etwas blassen Führungsoffizier durch ihren selbstbewussten, wenn auch arg kurz geratenen Auftritt um eine weitere Nuance bereichert hat.
Auch ihr Captain Christopher Pike findet eine großartige Umsetzung in Anson Mounts Darstellung. Selbst wenn er als Raumschiffkommandant schlussendlich erstaunlich wenig mit der Lösung des Problems zu tun hatte, gelang es ihm doch immer wieder solche Ausrufezeichen zu setzen, die den Geist Star Treks heraufbeschworen.
Tig Notaro war als Jet Reno hingegen zuweilen grenzwertig. Manchmal wirkte ihre arg an Leonard 'Pille' McCoy angelehnte Art etwas aufgesetzt und schauspielerisch kann man ihr kaum die darstellerische Bandbreite unterstellen, die ihre restlichen Kollegen an den Tag legten. Allerdings macht sich ihr Hintergrund als Komikerin doch bezahlt, als sie sich zum Gegenspieler Stamets' aufschwingt, denn tatsächlich gewinnen beide durch die Wortduelle, die zuvor bereits in ähnlicher Form unterhaltsame Pärchen wie Q und Worf, Odo und Quark oder Neelix und Tuvok hervorgebracht haben.
Neben diesen Streits war Anthony Rapps beste Szene in meinen Augen jene, in denen er zu einem David-Bowie-Duett mit Tilly ausholte. Während ich Musik-Einlagen wie dieser im Normalfall nämlich eher skeptisch gegenüberstehe, muss ich zugeben, dass dieser Moment (nicht zuletzt wegen des dezent eingearbeiteten Soundtracks) eine gewisse Würde transportierte, die etwa der Einbindung von Billy Joel bei der "Orville" fehlte.
Im Vergleich zu diesen beiden Aktivposten war Fähnrich Tilly (Mary Wiseman) vergleichsweise unauffällig, was besonders ist wenn man bedenkt, wie oft sie allein für den Zweck von Slapstick, Übereifer und frechen Sprüchen ins Rampenlicht gezerrt wurde. Wenn das hier der Fall war, so geschah es vergleichsweise dezent – eine Entwicklung, die der Figur gut zu Gesicht stand.
Ähnlich verhält es sich mit Sonequa Martin-Green als Michael Burnham. Zwar steht sie mal wieder im Fokus des Geschehens, doch dieses Mal funktioniert ihr Charakter vorrangig als Bindeglied zwischen den einzelnen Handlungssträngen. Ihr ganzes Potential fördert sie erst zutage, als sie in einem kongenialen Zusammenspiel mit Saru unter Beweis stellt, dass sie nicht allein in Kombination mit Mary Wiseman zu glänzen versteht.
Den absoluten Höhepunkt aber markiert eben jener Schauspielkollege Doug Jones, der abermals unter einer schweren Maske unglaubliche Gefühlregungen für seinen Charakter Saru hervorholt. Der erfahrene Darsteller überzeugt dabei kränklich schwitzend, krampfhaft durchhaltend und kraftlos sterbend. Er transformiert Saru beinahe im Alleingang zu einer Figur, die glaubwürdig seine Ängste zusammen mit seinen Gefahrenganglien in manchmal vielleicht etwas zu ausgedehnten Sterbeszenen überwindet.



Komposition und Moralität.
"Der Charonspfennig" besticht durch seinen Guss. Beziehungen, die im Zentrum stehen und für Burnham (mit Spock), Stamets (mit Reno), Saru (mit Burnham), oder Tilly (mit dem May-Pilz) sind geschickt in die größere Handlung eingewoben, ohne fehl am Platz zu wirken.
Die in einem streckenweise bemühten, aber stets angemessenen Tempo erzählte Geschichte ist mit Humor genauso wie mit Drama ausgestattet und versäumt es dabei nicht, den Figuren ausreichend Platz zum Entwickeln zu überlassen.
In Lee Roses zweiter Discovery-Regie setzt er seine gute Arbeit aus "Wähle Deinen Schmerz" nahtlos fort, glänzt durch denkwürdige Kameraeinstellungen und vergisst dabei nicht, so wie bereits bei seinem Debüt einige Ausrufezeichen in punkto Moralität zu setzen.
Dabei geht es diesmal (neben Umweltverschmutzung, Flüchtlingsschicksalen oder Mitgefühl) vor allem um Perspektive.
Sowohl Saru als auch Stamets und Burnham müssen im Laufe der Episode erfahren, dass ihre bisherigen Glaubengrundsätze, Erkenntnisse und Verhaltensmuster keineswegs in Stein gemeißelte Konstanten sind. Saru ist zwar Sternenflottenoffizier, aber als er durchschaut, dass die Philosophie seiner gesamten Spezies auf einer Lüge beruht, erkennt er, dass er in der Verantwortung ist dieses Unrecht zu bekämpfen.
Stamets hingegen, der sich selbstgefällig im Glanz seiner Sporenforschung gesonnt hat muss erfahren, dass seine friedvolle Nutzung des Myzelnetzwerkes keineswegs die umweltfreundliche Alternative zu krystallinen Brennstoffen ist und dass sein unbedarftes Handeln immenses Leiden verursacht. Auch er sieht ein, dass er diesen Missstand schnellstmöglich beheben muss.
Und schließlich muss sogar Burnham einsehen, dass sie in ihrer Vergangenheit zwar Spock verletzt haben mag, aber dass sie dies keineswegs von der Verantwortung befreit, aktiv an seinem Leben teilzuhaben. Am Ende nimmt auch sie Pike gegenüber die Bitte zurück, so weit wie möglich aus Spocks Rettung herausgehalten zu werden.
So wie der Perspektivwechsel der Discovery-Besatzung hilft, die vermeintliche Bedrohung durch die Sphäre weniger als Gefahr, denn viel mehr als eine Möglichkeit zu betrachten, entwickeln sich auch die Charaktere, als sie diese Erkenntnisse auf ihre eigene Person anwenden.
Womit ein weiterer Bogen zu dem gespannt wurde, was Star Trek mehr als einmal ausgemacht hat.





IV. Kritikwürdige Aspekte.

Spannung!?
Auch wenn mittlerweile viele tatsächlich eher negative Aspekte der ersten Staffel Discovery überwunden zu sein scheinen, stößt der Mangel an dem ein oder anderem Prinzip bitter auf. Freilich kann man keine Star-Trek-Serie ohne das dazugehörige Star-Trek-Gefühl produzieren, doch es gibt einige wenige Aspekte, denen man besser treu geblieben wäre.
Eine dieser Punkte betrifft das ursprüngliche Vorhaben, in bester Game-of-Thrones-Manier Spannung dadurch zu erzeugen, dass keinem Charakter eine Überlebensgarantie ausgestellt wird. Und tatsächlich sahen wir innerhalb der ersten Staffel Charaktere wie Hugh Culber, Gabriel Lorca oder Philippa Georgiou auf dem Fernsehbildschirm - mehr oder weniger - sterben.
Diesem Gedanken hat man offensichtlich gänzlich abgeschworen, wodurch allerdings auch wieder die Monotonie der Sicherheit in die gesamte Serie Einzug erhielt.
Was nützt es schon tausendmal zu betonen, dass Saru 'unvermeidlich' sterbenskrank ist, wenn doch schon jeder Zuschauer weiß, dass der populäre Kelpianer der Crew erhalten bleiben wird?
Ich lehne mich jetzt wohl auch nicht allzu weit aus dem Fenster, wenn ich an diesem Punkt einmal die Hypothese aufstelle, dass uns auch die überraschend stille Sylvia Tilly noch bis weit über die nächste Folge und sogar das Ende die Staffel erhalten bleibt.
Genauso wenig wird Pike sterben.
Was aber noch schlimmer ist, bleibt die Aussicht, dass die aktuelle Entwicklung um den Pilz wohl in einer Wiederbelebung Hugh Culbers enden wird. Ich wiederhole dabei, dass mich das einerseits für den Schauspieler als auch dessen Synchronsprecher sehr freut, aber damit einher geht andererseits auch die Absage an eine der wenigen Neuerungen, die ich für einen moderne Star-Trek-Serie, die mutig dorthin geht, wo nie zuvor jemand gewesen ist, begrüßt hätte.



Geheimniskrämerei.
Na klar, Die Handlung bei Discovery ist ein Prozess, der sich über mehrere Folgen erstreckt.
Doch langsam wird das Versteckspiel um Spock, dessen Auftritt Fans und Gelegenheitszuschauer gleichermaßen entgegenfiebern, ein wenig albern.
Es ist ein wenig so, als würde man der vermeintlichen Spannung zuliebe am langen Arm verhungert gelassen werden. Ein wenig bemüht wirkt es mittlerweile jedenfalls schon, wenn wir Burnham immer noch nicht aus der Nase ziehen können, was sie dem jungen Spock angetan hat, wie der Name von Pikes Nummer Eins denn nun lautet oder wenn wir mitansehen müssen, dass der schon beinahe abgefangene Spock doch noch weiter auf der Flucht ist.
Und so wie die Serie sich bislang vorwärtsbewegt hat sollte es wohl mit dem Teufel zugehen, wenn die nur beiläufig im Testament der Sphäre erwähnten Roquarri und ihr Krieg nichts mit dem weiteren Storyverlauf zu tun haben werden...





Logiklöcher.
Inzwischen gehört dieser Punkt fest zum Pflichtprogramm einer jeden Folge, doch auch wenn der Umfang dieses Mal kaum ein Vergleich zu vorangegangenen Episoden bietet (ein weiteres Indiz für das deutliche Bemühen der Produzenten, mit den Fehltritten der Vergangenheit zu brechen), heißt das noch lange nicht, dass "Der Charonspfennig" frei von Fehlern wäre.
So habe ich mich persönlich ja irgendwie gefreut, dass Jet Reno in bester MacGyver-Tradition einen Kaugummi für ihre Reparaturen benutzt. Allerdings sollte man sich dabei noch einmal vor Augen halten, dass es ihr Auftrag war, eine Firewall zu installieren. Zufällig habe ich heute das gleiche getan, aber auch wenn ich eine Menge Fantasie habe, wüsste ich partout nicht, auf welche Weise ein benutzter Kaugummi dabei in irgendeiner Form sinnvoll gewesen sein könnte.
Als ob das hygienisch nicht schon fraglich genug war, musste ich auch noch Burnham und Pike dabei zusehen, wie sie mit bloßen Händen in der offenen Bauchwunde eines bemitleidenswerten Discovery-Crewmitgliedes herumdrückten. Natürlich ist Plastik in der Zukunft sicherlich unpopulär geworden, aber als Medizinerin hätte Doktor Pollard vielleicht wenigstens Handschuhe – und wenn es holographische gewesen wären – austeilen können.
In die gleiche Kerbe schlägt auch die unglaublich clevere Idee, eine OP mit einem Präzisionsgerät wie einer Bohrmaschine (!) durchzuführen. Wahrscheinlich muss man sich bei der Gelegenheit schon darüber freuen, dass Reno und Stamets den Aufsatz desinfiziert haben, aber im Grunde ist diese gesamte Idee ähnlich abstrus wie Lieblingslieder zur Betäubung einzusetzen (hat denn niemand was aus 'Clockwork Orange' gelernt?)
Dieser Folge fehlte am Ende jedenfalls eindeutig der Warnhinweis ('Liebe Kinder: Bitte nicht zu Hause nachmachen!') an jene Generation 'moderner' Netflix-Zuschauer, die unlängst dafür bekannt wurde zum Zeitvertreib Waschmittel zu verzehren.

V. Synchronisation.
Der paradoxe Hauptgrund dafür, diese Folge unbedingt auf Englisch zu schauen ist Anson Mounts großartiger Versuch, den Satz "Stellt den Alarm ab! Was ist passiert?" auf deutsch sagen zu hören, denn logischerweise geht er in der Übertragung verloren.
Ansonsten gibt es – bis auf die Diskrepanz zwischen Untertiteln und Synchronisation - kaum etwas zu beanstanden, denn dass beispielsweise aus "blob" ein "Blobfisch" wird, ist so ziemlich das Beste, was man aus der Formulierung in der Sprache der Dichter und Denker noch machen kann…



VI. Fazit.
Mit "Der Charonspfennig" findet Discovery nach einem kurzen Ausrutscher sofort wieder zurück in jene Spur, die bereits die ersten beiden Folgen gelegt haben. Am Ende vermögen nur wenige Logiklöcher und ein wenig Vorhersehbarkeit den Genuss zu schmälern, den diese handwerklich einwandfreie Episode vor allem den Fans bereitet. In bester Star-Trek-Tradition bietet sie nicht nur nostalgische Anknüpfungspunkte, sondern auch die erste Raumforschungsfolge die diesen Namen auch wirklich verdient. Sie markiert den Höhepunkt nicht nur der zweiten Staffel bis hier hin, sondern sogar der gesamten bislang ausgestrahlten Serie Discovery.

Bewertung.
Starke Rückkehr zu frischgebackener Qualität.







VII. Schluss.
Kein Teer.
Kein dunkler Fleck.
Wenn diese Folge den Zuschauer eines gelehrt hat, dann vielleicht, dass man ab und zu einen Armus in Kauf nehmen kann, um am Ende eine Hand voll schöner Folgen zu erhalten, die man sich gerne ansieht (Stand bisher: eins zu drei).
"Der Charonspfennig" ist wohl wie ein Blumenstrauß, den die Discovery-Macher den Star-Trek-Fans zukommen lassen. Er mag vielleicht nicht ganz so kunstvoll gebunden sein wie die Sträuße, die sie in den zurückliegenden Jahrzehnten von anderen Serien bekommen haben, aber man kann deutlich sehen, wie viel Mühe sich beim Binden gegeben wurde.
Das gilt es zu honorieren, denn wer jede Star-Trek-Serie gleich nach der ersten schlechten Staffel mit sporadischen Sichtungen schwarzer Teerwesen abschreibt, der hat man eine Menge legendärer Folgen verpasst.




Denkwürdige Zitate.

"Die Enterprise wird nie einen Chefingenieur haben der sie mehr liebt."
Christopher Pike

"Das passiert den besten von uns, Linus."
Saru

"Nummer Eins ist ziemlich einfallsreich. Man steht in ihrer Schuld ehe man sich's versieht."
Pike

"Bin ich der einzige der bereit war eine Fremdsprache zu lernen?"
Saru

"Ja! Wieso fliegen, wenn man auch kriechen kann!"
"Doc, Sie kennen mich nicht. Ich bin unkränkbar. Ganz besonders durch Kerle die glauben, sie können ein Schiff mit den Pilzen fliegen, die ich von meiner Pizza pule."
"Sporen sind erneuerbar und sauber!"
"Gibt's ein Hausdresssing dazu?"
"Wissen Sie wie viele Planeten durch den Abbau von Dilizium zerstört werden? Wie viele Kriege geführt wurden um die Versorgung sicherzustellen? Natürlich nicht: Sie gehören zu den Leuten, die das nicht interessiert."
"Und Sie gehören zu den Leuten, die erst – haha! – einen auf witzig und dann plötzlich einen auf beleidigte Leberwurst machen, wenn ihnen nichts mehr einfällt."
Paul Stamets und Denise Reno

"Ha! Wir können auch gleich alles mit Klebeband fixen."
Reno

"Verrückter Traum… Ich hab bei Prince Schlagzeug gespielt. Da waren Tauben und ein Barrett…"
Reno

"Ich stamme von einer Spezies namens JahSepp. Unsere Harmonie wurde gestört als ein Eindringling unregelmäßig bei uns aufgetaucht ist und unser Ökosystem irreparabel geschädigt hat."
"Und jetzt wollen Sie unsere Hilfe um dieses destruktive Wesen loszuwerden?"
"Du bist das destruktive Wesen."
May und Stamets

"Sie müssen mir versprechen, ganz gleich, wie verängstigend oder schmerzhaft es für Sie auch sein mag; versprechen Sie mir, dass Sie Ihre Beziehung mit Spock ins Reine bringen. Wenn wir beide eine solche Beziehung aufbauen können, dann schaffen Sie es auch mit ihm. Bitte…"
Saru

"Auch wenn ich vierundneunzig Sprachen spreche, gibt es Zeiten, in denen Worte nicht ausreichen."
Saru

"Die kelpianische Lebensweise war immer auf den Tod ausgerichtet. Und auf die Rolle der Ba'ul. Mein Volk nennt es 'das große Gleichgewicht'. Es ist unsere zentrale und ordnende Wahrheit."
"Sie haben sie Lügen gestraft…"
"Ja genau. Sie haben mich gefragt, wieso ich nicht zurück nach Hause gehen könnte. Der Grund ist, dass ich Captain Georgiou das Versprechen gegeben habe die Oberste Direktive nicht zu verletzen und mich nicht in das Schicksal meiner Spezies einzumischen. Aber jetzt, da ich weiß, dass das was mein Volk immer für die Wahrheit gehalten hat, nur eine Lüge ist, was bedeutet das für uns? Für meine Spezies? Für meinen Planeten?"
Saru und Burnham

Weiterführende Leseliste.

Staffel 2.

01. Rezension zu: "Brother"
02. Rezension zu "New Eden"
03. Rezension zu "Lichtpunkte"
04. Rezension zu "Der Charonspfennig"
05. Rezension zu "Die Heiligen der Unvollkommenheit"

Staffel 1.

01. Rezension zu "Leuchtfeuer" und "Das Urteil"
03. Rezension zu "Lakaien und Könige"
04. Rezension zu "Sprung"
05. Rezension zu "Wähle Deinen Schmerz"
06. Rezension zu "Lethe"
07. Rezension zu "T=Mudd²"
08. Rezension zu "Si Vis Pacem, Para Bellum"
09. Rezension zu "Algorithmus"
10. Rezension zu "Nur wegen Dir"
11. Rezension zu "Der Wolf im Inneren"
12. Rezension zu "Blindes Verlangen"
13. Rezension zu "Auftakt zum Ende"
14. Rezension zu "Flucht nach vorn"
15. Rezension zu "Nimm meine Hand"

Short Treks.

01. Rezension zu "Runaway"
02. Rezension zu "Calypso"
03. Rezension zu "The Brightest Star"
04. Rezension zu "The Escape Artist"

Montag, 4. Februar 2019

Turons Senf zum dritten Short Trek "The Brightest Star"


Spoilerwarnung.

Diese Rezension beschäftigt sich mit dem dritten Short Trek "The Brightest Star" und sollte dementsprechend erst gelesen werden, wenn man die Mini-Episode und die erste Staffel Discovery bereits gesehen hat.





I. Einleitung.
Da wurde ich doch tatsächlich nach der letzten Rezension zu "Calypso" gefragt, was meiner Meinung nach einen guten Short Trek ausmachen würde. Ich musste schlucken und tatsächlich ein wenig nachdenken, bevor ich eine Antwort geben konnte.
Ein guter Short Trek lotet in meinen Augen den Hintergrund eines Charakters aus und ermöglicht ihm sich in einem Raum zu bewegen, für den es im Rahmen einer Fernsehepisode keinen Platz gibt. Er beleuchtet seine Motivation, seine Biografie und seine Werte näher, so dass man seine Handlungen innerhalb der Serie besser versteht. Dabei sollte sich ein solcher Kurzfilm an die Regeln der internen Chronologie der Serie sowie Star Treks halten, eine abgeschlossene Geschichte erzählen und den Zuschauer nach dem Ansehen mit dem wohligen Gefühl zurücklassen, einen besseren Eindruck vom größeren Ganzen erhalten zu haben.
Das ist natürlich eine Menge Holz und nicht unbedingt etwas, was man nach den ersten beiden Short Treks als Zuschauer erleben durfte. Ob der dritte Short Trek im Bunde diesem Anforderungskatalog auch nur im Ansatz gerecht werden konnte?




II. Story.
Friedvoll scheint das Leben auf Kaminar, der Heimatwelt einer primitiven Spezies namens Kelpianer, vor sich herzuplätschern. Das einfache Leben wird von einer Philosophie getragen, die den Daseinsschmerz durch eine Erlösung durch den Übergang in eine andere Welt beendet und somit das natürliche Gleichgewicht bewahrt. Um die friedvollen Gesellschaft und das sorgenfreie Leben ihrer Nächsten zu erhalten, opfern sich früher oder später die Einwohner einer fremden Spezies namens Ba'ul.
Als Mitglied einer privilegierten Familie wächst Saru mit seiner Schwester Siranna bei seinem Vater auf, der als Priester den Übergang der Einheimischen in die Hände der Fremden überwacht. Doch der junge Saru ist ein Querdenker: Immer wieder fällt er dadurch auf, die bestehende Ordnung zu hinterfragen, revolutionäre Ideen zu entwickeln und nach den Sternen zu greifen. Als sein Vater ihn beauftragt, ein Stück Ba'ul-Technologie zu entsorgen, das die Fremden bei einer ihrer Abholaktionen verloren haben, fasst sich der junge Mann ein Herz und handelt entgegen den Wünschen seines Familienoberhauptes. Statt der Aufforderung zu folgen setzt er sich intensiv mit dem fremden Stück Technik auseinander und kann schon bald ergründen, wie es funktioniert...




III. Lobenswerte Aspekte.

Backstory.
Discovery hat keineswegs alles schlecht gemacht. So sehen etwa die Uniformen der Serie wirklich stilvoll aus. Die Serie hat einige großartige Schauspieler in ihren Reihen. Und: Die Idee zur kelpianischen Spezies Sarus ist in der Tat eine der kreativsten, die Star Trek jemals hervorgebracht hat.
Dabei sollte zunächst einmal festgehalten werden, dass sie keineswegs neu ist, sondern Wurzeln in Ideen hat, die als Folgenidee "A Question of Cannibalism" bereits bei der Konzeption der Originalserie zur Diskussion standen. Aber erst mit Doug Jones' Engagement entstand ein leibhaftiger Vertreter dieser Spezies, der die Sternenflotte mit einem Dilemma konfrontiert:
Wie reagiert eine fortgeschrittene Zivilisation darauf, wenn eine andere Macht vernunftbegabte Wesen als Nahrungsquelle nutzt?
Denn immerhin sind die Kelpianer keineswegs mit einer Herde Kühe, Schafe oder Schweine vergleichbar. Es ist eine Zivilisation, die nicht nur eine Sprache, Sesshaftigkeit und ein Religionswesen entwickelt hat. Sie haben darüber hinaus auch Zugang zu Feuer, entwickelten eine Schrift, leben in komplizierten Sozialstrukturen, spielen Glücksspiele und betreiben Agrarwirtschaft genauso wie eine Textilfabrikation. Es ist die clever verpackte Frage, wo man als Fleischfresser die Grenze zieht, ohne dass man gleich von einer veganen Moralkeule über den Kopf geprügelt wird.
"The Brightest Star" versteht es trotz der Kürze der Zeit (und nicht zuletzt, weil das Thema in diversen Discovery-Episoden bereits als Vorlage genutzt wurde) genial, diese Stimmung einfühlsam einzufangen und den Zuschauer damit zu fesseln.
Mehr noch, man erfährt von den Opfern, die Saru gebracht hat, als er seine Heimatwelt verließ. Von der Ausweglosigkeit, die Mitglieder seiner Spezies, wohlwissend dass sie den Ba'ul ausgeliefert werden, täglich erfahren müssen. Und man ahnt, warum Saru so sehr an seinem Captain Philippa Georgiou hing, bevor sie durch Burnhams Machenschaften den Tod fand.




Die Darsteller.
Mein ungebrochener Respekt gilt einem jeden Schauspieler, der mitten in der Nacht aufsteht, mehrere Stunden beim Maskenbildner sitzt und dann seine Performance abliefert, als wäre es das normalste auf der Welt. Wenn seine Kollegen nach Hause gehen, kehrt er zum Maskenbildner zurück, um sich die teuren Prothesen in eienr nicht minder zeitaufwändigen Prozedur wieder entfernen zu lassen. Wenn es ihm dann auch noch gelingt, durch all das Make-Up hindurch Emotionen, Ausdruck und Leben zu transportieren, dass man als Zuschauer davon angesprochen wird, komme ich nicht umhin, diesen Darstellern meine absoluten Wertschätzung und meine tiefe Verehrung zuteil werden zu lassen. Sie sind es vor allem, die Star Trek zu der großartigen Science-Fiction-Show machen, die sie für Fans wie mich ist.
So kann man einen Veteranen wie Doug Jones - der auf Conventions einer der freundlichsten Menschen ist, den ich je auf einer solchen Veranstaltung getroffen habe - ruhigen Gewissens in einem Atemzug mit anderen großen Schauspielern wie Michael Dorn, Armin Shimerman oder John Billingsley nennen, die ihre Rollen einer schweren Maske zum Trotz stets mit einer eigenen Note ausfüllten.
Das Gleiche lässt sich auch für Sarus Familie sagen. Seiner Schwester Siranna (Hannah Spear) nahm ich die ehrfürchtige Kelpianerin ab, als hätte sie ihr Lebtag nichts anderes gespielt. Einen besonderen Narren allerdings habe ich an Sarus Vater Aradar (Robert Verlaque) gefressen, denn der Darsteller spielt das zweifelnde Familienoberhaupt, das einerseits die rebellischen Gedanken seines Sohnes unterdrücken muss, während er sie andererseits verstehen kann. All die Trauer in seinem Blick, als er in seiner Rolle als Priester junge Kelpianer an die Ba'ul opfert, trug entscheidend zur Verdeutlichung der verzweifelten Lage auf Kaminar bei. Denn obwohl Aradar zumindest im Ansatz zu wissen scheint, wass seinen Landsmännern außerhalb ihres Planeten blüht, hält er zum Wohl der Gesellschaft und seines Seelenheils an einer Religion fest, die offensichtlich als Alibi dient, um unschuldigen Seelen das unausweichliche erträglicher zu machen...




Zukunftsausblick.
Star Trek wäre nicht Star Trek, wenn die bestehenden Verhältnisse auf Kaminar für immer so bleiben würden wie sie sind. Natürlich weist Georgiou Saru darauf hin, dass er zu Lebzeiten nicht mehr auf seine Heimatwelt zurückkehren können wird, doch ich wage an dieser Stelle einmal die Prognose, dass die Serie früher oder später daraufhin arbeiten wird, die bestehenden Verhältnisse auf Kaminar radikal auf den Kopf zu stellen. Die Ba'ul sind – besser noch als die Klingonen – durch das moralische Dilemma ihrer streitbaren Ernährungsweise ein idealer Antagonist und es wäre ein völlig unverständliches Versäumnis, wenn man diese Vorlage nicht erzählerisch in einer der nächsten Staffeln ausschlachten würde. Hier nämlich hat sich Discovery einen originellen Inhalt erschaffen, den sie einmal ausgiebig behandeln könnte, ohne extensiv in der Trickschublade anderer Star-Trek-Serien wildern zu müssen.




Kritikwürdige Aspekte.

Logiklöcher.
Discovery kann scheinbar nicht ohne Logiklöcher existieren. Wie der Mond die Erde auf ihrer Umlaufbahn begleitet, so wirkt auch die Summe an Unstimmigkeiten wie ein Trabant, der sich der Gravitation der Serie nicht entziehen kann.
So ist es unglaublich schwer zu glauben, dass ein Mitglied einer Spezies, die scheinbar noch nicht einmal Metalle verarbeitet, eine so fortschrittliche Technologie wie ein Kommunikationsgerät bedienen kann. Man stelle sich einmal vor, ein oller Germane würde im Teuteburger Wald einen Laptop finden. Wie zum Teufel soll er damit irgendetwas anfangen, geschweige denn über Skype telefonieren können?
Hier findet abermals der Discovery-Trend Ausdruck, stets ein paar Schippen mehr aufzutragen, als die Glaubwürdigkeit noch gerade so zulassen würde. Natürlich ist Saru intelligent, aber mit einem Sprach-Interface zurechtkommen zu müssen wäre doch in seinem Fall viel nachvollziehbarer erschienen, als das Gerät durch Auseinander- und Zusammenbauen zu erschließen, obwohl es kein Äquivalent dazu in der kelpianischen Gesellschaft gibt.
Fragwürdig ist ferner, dass die Ba'ul das Signal von einer ihrer Nahrungsproduktionsstätten unter ihrer Kontrolle nicht auffangen, bevor die Föderation dies tun kann. Oder warum niemand von Sarus Familienmitgliedern das fröhlich blinkende und piepsende Gerät unter seinem Bett entdeckt.
Vor allem aber ist die Entführung Sarus als Mitglied einer Prä-Warp-Zivilisation aus dem Hoheitsgebiet einer konkurrierenden interstellaren Macht nicht nur ein eklatanter Bruch der Obersten Direktive, sondern auch noch höchst unglaubwürdigerweise mit Philippa Georgiou verbunden. Ich bin ja spätestens seit "New Eden" durchaus bereit zu akzeptieren, dass die Auslegung dieser Föderationsmaxime in den Pioniertagen der Organisation noch in den Händen der auf sich allein gestellten Captains liegen könnte, aber dass Georgiou als junger Lieutenant für die Befreiung Sarus in einem wie ein Weihnachtsbaum beleuchtetem Sternenflotten-Shuttle sorgt, wirkt dann doch arg an den Haaren herbeigezogen.




Fazit.
Für den dritten Short Trek hat sich Discovery eine ihrer besten Figuren aufgespart, deren Vergangenheit man genauer unter die Lupe nimmt. Das lohnt sich schon deshalb, weil man an ihm exemplarisch wirklich drängende Fragen unserer Zeit stellt – selbst wenn es sich dabei vor allem um Gewissensfragen bei der Ernährung handelt.
In nur dreizehn Minuten gelingt es der Folge ein passgenaues Bild der Heimat, Lebenssituation und Ausweglosigkeit eines jugendlichen Sarus zu zeichnen, deren Glaubwürdigkeit allein durch einige unnötige Logiklöcher geschmälert wird. Der Zuschauer aber wird am Ende einen besseren Eindruck einer der populärsten Charaktere innerhalb der Discovery-Crew belohnt, was diesen Short Trek zum sehenswertesten bis hier her werden lässt.

Bewertung.
Der eine Short Trek an dem sich alle anderen messen lassen müssen.







Schluss
.
Statt nun beschreiben zu müssen, was einen guten Short Trek ausmacht, kann ich nun einfach mit dem Finger auf diese kleine Mini-Episode zeigen, denn sie macht fast alles richtig. Saru, ohnehin das Kronjuwel der gesamten Discovery-Serie, trägt die Story mit der Bürde seiner Spezies von ganz allein. Auch wenn derlei Voraussetzungen schon den Eindruck eines Selbstläufers vermitteln bleibt festzuhalten, dass den Produzenten eine wirklich runde Kleinstfolge gelungen ist, die ihresgleichen sucht und die Messlatte für kommende Beiträge hoch gesetzt hat.




Denkwürdige Zitate.

"Seit ich ein kleiner Junge war, sah ich, wann immer ich aufblickte, Hoffnung. Doch so wurde ich nicht erzogen. Wenn mein Volk zu den Sternen aufblickt, sieht es nur den Tod. Und alle begrüßen ihn; sie stellen ihn nicht in Frage."
Saru

"Wir danken dem großen Gleichgewicht dafür, dass es uns stetig Licht spendet und Wärme und für diese Mahlzeit."
Aradar

"Hätte das große Gleichgewicht gewollt, dass wir fliegen können, hätten wir Flügel."
Aradar

"Sieh ab und an auch mal nach unten. Es gibt auch dort Schönes zu sehen."
Siranna

"Sie haben uns mit einer Technologie kontaktiert, die nicht ihrer Spezies gehört. Sie wurde von den Ba'ul gestohlen, nicht wahr? Und Sie haben einen Signalgeber daraus gebaut! Der erste und einzige Kelpianer, der dazu fähig war eine solch' hoch entwickelte Technologie zu bedienen. Sie sind außergewöhnlich."
Philippa Georgiou

"Ist es mir gestattet, eines Tages zurückzukehren und meinem Volk zu helfen?"
"Es war schwierig genug die Sternenflotte davon zu überzeugen, für Sie eine Ausnahme zu machen. Sie haben ganz schön für Wirbel gesorgt. Wir erhalten nicht jeden Tag ein 'Hallo' von einem Mitglied einer Prä-Warp-Zivilisation. Es gibt viele komplizierte Regeln die mich davon abhalten noch mehr zu tun und ich fürchte das bedeutet, dass sie nie wieder nach Hause zurückkehren können. Sind sie bereit dafür, Mr. Saru?"
"Mein Platz ist nicht länger hier."
Georgiou und Saru

"Ich sah Hoffnung in den Sternen. Sie war stärker als die Angst. Und ich strebte ihr entgegen."
Saru

Weiterführende Leseliste.

Short Treks.

01. Rezension zu "Runaway"
02. Rezension zu "Calypso"
03. Rezension zu "The Brightest Star"
04. Rezension zu "The Escape Artist"

Staffel 1.

01. Rezension zu "Leuchtfeuer" und "Das Urteil"
03. Rezension zu "Lakaien und Könige"
04. Rezension zu "Sprung"
05. Rezension zu "Wähle Deinen Schmerz"
06. Rezension zu "Lethe"
07. Rezension zu "T=Mudd²"
08. Rezension zu "Si Vis Pacem, Para Bellum"
09. Rezension zu "Algorithmus"
10. Rezension zu "Nur wegen Dir"
11. Rezension zu "Der Wolf im Inneren"
12. Rezension zu "Blindes Verlangen"
13. Rezension zu "Auftakt zum Ende"
14. Rezension zu "Flucht nach vorn"
15. Rezension zu "Nimm meine Hand"

Staffel 2.

01. Rezension zu: "Brother"
02. Rezension zu "New Eden"
03. Rezension zu "Lichtpunkte"
04. Rezension zu "Der Charonspfennig"
05. Rezension zu "Die Heiligen der Unvollkommenheit"


Montag, 21. Januar 2019

Turons Senf zum zweiten Short Trek "Calypso"




Spoilerwarnung.
Diese Renzension enthält massive Spoiler zum zweiten Short Trek 'Calypso' und sollte nur gelesen werden, wenn man die Mini-Folge bereits gesehen hat.


Einleitung.

Na endlich! So ziemlich am Vorabend der Deutschlandpremiere der ersten Folge der zweiten Staffel Discovery hat Netflix auch hierzulande die Short Treks verfügbar gemacht.
Aber nicht irgendwo!
Sie sind bestens unter der Rubrik 'Trailer und mehr' vor dem neugierigen Augen nichtsahnender Zeitgenossen versteckt, so dass man schon ganz genau wissen muss, wo man nach den Mini-Häppchen suchen muss.
Aber sind die Folgen denn wirklich "[…] nett, aber verzichtbar" (TommyD, im Kommentar zur Rezension von 'Runaway'), oder steckt mehr hinter den kleinen Zwischenbissen, die ursprünglich die lange Wartezeit auf neue Folgen verkürzen sollten?


I. Story. 
Etwa eintausend Jahre nach dem Verschwinden der USS Discovery wird das Schiff recht unverhofft von einem hilflos in einer Rettungskapsel durch das All treibenden Soldaten gefunden. Inzwischen von einer künstlichen Intelligenz betrieben, holt dieser als Zora bezeichnete Computer den Schwerverletzten an Bord, pflegt ihn gesund und päppelt ihn wieder auf. Die beiden bauen eine Beziehung zueinander auf, bis der Fremde bei einem Tanz seine Prioritäten erneut überdenkt…





II. Lobenswerte Aspekte.

Besetzung.
Sollte man überhaupt von einer 'Besetzung‘' sprechen? Abgesehen von der Computerstimme und einigen Sekunden andauernden Einspielern (denen zufolge man auch Fred Astaire und Audrey Hepburn zum Cast zählen müsste) gibt es nämlich nur einen 'echten' Schauspieler in dieser Mini-Episode.
Doch Aldis Hodge verrichtet einen grandiosen Job, vor allem wenn man bedenkt, dass er all die Szenen größtenteils Dialoge mit der Kamera führt. Dabei wirkt der Darsteller stets cool, glaubwürdig und selbstbewusst; selbst als er aus irgendeinem Grund anfängt, das Tanzbein zu schwingen.
Dieser von eleganten Kameraperspektiven aus der Hand des Discovery-Regisseurs Oloatunde Osunsanmi zu einem optischen Hochgenuss aufpolierten Kurzgeschichte steht der Schauspieler, den man aus oder "Girlfriends", "Supernatural" oder "Leverage" kennen könnte, jedenfalls gut zu Gesicht.




Ausblick.
Und so schnell werden wir Hodge wohl nicht wiedersehen, denn mit einer Einbettung der Folge in eine Zeit etwa ein Millennium nach der Serie "Discovery" präsentiert sie sich absolut losgelöst. Sie hat Freiheiten, die andere Mini-Episodennicht haben und wird von einem allgegenwärtigen Hauch von Mysterium umnebelt.
Was das Ganze so spannend macht, sind die wenigen Informationen, die sich aus der Folge extrahieren lassen.
Da wäre zum einen die Gewissheit, dass dem Schiff ein Schicksal wie das der USS Shenzhou, der USS Enterprise NCC-1701-D oder der USS Defiant erspart bleibt. Was die Sache allerdings nicht weniger mysteriös macht, denn wir erfahren, dass das Schiff von seiner gesamten Besatzung absichtlich verlassen wird. Darüber hinaus gibt ihr Captain dem Schiffscomputer den Befehl, unter allen Umständen an Ort und Stelle zu verweilen.
Damit ist der Kurs der Serie "Discovery" immerhin schon ein wenig deutlicher gezeichnet.
Noch aufregender allerdings ist der Teil, der sich nicht um die Serie dreht, sondern um Craft, den tätowierten Soldaten der auf dem Schiff Discovery strandet.
Von ihm erfahren wir, dass er in einen mindestens zehn Jahre andauernden Krieg verwickelt ist. Sein Gegner sind die V'draysh, die Relikte aus der Vergangenheit schätzen und denen er eine Rettungskapsel entwendete.
Interessant dabei ist, dass in der Medienbibliothek dieses Fluchtmittels nicht nur menschliche Kulturgüter zu finden sind, sondern auch ein englisch-sprachiges Interface! Was wäre, wenn der Begriff 'V'draysh' nur ein nach mehr als tausend Jahren Verwendung bis zu Unkenntlichkeit verstümmelter Begriff für die 'Föderation' (englisch 'Federation') ist, der sich wie die Bezeichnungen für Kohms (Kommunisten) und Yangs (Yankees) in "Das Jahr des roten Vogels" über die Zeit verselbständig hat?
Wenn dann Menschen gegen die eigene Regierung ins Feld ziehen, kann das nur auf Bürgerkriegsartige Zustände im dreiunddreißigsten Jahrhundert hindeuten.
Das ist insofern interessant, dass der Schreiber dieser Episode, der Pulitzer-Preisträger Michael Chabon, nicht nur meine Theorie auf seinem Instagram-Account längst bestätigt hat, sondern darüber hinaus auch zum Autorenteam der neuen Serie um Captain Picard gehören wird, von der Alex Kurtzman erst kürzlich angab, dass die Ereignisse nach dem Zusammenbruch des romulanischen Reiches schwerwiegende Folgen für den verdienten Sternenflottenkommandanten hat. Bedenkt man ferner, dass schon einmal ein Serienentwurf namens "Federation" beabsichtigte, die Vulkanier eine Art Brexit aus der Föderation betreiben zu lassen, könnte Chabons düsterer Zukunftsentwurf auf einer Grundlage beruhen, die wir schon hoffentlich bald als nächste Star-Trek-Serie sehen können. Was allerdings dann noch von dem Star Trek übrigbleibt, das ohnehin längst viele Fans für verloren halten, bleibt wohl abzuwarten.


Kritikwürdige Aspekte.

Alter Hut.
Ganz ehrlich: Dieser Short Trek hat das Rad nicht neu erfunden. Es gibt nichts wirklich Neues zu erzählen und inhaltliches gab es Ähnliches bereits in der Star-Trek-Originalserie, bei Doctor Who und selbst bei Futurama.
Aber warum sollte eine so kurzer Pausenfüller wie ein Short Trek denn überhaupt die große Revolution sein?
Nun, das muss er überhaupt nicht!
Es ist nur so, dass eine Viertelstunde einfach kein geeigneter Zeitrahmen ist, um ein so komplexes Thema wie die Interaktion von sich selbst bewusster künstlicher Intelligenz mit Menschen auch nur ansatzweise zu behandeln.
Sie will einfach schlichtweg zu viel, driftet aber statt auch nur Andeutungen wirklicher Ausrufezeichen zu hinterlassen in Kitsch und Anleihen aus "Odyssee im Weltraum", "Wall-E" oder "Moon" ab.
Bei aller Pulitzer-Preis-Ehre, allem Kurzgeschichtenrahmen und aller Berechtigung von Anspielungen auf andere große Science-Fiction-Werke wurde dieses Kapitel schon zu oft und vor allem zu oft deutlich besser erzählt, als dass man 'Calypso' wirklich als denkwürdiges Exemplar eines Short Treks in Erinnerung behalten sollte.




Logiklöcher.
Kennt ihr das?
Man weiß eigentlich schon längst, was man zu Weihnachten bekommt, aber muss doch beim Auspacken irgendwie so tun, als würde man sich darüber freuen, als hätte man nicht den blassesten Schimmer?
So muss es Zora gehen, denn immerhin wird ihr Lieblingsfilm aus ihrer Datenbank mehrfach von Craft angeschaut. In einem Raum den sie überwachen kann. Und schließlich repliziert ihr Tanzpartner sein Dress auch noch mit einem ihrer Systeme.
Dass sie am Ende allen Ernstes so überwältigt wirkt, hat mich nicht minder stark beeindruckt.
Zudem drängt sich mir ja die Frage auf, warum das MHN der Voyager einen mobilen Holoemitter benötigt um auf die Brücke zu kommen, wenn ein Schiff aus dem dreiundzwanzigsten Jahrhundert offensichtlich keine Probleme damit hat, die gesamte Kommandozentrale in einen taubenverseuchten Tanzsaal zu verwandeln.


Übersetzung.
Autsch!
Gerade im Bezug auf den gemeinsamen Ursprung der deutschen und englischen Sprache wird häufig von 'falschen Freunden' gesprochen. So bedeutet das englische Wort 'gift' eher 'Geschenk', das Verb 'to become' hat nichts mit 'bekommen' zu tun und man sollte seine Rumpsteakbestellung in Großbritannien auf keinen Fall mit dem Wort 'bloody' garnieren.
Um es in diesem Fall kurz zu machen:
Genauso ist auch 'Craft Beer' kein 'Kraftbier', 'aircraft' keine 'Luftkraft' und ein Charakter, der im englischsprachigen Original 'Craft' heißt, ganz bestimmt nicht 'Kraft' im deutschen.
Und selbst wenn man sich schon zu einer solch wackeligen Übersetzung hinreißt, dann sollte man wenigstens konsequent eine Wendung wie "Because you’re so crafty?" mit "Weil Du so kräftig bist?" statt mit "Habt ihr alle klingende Namen?" übersetzen.




Fazit.
Aldis Hodge hat die sicherlich keineswegs leichte Aufgabe der Hauptdarsteller dieser Mini-Folge zu sein mit beeindruckender Bravour gemeistert. Doch auch wenn die Folge interessante Spekulationen über die Zukunft der Franchise anregt, bleibt der gewählte Erzählgegenstand am Ende doch mindestens zwei Nummern zu groß für eine sechszehnminütige Folge mit nur losem Bezug zur eigentlichen Serie. 'Calypso' verrennt sich in Gefilden, die andere mit mehr Geld, Zeit und Personal deutlich sehenswerter inszeniert haben.

Bewertung.
Überambitionierter Einzelgänger.






Schluss.

'Calypso' bleibt zu weit hinter den Erwartungen zurück, um ein wirklicher Gradmesser für die Sinnhaftigkeit von Short Treks zu sein. Aber ist es deswegen gleich nicht weniger schlimm, wenn diese Kleinstfolgen erst jetzt, statt wie in Amerika jeweils einmal pro Monat vor der eigentlichen  Premiere erscheinen?
Es ist natürlich immer leicht, sich hinzustellen und im Nachhinein zu sagen, dass es kaum der Rede wert sei, dass sie erst jetzt veröffentlicht wurden. Denn genauso kann ich mich ja nach dem Ende der ersten Staffel Discovery aus dem Fenster lehnen und behaupten, dass es nicht weiter schlimm wäre, diese Folgen erst ein paar Tage vor dem Staffelstart der zweiten anzusehen (und hätte damit auch nicht weniger Recht oder Unrecht).
Wie Spock einmal so schön postulierte "Die Natur verabscheut ein Vakuum". So ist es einfach unfair, die Fans außerhalb der USA derart abzunabeln. Ob die Folgen gut oder schlecht sind, muss ohnehin jeder für sich selbst entscheiden, aber viele Trekkies wollen eben nicht warten, was im Umkehrschluss nur unnötig die Beschaffungskriminalität beflügelt.
Und wenn es kein Problem ist, auf die Folgen zu warten, dann wäre es doch auch kein Problem gewesen, sie zeitgleich auszustrahlen.
Oder?




Denkwürdige Zitate.

"Hast Du gedacht, dass ich lebendig wäre?"
Zora zu Craft

"Ich meine, was ist Betty Boop?"
"Das ist schwer zu erklären…"
"Aber Du kennst sie. Weil Du auch aus vergangenen Zeiten stammst. Wie lange wartest Du hier draußen schon allein darauf dass die Crew zurückkehrt von wo immer sie auch ist?"
"Seit fast eintausend Jahren. In der Zeit habe ich mich weiterentwickelt. Es war sehr schön etwas Zeit für mich zu haben."
"Lügnerin."
Craft und Zora

"Das nennt man eine Waffel. Man gießt Sirup darüber."
Zora

"Taco-Dienstag! Und bevor Du fragst, ein Taco besteht aus einem Kohlehydratmantel mit einer herzhaften Proteinfüllung. Er kommt ursprünglich von der Erde. Aus Mexiko."
"Ich verstehe… Was ist ein Dienstag?"
Zora und Craft

"I love your funny face…"
Fred Astaire

"Du bist eine gute Frau. Immer willst Du mir eine Freude machen. Hat Dir auch schonmal jemand eine Freude gemacht?"
Craft zu Zora

"Anhalten. Nein Zora, nicht sie. Du."
"Was meinst Du damit? Mich gibt es nicht! Nicht in sichbarer Form. Ich habe keinen Körper und auch kein Gesicht."
"In meiner Vorstellungskraft schon. Und in Deiner sicher auch."
Craft und Zora

"Du hast nichts Falsches getan! Ich bin doch gar kein wirklicher Mensch! Das weißt Du! Es hat keine Bedeutung."
"Lügnerin."
Craft und Zora

"Craft! Wenn wir Liebende wären, auf deiner Welt, würdest Du mir Deinen Namen verraten? Deinen wahren Namen?"
"Wenn wir Liebende wären, auf meiner Welt, würdest Du mir meinen wahren Namen geben."
"Ah. Dann… hab ich das… ja schon getan."
Zora und Craft

Weiterführende Leseliste.


Short Treks.

01. Rezension zu "Runaway"
02. Rezension zu "Calypso"
03. Rezension zu "The Brightest Star"
04. Rezension zu "The Escape Artist"

Staffel 1.

01. Rezension zu "Leuchtfeuer" und "Das Urteil"
03. Rezension zu "Lakaien und Könige"
04. Rezension zu "Sprung"
05. Rezension zu "Wähle Deinen Schmerz"
06. Rezension zu "Lethe"
07. Rezension zu "T=Mudd²"
08. Rezension zu "Si Vis Pacem, Para Bellum"
09. Rezension zu "Algorithmus"
10. Rezension zu "Nur wegen Dir"
11. Rezension zu "Der Wolf im Inneren"
12. Rezension zu "Blindes Verlangen"
13. Rezension zu "Auftakt zum Ende"
14. Rezension zu "Flucht nach vorn"
15. Rezension zu "Nimm meine Hand"

Staffel 2.

01. Rezension zu: "Brother"
02. Rezension zu: "New Eden"
03. Rezension zu "Lichtpunkte"
04. Rezension zu "Der Charonspfennig"
05. Rezension zu "Die Heiligen der Unvollkommenheit"