Star Trek Tafelrunde "Hermann Darnell" Potsdam Babelsberg

…dahin zu gehen, wo noch kein Star Trek Fan aus Potsdam, Berlin und Brandenburg zuvor gewesen ist - Infinite Diversity in Infinite Combinations.

Sonntag, 16. Februar 2014

Griechische Nächte sind lang



Einleitung. Es ist schon merkwürdig, wie viele Clicks unsere Seite monatlich durch Suchbegriffe wie "Deanna Troi nackt", "Marina Sirtis nude" oder auch "nuden in Babelsberg" einheimst. Zumal wir in unseren FAQs oder Artikeln eigentlich explizit darauf hinweisen, dass auf diesem Blog kein Platz für derlei Schweinkram ist.






Es genügt aber scheinbar schon, eine einzige Rezension von "Wicked Lady", dem ersten Film, in dem die griechischstämmige Marina Sirtis in den frühen Achtzigern ihre Brüste so prominent in die Kamera reckte, zu veröffentlichen, um die Herzen und Hosen der Star-Trek-affinen Männerwelt weit zu öffnen.
Und weil Sirtis schon bald auf der Destination Germany zu sehen sein wird und es noch einen zweiten Film aus den frühen Achtzigern gibt, in dem ihre Oberweite eine tragende Rolle spielt, hat sich die Star Trek Tafelrunde "Hermann Darnell" Potsdam-Babelsberg gedacht, dieses Ereignis vorschieben zu können, um auch diesem Film eine Rezension zuteil werden zu lassen.
Selbstverständlich ohne Schweinkram, versteht sich.   




Story
. Athen in den Achtzigern: Ein Serienkiller treibt sein Unwesen in der geschichtsträchtigen Metropole. So hat der hauptberufliche Taxifahrer seine Mordlust bereits an Passagierinnen, Prostituierten (Marina Sirtis) und ahnungslosen Pärchen ausgelebt. Als der amerikanische Geschäftsmann Jonathan Ratcliff durch das Stalken einer Frau und die nachfolgende Kollision mit einem Baum sein Augenlicht verliert (kein Witz!) hilft ihm ein deutscher Arzt, indem er ihm einen Walkman übergibt, mit dem er wieder sehen kann (auch kein Witz!). Zufällig bekommt er den Täter zu Gesicht und begibt sich trotz des Unmutes seiner Partnerin Claire (Kirstie Alley) auf Spurensuche. Diese führt ihn zu jener Frau zurück, wegen der er bereits seine Sehkraft verlor...


Lobenswerte Aspekte. Zuerst muss man sich natürlich fragen, welcher Film mit dem Titel 'Blind Date' denn überhaupt gemeint ist. Es gab in den Jahren 1934, 1959, 1984, 1987, 1996, 2000 und 2007 jeweils einen Film dieses Namens. Der bekannteste unter diesen glorreichen sieben ist sicherlich jener aus dem Jahr 1987, in dem Bruce Willis und Kim Basinger die Hauptrollen spielten.
Dasjenige Werk, dem diese Besprechung gewidmet ist, stammt jedoch aus dem Jahr 1984 und wurde vom Sirtis' Landsmann Nico Mastorakis in Szene gesetzt. Mastorakis ist in Griechenland so etwas wie ein bunter Hund und hat in seinem Leben als Reporter, Radiojockey und eben Regisseur gearbeitet. Das Multitalent hat vor allem ein Auge für großartige Kameraeinstellungen, was man dem Film allenthalben anmerken kann. Bildgewaltige Szenen sind eher die Regel denn die Ausnahme in diesem Werk, so dass man allenthalben an berühmte Kollegen wie Alfred Hitchcock oder Stanley Kubrick denken muss, auch wenn diese Vorzeigeszenen sich hauptsächlich mit den sekundären weiblichen Geschlechtsmerkmalen befassen.


Ein ähnlich glückliches Händchen hatte er auch bei der Auswahl seiner Schauspieler, denn auch wenn die einem auf den ersten Blick wenig sagen, hat er doch aus heutiger Sicht einige außergewöhnliche Namen für seinen Streifen verpflichten können.
Für den gemeinen Star-Trek-Fan muss natürlich Marina Sirtis im Vordergrund stehen. Die attraktive Griechin spielt allerdings in dem Film nur eine kleine Nebenrolle als kettenrauchende Prostituierte, die kurz nach ihrer ersten Sichtung aber auch schon das Zeitliche segnet.


Es wäre wohl kaum etwas Denkwürdiges an diesem Auftritt, wenn die damals 29-jährige Sirtis nicht später so berühmt geworden wäre und ihre Nacktaufnahmen somit interessant für eine breite Öffentlichkeit wurden. Dabei sind die Szenen aus europäischer Sicht völlig harmlos (wenn man davon absieht, dass Sirtis ihrem großen Laster, dem Rauchen, so offensiv fröhnt) und definitiv nichts, wofür man sich schämen müsste. Den Hype darum kann man sich wohl nur aus einer Mischung aus amerikanischer Verklemmtheit und spätpubertärer Neugier erklären.


Aber der geneigte Star-Trek-Fan kann nicht nur die Milchgangendungen von Counselor Deanna Troi bewundern, sondern auch Kirstey Alleys nackten Körper begaffen. Die Schauspielerin, die als Spocks Ziehtochter Saavik ihr eigentliches Schauspielerdebüt feierte, versuchte nach "Der Zorn des Khan" mit diesem Film, das Tor zu spannenderen Drehbüchern und einträglicheren Rollen aufzustoßen. Das Ergebnis kennt wohl jeder: Ab Star Trek III: "Auf der Suche nach Mr. Spock" (ebenfalls 1984 erschienen) übernahm Robin Curtis den Part, für den die inzwischen viel zu beschäftigte Kirstey Alley plötzlich keine Zeit mehr hatte.
Ansonsten hat man auch stets das Gefühl, einige der anderen Schauspieler irgendwo anders her zu kennen. Joseph Bottoms spielte anno dazumal im von Disney produzierten Sci-Fi-Streifen "Black Hole" mit und Keir Dullea sogar im epischen Kubrick-Klassiker "2001: Odyssee im Weltall". Und wer so richtig gute Augen hat und nicht gerade im falschen Moment blinzelt, kann sogar die schnuckelige Valeria Golino, die als Ramada Thompson in den beiden "Hot Shots"-Filmen auftrat, als Bikini-Modell bewundern.


Auch wenn der Reiz des Filmes heutzutage eher darin liegt, so ungefähr zu wissen, was später aus den einzelnen Darstellern wurde, muss man sich seelisch und moralisch in die Achtziger zurückversetzen, um ihm ernsthaft etwas abgewinnen zu können. Denn um es mit K'olbasas beständigem Mantra zu sagen:

"Damals funktionierten Filme noch unter völlig anderen Gesichtspunkten, die man heutzutage kaum mehr anwenden kann."

Entsprechend sollte man also gleich lieber einige Abstriche in puncto Handlung machen. Sofern das gelingt, kann man sogar so etwas wie eine stringente – wenn auch nicht wahnsinnig mitreißende – Story ausmachen. Und das Sujet eines Serienkillers hat eine so reichhaltige cineastische Tradition, dass man als Zuschauer problemlos einen Zugang dazu finden kann.
Anders verhält es sich mit dem einzigen Element, dass dem Film eine besondere Note verleiht. Der plötzlich erblindete John Ratcliff schafft es nämlich mittels technischer Innovation und einer bis dato unerprobten alternativen Behandlungsmethode, seine visuellen Fertigkeiten wiederzuerlangen. Mittels eines als Walkman getarnten Interfaces kann Ratcliff für kurze Zeit ein computergeneriertes Abbild der Umgebung in seinem Hirn generieren, das ihm ermöglicht, die Welt in primitiver Liniengrafik zu erleben.


Heute sind solche vergleichsweise lächerlichen Special Effects ein guter Grund, mit den Augen zu rollen; damals waren sie State of the Arts. Und gerade wenn man es mit der Visor-Optik in "Worfs Brüder" vergleicht, muss man zugeben, dass das Prinzip irgendwo zwischen Geordi LaForge und Daredevil anzusiedeln ist.
Bedenkt man ferner, dass Justitia ebenfalls blind war, bekommt das ganze sogar einen fast philosophischen Anstrich, und auch wenn schon viele andere Filme den selben Titel tragen, so passt er in diesem Film doch erstaunlich gut ins Konzept.

Kritikwürdige Aspekte.

"Ficken! Ficken! Ficken! Vielen Dank, ich wollte nur ihre Aufmerksamkeit."

Viel schöner, als es Oliver Kalkofe dereinst im Jahre 1997 in seiner TV-Spielfilm-Kolumne formulierte, könnte es Mastorakis wohl auch nicht ausdrücken. Jedenfalls muss der Zuschauer nicht lange warten, um die Brüste einer weiblichen Darstellerin zu sehen. Gerade einmal dreieinhalb Minuten dauert es, bis man das erste Mal des Anblicks von nacktem Fleisch gewahr wird. Größtenteils sind unbedeckte Möpse übrigens ein Omen für den baldigen Leinwandtod, wobei es Mastorakis zugute zu halten ist, dass die Kamera dezent davonschwingt, wenn sich das Skalpell tief in das nicht mehr vorhandene Dekolletee bohren will.
Es war die Schauspielerlegende Jack Nicholson, die einmal behauptete:

"If you suck on a tit, the movie gets an 'R' rating. If you hack the tit off with an axe, it will be 'PG'."

(Meine äußerst freie Übersetzung: "Wenn Du in einem Film an den Titten einer Frau herumlutschst, dann wird er ab 18 Jahren freigegeben. Wenn Du ihr die Titten mit einer Axt abschlägst, erhält er FSK 12.")

Genau an diesem Punkt setzt "Blind Date" (in Deutschland FSK 12) an. Zwar kommt es nicht zu bluttriefenden Splatterszenen, doch die Mischung aus Softporno- und Thrillerelementen (statt einer Axt wird übrigens ein Skalpell benutzt) kann nicht immer als 'gelungen' bezeichnet werden und verläuft gegen Ende irgendwo im Sande. Erschwerend kommt hinzu, dass hier die zwei Handlungsstränge mühsam gesponnen werden und erst nach einer Stunde mühsam zusammenfinden. In der verbleibenden halben Stunde muss die Handlung wahre Purzelbäume schlagen, um in der Kürze der Zeit noch irgendwie voranzukommen. Das funktioniert bestenfalls mäßig. Und warum der Mörder nun unbedingt in der Wohnung Ratcliffs einbrechen muss, um dort Fotos seiner eigenen Freundin zu finden, nur um dann zu beschließen, diese ja auch umbringen zu können, hat sich mir nicht in Gänze erschließen können.
Auch die Wahl des Drehortes wirkt befremdlich. Klar liegt Athen für den ein oder anderen griechischen Regisseur und Schauspieler nahe, doch das Athen der Achtziger ist nicht unbedingt ein hilfreiches Element für eine glaubhafte Handlung. Bedenkt man, dass so ziemlich jeder, angefangen bei U-Bahnhof-Schläger, über Top-Models bis hin zum Mörder die wichtigsten Personen erschreckend mitteleuropäisch aussehen, hätte man sich den exotischen Drehort auch bequem sparen und in eine beliebige amerikanische Großstadt verlegen können. Zumal alle Bewohner der Stadt ausnahmslos fließendes Englisch zu sprechen scheinen. Auch der Fuhrpark, der durchgängig vom bescheidenen Budget zeugt, verleiht dem Film eine unfreiwillige Komik. Wenn man dem Hauptcharakter dabei zusieht, wie er als Mitglied der lokalen Oberschicht in einem klapprigen Renault-Kleinwagen über kaputte Straßen wie die "Apollonos Street" tuckert, fragt man sich schon irgendwie, warum angeblich niemand den drohenden Staatsbankrott des Agäis-Staates vorhersehen konnte.


Zumal die zum Teil viel zu offensichtliche Schleichwerbung für französische Autohersteller, amerikanische Zuckerbrausen oder japanische Walkman-Produzenten den Verdacht nahelegen, dass die Finanzierung dieses Streifens eigentlich nicht das Hauptproblem der Produzenten gewesen sein dürfte. Und wirklich relevant für die Handlung ist der Drehort nicht, so dass man höchstens einen gut gemeinten Lehranspruch vermuten kann.


Doch was will uns der Regisseur über seine griechische Heimat sagen?
Dass Griechenland der einzige Staat der Welt ist, in dem Kreisverkehre um Sechsecke herum gebaut werden?
Dass Türschlösser für die Hunger leidende Bevölkerung ein viel zu teurer Luxus sind?
Oder, dass bei griechische Frauen die Tradition vorherrscht, sich nach dem Nachhausekommen zuerst einmal bei geöffnetem Fenster zu entkleiden?
Wer Aufschluss über diese drängenden Fragen erwartet, sollte sich nicht zwangsläufig dazu hinreißen lassen, deswegen gleich den Ton laufen zu lassen. Von all zu viel Dialogen wird man während des Ansehens nämlich ohnehin nicht gestört und das, was man von Marina Sirtis zu hören bekommt, beschränkt sich auf ein markerschütternden Meerschweinchen-Quieken, das eher nach einem digital verzerrtem Wilhelmsschrei, als nach der guten alten Schiffsberaterin Deanna Troi klingt. Zudem besteht ständig die Gefahr, von wirklich schrecklicher Achtziger-Jahre-Musik beschallt zu werden, die so mies ist, dass es selbst der Darstellerin Lana Clarkson nicht gelingt, im Takt dazu mit den Fingern zu schnipsen.


Und Stichwort Darstellerriege:
Die Figurenmotivation ist nicht so ganz klar.
Warum lässt ein renommierter Arzt ein so experimentelles, nie zuvor am Menschen erprobtes System anwenden?
Warum nimmt Jonathan Ratcliff es überhaupt in Anspruch, obwohl es nur zwei Stunden am Tag nutzbar ist und seine prinzipiell völlig intakten Sehnerven zerstört?
Wie kommt man auf die haarsträubende Idee, freiwillig ein Atari-Spiel wie Breakout ("'Pong' für Leute, die keine Freunde haben", wie baldavez meint) in sein Nervensystem einzuspeisen?
All das zerrt weiter am ohnehin dünnen Gewand der Glaubwürdigkeit. Da wird ein Gerät wie Ratcliffs Visor-Walkman mit vier popeligen Knopfzellen betrieben, von der griechischen Polizei sieht man kaum mehr als einen vereinzelten Streifenwagen am Bildschirmrand und Ratcliffs Beischlafgehilfin Claire läuft auf Arbeit in Blusen herum, die den Begriff 'Ausschnitt' ad absurdum führen. Bei aller Aufmerksamkeit, die der Zuschauer den Glocken von Kirstie Alley und Marina Sirtis vielleicht zuteil werden lässt, bleibt 'Blind Date' über weite Strecken eher ein Film, den man auch getrost auch wieder vergessen kann.




Fazit. Wenn es nicht die Hupen von heiligen Hauptdarstellern wie Kirstie Alley und vor allem Marina Sirtis wären, die in diesem Film die Handlung tragen, wäre "Blind Date" heute für die Suchmaschinen nutzenden Star-Trek-Anhänger kaum mehr von Interesse. Nicht so ganz zu Unrecht, denn auch wenn der Film in den Achtzigern noch gängigen Qualitätsansprüchen genügte, wirkt er heute ob seiner Unglaubwürdigkeit, seiner fragwürdigen Mischung aus Softsexfilmchen und Krimi oder auch der kaum mehr nachvollziehbaren Figurenmotivation reichlich antiquiert. Wenn man keinen Bezug mehr zu den Achtzigern hat, so ist das Ansehen dieses Filmes vergeudete Zeit, egal wessen Milchbar da prominent in die Kamera gehängt wird.


Denkwürdige Zitate.

"I'm hurt and I'm scared and I'm to damn stupid to cover it up."
Claire

"You talk to your God damn plants, why can't you talk to me?"
"Plants don't talk back."
Claire and Jonathan

"Your journey begins, John Ratcliff. Good luck."
Dr. Steiger

"There are times when I think you are the ideal Companion."
"How about when you're sober?"
Jonathan und Claire

"And Jon, if you do find anything: Don't play Detective. Let the Police handle it."
Dave zu Jonathan

Bewertung: Oben ohne mit penetrantem Achtziger-Geschmäckle.


Schlussworte. Athen war wohl vor allem deshalb der Standort für diese Produktion, um in Südeuropa der amerikanischen Prüderie zu entkommen und auch mal gepflegt unverhüllte Frauenbrüste zeigen zu können. Für den gemeinen Mitteleuropäer ist das allerdings in etwa so spektakulär wie es klingt.
Subtrahiert man das Gemisch aus Fettgewebe und Milchdrüsen vom Plot, so bleibt nicht viel, was den Zuschauer unseres Jahrtausends ernsthaft im Fernsehsessel halten könnte. Das schlimmste Jahrzehnt der Menschheitsgeschichte ist längst verdientermaßen in die Sphären des Vergessens abgerutscht und dort sollte es, zusammen mit diesem Film, auch bleiben. Der Blick zurück mag mit einigem Einfühlungsvermögen eventuell möglich sein, aber manchmal sollte man auch die ruhige Gewissheit genießen können, dass manches sich nicht ganz zu Unrecht nicht überlebt hat.



Weiterführende Leseliste.

LeVar Burton: The Supernatural
DeForest Kelley: Night of the Lepus
Walter Koenig: Moontrap
Colm Meaney: Parked
Colm Meaney: The Damned United 
Nichelle Nichols: The Supernatural
Leonard Nimoy: Die Körperfresser kommen
Leonard Nimoy: Zombies of the Stratosphere
William Shatner: Mörderspinnen
Marina Sirtis: Blind Date
Marina Sirtis: The Wicked Lady

Freitag, 14. Februar 2014

Star Trek Continues - Lolani

Nachdem das im Oktober beworbene Kickstarter-Projekt auch mit Unterstützung von Tafelrundenmitgliedern erfolgreich war, hielt die Crew um Vic Mignogna Wort und machte sich sofort an die Dreharbeiten für die zweite Folge ihrer Serie Star Trek Continues. Unter dem Namen "Lolani" geht die Reise der Enterprise weiter und das Erste, was die Fans - vor allen Anderen die Unterstützer der Spendenaktion - vom neu entstehenden Werk sehen durften, war dieses Poster:

STC: Lolani

Offensichtlich ist, es wird grün. Was natürlich bedeutet, dass die berühmt-berüchtigen Bewohner des Planeten Orion im Mittelpunkt stehen und eine spannende zweite Folge versprechen. Unter ihnen jemand, der bereits einmal grün war, und sich jetzt die Ehre einer tragenden Rolle gibt: Lou Ferrigno. Ohne zu viel zu spoilern, kann ich verraten, dass es aber nicht nur um Festgelage und tanzende, halbnackte Damen geht, auch wenn das vielleicht ein bedauerndes Murren auslösen mag.
Etwas Anderes verrät das Plakat bereits auf den ersten Blick und dafür muss ich die Gestalter wahrlich loben. Es ist eine Ernsthaftigkeit zu erkennen, deren Hintergrund und Schwere einem erst nach Betrachten der Episode wirklich bewusst wird. Dies ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass es den Machern nicht ausschließlich um lockere Weltraumabenteuer mit einem Kirk geht, der auf wundersame Weise sein Oberteil verliert, scharenweise Frauen anzieht und nebenbei die Welt rettet, ohne je Konsequenzen fürchten zu müssen.

Bevor ich jetzt allerdings weiter um den heißen Brei herum rede, hier das Video:

STC E02 "Lolani" von Star Trek Continues


Erst schauen, dann weiterlesen, ich verrate jetzt Details!


Es gibt einige Dinge, die mir gefallen haben oder die ich im wahrsten Sinne bemerkenswert finde, sowohl vom bildlichen als auch vom inhaltlichen Standpunkt aus betrachtet:
  • Kirk liest Bücher. Echte Bücher zum Anfassen, dran schnuppern, darin schmökern, trotz all der Pads und Computer.

  • Gleichberechtigung. Nein, ich meine nicht das Offensichtliche, was einem quasi mit der Keule übergeholfen sowie wörtlich mitgeteilt wird, sondern die subtile Variante, die aus der Handlung und der Besetzung der Charaktere spricht. So gibt es einen weiblichen Sicherheitsoffizier in einer Schlüsselposition und eine handfeste Diskussion zwischen Kirk und McKennah. Expertise bestimmt die Position, nicht das Geschlecht. Vielleicht bin ich verwöhnt, dies in meinem täglichen Umfeld vorzufinden, doch ich denke - gerade auch in Hinblick auf die Zukunft -, es sollte selbstverständlich sein. Ebenso wie die Tatsache, dass es keine Übervorteilung durch Emanzipation geben sollte.

  • Die Uniformen laufen ein, wie es in TOS der Fall ist. Auffällig ist dies bei Dr. McKennah und einem unbenannten weiblichen Crewmitglied, welches einmal durch die Gänge eilt. Außerdem wechselt der ein oder andere Reißverschluss die Seite. Lustig finde ich zudem, dass sogar die Frisur von Uhura innerhalb einer Szene wechselt.

  • Obwohl er sich im Endeffekt richtig entscheidet, ist es dieses Mal zu spät. Kirk geht nicht als Sieger aus der Situation hervor und zeigt wunderbar das Dilemma zwischen (militärischer) Hierarchie und persönlicher Moral, die eigentlich nur eine menschlich korrekte Handlung zulässt.

  • Spock führt eine Gedankenverschmelzung durch, um die grausame Wahrheit herauszufinden. Dabei schafft Todd Haberkorn meiner Meinung nach erstaunlich gut die Gratwanderung zwischen vulkanischer Selbstkontrolle und den Auswirkungen, die die Emotionen der traumatisierten Lolani mit sich bringen.

Fazit für mich ist, ich fiebere der dritten Folge freudig entgegen. Ganz im Geiste von Star Trek schrecken die Produzenten auch vor eindringlichen Themen nicht zurück und halten ein hohes Niveau. Und ich hege die Hoffnung, dass die Handlungsdichte wieder ein wenig zunehmen wird. Hübsche Orionerinnen erfüllen nämlich leider meine Unterhaltungsansprüche nicht völlig ;)

Donnerstag, 13. Februar 2014

Turons Senf zu den neuesten Star-Trek-Serien-Gerüchten

"Nanu", wird sich sicherlich der ein oder andere treue Leser wundern, "gab es nicht erst vor kurzem einen Artikel mit dem selben Titel?" Tatsächlich nahm ich bereits am 6. Januar 2014 jene obskuren Gerüchte unter die Lupe, die sich im Internet breit gemacht hatten und von der Wiederauferstehung Star Treks in Serienform tönten.
Und wie in meinem vorherigen Artikel auch, werde ich sämtliche Hoffnungen darauf zunichte machen.
Doch der Reihe nach.


Es ist noch gar nicht so lange her (2012), da veröffentlichte ein inzwischen einigermaßen bekannt gewordener Science-Fiction-Autor namens John Scalzi ein Buch. Scalzi, der übrigens entfernt mit dem Abraham-Lincoln-Attentäter John Wilkes-Booth verwandt ist, hatte sich zuvor mit einigen Veröffentlichungen einen Namen machen können, trat als Stargast in einer Episode der Wil-Wheaton-Webserie "Tabletop" auf und fungierte sogar als 'creative consultant' für den kurzlebigen Stargate-Spinoff "Universe".


aus dem Abspann von "Universe"

Sein Roman trägt den Titel "Redshirts" und handelt von einem jungen Fähnrich namens Andrew Dahl, der im 25. Jahrhundert auf ein Raumschiff namens 'Intrepid' versetzt wird. Doch die anfängliche Euphorie weicht schon bald der beunruhigenden Gewissheit, dass irgendetwas nicht stimmt: mysteriös schleunige Genesungen bei Mitgliedern der Brückencrew, zahlreiche Todesfälle bei Außenteameinsätzen und nahezu rituell verlaufende Missionen lösen Beklemmungen bei der Mannschaft aus. Schließlich kommt die schreckliche Wahrheit ans Licht: Alle Abenteuer der 'Intrepid' fußen auf einer Fernsehserie des frühen einundzwanzigsten Jahrhunderts...



Alles in allem ist "Redshirts" ein Buch, in dem die "Vierte Wand" eingerissen wird; oder - treffender formuliert – die Metaebene der Erzählung in der Erzählung Einzug erhält. Ein ansprechendes Gedankenspiel, dass zusätzlich mit einer sympathischen Portion Humor einhergeht.

Bildquelle: aperiodical.com

Nachdem der Musiker Jonathan Coulton dem Buch einen Ohrwurm-verdächtigen Song widmete (der sich ideal als Intro für eine TV-Serie eignen würde) und das Werk 2013 mit dem Hugo-Award für den besten Roman des Jahres ausgezeichnet wurde, überschlugen sich die Ereignisse. Fernsehproduzenten wurden auf sein Schaffen aufmerksam und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass dieser Tage bekannt wurde, dass seine Idee auf den Mattscheibe importiert werden wird. Im Rahmen einer von beginn an klein gehaltenen Miniserie wird die Serie frühestens ab 2015 auf dem amerikanischen Sender FX laufen. FX ist immerhin ein Spartenkanal des leidlich bekannten US-Fernsehsender FOX, der die Verantwortung für die Absetzung von Serien wie "Firefly", "Futurama" oder "Arrested Development" trägt (sprich: FX ist für FOX, was RTL2 für RTL ist).


Einmal Referenz und zurück: Star-Trek-Fan-Video zu Coultons "Redshirt"

Nach dieser Beschreibung wird sicherlich jedem Leser klar sein, dass es sich bei der Serie keineswegs um eine Star-Trek-Serie handelt, wie etwa "Gamestar" impliziert. Scalzi nutzte lediglich die längst in die Popkultur aufgegangene Bezeichnung "Redshirts" für seine Ausführungen und sicherlich sind in seinem Buch haufenweise Star-Trek-Referenzen zu finden. Aber wenn jede Neuerscheinung gleich das Label "Star Trek" aufgestempelt bekommt, die diese Kriterien erfüllt, dann wäre "Andromeda" eine Star-Trek-Serie, "Galaxy Quest" ein Teil der Kinofilmreihe oder "Futurama" die logische Fortsetzung von TAS.

Verhindertes "Redshirt" in der Star-Trek-Parodie "Galaxy Quest"

Zudem wird die Serie aller Wahrscheinlichkeit nach nicht unbedingt den philosophisch-optimistischen Ton der einzelnen Star-Trek-Ableger treffen. Schon allein Scalzis Buch strotzt nur so vor augenzwinkernden Bemerkungen, latentem Witz und griffigen Pointen. Dass dieser Tenor wohl auch die Serie ergreifen wird, scheint mit der Entwicklung der geplanten Serie durch Jon Shestack ("Der Womanizer", "Dan – Mitten im Leben") und Ken Kwapis ("The Office – Das Büro", "Malcolm mittendrin", "Keine Gnade für Dad") gegeben, denn beide Männer verdienten sich vor allem in eher klaumaukhaften Produktionen ihre Sporen. "Redshirts" wird also eher eine humorige Serie, die im All zu verorten ist und eben keine an den Kanon Star Treks gebundene ernsthafte Science-Fiction-Serie.
Bildquelle: Thinkgeek.com

Doch egal, ob nun ernsthaft oder nicht: Immerhin wird es mit "Redshirts" wieder eine Serie geben, die nach den Sternen greifen wird. Nachdem sämtliche klassischen Science-Fiction-Serien im US-Fernsehen längst abgesetzt wurden und der Begriff heutzutage von verwaschenen Abziehbildern wie "Almost Human", "Defiance" oder gar "Agents of S.H.I.E.L.D." ad absurdum geführt wird, ist es vielleicht wieder an der Zeit, den Schritt zu wagen, eine 'echte' Science-Fiction-Serie mit Raumschiffen, Planeten und Weltall zu produzieren. Sollte sich John Scalzis Buch auch als TV-Serie bewähren, kann ihr potentieller Erfolg den Weg für neue Science-Fiction-Produktionen ebnen. Solange jedenfalls auch nur ein Fünkchen Hoffnung besteht, dass durch diese Anspielung auf einen Star-Trek-Terminus über kurz oder lang auch eine Serie entsteht, die wirklich auf dem Geniestreich Gene Roddenberrys beruht, erwarte ich für meinen Teil "Redshirts" mit großer Freude.



Scalzi zu Gast bei Wheaton

Mittwoch, 12. Februar 2014

Wenn das Trekkie-Herz höher schlägt - Besuch der U.S.S. K'Ehleyr

Am 8. Februar 2014 war es soweit. Die Star Trek Tafelrunde folgte der Einladung der K'Ehleyr-Crew und begab sich in Richtung Berliner FEZ. Dort hat die Rollenspielgruppe eine komplette Kommandobrücke, die der U.S.S. K'Ehleyr, nachgebaut. Einen großen Dank für diesen unvergesslichen Nachmittag. 


Der Autor dieses Beitrags kann nicht verleugnen, dass er ein Kind des 24. Jahrhunderts ist. Mit Papa Picard, Mutter Janeway und Onkel Sisko groß geworden, resultiert daraus eine enge Bindung zu den Serien Star Trek Next Generation, Deep Space Nine und Star Trek Voyager. Leider gibt es zurzeit keine Star Trek Serie, die einen Storypfaden in das 25. Jahrhundert spinnt. Genug Ideen und Ansätze, um das nächste Jahrhundert einzuleiten, bieten Star Trek Online, oder auch Star Trek Renegades. Letzteres wird übrigens von Tim Russ umgesetzt, der bei der diesjährigen Destination dabei sein wird. Momentan gibt es also keine offizielle Serie, dafür ist aber ein Stück 24. Jahrhundert im Berliner FEZ fühlbar, realisiert durch die Interessengemeinschaft (IG) der U.S.S. K'Ehyler.


Fans des Franchises erleben hier das Meisterstück einer Rollenspielgemeinschaft, die mit handwerklichen und erzählerischem Geschickt das 24. Jahrhundert weiterführt, ja physisch erlebbar macht. Das Ergebnis ist eine selbstgebaute Kommandobrücke, die der U.S.S. K'Ehleyr. Die K'Ehyler ist ein Eskortschiff aus dem Hause der Defiant Klasse und bekannt aus der Serie DS9. Dieses kleine (klein?!) aber feine Schiff ist bis an die Zähne bewaffnet und trägt den Namen einer ehemaligen Botschafterin der Föderation im Klingonischen Reich.
Die Brücke schaut fantastisch aus, wie in der unteren Bildreihe wunderbar zu sehen ist. Da schlägt das Fan-Herz um einiges höher. Hierbei muss gesagt werden, eine solche Brückenkulisse mit dazugehörigem Shuttle-Cockpit zu realisieren, dies aus privater Hand zu finanzieren, plus die investierte Zeit, neben Job, Familie und Studium, dafür braucht es eine gehörige Portion Talent und Herzblut. Nicht zu vergessen die Rollenspielvorführung, die extra für den Besuch der Tafelrunde einstudiert wurde. Höhepunkt während der Darbietung war der Kampf gegen die Borg, bei dem Licht-, Nebel- und Soundeffekte zum Einsatz kamen. Da fühlt man sich gleich mittendrin im Geschehen. Für dieses Erlebnis gebührt ein Riesendank. Mission: Happy Trekkie accomplished!

So, aber genug Worte des Lobes, es folgen die mit großer Sorgfalt ausgesuchten zehn besten Bilder des Nachmittags:
LCARS Terminal aus der Serie, V'Nai ist in ihrem Element
Komplettansicht der Brücke
Displays, die einen in den Bann ziehen
Unsere Besucherin aus Jena. Schön, dass Du den weiten Weg auf Dich genommen hast!
Innenansicht des Shuttles
Miltan Klingenberg macht es sich im Cockpit bequem
Frauenpower
Ein Sulu am Steuer
Wenn der Captain die Brücke betritt
Die Oberste Direktive sollte lauten, überlasse niemals einen Rok das Kommando ;)

Jetzt am Ende noch eine kleine Ankündigung: Während der Veranstaltung wurden Videos gemacht, in den nächsten Tagen wartet da noch eine Überraschung auf Euch.

Besucht die Crew der U.S.S. K'Ehleyr: www.kehleyr.de

Montag, 10. Februar 2014

Destination Wuhlheide - Star Trek Tafelrunde auf Außenmission

Die Namensgeberin!
Kleine Preisfrage: Wie lange ist es her, dass die Tafelrundenmitglieder der Besatzung der USS K´Ehleyr einen Besuch abgestattet haben? Na? Richtig, drei Jahre und vier Monate! Hättet Ihr das gedacht?

Und darauf ein Root Beer....Oktober 2010 vor dem FEZ
Letzten Samstag war es dann mal wieder so weit! Immerhin waren drei der Leute von damals wieder mit dabei! Die Tafelrunde begab sich mit einer ansehnlichen Abordnung zum Berliner FEZ! (was heißt das gleich nochmal: Flachs, Firlefanz, Jux, Quatsch, Scherz, Spaß, Streich, Ulk, Unfug, Witz - siehe Duden
Nein, natürrlich heißt der ehemalige Pionierpalast der DDR jetzt Freizeit und Erholungszentrum, wie naheliegend! 
Aber zwischen Zauberern, Hexen und Pioniereisenbahnern findet sich in einer ehemaligen Abstellkammer ein wahres Kleinod für Trekkies: die Brücke eines Raumschiffs aus dem Star Trek Universum! Auch wenn es auf Grund fehlender Holo-Technologie rein äußerlich kaum Veränderungen zu unserem Besuch vor 3,5 Jahren gab, aber der Teufel (der mit den spitzen Ohren ) steckt ja bekanntlich im Detail, und das hatte es in sich! Was die Jungs (und Mädels?) aus den Konsolen rausgeholt haben - Faszinierend!




Da lacht das Trekkie-Herz und schreit ganz laut: MUSS ICH HABEN, ZU HAUSE!
Aber dazu sicher später noch mehr. Da gibt es in der Tafelrunde nämlich einige Leute, die sich mit den technischen Spezifikationen besser auskennen als wie so ein alter Landarzt wie ich! 
Vielen Dank von dieser stelle nochmals an die Crew der 'Kehle' für eure Gastfreundschaft, die Haschkekse; dafür, dass ihr uns auch mal an den Joystick gelassen habt und überhaupt! Schön mit Euch befreundet zu sein, ich hoffe, wir sehen uns dann alle bei der großen Tafelrunden FiveYearMissionParty im Mai!


Hinter den Kulissen
Für die Uniform oder ein Kommunikator allein macht noch keinen Offizier

Sonntag, 9. Februar 2014

Die Tafelrunde im Sammelfieber [Updated]

So einiges, was in der Geschichte des Merchandises unter dem Deckmantel eines "Star-Trek-Modells" verkauft wurde, verdient den klangvollen Namen der Franchise nicht unbedingt, wie die Firma Hotwheels gerade lebhaft unter Beweis stellt, indem sie neben ihrer Produktlinie mit Star-Trek-Raumschiffs-Miniatur-Modellen nun die Produktpalette mit Retro-Popkultur-Spielzeug-Autos ergänzt, deren Lack-Design sich bestenfalls lose an die kultigen Gold-Key-Comics aus den Siebzigern orientiert.

Bildquelle: startrek.com
So weit, so unnötig. Längst hat sich eine ganz andere Firma ein glänzendes Renommee erworben, wenn es um die Herstellung von Fan-Repliken geht. Schon seit geraumer Zeit hat sich die Firma Eaglemoss aus Großbritannien auf die Fertigung von Repliken für Abonnementhefte spezialisiert und bereits Sammelhefte zu Herr-der-Ringe-Schach, Doctor-Who-Figurinen oder James Bond-Fahrzeugen publiziert. Der im deutschen etwas holprige Name 'Adlermoos' steht nach einer neuen Reihe mit Schiffen aus den verschiedenen Serien in Star-Trek-Fankreisen hoch im Kurs und leidenschaftliche Sammler wie unser Tafelrundenmitglied K'olbasa haben längst ihre Fühler in Richtung Übersee und Richtung Inseln ausgestreckt, um ihre eigene Kollektion durch diese hochwertigen Modelle zu bereichern. Er selbst schwört aufgrund des Detailreichtums, der Kompaktheit und der Verarbeitung auf die formschöne NX-01.


So war es mir bereits mehrfach vergönnt, viele dieser Modelle einmal aus der Nähe betrachten zu dürfen und war überrascht, als unser (in letzter Zeit leider viel zu selten anwesende) Tafelrundenteilnehmer Gaya unserer Gemeinschaft via Facebook folgenden Beitag zukommen ließ.

Meine Überraschung war groß und da ich auf die Schnelle keine entsprechenden Beweise für diese Neuigkeit finden konnte, war meine Überraschung noch größer, als bei unserer letzten Tafelrunde Jean-Luc ein unhandlich großes Papp-Rechteck auf den Stammtisch warf und stolz berichtete, dieses Kleinod gerade im Kaufland für nur fünf Euro erworben zu haben. Im Nu brach das Sammlerfieber aus und an mehreren Ecken flammten Diskussionen darüber auf, wann und wo man dieses Produkt am besten erwerben könnte.



Für mich war es gleich am nächsten Tag soweit. Noch vor unserem Aufbruch zur K'Ehleyr im FEZ steuerte ich sicheren Schrittes auf einen Zeitschriftenhändler zu, sah das Objekt meiner Begierde dort ausliegen und griff zu. Von meinem Kauf inspiriert, steckte ich noch weitere Personen an, es mir gleichzutun und einige Mitglieder unserer Runde werden nun wohl ebenfalls das gleiche Modell der klassischen TNG-Enterprise vor sich zu stehen haben und werden nun nur allzu genau wissen, wovon ich nun berichte.

sie ist ein Modell und sie sieht gut aus

Lobenswerte Aspekte. Für die Eaglemoss-Modelle spricht vor allem anderen ihr hohes Maß an Qualitätsstreben. Dieses findet einen guten Kompromiss aus Metall- und Plastikteilen, zeichnet sich durch einen hohen Detailgehalt aus und die innovative Halterung, die darauf verzichtet, dass eigentliche Schiff durch Löcher oder Schienen zu verunstalten, kann ebenfalls als Alleinstellungsmerkmal herhalten. De facto setzen die handbemalten Eaglemoss-Schiffe sämtliche vorherigen Modellprodukte herab und auch alles, was danach kommt, wird sich an diesem neuen Standard messen müssen.
Vielleicht muss man es einfach noch einmal betonen: Es handelt sich um eine Modellserie, die im Magazinformat in Kiosken und Zeitungsläden verkauft wird. Gerade in diesem Zusammenhang sollte auch einmal darauf hingewiesen werden, dass die Schiffe dafür äußerst stabil verpackt sind und dennoch gut zu erkennen sind.
Als Zugabe gibt es ein knapp zwanzig Seiten umfassendes Begleitheftchen, in denen die USS Enterprise NCC-1701-D näher beleuchtet wird. Dort werden allerdings nicht nur die theoretischen Ausmaße und Fähigkeiten des fiktiven Raumschiffes behandelt, sondern auch eine Metaebene beschritten, indem die Designhistorie ebenfalls aufgegriffen wird.
Das unschlagbare Argument für den Erwerb der Enterprise D ist allerdings der geniale Preis von nur 4,99€. Der wird nämlich den tatsächlichen Kosten bei weitem nicht gerecht und schon allein deshalb kann ich an dieser Stelle nur dazu aufrufen, dieses Premierenheft käuflich zu erwerben. Und auch wenn der Preis für die nun im vierzehntägigen Rhythmus erscheinende Reihe auf 14,95€ anwachsen wird, bleibt das noch immer in einem bezahlbaren und vor allem angemessenen Rahmen.
Wer allerdings so richtig abstauben möchte, sollte gleich ein Abonnement abschließen, denn abgesehen von der Lieferung frei Haus erhält man auch noch zusätzliche Gimmicks wie einen das Modell des Galaxy-Refits aus "Gestern, Heute, Morgen", das Modell eines beleuchteten Borgkubus', eine Widmungsplakette (21,5x16cm), einen Sammelordner für die Begleithefte sowie den Zugang zu digitalen Ausgaben der Magazine.
Alles in Allem bleibt also festzuhalten, dass es nun endlich, seit dem Ableben des "Offiziellen Star Trek Magazins" (das war auch schon 2007) weder einigermaßen lohnt, regelmäßig den Zeitungsladen seines Vertrauens aufzusuchen.



Kritikwürdige Aspekte. Wer jetzt denkt "Huch, da hat sich die Tafelrunde aber mal zu einem Werbebeitrag herabgelassen! Wie viel die dafür wohl bekommen haben werden?" dem sei an dieser Stelle noch einmal nachhaltig versichert, dass wir natürlich sehr wohl wissen, dass längst nicht alles Gold ist, was glänzt.
So ist mir persönlich ein Exemplar zugefallen, in dem die Maschinenraumsektion nur dann hält, wenn das Schiff in seine Halterung gezwängt wurde. Die eigentliche Untertassensektion lässt sich partout nicht lösen und das Befestigen des Schiffes im Gestell ist eine Geschicklichkeitsübung, die Origami als simplen Hausfrauensport erscheinen lässt.
Zudem ist weniger oft mehr. Das Gesamtpaket hat die Größe einer aufgeschlagenen Tageszeitung und darin sind neben dem gut befestigten Modell in einer zusätzlichen Verpackungen auch lose mehrere Beipackzettel (Magazin, Modellübersicht, Umfragebogen und Bestellschein) in einen eingearbeiteten Schlitz gesteckt worden. Mir allein ist es beim Kauf, beim Einpacken ins Auto und beim Auspacken zu hause zu Boden gefallen, so dass die schiere Menge des Zettelwustes allein reichte, um Unbehagen in mir zu wecken.
Zumal beim Magazin auch inhaltlich einiges im Argen liegt. Neben einigen Übersetzungsholprigkeiten ("Datenstrom" S. 7, S. 9 oder S. 10, "Phaserstreifen" S. 5 oder "Anders gesagt, es gab nichts, was die 1.012 Besatzungsmitglieder vermissen mussten." S. 6) fällt beim Vergleich zwischen englischer und deutscher Fassung auf, dass das Flaggschiff der Föderation hierzulande anderthalb Meter länger ist, als im Original. Fast könnte man dem metrischen System die Schuld in die Schuhe schieben, doch auch im Original ist von "metres" die Rede.




Hinzu kommt, dass die Extraverpackung für die Modelle zwar so ansehnlich wie stabil ist, allerdings nicht noch einmal darauf hinweist, welches Schiff in diese Packung gehört. Für das erste Heft mag das noch nicht von Belang sein, doch wenn die Sammlung wächst, wird man ab einem bestimmten Zeitpunkt Schwierigkeiten haben, die korrekte Hülle wiederzufinden.
Aber auch anderen Nachlässigkeiten fallen bei zunehmender Sammlung auf: Bei manchen der späteren Modelle wie dem Bird of Prey oder der Voyager wären bewegliche Teile eine schöne Zugabe gewesen.
Schließlich muss man auch die Informationspolitik von Eaglemoss an dieser Stelle rügen. Während andere Star-Trek-bezogene Anbieter wie Tele5, Dorling Kindersley oder selbst die Bahnhofspassagen im Zuge ihrer Werbestrategie den Kontakt zu Fanorganisationen suchten und Mails an Vereine, Fantreffen oder Websites wie der unseren richteten, wurden wir von der Aktion förmlich überrascht. Da besteht auf jeden Fall noch einmal Nachholbedarf für die deutsche Sparte des britischen Anbieters.


Modelle. Für die Datierung, die selbstverständlich ohne Gewähr ist, habe ich mal einfach ausgerechnet, wann welches Modell bei einem vierzehntägigen Veröffentlichungsabstand an der Reihe wären. Ob sich die Reihenfolge so hält und ob sich die Termine mit den von mir ins Rennen geworfenen Daten schneiden, wird "das unentdeckte Land" zeigen.

Ausgabe 01 (05. Februar 2014): USS Enterprise NCC-1701-D, Galaxy-Klasse
Ausgabe 02 (19. Februar 2014): USS Enterprise NCC-1701 (Refit), Constitution-Klasse
Ausgabe 03 (05. März 2014): Klingonischer Bird of Prey
Ausgabe 04 (19. März 2014): Enterprise NX-01, NX-Klasse
Ausgabe 05 (02. April 2014): Romulanischer Warbird, D'deridex-Klasse
Ausgabe 06 (16. April 2014): USS Voyager, Intrepid-Klasse
Ausgabe 07 (30. April 2014): Klingonischer Schlachtkreuzer, K't'inga-Klasse
Ausgabe 08 (14. Mai 2014): USS Excelsior, Excelsior-Klasse
Ausgabe 09 (28. Mai 2014): USS Defiant, Defiant-Klasse
Ausgabe 10 (11. Juni 2014): Borg-Sphäre


Ferner sind auch noch Modelle wie die Akira-Klasse angedacht, für die es allerdings noch keine Veröffentlichungszusage zu geben scheint.

Fazit. Jeder Star-Trek-Fan will ein Schiff. Manche begeben sich hin zu Spielen wie Star Trek Online; andere suchen wie auf der kommenden Destination auf einem Nachbau der Brücke das erhebende Gefühl, ein ganzes Raumschiff zu kontrollieren.
Eine Nummer kleiner bietet es Eaglemoss nun jedem Anhänger: Sein Lieblingsmodell kann er bequem im Zeitungsladen erwerben und das auch noch zu einem Preis, der nicht allzu sehr schmerzt. Dabei gelingt der Spagat zwischen Qualität und Kommerz ausgesprochen gut und nicht zuletzt deswegen können wir den Kauf nur jedem Leser wärmstens ans Herz legen.


Bewertung. Unbedingte Kaufempfehlung!

Eure Bewertung:

Nachtrag. Mit etwas Erschrecken habe ich beim Bewundern meiner bislang angesammelten Modelle festgestellt, dass auf meiner Enterprise eine Beschriftung falsch aufgetragen wurde. Immerhin hat eine Internetrecherche nach diesem ominösen "INTIAPARINU" mich dahingehend beruhigen können, dass auch andere das gleiche Problem haben, aber ein bisschen doof fühlt sich das trotzdem an. Das ist so ein klein wenig wie ein kleiner Pickel im Gesicht: Eigentlich sieht niemand ihn, aber man selbst weiß, dass er dort ist und fühlt sich dadurch gestört.

Intiaparinu?

Weiterführende Leseliste.

Eaglemoss 01. USS Enterprise NCC-1701-D
Eaglemoss 02.
USS Enterprise NCC-1701 [Refit]
Eaglemoss 03.
Klingonischer Bird-of-Prey
Eaglemoss 04.
Enterprise NX-01
Eaglemoss 05.
Romulanischer D'deridex-Warbird
Eaglemoss 06.
USS Excelsior
Eaglemoss 07.
USS Defiant 
Eaglemoss 08.
K't'inga Klasse
Eaglemoss 09.
USS Voyager
Eaglemoss 10.
Akira-Klasse
Eaglemoss 11.
Jem'Hadar Schlachtkreuzer
Eaglemoss 12.
USS Reliant NCC-1864 
Eaglemoss 13.
Borg Sphäre 
Eaglemoss 14.
Romulanischer BoP (2152) 
Eaglemoss 15.
Tholianisches Schiff (2152)
Eaglemoss 16.
USS Prometheus
Eaglemoss 17.
Xindi-Insektoiden-Schiff
Eaglemoss 18.
USS Enterprise NCC-1701-E
Eaglemoss 19.
Vor'Cha Klasse
Eaglemoss 20.
Die USS Dauntless
Eaglemoss 21.
Der Ferengi Marauder
Eaglemoss 22.
Die Nova-Klasse
Eaglemoss 23.
Die Galor-Klasse
Eaglemoss 24.
Die USS Stargazer
Eaglemoss 25.
Bajoranischer Sonnensegler
Eaglemoss 26.
Nebula-Klasse
Eaglemoss 27.
Krenim-Zeitwaffen-Schiff
Eaglemoss 28. Maquis-Raider
Eaglemoss 29. Jem'Hadar Jäger 
Eaglemoss 30. Nausicaanischer Raider 
Eaglemoss 31. Romulanischer Warbird Valdore
Eaglemoss 32.
Runabout Orinoco
Eaglemoss 33.
Cardassianische Hideki-Class
Eaglemoss 34.
Surak-Klasse
Eaglemoss 35.
Bird of Prey (22. Jahrhundert)

Premium 001.
Shuttle Typ 6

Sondermodell 01.
Deep Space 9
Sondermodell 02.
USS Enterprise 1701 (2009)
Sondermodell 03.
Die USS Vengeance
Sondermodell 04.
Klingon D4 Angriffsjäger

Abo Geschenk 01.
Borg-Kubus
Abo Geschenk 02.
Future Enterprise