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Donnerstag, 2. November 2017

Eaglemoss Sonderausgabe Nr.10: Raumstation K-7

   

Einleitung

Fragt man einen Fan, welche Episode der klassischen Serie ihm am meisten im Gedächtnis geblieben ist, dann lautet die Antwort mit ziemlicher Sicherheit "Kennen Sie Tribbels?". Diese Folge bietet eine bisher einzigartige Form von Humor die innerhalb dieser Serie einzigartig bleiben sollte.
Alles beginnt mit einem Notruf von der Raumstation K-7, die nahe an der Grenze zum klingonischen Reich positioniert ist. Ein etwas paranoider Vertreter der Föderation, ein Mister Baris, beordert so die U.S.S. Enterprise zur Station, weil er zusätzlichen Schutz für das Getreide Quadrotriticale haben will. Davon lagern an Bord der Station mehrere Tonnen, die für den nahe gelegenen Sherman-Planeten bestimmt sind. Kirk ist von dieser Aufgabe eher wenig begeistert und liefert sich im Anschluß daran mehrere witzige Wortgefechte mit Mister Baris.
Und um die Situation noch komplizierter zu machen, trifft noch ein klingonischer Kreuzer, die I.K.S. Gr'oth bei der Station ein und pochen auf ihr Recht, nach dem Vertrag von Organia, hier Landurlaub machen zu dürfen. Mister Baris ist natürlich nicht damit einverstanden, aber Kirk hat nichts dagegen wenn sich, Zitat "die Eierdiebe" ein paar schöne Stunden machen. Natürlich dauert es nicht lange bis die Crews der beiden Schiffe aneinander geraten und sich eine heftige Schlägerei in der Bar der Station liefern. Mittendrin in diesen Ereignissen, steht der Händler Cyrano Jones, der hier seine Tribbles verkauft, aber verschweigt, dass die Tierchen schnell zu einer Plage werden können. Denn wenn man sie füttert, reproduzieren sie sich rasend schnell, so dassok die Station sowie die Enterprise bald von Millionen von kleinen gurrenden Pelzknäuel bevölkert werden. Als klar wird, dass die Tiere sich durch die Lüftungsschächte bewegen können, befürchtet man, dass die Tribbels sich auch über das Lager des Getreides hermachen könnten. Als man dieses begutachten möchte und eine Lucke öffnet, purzeln hunderte von Tribbles aus dem Getreidespeicher. Doch nun tragen die kleinen Wollmöpse dazu bei, eine Intrige aufzudecken. Viele der Tribbels aus dem Getreidespeicher sind nämlich tot, weil das Saatgut vergiftet wurde. Es stellt sich heraus. dass der Assistent von Mister Baris, Arne Darvin, ein klingonischer Spion ist, der den Auftrag hatte die Kolonisierung der Föderation auf dem Sherman-Planeten zu sabotieren. Nach Abschluß des Falls kehrt Kirk wieder auf sein Schiff zurück, das nun völlig frei von Tribbles ist. Als der Captain wissen will, wohin die Tierchen gebracht wurden, beantwortet Scotty ihn die Frage grinsend damit, dass er alle Tribbles auf das Klingonenschiff gebeamt hat.
Einhundertundfünf Jahre später will sich der entehrte Arne Darvin, der wegen seines Versagens von den Klingonen ausgestoßen wurde, an Kirk rächen. Zu dieser Zeit holt die Crew der U.S.S. Defiant NX-74205 einen bajoranischen Drehkörper ab, der Reisen durch die Zeit ermöglicht. Darvin gelangt an Bord der Defiant und nutzt den Drehkörper um ins Jahr 2268 und auf die Station K-7 zurück zu gelangen. Er versteckt eine Bombe in einem der Tribble, die Kirk töten und den Verlauf der Geschichte verändern soll. Glücklicherweise kann der Anschlag von Captain Sisko und seiner Crew verhindert werden und die Defiant kehrt ins 24. Jahrhundert zurück.

Kirk und "seine" Tribbels. (Bild: Memory Alpha)

Begegnung zweier Captains (Bild: Memory Alpha)

Das Modell

Modelle von Raumstationen haben in der Raumschiffsammlung Seltenheitswert. Nach der ersten Sonderausgabe vor zwei Jahren, ist K-7 erst das zweite Modell dieser Art und noch dazu ein äußerst gelungenes. Das Modell von Eaglemoss gibt alle Details der Filmvorlage wieder, angefangen von den vielen Fensterreihen, der Beschriftung "United Federation of Planets" und sogar der Shuttlehangar an der Unterseite der Station wurde detailliert nachgebildet. Das Modell besteht hauptsächlich aus Kunststoff, lediglich der untere Teil aus Metall.
Wirklich heftige Kritikpunkte sucht man bei dem Modell vergebens, aber trotzdem gibt es ein oder zwei kleine Dinge die man bemängeln könnte. So sind mal wieder die Fensterdrucke auf dem Hauptkegel daneben gegangen und nicht in den dafür vorgesehenen Vertiefungen. Cool währe es auch gewesen Miniaturen des Schiffes von Cyrano Jones und das Stationsshuttle im Hangar einzubauen, aber man kann eben nicht alles haben.

Die danebengegangenen Fensterdrucke.
 
Der Hangar wurde exakt wiedergegeben, aber leider ohne Inhalt.



Die Halterung

Na sowas, hier gibt's ja mal eine. Wir erinnern uns an das Modell von Deep Space Nine, wo man auf eine Halterung verzichtete. Bei Eaglemoss scheint wohl diese kleine Kritik angekommen zu sein und hat bei K-7 eine äußerst geniale Halterung mit beigelegt. Die Station wird in eine Mulde, die aus drei Haltebacken besteht, eingesteckt mit der das Modell gut aufgestellt werden kann. Allerdings ziemlich schief. Vielleicht habe ich wieder das berühmte Montagsexemplar erwischt, aber bei mir steht die Station ziemlich schräg in der Halterung. Übrigens kann das Modell auch ohne die Halterung aufgestellt werden, den das Modell ist ziemlich gut ausbalanciert, sodass es nicht zur Seite kippt.



Unheimliche Station der krummen Art.

Begleitheft

Das Begleitheft bietet diesmal nicht die öde Lektüre der vorangegangenen, sondern informiert den Leser mit interessanten Hintergrundinformationen über die Entstehung der Folge "Kennen sie Tribbels?". Kaum zu glauben, aber Gene Roddenberry mochte das Drehbuch dieser Episode nicht, da er befürchtete, dass 'sein Star Trek' zu einer 'Comedy Show' verkommen könnte. Selbst er war überrascht darüber, dass diese eine Episode schließlich zu der berühmtesten der alten Serie werden würde.
Als Star Trek 1996 seinen dreißigsten Geburstag feierte, beschlossen die Produzenten für die aktuelle Serie (damals DS9) eine Jubiläumsfolge zu produzieren. Die Crew von Captain Sisko sollte via Zeitreise auf die von Captain Kirk stoßen. Um dies zu realisieren wurde ein enormer Aufwand betrieben. Da man zu der Zeit noch mit Studiomodellen drehte, musste zuerst eine neue K-7 gebaut werden. Das Originalmodell ging mit der Zeit verloren. Das neue Modell war viel detailierter und zeigte auch die schon erwähnten kleinen Schiffe in seinem Hangar.
Auch musste ein neues Enterprise-Modell gebaut werden, weil das Original sich zu der Zeit bereits im Smithsonian Museum befand. Mittels Computertechniken wurden die Schauspieler in Szenen aus der Originalfolge eingefügt und hinterlassen den Eindruck, als wenn diese zusammen mit den Darstellern aus den sechsziger Jahren gedreht hätten. Für einige Szenen wurden extra einige der Kulissen von der Enterprise und K-7 nachgebaut, und dabei wurde auch auf jedes Detail geachtet.
Die DS9-Episode "Immer die Last mit den Tribbels" kostete am Ende ganze drei Millionen Dollar und man sieht die Mühe und Liebe zum Detail der Folge auch an. Es ist daher kein Wunder das auch diese Folge mit zu den besten Star Trek-Episoden aller Zeiten zählt.

Das Originalmodell von 1968. (Bild: memory alpha)

Das neue Modell von 1996 war viel detaillierter, was man am Hangar erkennen konnte.

Via Computer wurden die DS9-Schauspieler in die alte Serie eingefügt.

Spezifikationen



Daten zum Modell

    

L x B: ca. 137 mm x 183 mm
Höhe mit Stand: ca 145 mm
Material: Kunststoff und Metall
Hersteller: Eaglemoss Collections 2017


Bewertung und Fazit

Das Modell von K-7 sollte in keiner Sammlung eines TOS-Fans fehlen.
Und vergesst Scottys Weisheit nicht: "Nur ungern nimmt der Klingonenmann statt barer Münze Tribbles an."


Mittwoch, 13. September 2017

Eaglemoss Nr.67: Klingonische D7-Klasse


Einleitung

Gibt es aus der Original-Star-Trek-Serie überhaupt ein anderes Raumschiff, das einen ähnlichen hohen Kultstatus wie die U.S.S. Enterprise genießt?
So wie schwarz und weiß oder Ying und Yang, ist der klingonische D7-Kreuzer das Gegenstück zur Enterprise. Umso beachtlicher ist die Tatsache, das es bis zur dritten Staffel der Serie dauerte, bis es das Klingonenschiff überhaupt auf den Fernsehschirm schaffte. Selbst beim ersten Auftritt der Klingonen in der Episode "Kampf um Organia" wurde das Schiff nur im Dialog erwähnt. Viele Fans erinnern sich mit Sicherheit an die legendäre Folge "Kennen Sie Tribbles?", in der ein Kreuzer die Station K7 anfliegt. Selbst dort war aber in der Originalfassung kein Schiff zu sehen.
Das lag natürlich daran, das damals einfach kein Geld zur Verfügung stand um ein Modell des Kreuzers zu bauen. Umso mehr ist es eine Freude, sich die Remastered-Edition der Originalserie anzusehen. Durch die CGI-Effekte bekam der D7-Kreuzer auch endlich seinen Auftritt in jenen entsprechenden Episoden, in denen er zuvor nur im Dialog erwähnt wurde.
Das Aussehen des Kreuzers ist einfach einmalig. Angefangen bei seinem flügelähnlichem Rumpf mit den Warpgondeln, dem lange Hals mit der Kugel und dem Kobrakopf, der originale Kreuzer ist ein wahrer Designklassiker, der zu Recht auch noch die Grundlage für alle nach ihm entworfenen Klingonenschiffe bildete.
Das originale Modell (Bild: ex astris scienta.org)
 
Die CGI-Version des D7. (Bild: memory alpha)
Schittmodell durch den Bug des Kreuzers. (Bild: memory beta)

Das Modell

Ach herrje, was hat Eaglemoss sich denn dabei gedacht? Man möge mich bitte nicht falsch verstehen, den das Modell des D7-Kreuzers ist vergleichbar mit dem schon vor fast zwei Jahren erschienenen Modell des K't'inga-Kreuzers . Im Vergleich scheinen beide Modelle die selbe Größe zu haben, aber was die Detailgenauigkeit angeht, verliert der D7, denn das Modell ist ein wenig zu schlicht gestaltet. Zumindest am Bug wurden die Fensterreihen nicht umgesetzt, die man dort ruhig hätte aufdrucken können. Am Heck fehlen leider auch die Impulsmotoren. Aber immerhin wurden die klingonischen Hoheitsabzeichen nicht vergessen und sogar sehr fein und detailliert aufgedruckt.

Die fehlenden Fensterreihen sind schon ein dicker Minuspunkt.

Aber immerhin wurden die Hoheitsabzeichen nicht vergessen.

Die Halterung

Zu der gibt's nicht viel zu sagen. Hält das Modell stabil in Position.

Begleitheft

Besonders interessant fand ich hier den Artikel, der sich mit der Entstehung des Kreuzers befasst. Bislang hatte ich nämlich noch gar nicht gewusst, dass der Modellbauhesteller AMT den D7 für die dritte Staffel der Serie ermöglicht hat. AMT gibt es übrigens noch immer und nach wie vor produziert man dort Star Trek Modellbausätze, was zeigt, wie sehr diese Firma mit dem Star Trek-Franchise verbunden ist. 
Ist es überhaupt noch eine Überraschung, dass der D7 von Walter Jefferies designt wurde?
Eigentlich nicht, den fast alles in der Originalserie stammt aus seinem Ideenpool.
Interessant ist auch der Artikel, der sich mit der klingonischen Sprache beschäftigt. Klingonisch ist wohl die einzige fiktive Sprache, die einen extrem hohen Kultstatus genießt. Hatte alles mit ein paar Wörtern für den ersten Kinofilm angefangen, so entwickelte sich mit der Zeit eine Sprache mit eigener Grammatik daraus, die man erlernen kann. Ich muss gestehen das ich selber mal versucht habe klingonisch zu lernen, aber manche Wörter sind derartige Zungenbrecher, dass ich sie nicht hinbekommen habe, worauf ich es besser sein gelassen habe. Ist wohl auch besser so, denn was passieren kann wenn man einen Klingonen unbeabsichtigt beleidigt, weiß wohl jeder Trekkie 😜.



Walter Jefferies (1921-2003) mit seinem Kreuzer. (Bild: memory alpha)


Spezifikationen


Daten zum Modell


L x B: ca. 134 mm x 95 mm
Höhe mit Stand: ca. 78 mm
Material: Kunststoff und Metall
Hersteller: Eaglemoss Collections 2017


Bewertung und Fazit

Auch wenn das Modell am Ende etwas schlicht ausfällt, gehört es definitiv in jede Raumschiffsammlung.



Nachtrag 

Vor einigen Jahren brachte der Modellhersteller Revell einen Bausatz des D7 heraus, bei dem man sich wohl an die Vorlage der Remastered-Version gehalten hat. Leider wird der Bausatz nicht mehr produziert, was sehr schade ist. Deswegen werde ich mein Exemplar auch ein bisschen in Ehren halten.

Das Plastikmodell aus dem Hause Revell.

In dem Modell ließ sich sehr gut eine Beleuchtung einbauen.

Dienstag, 26. April 2016

Faszinierend! Star Trek und seine Fans

Nun ist es nicht mehr all zu lang hin, bis uns JJ Abrams und Simon Pegg mit dem neuesten Teil der Abrams-Trilogie beglücken. Auch steigt beim geneigten Fan so langsam die Vorfreude auf die für 2017 angekündigte neue ST-Serie. War sonst noch was? Ja, Star Trek wird in diesem Jahr 50 Jahre alt. Und was den Fackelträgern des ST-Universums nicht wirklich gelingt schaffen wie schon so oft in der Geschichte dieses wohl einmaligen Franchise die Fans. Da schießen wie verrückt Fanfilmproduktionen wie Pilze ans Tageslicht (die STTRHD berichtete). Woanders werden Fanträume in Beton gegossen, wird gebaut (USS K'Ehleyr) und der Phantasie freien Raum gelassen, ob nun in Wort, Bild oder Ton.
Seit Monaten begeistert uns die Star-Trek-Raumschiffsammlung von Eaglemoss nicht nur auf diesem Blog. Und auch hier werden die Fans kreativ, machen die Modelle kaputt nur um daraus wieder neue Schiffe zu bauen. Wir verneigen uns vor dem geballten Einfallsreichtum der Fans, denn ohne sie (uns) hätte wohl Star Trek nicht die 50 Jahre überlebt.
In regelmäßigen Abständen berichten wir über die Aktivitäten der Fans in Berlin, Brandenburg und dem Rest der Welt.
Erinnert sei an dieser Stelle an die überaus interessante Webside unseres Freundes Frank. (Star Trek Comics) oder an die Basteleien von Kostja und Damon.
Nun aber zu unserem heutigen Gastbeitrag. Als Sammler von Star-Trek-Actionfiguren war ich natürlich schon längst auf diese neue Seite aufmerksam geworden, und so lag es nah, dass wir mit dem Macher dieser Seite schnell in Kontakt kamen. Wir möchten Sebastian hiermit die Gelegenheit geben, seinen Blog etwas vorzustellen.

Liebe Freunde der Star Trek Tafelrunde „Hermann Darnell“,
als Besucher von einigen Star Trek-Blogs und Eurer Seite inspiriert, hatte ich im März die Idee zu meinem eigenen Blog. Ich bin schon seit vielen Jahren ein Classic Trekkie und sammle überwiegend Action-Figuren von der Originalserie. Ein Fan bin ich Ende der Achtziger Jahre geworden, als ich Wiederholungen der Serie noch damals in SAT.1 gesehen habe. Erste Action-Figuren hatte ich dann Anfang der Neunziger Jahre auf einigen Star Trek-Conventions gesehen.

Mich faszinierten diese Action-Figuren und mein Peter Pan-Syndrom war in vollem Gange. Bis heute begeistert mich Star Trek und ich möchte meine Begeisterung auch gerne mit anderen teilen. Für mich ist das Sammeln von Action-Figuren Spaß, Freude und Leidenschaft. Der Hersteller „Mego“ brachte Ende der 70er Jahre die ersten üblichen Star Trek Action-Figuren auf den Markt, später tat dies „Galoob“ Mitte und Ende der 80er Jahre. Von diesen Herstellern war ich nicht sehr angetan, obwohl Original-Figuren heutzutage von „Mego“ einen beächtlichen Wert darstellen. Ich besaß einige Figuren dieser Hersteller auch einmal, veräußerte aber diese später wieder, weil mir die Figuren von „Mego“ zu „puppenartig“ gestaltet waren und die anderen trafen einfach nicht meinen Geschmack.

Die Action-Figuren von „Playmates“ hatten es mir dann schließlich bis heute angetan. Diese lebendigen Erinnerungen an mittlerweile fast 50 Jahre Star Trek sind für mich die Action-Figuren die meine Sammelleidenschaft bis heute erfüllen. Aber auch viele Action-Figuren von Art Asylum und Diamond Select Toys und die Serie von K-reo gehören mit zu meiner Sammlung.

Mein Sammelgebiet der „Playmates“ Action-Figuren erstreckt sich von denen, die Anfang bis Ende der 90er Jahre produziert wurden. Die 4,5“ inch Figuren sind bis zu 12 cm groß, sind aus Kunststoff, haben bewegliche Gelenke und sind mit einer individuellen Nummer unterhalb des Fußes ausgestattet.

Meine Facebook-Seite, auf der ich Neuigkeiten und Erscheinungstermine von Figuren vorstelle und mein Blog, der sich mit Action-Figuren und Merchandising hauptsächlich von Star Trek Classic beschäftigt, freut sich auf neue Besucher, Kommentare und noch mehr auf Likes, aber auch Vorschläge, was ich besser machen kann. Vielen Dank an die Tafelrunde, die mir die Gelegenheit gibt, meine Seite bei Euch vorzustellen. Ich freue mich auf Euren Besuch:

www.fas-cinating.blogspot.de
https://www.facebook.com/startrekclassic/

Danke Sebastian für diesen wirklich interessanten Einblick in Deine Sammlerwelt! Dein Blog ist ein wahres Kleinod, mach weiter so, wir sehen uns sicher irgendwo im Netz! :)

Mittwoch, 16. März 2016

Mehr als die Summe seiner Teile - Das Haynes Enterprise Puzzle in der Kritik


Einleitung. 'Nanu', mag sich der ein oder andere treue Leser dieses Blogs wundern, 'Hat denn mittlerweile bei der Tafelrunde endgültig die Langeweile Einzug gehalten, dass es nun neben den ohnehin zahlreichen Modell-Artikeln plötzlich sogar Puzzle besprochen werden?'

Nanu, müssen wir an dieser Stelle entgegenhalten, solcherlei Ansichten sind aber reichlich antiquiert!
Zum Einen, weil Puzzles tatsächlich ein probates Mittel sind, um im Alltagsstress Entspannung, Ausgleich und Abwechslung zu bieten. Zum Anderen fordern sie das bisweilen vom Alltagstrott eingefahrene Hirn auf eine Art und Weise, die den grauen Zellen erlaubt, sich anderweitig zu betätigen um nicht vollends in den Strudel der Monotonie hinabgerissen zu werden.
Und schließlich darf auch der Hinweis nicht fehlen, dass Puzzles selbst in Star-Trek-Folgen wie „Die imaginäre Freundin“, „Neue Intelligenz“ oder „Zersplittert“ davon zeugten, dass diesem vermeintlich langweiligen Zeitvertreib noch eine spannende Zukunft bevorsteht.


Natürlich besprechen wir an dieser Stelle nicht irgendein x-beliebiges Star-Trek-Puzzle, sondern ein ganz besonderes. In einer nicht unbedingt alltäglichen Kooperation zwischen Haynes, die bis dato vor allem durch geniale Querschnittansichten in „Die USS Enterprise. Technisches Handbuch“ aufgefallen waren, und einem britischen Produzenten erschienen sowohl die USS Enterprise NCC-1701 als auch der klingonischen Bird of Prey als tausendteiliges Puzzle. Ob sich die optisch fraglos vielversprechende Anschaffung wirklich lohnt, wollen wir im Folgenden erörtern.


Lobenswerte Aspekte. Die tausend detailreichen Teile bieten, sofern man wie ich als ausgesprochen träger Gelegenheitspuzzler zwei bis drei Stunden täglich investiert, etwa fünf Tage Kombinationsvergnügen (wer schneller ist als ich darf mich natürlich gern in den Kommentaren mit Häme überschütten).
Der beste Kaufgrund und große Hilfe bei der Fertigstellung ist dabei der hohe Detailgrad des Motivs, der einem Ausschnitt gleich tiefe Blicke in die Eingeweide der klassischen TOS-Enterprise bietet. Vor allem die Größe des Endprodukts von immerhin 68x48cm verspricht ungleich mehr Möglichkeiten zur Identifikation einzelner Bildinhalte wie Brücke, Warpgondeln oder Erholungsdeck, als dies dem als Vorlage gedachte "Handbuch" es aufgrund seiner Seitengröße und Bildteilung je möglich gewesen wäre. Nach der Fertigstellung blickt man jedenfalls mit stolzgeschwellter Brust auf eine echte Augenweide, mit dessen Motiv allein man sich schon Stunden glückseliger Träumerei bescheren kann.
Natürlich hat man als Experte einen großen Vorteil beim Zusammensetzen. Zumindest wenn man ungefähr weiß, wohin die Bussard-Kollektoren, die Sensorphalanx oder der Shuttle-Hangar gehören. Aber auch sonst hält sich der Schwierigkeitsgrad trotz der tausend Teile nicht zuletzt deshalb in Grenzen, weil auch eine differenzierte Farbgebung auf den Teilen mehr oder weniger verrät, in welche Ecke des Puzzles es gehört. Für Laien bietet es jedenfalls einen gelungenen Spagat zwischen Anspruch und Machbarkeit. 


Kritikwürdige Aspekte. Zuweilen stören die vielen Details dann aber doch. Nicht etwa, dass das entblößte Schiff zu viele davon hätte, aber dass in sechs munter verteilten Blasen mehrere Details highlightartig vergrößerte wurden, mutet nicht zuletzt aufgrund der Größe des Motivs deplatziert an. In der Kombination mit zwei weiteren (inhaltlich unnötigen) Textblasen und einer (im Vergleich zum Querschnitt) miesen Original-Ansicht der Enterprise muss man sogar deutlich von einer Überfrachtung sprechen.
Des Weiteren fehlt der Packung eine geeignete Vorlage, an der man sich orientieren könnte. Selbst als langjähriger Star-Trek-Experte kann man einige Teile gelegentlich nicht zuordnen und wenn man nicht gerade das ohnehin nur bedingt als Muster geeignete "Handbuch" (das Motiv wird dort auf zwei Seiten aufgeteilt, deren Mitte kaum mehr erkennbar im Einband verschwindet), kann es mitunter frustrierend sein, das ein oder andere Teil zuzuordnen.
Dem eigentlichen Höhepunkt des Produktes, den vielen Details des Querschnitts, fehlt übrigens das, was die berühmten Okudagramme des damaligen TNG-Technikberaters so unterhaltsam gemacht haben: Autos, Enten oder andere augenzwinkernde Easter-Eggs sucht man leider vergebens.
Größtes Manko allerdings ist die Verfügbarkeit, denn dieses an sich ansprechende Puzzle kann man noch immer nur in Großbritannien erwerben. Zwar sind Dank des Internets die Schranken zwischen den einzelnen Nationalstaaten durchlässiger geworden, doch gerade im Hinblick auf Lieferzeiten, mögliche Probleme mit dem Produkt und etwaigen Sprachbarrieren kann sich dieser Umstand zu einem echten Nachteil entwickeln.


Kundenservice. So jedenfalls mein Gedanke, als mir die Idee kam, den Worst Case für diese Rezension einmal künstlich heraufzubeschwören. Ich gab vor, dass mir ein bestimmtes Teil fehlen würde und wandte mich an die Hersteller.
Was nicht so einfach war.
Auf der Verpackung waren nämlich keine erkennbaren Kontaktinformationen zu finden. Nur das Logo und die Website einer Firma mit dem wenig vertrauenserweckenden Namen 'demanddvd', die ich daraufhin ausfindig zu machen versuchte. Statt einer Website fand ich einen Online-Katalog, auf dessen letzter Seite eine Email-Adresse stand, die ich pauschal anschrieb. Bereits am nächsten Tag (einem Samstag!) erhielt ich eine freundliche Antwort mit der Versicherung, in der nächsten Woche einen Ersatz per Post zugeschickt zu bekommen, Als ich nach einem halben Jahr ohne das erwartete Teil eine weitere Email schrieb, erhielt ich wiederum eine zügige Antwort mit der Versicherung, bereits in der nächsten Woche einen Ersatz zu erhalten.
Das war vor knapp einem Jahr.
Post von 'demanddvd' habe ich bislang noch nicht erhalten.


Härtetest. Aber zum Glück hatte ich alle Teile. Zwar hatte ein Kleinkind auf dem Höhepunkt seiner oralen Phase sein noch in der Entwicklung befindliches Gebiss an einem Eckstück ausgetestet, doch die Beschädigungen hielten sich in Grenzen.
So kam mir die Idee, meinem Stolz auf das erfolgreich zusammengestellte Werk dadurch Ausdruck zu verleihen, dass ich es wie eine Jagdtrophäe für jederman gut sichtbar in meiner Wohnung aufhängen würde. Dazu griff ich auf einen Puzzle-Kleber zurück, der auf die Oberfläche eines Puzzles aufgetragen wird, um die losen Teile miteinander zu verbinden.
Gerade für Puzzles niedriger Qualität stellt sich spätestens ab diesem Augenblick der Moment der Erkenntnis ein, denn bei einer schlechten Verarbeitung oder minderwertigem Material neigen so manche Produkte hier zur endgültigen Kapitulation.
Obwohl Briten ihren eigenen Produkten zuweilen die Qualität abstreiten, bleibt festzuhalten, dass die Anwendung des Klebers überraschend gut funktionierte. Lediglich eine Puzzleteilecke (leider mitten im Bild) löste sich von der Oberfläche, während der Rest problemlos und ohne Schaden zu nehmen erhalten blieb.



Fazit. Hand aufs Herz: Das Enterprise-Querschnittsmodell von Haynes ist ein Leckerbissen für Star-Trek-Fans. Ein zeitloses Motiv, dass selbst dann noch ein würdiges Puzzlemotiv abgibt, wenn es durch unnötige Zusätze überfrachtet wird oder eine angemessene Vorlage fehlt.
So bleibt der britische Anbieter die Achilles-Ferse seines eigenen Produktes und es bleibt allen Käufern nur zu wünschen, dass es keine großen Komplikationen gibt, denn 'demanddvd' ist schwerer zu stellen als ein getarnter romulanischer Warbird.


Bewertung. Lohnenswerte Anschaffung – solange kein Teil fehlt...


Samstag, 26. Dezember 2015

Meine Reise durch Star Treks Zockerversum - 1979 Microvision Phaser Strike

Microvision von MB (Quelle)
Ende der 70er Jahre begann die Zeit der Handheld-Konsolen, also kleiner tragbarer Computer mit Display und Spielefunktion (ja, so könnte man auch ein Smartphone beschreiben). Die ersten Geräte hatten meist fest verbaute Spiele und waren dementsprechend nicht erweiterbar. 1979 brachte Jay Smith bei der Firma Milton Bradley den Microvision auf dem Markt. Die Besonderheit: das Gerät enthielt nur das Display und die Steuerung, während das eigentliche Spiel, inklusive Prozessor, über Module dazugekauft werden musste. Als eines der ersten seiner Art war es jedoch nur leidlich interaktiv. Das LCDisplay zeigt gerade mal 16x16 Bildpunkte, der Rest war der Fantasie des Spielers (und dem Verpackungsdesigner) überlassen. Dementsprechend gab es lediglich 13 Spiele und der Handheld wurde nach zwei Jahren vom Markt genommen.

Das Modul Star Trek Phaser Strike (Quelle)
AMiViSi
Das einzige Spiel mit Lizenz hieß Star Trek Phaser Strike. Leider lief die Lizenz bereits innerhalb der zwei Jahre aus und wurde nicht erneuert, weswegen das Spiel letztlich nur noch Phaser Strike genannt wurde. Den Artikel hier möchte ich vor allem des Titels wegen verlinken: When Blocky Klingons Attack. Ja und so spielt es sich dann auch. Wir wählen Schiffslänge, Geschwindigkeit und Anzahl und können dann mit unserem T-Zeichen, nein, der Enterprise versuchen, die Gegnerwellen/Pixelzeilen aus dem Weltraum zu pusten. Entweder von links, von rechts oder der Mitte. Sterben ist nicht, nur einen schlechten Highscore bekommen und den merkt sich das Spiel noch nicht mal, also ehrlich sein und aufschreiben. Joar... Bei anderen Spielen ging es um Baseball, Pinball oder Sea Duel. Welch ein Spaß... Natürlich hat auch jemand für dieses Gerät einen Simulator geschrieben. Wer die Action also unbedingt nachempfinden möchte (inklusive Option: simulate weak battery - sehr zu empfehlen), geht auf AMiViSi - A MicroVision Simulator.


Spaßfaktor


Auflistungen aller Trek-Spiele, unterschiedlich vollständig:
Wikipedia (engdt), Memory Alpha (engdt).

Und die Reise geht weiter ...
Teil 1 1971 Star Trek
Teil 2 1973 Empire (PLATO) und Netrek
Teil 3 (aktueller Artikel) 1979 Microvision Star Trek Phaser Strike

Samstag, 11. Juli 2015

Meine Reise durch Star Treks Zockerversum - 1973 Empire (PLATO) und Netrek

Bei diesem Spiel muss ich tatsächlich etwas weiter ausholen. 1962 entwickelten die MIT-Studenten Martin Graetz, Steve Russell und Wayne Wiitanen das Spiel Spacewar!, welches sich mit dem Titel "erstes Spiel auf einem Minicomputer" schmücken darf und als eines der ersten Shoot'Em'Up-Spiele gilt. Der Digital PDP-1 projizierte für zwei Spieler jeweils ein Raumschiff, welche um einen Stern fliegen. Die Spieler versuchen sich gegenseitig abzuschießen und müssen dabei gegen die Gravitation des Sterns ankämpfen.
Spacewar! auf dem PDP-1. Das linke Bild stammt von Joi Ito.
Das Lernsystem PLATO (Quelle).
Spacewar! gilt wiederum als Vorlage für das Spiel Empire, welches 1973 als Teil einiger studentischer Übungen von John Daleske geschrieben wurde und zwar für das System PLATO (Programmed Logic for Automated Teaching Operation). PLATO war ein faszinierender Lehr- und Lerncomputer, der Anfang der 60er an der Universität von Illinois entwickelt wurde und als weltweit vernetztes System dazu diente vielen Studierenden gleichzeitig Inhalte zu präsentieren - ein Vorläufer des Internets.

Und was macht Mensch mit so einem Potential? Genau - er entwickelt ein Multiplayer-Spiel - das erste Spiel für mehr als zwei Spieler gleichzeitig. Das Prinzip von Spacewar! wurde aufgegriffen und zu einem actionorientierten Strategie-Spiel umgemünzt: Empire. In der ersten Version für acht Spieler ausgelegt, später bis zu 30, versuchten die Teams Planet für Planet einzunehmen und so die anderen Mächte zu verdrängen. Dabei hatten die Schiffe der Föderation, Romulaner, Orion und Klingonen leicht unterschiedliche Vor- und Nachteile. Die Spannung und Taktik entstand nicht zuletzt durch die mangelhaften technischen Möglichkeiten dieser Zeit. Wurde z.B. eine Reihe Torpedos in Richtung des Gegners geschickt, konnte dieser noch auf Warp beschleunigen und sich schnell vor den Angreifer setzen, um dann selbst die Waffen sprechen zu lassen. Da alles nicht besonders schnell ablief, sah der Angreifer dies nicht unbedingt gleich und wußte nicht was da auf ihn zu kam - quasi das Picard-Manöver (ach nein, das hier). Natürlich wurde dieser Zug irgendwann erwartet und es kam zu Gegentaktiken. Auch heute noch lassen sich fortgeschrittene Versionen von Empire spielen und zwar über den cyber1 genannten Emulator. Während ich dies hier schreibe sind auf cyber1.org z.B. gerade 25 Menschen angemeldet, pflegen die alte Community oder zocken Spiele wie Avatar oder eben Empire:
Ein Empire-Wettkampf von 2009, gespielt auf cyber1. Links das Team der Föderation, rechts die Kazari (aus lizenzrechtlichen Gründen der ursprüngliche Name der klingonischen Partei). Der gesamte Mitschnitt geht drei Stunden und 41 Minuten. Viel Spaß beim Anschauen...

Neben Nachfolgern wie Trek82, Trek83, ROBOTREK und Xtrek, ist wohl Netrek der bekannteste. Unter Windows, Mac und Linux können bis zu 16 Spieler auch heute noch gegeneinander antreten und versuchen sich Planeten streitig zu machen. Wenn es erstmal läuft (unter Windows 7 die Kompatibilitätseinstellungen der Startdatei auf WinXP stellen), ist man sehr fix drin und fängt sofort an andere Spieler der gegnerischen Partei zu suchen, um dann gleich mal niedergemäht zu werden... da man nicht kapiert hat, dass es nur begrenzten Treibstoff für Torpedos und Phaser gibt, den man immer wieder bei befreundeten Planeten tanken muss. Nach einiger Zeit macht das Spiel durchaus Spaß. Gerade die Tatsache, dass man nicht gegen eine dusselige Computerintelligenz spielt, sondern gegen echte Menschen, übt einigen Reiz aus und verspricht taktischen Tiefgang.

Netrek-Spaßfaktor


Auflistungen aller Trek-Spiele, unterschiedlich vollständig:
Wikipedia (eng, dt), Memory Alpha (eng, dt).

Und die Reise geht weiter ...
Teil 1 1971 Star Trek
Teil 2 (aktueller Artikel) 1973 Empire (PLATO) und Netrek
Teil 3 1979 Microvision Star Trek Phaser Strike