Star Trek Tafelrunde "Hermann Darnell" Potsdam Babelsberg

…dahin zu gehen, wo noch kein Star Trek Fan aus Potsdam, Berlin und Brandenburg zuvor gewesen ist - Infinite Diversity in Infinite Combinations.

Samstag, 7. Juni 2014

Die FedCon - Ein Abschied auf Raten? Turons Senf zur FedCon 2014



Einleitung. Beinahe Mantra-artig haben es die Mitglieder der Tafelrunde immer wieder auf's Neue beschworen: 
"Dieses Jahr fahren wir nicht auf die FedCon."


Und plötzlich?
Gibt es doch wieder Beiträge, die den Besuch einzelner Mitglieder der Tafelrunde auf Deutschlands größter Science-Fiction-Convention belegen und der ein oder andere Leser kann sich schon zu Recht fragen, warum wir nach gegenteiligen Beteuerungen im Zuge der Star-Trek-Destination Germany doch wieder der Zugkraft dieser Großeventveranstaltung erlegen sind.
Aber die Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten, denn es gibt eine ganze Reihe von Faktoren, die uns bewogen haben, wenigstens eine Tageskarte zu erwerben.
Neben der Tatsache, dass wir diese Tickets vergleichsweise kostengünstig beschaffen konnten, war einer der Hauptgründe, eine Vergleichbarkeit zwischen der von uns hochgelobten Destination und dem Platzhalter FedCon zu ziehen. Zudem muss man der FedCon zugestehen, dass sie noch immer den Anlaufpunkt Nummer Eins für die Trekkies der Nation darstellt. Hier trifft sich, was Rang und Namen hat und hier kann man noch immer einige der ganz großen Stars aus nächster Nähe bewundern.
Zu guter Letzt war auch ein gewichtiges Argument für den Kurztrip, dass wir uns nicht mehr den Stress zumuten wollten, dem quirligen FedCon-Trubel ganze vier Tage ausgesetzt zu sein. Für weit gereiste Anhänger wie uns bedeutet die Reise nach Düsseldorf auch immer eine Menge Anstrengungen und auch wenn es vor Ort ohne Frage eine Menge Spaß macht, kann man die wuselige Veranstaltung dann doch nicht unbedingt als erholsamen 'Urlaub' bezeichnen.
Mittlerweile ist seit unserer Stippvisite eine ganze Woche vergangen und es ist vielleicht an der Zeit, das versprochene Fazit zu ziehen, denn unsere kurze Verweildauer genügte bereits für den ein oder anderen Einblick.


Lobenswerte Aspekte

Mittelpunkt der Fanszene. So schön die Destination gewesen sein mag: Die FedCon ist und bleibt im deutschsprachigen Raum das unbestreitbare Maß aller Dinge. Ein obligatorischer Treffpunkt für alle Fans unter dem Motto "Sehen und gesehen werden", der über das Verkleiden und Autogramm-Jagen hinweg entwickelt hat. Wer nicht anwesend ist, bleibt außen vor und diesen Status zelebrieren Fans und Verantwortliche nicht ganz ohne Berechtigung. Das Spektakel geht weit über olympischen Gedanken hinaus und das gute Gefühl, ein Teil des Ganzen zu sein und in die Atmosphäre eintauchen zu können, ist schon von einer ganz anderen Qualität, als die lieblos dekorierten Messehallen in Frankfurt entlangzuschreiten.



Bekannte und (noch) unbekannte Gesichter. Gerade weil die FedCon so ein Fanszene-Magnet ist, trifft man auch allerorten auf Gleichgesinnte und knüpft Kontakte zu anderen Star-Trek-Anhängern. Begegnungen mit Christoph und Henning vom Trekzone Network, Andrea von der Film Fan Force oder den Abgesandten der Cottbus Crew waren unbestreitbare Höhepunkte. Direkt schade, dass wir nicht mit den Delegierten des Berliner Trekdinners, der Zeitzeugin oder unserer Lieblings-Kölnerin Kristina in Kontakt treten konnten. Solche Begegnungen oder zumindest die theoretische Möglichkeit dazu machen ebenfalls zu einem guten Teil den Reiz der Veranstaltung aus.


Die Stars. Unmittelbar nach den Fans sollte man an dieser Stelle vor allem auch die anwesenden Stars erwähnen. Als Samstags-Tageskarten-Inhaber hatten wir zwar leider nicht die Gelegenheit, prominente Sternchen wie Nichelle Nichols oder Diana Muldaur im Panel bewundern zu können, doch bereits die Auftritte von verdienten Veteranen wie Nana Visitor, Bruce Jenner oder Alexander Siddig boten erwähnenswerte Glanzpunkte, für die sich die beschwerliche Reise an den Rhein bereits gelohnt hat. Heimlicher Höhepunkt war es übrigens, den 72-jährigen David Warner erleben zu dürfen. Den Auftritt des kauzigen, aber sympathischen Darstellers erlebt man so sicher nicht alle Tage und der beinahe familiäre Rahmen dieser spärlich besuchten Veranstaltung im Nebensaal bot mehr Flair als die überlaufenen Massenpanels im Hauptsaal.


Kritikwürdige Aspekte

Déjà vu. Wer bereits einmal auf der FedCon gewesen ist, kennt das Prozedere. Er ist mit den Selbstläufern ebenso vertraut wie mit den kleinen Problemchen, an denen sich kaum etwas ändert. Über die vielen Jahre, an denen verschiedene Tafelrundenmitglieder an dieser Veranstaltung teilnahmen, hat sich am allgemeinen Trott kaum etwas gewandelt (man denke nur an die Inventargegenstände Richard Dean Anderson und Sea Shephard). Die Situation erinnert ein wenig an die TOS-Episode "Die Stunde der Erkenntnis", in der die Bewohner von Gamma Trianguli IV ein glückliches Leben ohne Zukunftsängste leben. Ein gottgleiches Wesen schützt seine 'Kinder' vor sämtlichen schädlichen Einflüssen. Doch der Preis für dieses Paradies ist hoch: Die Planetenbewohner müssen auf Innovation, Fortschritt und Entwicklung verzichten. Ein ähnliches Bild zeichnet sich auch allmählich auf der FedCon ab: Es herrscht ein umfassender Stillstand, der ritualisierten Abläufen folgt, was allerdings dem ja auch nicht jünger werdenden FedCon-Publikum vielleicht ein Stück weit entgegenkommt.


Ausbleibender Destination-Effekt. Dabei hat die im Februar in Frankfurt aufgezogene Destination in vielen Belangen eindrucksvoll unter Beweis stellen können, dass auch auf der FedCon in puncto Organisation noch deutlich Luft nach oben besteht. Obgleich Bartholomä etwa verlauten ließ, Änderungen bei den Photoshoots initiieren zu wollen, blieb es beim altbekannten Bildersturm am Grabbeltisch. Auch die Autogrammstunde, die wieder einmal schneeballartig die nachfolgenden Veranstaltungen sabotierte, war bei der Destination ungleich cleverer strukturiert. Als sinnbildlich für diesen Qualitätsunterschied kann man ferner die Masken der beiden Ferengi-Darsteller heranziehen, die keinen Vergleich mit der klingonischen Maske Suzie Plaksons zuließen (von einer fehlenden Schmink-Show mal ganz zu schweigen).
So ganz ohne Einfluss blieb die Destination dann aber doch nicht. Mindestens einer der Händler schaffte auch den Sprung nach Düsseldorf und einen wichtigen Aspekt übernahm man vom britischen Vorbild: Während der Veranstaltung blieben die Helfer ungewohnt freundlich und bemühten sich sichtbar, dem zuvor erworbenen schlechten Image entgegenzuwirken. 
Vielleicht besteht ja doch noch Hoffnung?!


Kostümshow. Ich habe wirklich großen Respekt vor jedem kostümierten Fan, der sich der Öffentlichkeit stellt, um begafft, fotografiert oder belächelt zu werden. In der Tat machen sie einen Großteil des einzigartigen FedCon-Flairs aus und sind längst zu einem Alleinstellungsmerkmal geworden, um sich etwa von anderen Veranstaltungen wie der Destination abzuheben. So sehr ich die Cosplayer also schätze, so wenig gefällt mir immer wieder der Costume Contest, der unbedingt einmal überarbeitet werden sollte, denn er ist zu einer Lachnummer geworden, die aktiv unter Beweis stellt, dass es Deutschen im internationalen Vergleich an Humor mangelt (sie dafür aber gemeinsam im Takt klatschen können). 
Bin ich denn wirklich der einzige, der großartige Darbietungen wie die Opernsängerin aus dem Fünften Element sehnsüchtig vermisst?


Tageskarten. Die Empörung unter vielen Tageskartenkäufern ist groß. Sie beklagen systematische Diskriminierung, da wegen ihnen mehrfach der Saal geräumt wurde, um den Wochenendticketinhabern Vorzug bei der Platzwahl zu ermöglichen. Sie wurden bei einigen Panels in den Nebensaal verbannt und mussten sich dort mit einer qualitativ schlechten Leinwand-Übertragung zufrieden geben.
Davon haben wir allerdings nichts mitbekommen. Zwar wurde auch uns der Zugang zum Auftritt Amanda Tappings verwehrt, doch tatsächlich mangelte es uns ohnehin am Interesse für diesen Programmpunkt, weswegen wir dies nicht unbedingt als sonderlich tragisch empfanden. Nichtsdestotrotz mutet dieser Ausschluss schon wie ein Etikettenschwindel an und die Verantwortlichen sollten sich überlegen, den Preis für Tagestickets eventuell um zehn Euro zu reduzieren. An Hinweisen auf diese Betreiberpolitik fehlte es aber (zumindest am Sonnabend) nicht; im Ticketausgabebereich ließen sich immerhin gleich klare Ansagen finden.


Abkehr von Star Trek. Am bedenklichsten war allerdings eine ganz andere Tendenz. Die Veranstaltung war gut besucht, doch wie man hier und dort feststellen konnte, lag dies weniger an Nichols, Siddig und Co., sondern eher an den Darstellern aus Charmed, Stargate oder Star Wars. Dieser Trend wird den ausverkauften Veranstaltern sicherlich nicht entgangen sein und es steht zu befürchten, dass der spürbare Rückgang von Star-Trek-Schauspielern auch in Zukunft weiter voranschreiten wird. Zwar liegt es auf der Hand, dass die Zahl noch nicht bei einer FedCon präsentierten Star-Trek-Veteranen überaus überschaubar ausfällt, doch während wir hierzulande den mittlerweile vierten Auftritt Nichelle Nichols miterleben durften, kündigte die Destination #3 neben Karl Urban mit Bruce Greenwood bereits den zweiten Abramsverse-Schauspieler an. Während sich die FedCon also immer mehr von Star Trek abwendet und sich an fragwürdige Heilsbringer wie Defiance richtet, entwickelt sich die Destination trotz ihrer Rückkehr in den angelsächsischen Raum immer mehr zu einer echten Alternative.


Fazit. Vor allem wegen des sinkenden Star-Trek-Anteils wirkt der Titel 'FedCon' zunehmend deplatziert. Der eine Tag im Maritim-Hotel (bei strahlendem Sonnenschein) genügte alten Star-Trek-Hasen wie uns jedenfalls völlig, um den altbekannten Einheitsbrei wiederzuerleben und daran erinnert zu werden, was der eigentliche Grund war, ursprünglich gar nicht kommen zu wollen.


Doch bei aller angebrachten Kritik hat es dennoch trotz der vielen Mühen auch eine Menge Spaß bereitet, den Ausflug ins weit entfernte Düsseldorf zu wagen. Die FedCon ist und bleibt nämlich ein lohnendes Reiseziel für den heimischen Fan, dem mittlerweile aber ein einziger Tag Convention-Action völlig ausreichen dürfte, um seinen Jahresbedarf an Star-Rummel zu decken. Würde mich heute jemand fragen, ob ich mir vorstellen könnte, den Stress eines Ein-Tages-Tripps nochmals auf mich zu nehmen, um das FedCon-Feeling zu erleben...


...würde ich das Feld sofort jüngeren Tafelrunden-Mitgliedern kampflos überlassen. Ich bin wohl doch schon etwas zu alt für solch ein kräftezehrendes Martyrium. Für dieses Maß an Aufwand ist das Verhältnis von Entfernung des Veranstaltungsortes zur Star-Trek-Stardichte einfach zu ungenügend.
Doch wer kann nach den Entwicklungen der letzten turbulenten Monate schon heute beschwören, dass die nächste FedCon ohne Tafelrundenbeteiligung ausfallen wird?
Schauen wir einfach mal, was das unentdeckte Land uns bringen wird...



Freitag, 6. Juni 2014

FYM präsentiert: Mirror, Mirror

Nun ist die 3. Platte von Five Year Misssion schon eine Weile in meinen Besitz und ich kann sagen: Großartig! Gleich mehrere Titel haben das absolute Zeug zum Ohrwurm, die Scheibe läuft bei mir grad rauf und runter! Nun haben die fünf Jungs nach The Changeling und The Doomsday Machine einen weiteren Titel des aktuellen Albums als Video rausgebracht. Dabei handelt es sich um die Spiegeluniversumsfolge Mirror, Mirror. Hier das Filmchen, viel Spass und laßt Euch anstecken!


Donnerstag, 5. Juni 2014

UPDATE: Klassik am Weberplatz

ACHTUNG! UPTADE!

Wie auf der Homepage der Veranstalter zu lesen ist, hat sich der Veranstaltungsort geändert. Nach telefonischer Rücksprache handelt es sich dabei nicht um eine Regenvariante, das Konzert findet definitiv am neuen Ort statt!
Hier die Adresse:
 Studio 4
Filmstudios Babelsberg
Eingang August-Bebel-Strasse

14482 Potsdam


So nichtsahnend am frühen Morgen auf dem Weg zur Arbeit, sah ich heute am Rathaus Babelsberg ein Plakat hängen. Naja, so unbedingt auf Werbung bin ich nicht fixiert, mag sie sozusagen überhaupt nicht, aber das sah doch ganz nett aus. 
Und dann noch das Thema... ich zitiere: "Faszinierend!" 




"Zu den Sternen"
In die Weiten des Universums begibt sich das Sinfonieorchester Collegium musicum Potsdam bei der 6. "Klassik am Weberplatz". Auf dem Programm Gustav Holsts "Planeten" sowie Filmmusik u. a. aus "Star Trek" und "Star Wars". Mit dabei Gastdirigentin Cinthia Alireti aus Brasilien sowie Knut Andreas, Künstlerischer Leiter und Dirigent des Sinfonieorchesters.


Dienstag, 3. Juni 2014

Turons FedCon-Logbuch 2014

Weil es eine so schöne Tradition ist, erscheint an dieser Stelle erst einmal die chronologische Aufarbeitung unserer Ein-Tages-Expedition zur FedCon. Dieses Jahr waren wir aufgrund der Star Trek Destination Germany sowie dem geringen Star-Trek-Star-Aufkommen während der FedCon eigentlich darüber einig, nicht nach Düsseldorf zu fahren. Doch als K'olbasa die Gelegenheit hatte, günstigere Tagestickets zu erstehen, sprangen wir schließlich doch über diesen Schatten und statteten dem größten nationalen Convention-Anbieter einen Kurzbesuch ab.
Sicherlich ist dieses Logbuch nicht so aktuell, wie unsere Leser es normalerweise gewohnt sind, doch aufgrund der Müdigkeit war ich Sonntags nicht mehr in der Lage, noch einen Text zu verfassen. Zudem hatte ich meine Notizen in Kolbasas Shuttle vergessen (zum Glück hat dieser schnell reagiert und an meiner Statt bereits erste Fotos eingestellt). Erst nachdem er mir diese einscannte, konnte ich nun dieses Protokoll verfassen, dass in erster Linie als Nacherzählung für all jene gedacht ist, die nicht mit uns auf dem Düsseldorfer Großereignis waren. Einen ausführlicheren Senf, in dem ich auch meine persönliche Meinung zu den geschilderten Eindrücken unter dem Titel "FedCon: Ein Abschied auf Raten" nachreiche, gibt es in den kommenden Tagen zu lesen.

03:28Uhr. Aufstehen in der Casa del K'olbasa. Aus Zeitmanagementgründen bin ich einfach vor Ort geblieben und habe die Nacht auf der ausgezogenen Wohnzimmercouch verbracht. Doch die nicht einmal drei Stunden Schlaf waren getrübt von längeren Wachphasen, panischen Blicken auf den Wecker und unruhigem Schlaf.
Obwohl selbst ich zwei Minuten vor der eigentlich geplanten Aufstehzeit fertig bin, begegnet mir auf dem Flur bereits K'olbasa, der in der Nacht überhaupt gar nicht schlafen konnte. Präzise und organisiert beginnen wir mit den unmittelbaren Reisevorbeitungen.

03:47Uhr. Nur neunzehn Minuten später verlassen wir auch schon das Haus. Das überschaubare Reisegepäck ist rasch verstaut und keine drei Minuten später rollen wir beide bereits in Richtung Düsseldorf. FedCon, wir kommen!

04:09Uhr. Es ist noch verdammt früh und keiner von uns beiden strotzt vor Vitalität und Ausgeruhtheit. Die musikalische Reiseuntermalung übernimmt gütigerweise die Five Year Mission. Während ihrer Interpretation von "Catspaw" drehen sich unsere geistreichen Konversationen beispielsweise darum, ob es moralisch verwerflicher ist eine Katze oder einen Hund zu überfahren.

04:40Uhr. Ankunft im "Land der selbstproklamierten Frühaufsteher". Die Autobahn ist erschreckend leer für derlei Behauptungen. Pah, denen haben wir es aber gezeigt!

05:28Uhr. Während wir die A2 hinuntertreiben, entwickelt das Navi ein Eigenleben wie Hal 9000 und will uns zu todbringenden Richtungswechseln treiben, denen K'olbasa aber im zweiten Anlauf ein Ende bereitet. Fortan funktioniert das Gerät so gut, dass der schlaflose Fahrer nicht einmal mehr Ausfahrten verpasst.

05:57Uhr. Ein genauerer Blick auf das Navigationsgerät verrät uns, dass es uns seit der Neujustierung eine Ankunftszeit von 08:14Uhr statt zuvor 10:23Uhr prognostiziert. Etwas entsetzt fragen wir uns innerlich beide, was zum Fek'Ihr uns geritten haben könnte, so früh aufzubrechen. Äußerlich versichern wir uns im Brustton der Überzeugung allerdings gegenseitig, dass unsere Zeitplanung dennoch völlig angemessen war. Jaja!!

06:16Uhr. Erste Pause unserer Tages-Mission. Bei den mit Liebe geschmierten Brötchen und des mit nicht weniger Liebe gekochten English-Breakfast-Tees (die während meiner kurzen Schlafphase von der okkulten Ehefrau K'olbasas bereitet wurden) lassen wir die müde Seele für einige Minuten vor sich hinbaumeln und erfreuen uns an der Tatsache, dass Polnisch die Verkehrssprache auf dem Bückethaler Knick zu sein scheint. Kurz nach Aufbruch winken wir im Geiste auch nach Lauenau, in dessen Umgebung der sagenumwobene Supersammler Martin Netter laut Eingeborenenfolklore sein Unwesen treiben soll.

06:58Uhr. Erstaunlich zeitig rollen wir in Nordrhein-Westfalen ein, dass für das am meisten verstädterte Bundesland unserer Heimat erstaunlich ländlich riecht.

07:51Uhr. Während wir uns als Bewohner eines nur mäßig industrialisierten Raumes mit viel zu viel Natur an der pittoresken Aussicht auf Kraftwerke, Fabrikschlote und noch mehr Kraftwerke herzlich erfreuen, spielt unserer Player "How Soon is Now?" von den Smiths. Wahrscheinlich weiß er, dass ein seelenloses Cover dieses grandiosen Stückes zum Intro für die TV-Serie "Charmed" zusammenverstümmelt wurde und dass genau zwei Hauptdarstellerinnen auf der FedCon zu sehen sein werden. Verständnisvoll schütteln wir ob dieser Entwicklung der ehemaligen Star-Trek-Convention hin zu einer Massengeschmacksveranstaltung einträchtig mit dem Kopf und beschließen feierlich, Holly Marie Combs und Shannen Doherty aus dem Weg gehen zu wollen.



08:20Uhr. Im Herzen des Potts angelangt fahren wir in Lü(t)gendortmund ab, um dem hungrigen Treibstoffmonster ein Opfer zu bringen. Von der anhaltenden Schönheit der Umgebung beeindruckt beschließen wir, so schnell wie möglich wieder aufzubrechen.

09:37Uhr. Endlich angekommen verlieren wir uns, durch wohlwollende Fehlinformation eines Tafelrundenmitgliedes geleitet auf einer Parkplatz-Odyssee. Da uns 24,50€ für zehn Stunden Parken zuviel erscheinen, drehen wir gleich mehrere Ehrenrunden auf der erfolgfreien Suche nach einem kostengünstigeren oder gar kostenfreien Parkplatz, bevor wir uns dem alternativlosen Angebot ergeben und missmutig eines der lokalen Parkhäuser in Anspruch nehmen.

09:45Uhr. Als wir endlich aus dem düsteren Parkhaus zum strahlend leuchtenden Maritim-Hotel herüberstapfen, wird unser Vormarsch durch den strahlenden Sonnenschein jäh durch die Tatsache getrübt, dass K'olbasa sein Portmonee auf dem Dach seines PKWs zurückgelassen hat. Als er endlich wiederkommt, fällt mir plötzlich ein, dass auch ich noch einmal zurückkehren sollte, um meinen Fotoapparat an mich zu nehmen. Von der anfänglich positiven Prognose, vor neun Uhr am Veranstaltungsort zu sein, ist jedenfalls nicht mehr viel übrig, als wir knapp fünf Minuten später endlich die Heiligen Hallen der FedCon betreten.

09:50Uhr. In urdeutscher Manier stellen wir uns in einer Schlange an, an deren Ende wir erfahren, in welche Schlange wir uns eigentlich einordnen sollen. Wir machen uns auf dem Weg dorthin und als wir auch dieses Untier bezwingen, werden wir zu einer weiteren Schlange beordert, um unsere umgeschriebenen Tickets umzuschreiben. Nach nur wenig mehr als zwanzig Minuten, die größtenteils aus Warten bestanden, erhalten wir endlich unsere rosa (!) Armbänder und unsere Eintrittskarten. Weil doppelt noch immer viel besser hält, zeigen wir beides gleich zum ersten, aber beileibe nicht letzten Mal den hartnäckigen Einlassern vor, um in den Hauptbereich einkehren zu dürfen.

10:21Uhr. Endlich im Epizentrum des Geschehens angekommen, widmen wir uns gleich zu Beginn kurz dem allgegenwärtigen Merchandise und drehen eine flotte Runde durch den Verkaufsbereich. Bereits von Weitem bewundern wir die Strahlkraft einer lebensgroßen Spock-Figur, die wir noch am Vorabend ehrfürchtig im Privatsammlerparadies unseres Tafelrundenmitgliedes TAK bestaunen durften. Aber auch andere Kuriositäten fallen deutlich ins Auge: An vielen Ständen werden zuhauf die hierzulande einigen Unmut erregenden Eaglemoss-Raumschiffmodelle angeboten. Während die ersten paar Ausgaben auch tatsächlich in deutsch erhältlich sind, gibt es auch viele, die aus dem britischen Raum stammen. Und weil die Konkurrenz die Preise drückt, gelingt es K'olbasa, einen bajoranischen Sonnensegler zum selben Preis zu erwerben, für den man die Zeitschrift im hiesigen Handel kaufen konnte.


10:32Uhr. Nach unserem kurzen Abstecher in die Konsumwelt widmen wir uns unmittelbar im Anschluss ungleich anspruchsvolleren Themen als dem schnöden Mammon: Hubert Zitt stellt sich im Hauptsaal geduldig den Fragen des Publikums. Zum Teil fallen einige Fragen, die durch seinen vielen thematischen Vorträge bereits abgedeckt wurden, doch auch die ein oder andere harte Nuss (zum Beispiel über Quantenphysikthemen) brachte den verdienten Star-Trek-Erklärer zum Schwitzen. Doch Zitt blieb die gesamte Dauer hinweg freundlich, respektvoll und sogar familiär. Nur eine grafische Untermalung fehlte ein wenig, auch wenn man bei aller Kritik dahingehend zugestehen muss, dass der spontane Charakter dieser denkwürdigen Veranstaltung damit auch wieder verloren gegangen wäre.


11:00Uhr. Nun hat man das erste Mal die Gelegenheit, den frisch gebackenen MoC Nessie in Aktion zu erleben. Mit einem unterirdischen Visitor-Wortspiel kündigt er das erste große Panel des Tages an: Den gemeinsamen Auftritt von Nana Visitor und Alexander Siddig.
Die ehemaligen Eheleute hatten vor allem ein immer wiederkehrendes Thema: Ihren gemeinsamen Sohn Django. Man lernt nur wenig Neues über die beiden Darsteller, außer vielleicht, dass Visitor eine begnadete Feder schwingt und Siddig über den grünen Daumen verfügt. Die Gesprächsanteile sind jedenfalls in etwa so schief wie die Verteilung von männlichen und weiblichen Fragestellern. Siddig kam ebenso mühelos auf achtzig Prozent wie die Damenwelt, deren Fragen auch größtenteils in Richtung des Bashir-Darstellers gingen.
Während die Show einen gewissen Unterhaltungsfaktor hat, wird dies jedoch durch eine peinliche Bilderschau zunichte gemacht, die allenthalben für platte Lacher im Publikum sorgen. Und während sich K'olbasa nach einem kurzen Ausflug in den unteren Teil des Saal längst zum Photoshoot mit den beiden Ferengidarstellern Aron Eisenberg und Max Grodénchik aufgemacht hat, leide ich unter der zunehmend schlechten Luft im Saal und den unüberriechbaren Schweißausdünstungen meiner korpulenten Sitznachbarn.
Als der Saal im Anschluss für die Vorbereitungen zur Autogrammstunde geräumt werden muss, freue ich mich trotz des im Kern lohnenswerten Panels jedenfalls sehr, dieser olfaktorischen Vorhölle entronnen zu sein.


12:19Uhr. Captain K'olbasa ordnet Alarmstufe an! Erst im Eingangsbereich des Maritim-Hotels angekommen durchfuhr es ihn wie ein Blitz, dass er dieses Mal nicht bereit sei, 35€ für ein Autogramm zu bezahlen. Vielleicht hatte er deshalb seiner Plakatrolle, auf der kaum mehr als die Unterschrift Roxann Dawsons fehlte, nicht die notwendige Aufmerksamkeit geschenkt und sie irgendwo vergessen. Nach erfolgloser Rückkehr in den Saal finde ich mich am Informationsthresen ein, der laut Aussage der Einlasser auch als Fundbüro dient. Tatsächlich sehe ich schon von weitem die sperrige Papprolle blinken, doch es kostet mich etwas mehr als zehn Minuten, bis ich das verlorene Gut wieder an mich nehmen kann. Im Anschluss startet der dankbare Eigentümer K'olbasa mit mir eine Expedition in die Flughafenhalle, wo wir nicht nur Mittagessen zu uns nehmen, sondern auch leckeres polnisches Bier im abermals thematisch angepassten Rewe erwerben.



13:44Uhr. Im Zuge des gewohnten Leerlaufes, der während der Autogrammstunden in den Veranstaltungshallen herrscht, treffen wir auf alte Bekannte wie Henning vom Trekzone-Network oder Andrea von der Film-Fan-Force. Gemeinsam nehmen wir Kaffee zu uns und tauschen Erfahrungen aus. Anschließend nutzen wir die Gelegenheit, Fotos von angehenden Costume-Contest-Teilnehmern zu schießen, die die Gänge in Scharen bevölkern.


15:47Uhr. In den Verkaufshallen bietet sich ein absonderliches Bild: Während Turon47 mit seiner Gemahlin telefoniert, ist K'olbasa mit seiner abwesenden Angetrauten in ein Gespräch vertieft. Unabhängig voneinander versuchen wir, den geäußerten Bekleidungsmitbringselwünschen gerecht zu werden. Daher werden Handyfotos verschickt, Sonderangebote überprüft und zusammengelegt. Nach fast vierzig Minuten haben wir beide unsere Tributleistungen erworben und zufrieden widmen wir uns wieder dem Tagesgeschehen auf der FedCon, während uns der ein oder andere Händler stirnrunzelnd hinterherblickt.


16:31Uhr. Etwas verspätet gelange ich ins Panel zur hochkarätig besetzten Web-Serie "Axanar", was ich auch umgehend bereue, denn der Enthusiasmus der anwesenden Delegation ist ansteckend. Geduldig beantworten die drei Podiumsgäste die Publikumsfragen und beweisen einen ungeahnte Abstraktionsfähigkeit, indem sie tatsächlich ergründen können, was einige Fragensteller meinen könnten. Mein Segen hat das Projekt, in dem die Karriereumstände Garth von Izars näher beleuchtet werden sollen definitiv und sicherlich wird man dazu bei uns zukünftig auch noch den ein oder anderen Eintrag finden können.


17:05Uhr. Lee Stringer, der zu "Iron Sky" eine knapp angelegte Powerpoint-Präsentation mit Filmschnipseln zum Besten gibt, markiert einen netten Pausenfüller. Sein Panel ist unterhaltsam genug, um meine verstärkte Müdigkeit in Zaum zu halten und das kühle polnische Bier aus dem Rewe und die angenehme Raumdurchlüftung helfen mir aktiv dabei, weiterhin wach zu bleiben.

17:49Uhr. Der britische Schauspieler David Warner, der Star-Trek-Fans mindestens als Kanzler Gorkon ein Begriff sein dürfte, betritt die Bühne des Nebensaals, der leider nur mäßig gefüllt ist. Der kauzige Senior gibt ein Panel, wie man es nicht alle Tage sieht, denn immer wieder müssen die Fragenden ihre Anliegen erneut formulieren, da es um das Gehör des fast 73-jährigen Rentners nicht mehr allzu gut bestellt ist. Doch Warner, der sich selbst als Schauspielsöldner sieht, beweist immer wieder einen sympathisch-britischen Humor und eine rührselige Bescheidenheit, die einem so vielseitigen und verdienten Darsteller nur selten anhängt. Selbst ich raffe mich allen schlechten Erfahrungen zum Trotz zu einer Frage über seine Verbindung zu Shakespeare auf, die Warner ohne Wiederholungsaufforderung geistreich zu beantworten weiß. Für mich der Höhepunkt des Tages.



19:01Uhr. Es ist viel passiert: K'olbasa und ich sitzen im Flughafengebäude und nehmen einen weiteren, dringend benötigten Kaffee zu uns. Doch statt miteinander zu reden, ist K'olbasa wiederum mit seiner Gattin ins Gespräch vertieft. Grund dafür ist die Tatsache, dass einer der Händler bereit ist, für die lebensgroße Spock-Statue so deutlich im Preis herunterzugehen, dass unser Tafelrundencaptain ins Grübeln gerät. Der Abend nimmt jedoch erst eine wirklich dramatische Wendung, als K'olbasa tatsächlich grünes Licht zum Kauf seines eigenen Spocks erhält und das Unheil damit seinen Lauf nimmt.


19:51Uhr. Doch zuerst versuchen wir noch einmal, wenigstens dem Costume-Contest beizuwohnen, auch wenn ich in der Vergangenheit nicht unbedingt die besten Erfahrungen mit diesem Veranstaltungspunkt sammeln konnte. Immerhin haben wir keine Probleme damit, rechtzeitig wieder vor Ort zu sein, da wie gewohnt die Zeitplanung wieder einmal weit hinterherhinkt. Doch zwischen Klatschen im Takt, technischen Pannen und einem hohen Fremdschämfaktor verlassen wir nach nur kurzer Zeit dieses Kabinett der Peinlichkeiten. Immerhin gelang es uns im Vorfeld, einen Teil der sympathischen Cottbus Crew kennenzulernen, mit denen wir gern mehr Zeit verbracht hätten. Doch unsere verbliebene Aufmerksamkeit richtete sich ganz allein auf eine Person und dessen lebensgroße Nachbildung.

20:41Uhr. Zähneknirschend haben wir die Parkhausschutzgelder entlöhnt und irren auf der Suche nach Bankautomaten weiter in der unmittelbaren Gegend des Maritim-Hotels herum. Wieder beim Händler angekommen ahnen wir langsam, warum er bereit war, K'olbasa im Preis so weit entgegenzukommen: Die riesigen Kartons machen den Transport zu einer Herkules-Aufgabe und jede Figur, die man nicht mehr in den LKW zurückhieven muss, ist zumindest ein moralischer Sieg.
Dieser jedoch bleibt uns verwehrt, denn wir verbringen die nächste Stunde komplett damit, die Statue einzupacken, herunterzuschleppen und in Tetris-Manier in unserem Fahrzeug unterzubringen. Selbstverständlich gelingt dies nur unter großem Platzverlust für uns selbst und wir müssen einiges an Improvisationsvermögen unter Beweis stellen, um sämtliche Teile und deren Verpackung unterzubringen.
Natürlich könnte man an dieser Stelle nicht ganz zu Unrecht fragen, warum wir die Verpackung nicht einfach dort gelassen haben, zumal K'olbasa sie ohnehin in Potsdam auf den Müll warf. Aber aufgrund unseres Martyriums, unserer Übermüdung und aus reinem Selbstschutz stellt sich diese Frage selbstverständlich gar nicht erst.


22:01Uhr. Und Tschüss, FedCon! Wir haben den Kampf gegen das sperrige Verpackungsungetüm endlich für uns entscheiden können und treten sichtlich erschöpft die mehr als fünfhundert Kilometer lange Heimreise an. Nach dem aufreibenden Tag fällt es uns beiden schwer, die notwendige Konzentration aufzubringen, die endlos lange und belastend monotone Autofahrt durchzustehen. Aber der Mut der Verzweiflung, laute Musik und viel frische Luft lassen uns irgendwie durchhalten und Kilometer für Kilometer zurücklegen.

03:25Uhr. Als ich ohne mich noch einmal umzudrehen schließlich erschöpft ins heimische Bett falle, ist K'olbasa mit seinem in drei Kisten zerlegten Spock noch immer auf dem Weg nach Potsdam. Doch auch er bleibt von Sekundenschlaf, Warpkernbrüchen und Ferengi-Piraten auf der Suche nach vulkanischen Liebessklaven verschont und gelangte wohlbehalten in sein trautes Heim zurück.
Vielleicht wird er ja demnächst einmal exklusiv auf diesem Blog von seiner neuesten Errungenschaft berichten!?

Montag, 2. Juni 2014

23. FedCon 2014 in Düsseldorf - Die Fans

Da der Turon und ich noch ein wenig mit der Müdigkeit zu kämpfen haben und einfach nicht in der Lage sind, einen vernünftigen Blogeintrag mit gewohnt hohem Standard zu produzieren, folgen hier nun für die Ungeduldigen wenigstens die ersten Schnappschüsse vom letzten Samstag. Ausführliches wird es es in den nächsten Tagen noch geben. Der geneigte Leser möge esw uns verzeihen, aber ein 24 Stunden Marathon ohne Schlaf aber dafür mit ca. 1200 Autobahnkilometern samt ungewöhnlichen Mitfahrer haben ihre Spuren bei uns hinterlassen! Schön wars, anstrengend wars, viel star wars....so mein erstes kurzes Fazit. Schaut Euch zunächst die Bilder einger Fans an, mehr werden folgen!
Little Vader nimmt die Parade der Sturmtruppen ab

das etwas andere star wars...

...mit ausgefallenen Kostümen...

...filmreifen Küssen...

...Nachwuchsjedis...

...und lustigen kleinen Teddys!

aber auch eine Prise Gunther von Hagen war mit an Bord!

Die drei Sternenflottenfarben mal anders interpretiert!

Ferengis waren bei dieser Con nicht nur im Publikum, das Latinum floß in Strömen!

Mick Jagger?

Aufbruch zu neuen Welten

Kampfstern Galctica-Feinde vereint?

Aus dem Marvel Universum waren ebenfalls einige Figuren vertreten

Vorgucker auf die Stars: Fans fragen Nana Visitor und Alexander Siddig (endlich mal wieder gemeinsam auf einer Bühne!)

Freitag, 30. Mai 2014

Star Trek und die Philosophie: Menschenrechte

"Menschenrechte, allein das Wort ist rassistisch. Die Föderation ist nichts weiter als ein Homo Sapiens-Club."

Ja, das könnte man den Föderatten wohl vorwerfen, denn ihre sogenannten Menschenrechte haben in ihrer derzeitigen Ausprägung nur Wirkung auf Menschen. Doch Star Trek geht hier einfach einen Schritt weiter und deswegen gibt es für mich als Philosoph im Nebenfach mehr als genug Folgen, die sich mit der Metaphysik auseinandersetzen. Und damit wir richtig loslegen können, verpasse ich der Leserschaft erstmal eine Gänsehaut:



Auf ins Holodeck!
Jetzt seid ihr in der richtigen Stimmung für Philosophie. Wir wollen uns heute mit dem Thema der Menschenrechte befassen. Und dazu müssen wir zurück in die Vergangenheit, genauer gesagt nach England. Es ist eine Zeit der politischen Verfolgung und der Earl of Shaftsbury und dessen Leibarzt sind auf dem Weg nach Holland um dort Schutz vor den Klauen der restaurativen Mächte unter Jakob II. zu finden. Dieser Leibarzt war John Locke, der zusammen mit Thomas Hobbes das Bild des Menschen im 17. Jahrhundert prägte. Beide sprachen von einem Souverän, welcher die Menschen aus ihrem Naturzustand erlösen sollte. Hobbes und Locke hatten jedoch unterschiedliche Vorstellungen, wie sich dies abspielen sollte. Während Hobbes das menschliche Dasein im Urzustand als Babywindel begreift ("Kurz und beschissen"), in dem sich der Mensch gegenüber anderen Menschen wie ein Wolf verhält, hellt sich dieser Zustand bei Locke gewaltig auf. Der Mensch ist von Natur aus frei und gleich und er besitzt unveräußerliche Menschenrechte. Seinen Boden und alles was ihm Gott gegeben hat, kann er kultivieren und es zum besseren Nutzen der Menschheit zur Verfügung zu stellen oder zu seinem Besitz machen. Er darf sich im Naturzustand nur so viel aneignen, wie er auch verbraucht. Lockes Personenbegriff ist also an Eigentum geknüpft. Sein Souverän, der Staat muss diese angeborenen Rechte (im folgenden als natürliches oder Naturrecht bezeichnet) und das erworbene Eigentum seiner Untertanen schützen. Tut er dies nicht oder entwendet dieses Eigentum sogar, hat das Volk ein Recht auf Revolution. 

Lockes Menschenbild und seine staatstheoretischen Entwürfe sind teilweise 1:1 in der Amerikanischen Unabhängigkeitserklärung und in der Erklärung der Menschenrechte im Zuge der Französischen Revolution vorzufinden. Die Menschenrechtscharta der Uno ist ebenso wenig frei von Lockes Gedanken:

Da die Anerkennung der angeborenen Würde und der gleichen und unveräußerlichen 
Rechte aller Mitglieder der Gemeinschaft der Menschen die Grundlage von Freiheit, 
Gerechtigkeit und Frieden in der Welt bildet, (...) verkündet die Generalversammlung (...)
diese Allgemeine Erklärung der Menschenrechte als das von allen Völkern und 
Nationen zu erreichende gemeinsame Ideal, damit jeder einzelne und alle Organe der 
Gesellschaft sich diese Erklärung stets gegenwärtig halten und sich bemühen, durch 
Unterricht und Erziehung die Achtung vor diesen Rechten und Freiheiten zu fördern und 
durch fortschreitende nationale und internationale Maßnahmen ihre allgemeine und 
tatsächliche Anerkennung und Einhaltung durch die Bevölkerung der Mitgliedstaaten selbst 
wie auch durch die Bevölkerung der ihrer Hoheitsgewalt unterstehenden Gebiete zu 
gewährleisten. 

Und nun lassen wir Chekov und Azetbur in Star Trek VI - Das unentdeckte Land zu Wort kommen:
Chekov: "Es ist unsere Überzeugung, dass alle Planeten uneingeschränkten Einspruch auf unveräußerliche Menschenrechte haben."
Azetbur: "Unveräußerliche...! Es ist jammerschade, dass sie sich nicht selbst hören können. Menschenrechte...! Schon allein das Wort ist rassistisch. Die Föderation ist nichts weiter als ein Homo sapiens-Club."

Azetbur  (Rechts),  Gorkon  (Mitte),  Spock  (Links)
Lockes Gedankenwelt hat Einfluss auf die Charta der Vereinten Föderation der Planeten, aber unzweifelhaft ist der Ausdruck 'Menschenrecht' ein wenig einseitig und daher ist die Kritik Azetburs durchaus berechtigt. Was sollen Klingonen mit Menschenrechten? Sprechen wir daher lieber von Personenrechten und lassen den Kalten Krieg hinter uns. 

Was ist Leben?
Diese Frage hat bisher wohl niemand so eindeutig klären können, denn das Leben tritt in den unterschiedlichsten Varianten auf. Sprechen wir vom menschlichen Leben auf der Erde ist der Fall sicher eindeutig, aber wie sieht es in der Pflanzen- und Tierwelt aus? Sind Pflanzen lebendig? Würde man darüber eine Umfrage erheben, kämen wohl die unterschiedlichsten Antworten heraus, also müssen wir fragen, ob sie empfindungsfähig sind. Diese Antwort ist nicht hinreichend mit Thesen aus der Biologie gesichert und heutige Philosophen hauen sich darüber die Köpfe ein. Was sagen ältere Generationen dazu? Hegel hält Pflanzen für bewusstlose Wesen. Er sagt, die Natur sei zwar von Gott geschaffen, jedoch fehle ihr der göttliche Funken oder genauer gesagt, das was man Geist nennt. Hegel meint das Bewusstsein. Der Mensch ist in der Lage sich selbst in der Welt zu empfinden, sich in ihr zu verorten. Schopenhauer widerspricht dem gern und sagt hingegen die Welt existiere nur in seiner Vorstellung. Ihr seht schon, es gibt die unterschiedlichsten Ansichten in Bezug auf Leben und Lebendigkeit. 
Auch wenn es um Tiere geht, erhitzen sich die Gemüter gern mal. Meine persönliche Meinung drücke ich gern mit dem Experiment der Bochumer Universität bezüglich des Raben aus. Die Wissenschaftler klebten einem Raben einen roten Punkt auf die Brust und setzten ihm dann einen Spiegel vor den Schnabel. Der Rabe betrachtete sich im Spiegel, blickte an sich herunter, sah wieder zum Spiegel und begann anschließend den roten Punkt von seiner Brust zu entfernen. Commander Bruce Maddox setzt in "Wem gehört Data?" drei Kriterien für das Leben fest: Intelligenz, Selbstbewusstsein und Bewusstsein. Der Rabe erfüllt alle drei. Hat er deswegen die selben Rechte wie ein Mensch oder eine Person? 



Nehmen wir uns einen zugegebenermaßen einfacheren Fall und sehen uns die TNG-Episode: Wem gehört Data? an. Ich will hier gar nicht groß auf den Inhalt eingehen. Es soll hier schlussendlich nur um die Ergebnisse gehen und welche Schlussfolgerungen wir aus dem Gerichtsurteil ziehen können. Data soll einem Wissenschaftler namens Bruce Maddox unterstellt werden, der ihn in seine Einzelteile zerlegen will um eine große Anzahl an Datas zu produzieren. Datas erste Antwort liess mich zwar schmunzeln, aber stimmte mich auch nachdenklich. Er sagt: "Das ist faszinierend." mit hörbar gesteigerter Euphorie in der Stimme.  Jeder Mensch hingegen wäre wenig begeistert, wenn sein Körper zu einem Experiment gemacht werden würde und man ihn zwecks Untersuchung auseinander nehmen würde. Wahrscheinlich dachte Data an Androiden, die ihm ähnlich wären und die seine Faszination für die Menschen teilen würden. Als er erfährt, dass Maddox mit seiner Forschung noch in den Kinderschuhen steckt, ist er allerdings weniger davon begeistert auseinander genommen zu werden. Ich vergleiche das gern mit einem Zahnarzt, dessen Patient man ist und der an einem lernen soll, wie man den Bohrer richtig benutzt. Data weigert sich in aller Form an dem Experiment teilzunehmen und es kommt zur Gerichtsverhandlung.

Um Data das Recht auf Selbstbestimmung zukommen zu lassen, muss er als Person angesehen werden. Locke sagt, dass der Mensch ein Recht darauf hat, sich zu erhalten. Wäre die Verhandlung schlecht für Data ausgegangen, hätte er sich entweder fügen können oder er würde tatsächlich eigenmächtig agieren. Das schließt auch Gewalt mit ein und wir wissen wozu Data imstande sein kann. In der Verhandlung biegt er eine Stange Parstahl um seine Kräfte zu demonstrieren. 
Das Recht auf Selbsterhaltung ist von der Natur gegeben und Locke betont es durchgängig in der zweiten Abhandlung über die Regierung. Data nimmt dieses Recht, wenn auch eingeschränkt, wahr, denn er ist in der Episode kurz davor seinen Dienst bei der Sternenflotte zu quittieren um ihrer Gerichtsbarkeit zu entgehen. Streiken in den Wolfsburger VW-Werken statt der Mechaniker, die Maschinen, würde man wohl beschließen sie abzuschalten und neu zu programmieren. Warum macht man das nicht bei Data? 

Verfolgen wir die Gerichtsverhandlung ein Stück weiter. Riker muss die Anklage führen. Er nimmt Data den Arm ab um die Schaltkreise zu zeigen. Schließlich schaltet er den Androiden einfach ab. Hat Data in diesem Zustand noch Bewusstsein? Was erlebt ein Mensch unter Hypnose? Sind sich diese beiden Zustände so unähnlich? Ist Data mehr Maschine oder schon empfindendes Lebewesen? Er kann sich selbst verorten, er ist intelligent und er ist sich über die geführte Verhandlung im Klaren. Diese Punkte hätten schon ausgereicht, um deutlich zu machen, wie sehr Data eine Person ist. Ein weiterer Schritt in Richtung Anerkennung als Person ist die Tatsache, dass für seinen Abschied eine Party organisiert wird und die Besatzungsmitglieder ihn rührend verabschieden. In den VW-Werken werden die Maschinen einfach ausgetauscht, wenn sie nicht ordnungsgemäß funktionieren. Ich muss hier gar nicht so sehr auf die Gerichtsverhandlung eingehen um zeigen, wie sehr Data als Person gilt und wie sehr er in die sozialen Gefüge der Besatzung integriert ist. 



Der Kulminationspunkt der Folge ist der Schluss der Gerichtsverhandlung, denn gerade eben beim nochmaligen Ansehen ist mir eine wichtige Sache aufgefallen. Data besitzt Eigentum. Er hat nicht nur Eigentum an sich selbst, sondern er hat durch seiner Hände Arbeit Eigentum erworben. Picard schenkte ihm eine Ausgabe mit Sonetten des in Star Trek vielzitierten Shakespeare. Er besitzt zudem eine Holographie von Tasha Yar und er behielt die Auszeichnungen, die ihm von der Sternenflotte verliehen worden sind. Damit hätte er auch Lockes Kriterium als Person erfüllt. Picard schöpft aus der Definition von Maddox, wenn er versucht zu verdeutlichen wie schwammig unser Verständnis von Intelligenz, Selbstwahrnehmung und Bewusstsein ist. Es ist wie die Frage nach der Zeit, von der Augustinus so eindrucksvoll gesagt hat: 

"Was ist die Zeit? Wenn mich niemand danach fragt, weiss ich es. Soll ich es einem Fragenden erklären, weiss ich es nicht."

Es würde zuviel Platz verschlingen, die von Picard verwendeten Begriffe alle in sinnvolle Erklärungen zu pressen und das soll auch hier nicht das Thema sein. Deswegen kann ich ebenso wie die Richterin Louvouis feststellen, dass die Antwort auf die Definition des Wortes Seele eine Frage ist, mit der sich die Philosophen noch auseinandersetzen müssen. 

Fazit
Menschenrechte enden nicht einfach bei der Spezies Mensch. Sie sind allgemein gültig und das wichtigste Dokument der Selbstverortung des Menschen innerhalb seiner Welt. Diese Rechte zeigen, dass wir unsere innere Natur anerkannt haben und das wir uns Rechte auferlegen müssen um das zu schützen, was für uns am wichtigsten ist. Dabei muss der Mensch nach mehr als der Selbsterhaltung streben. Wenn mich jemand fragt, was der Sinn des Lebens ist, dann sage ich meistens, dass es keinen allgemeingültigen Sinn für jedermann gibt, sondern, dass wir geboren wurden, um genau diesen Sinn für uns selbst zu finden. Vielleicht ist es das was Thomas Jefferson mit dem 'Streben nach Glück' meinte, als er es 1776 in die Unabhängigkeitserklärung schrieb. 

Datas Streben ist es menschlicher zu werden oder zumindest menschliches Verhalten zu verstehen. Deswegen habe ich dieses Thema an den Anfang gestellt. Sein Verlangen nach diesen Erfahrungen führt uns wieder zurück zu John Locke, dessen These vom Menschen auf Data sicher am ehesten zutrifft, als er in seiner Abhandlung "Über den menschlichen Verstand" schrieb, dass der Mensch qua Geburt ein unbeschriebenes Blatt sei, gleichsam tabula rasa. Dieses Blatt wird erst durch die Erfahrungen zu einem vollständig ausgebildeten Individuum. Wir können diesen Prozess gerade bei Data mit jeder Episode weiter verfolgen und genau das macht auch den Reiz an seiner Figur aus. 


Bilder:

Quellen:

Donnerstag, 29. Mai 2014

Forscher wollen Materie aus Licht erzeugen...

Nach einem Artikel von GiantFreakingRobot wollen Forscher schon innerhalb eines Jahres Materie aus Licht erzeugen. Wer dabei an den Replikator und der verbundenen Transportertechnologie aus Star Trek denkt, liegt da gar nicht so falsch, auch, wenn es bis dorthin noch ein langer Weg sein wird.
Physiker des London Imperial College haben eine Studie veröffentlicht, in der sie herausgefunden haben wollen, dass man aus Licht feste Materie erzeugen kann. Das soll mit der Hilfe von Laserstrahlen möglich sein. Bisher haben wir mit Hilfe von 3D-Druckern kleine Dinge wie Werkzeuge nachbilden können, doch das Verfahren der Londoner orientiert sich nun nach dem beschriebenen Prozess aus Star Trek und macht dadurch einen großen Schritt in Richtung 24. Jahrhundert.
Steve Rose, Mitglied des Imperial College: "Wir haben in der Theorie bewiesen, dass man aus Licht Materie erzeugen kann...In diesem Experiemt nimmt man Licht und wandelt es in feste Materie um". Dabei sollen zwei Photonen (Lichtpartikel) verbunden werden, aus denen sich jeweils ein Positron und ein Elektron herausbildet. Diese sind bekanntlich Bestandteile von Atomkernen, sprich fester Materie, von Dingen, die uns im täglichen Leben begegnen. Das Verfahren wird auch das Breit-Wheeler Verfahren genannt, dass schon vor rund 80 Jahren erdacht wurde, aber jetzt mit Hilfe von neuen Technologien umgesetzt werden kann. Glaubt man dem Direktor des Imperial Colleges Oliver Pike (Vorfahre von Christopher Pike?), ist "Das Breit-Wheeler Verfahren der einfachste Weg Materie aus Licht zu erzeugen und somit eine pure Demonstration der E=mc2 Gleichung."
Replizieren wir bald unsere Nahrung und Kleidung aus Licht? Quelle: Star Trek: Enterprise (ENT) S2 Nr 04. „Todesstation“
Wer tiefer in die Materie des Themas vordringen möchte, sei folgendes Video ans Herz gelegt. Dazu gibt es den kompletten Artikel als Link unten. (Beides auf Englisch)


Links:

GiantFreakingRobot-Artikel

Breit-Wheeler Verfahren

Mittwoch, 28. Mai 2014

Mis-Drop

Hin und wieder stoße ich bei meinen Recherchen bezüglich Star Trek auf kleine Science-fiction-Kurzfilme mit ungewohnt hoher Qualität. "Mis-drop" hat mir dabei besonders gut gefallen und deswegen  möchte ich ihn hier kurz vorstellen.
Das Geschehen spielt dreihundert Jahre in der Zukunft und handelt von einem Kolonialkonflikt auf anderen Planeten. Jason Patrick Glen ist ein Söldner, der für Black Rock Industries arbeitet. Er ist ein sogenannter Average-Joe, quasi ein Jedermann, den es zum privaten Militärgewerbe verschlagen hat. Nach dreimonatiger Ausbildungsphase im Trainingsgelände der Firma erleben wir den Auftakt zu seinem ersten Einsatz. Er soll sich mit seinem Team in die Kolonialkonflikte einmischen. In einer kurzen 10-Minuten andauernden Sequenz erleben wir den Start seines Trägers und schließlich die Landephase. Ich will hier nicht zuviel verraten, denn das würde das Seherlebnis etwas trüben. Interessant ist hierbei, dass Blick auf den Protagonisten, dessen Verhalten und Mimik und das Interagieren mit seiner eingeschränkten Umgebung ausreichen um uns einen, wenn auch kleinen, Blick in seine Ängste und Begehren zu zeigen.

Glens Charakter ist von einer solchen Unsicherheit geprägt, dass der Zuschauer in den Bann gezogen wird. Sofort springen einem Bilder in den Kopf die Umgebung des "Soldaten" betreffend. Mis-drop spielt dabei auf mehrere Referenzen an. Die Kolonie in der Glen aufwuchs, heißt Hadley's Hope. Der Name entstammt einer Kolonie aus dem "Alien"-Universum. Der Forensiker, der sich Glens Video-Akte ansieht, arbeitet für "Hamilton, Heinlein and Banks CMA". Alle Namen entsprechen den Sci-fi-Autoren Peter F. Hamilton, Iain Banks und Robert A. Heinlein.
Zu guter Letzt werfen wir einen Blick auf die ethische Ebene. Glen wird zwar für diesen Einsatz bezahlt, doch der forensische Analyst scheint eher Versicherungsvertreter zu sein. Er streicht Glens Bezahlung, die wohl an seine nächsten Verwandten gegangen wäre, aufgrund einer Kleinigkeit. Ohne viel vorweg nehmen zu wollen, fühle ich mich hier ein wenig an "Moon" von Duncan Jones erinnert.
Mis-drop spielt mit den Erwartungen des Zuschauers, weil Ferand Peek die Hebel des Genres kennt und genau weiß, wo er sie ansetzen muss. Glen gibt beim Eintritt in diese private Armee sein Leben in die Hände einer korrupten Firma, die ihn mit Aussicht auf das schnelle Geld lockte. Wir wissen nicht, ob er überlebt hat. Aber ein Funken Moral leuchtet kurz auf, als der Analyst geschockt von der Aufzeichnung kurz hörbar den Atem anhält, nur um sämtliche Bedenken kurze Zeit später mit dem Verweis auf das Vergehen Glens wegzuwischen und den verdienten Geldbetrag zu löschen.

Schreibt eure Meinung über diesen Kurzfilm in die Kommentarsektion und lasst mich wissen, ob er euch gefallen hat. Vielleicht fallen euch ja weitere Referenzen auf.


Mittwoch, 21. Mai 2014

Das große "Build a Star Trek Meme" Gewinnspiel! [UPDATED!]

Nachdem wir uns in der letzten Woche bereits mit dem Thema "Memes" auseinandergesetzt hatten, waren nun unsere Leser am Zug, eigene Bildwitz-Vorschläge einzureichen. Tatsächlich sind eine Reihe von Einsendungen zusammengekommen, auch wenn der größte Teil von ihnen aus unserer eigenen Runde stammt. Da es allerdings mehr als fünf (also sechs) Teilnehmer  waren, die ihre Ideen eingereicht haben und eine davon mit mir verheiratet ist, habe ich mich erweichen lassen, die Qual der Wahl nicht einer Jury zu überlassen, sondern die Leser selbst entscheiden zu lassen, wer der glückliche Gewinner unseres Preises sein wird.

Meme #1 Meike: "The Redshirt Realization"

Die erste Mehl erhielt ich von Meike Saxon, die sich als Mitautorin dieses Blocks vor allem der Romulanischen Geschichtsschreibung gewidmet hat. Doch ihr Bildwitz hat weniger mit den entfernten Cousins der Vulkanier zu tun, sondern viel eher mit dem in der Originalserie begründeten Mythos der "Redshirts" und folgt den Tradtionspfaden grandioser Vorbilder wie diesem, diesem oder diesem, wobei es Meike gelang, eine frische Note in das angestaubte Sujet zu bringen.


Meme #2 Miltan: "Legal Darkness"

Mit gleich drei Einsendungen hält unser Musikexperte Miltan auf jeden Fall bereits den Quantitätsrekord. Zwei Memes, die in die selbe Bresche wie sein sehenswerter S-Bahn-Fund vor einigen Wochen schlagen, hat er zusätzlich mit einem weiteren Crossover gepaart, das auf unserem Block fraglos gut aufgehoben ist
Um seine Chancen nicht durch Zerstückelung zu schmälern und als Belohnung für "Die Erledigung der unausgesprochenen Zusatzaufgabe" gilt die Stimmabgabe für eines seiner Memes für die anderen gleich mit.




Meme #3 Rok: "Friendzoned Data"

Eines äußerst beliebten Themas nimmt sich unser Veteran und Beinahe-Jury-Mitglied Rok an: dem Thema Friend Zone. Diese imaginäre Zone beschreibt den Aufenthaltsort männlicher Beziehungssuchender, deren erfolglose Versuche, bei einer Frau zu landen darin enden, dass sie zu deren bestem Freund werden. Während die Thematik sich in den Weiten des Internets ebenfalls großer Beliebtheit erfreut, hat Rok das Thema mit Star Trek in Einklang gebracht.


Meme #4 Kalami: "One does not simply voyage into Mordor"

Auch Kalami bedient sich eines geläufigen Vorbilds, denn der Screenshot Boromirs, der den ringtragenden Gefährten in Tolkiens "Herr der Ringe" "One does not simply walk into Mordor" entgegenblafft (in der deutschen Synchronisation schlecht und lieblos mit "Man kann nicht einfach nach Mordor spazieren." übersetzt; vielleicht sollte man daher lieber das klingonische Original "morDorDaq yItlu' 'e' napbe'" oder "morDorDaq yItqu'lu'bejbe'" verwenden), wurde seither ebenfalls um diverse zusätzliche Bedeutungen erweitert. Und weil es so gut passte, musste dieser Sternenflottencaptain für den markigen Sinnspruch herhalten:



Meme #5 Bellanna: "Unicorn Doge"

Unsere treue Leserin Bellanna hat uns aus dem Ruhrgebiet ihre Interpretation des Doge-Memes zugesandt und folgte damit einem Aufruf dieser Website, da auch sie fand, dass der Einhorn-Hund aus der TOS-Folge "Kirk:2=?" ungerechtfertigterweise viel zu selten mit Bildwitzen bedacht wird.



Meme #6  Baldavez "Next Generations"

Ein wenig dem Genuss von Whiskey und dem gleichzeitigen Konsum von "Family Guy" geschuldet ist dieses Meme aus dem unerschöpflichen Reservoir Baldavez' und spielt auf den Umstand an, dass sowohl Sisko als auch Janeway (von der aussagearmen Mini-Cameo in "Nemesis" einmal abgesehen) bislang von Star-Trek-Kinofilmrollen ausgeschlossen sind und zumindest auf der großen Kinoleinwand der Mut der Autoren für einen farbigen oder einen weiblichen Captain bislang vergleichsweise bescheiden ausfiel.



Jetzt liegt es an Euch zu entscheiden, welcher Bildwitz mit einem Exemplar von "Sorge Dich nicht, beame!" 'belohnt werden sollte. Sieben Tage habt Ihr zur Abstimmung Zeit; dann erhält der glückliche Gewinner seinen wohlverdienten Preis!

Welches Meme gefällt Dir am besten?
 
 
 
 
 
 
  
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UPDATE: Und schon ist unser kleines Gewinnspiel auch schon beendet! Natürlich nicht, ohne einen ziemlich klaren Gewinner hervorzubringen. Ein Drittel aller zweiundvierzig (!) Abstimmenden hat sich für die Einsendung von Meike entschieden. Die Tafelrunde gratuliert der glücklichen Gewinnerin, die zur nächsten Tafelrunde ihren verdienten Buchpreis überreicht bekommt.