Mittwoch, 18. September 2019

Eaglemoss Nr.116: U.S.S. Curry NCC-42254

 

Einleitung

Tja, wie man unschwer erkennen kann, habe ich ein Modell in Einzelteilen bekommen. Ärgerlich, aber ich habe mich auch entschlossen, es nicht zu reklamieren, da sich die Teile leicht wieder ankleben lassen und ich die gegebene Chance nutze, das Modell etwas umzugestalten. Aber dazu später mehr.

Die U.S.S. Curry gehört auch zu den je nur einmal gesehenen "Frankenstein-Raumschiffen" und gebaut wurde sie von Dan Curry, der die Spezialeffekte für Star Trek koordinierte. In der ersten Folge "Zeit des Widerstands" der sechsten Staffel von ST-DS9 sollte eine Flotte zu sehen sein die, schwer gezeichnet, von einer Schlacht zurückkehrt. Da man zu dieser Zeit noch nicht komplett auch computeranimierte Schiffe umgestellt hatte, benötigte man dafür noch richtige Modelle. Da man aber die vorhandenen Studiomodelle nicht kaputt machen wollte, bastelte das für die Szenen zuständige Team eine Reihe von Modellen aus Modellbausätzen zusammen, die sie sich aus dem Spielwarengeschäft um die Ecke besorgt hatten. Dan Curry bastelte sein Schiff aus Bausätzen der U.S.S. Excelsior und U.S.S. Reliant zusammen, wobei er von der Excelsior die Untertasse und den Hals auf die Mitte der Anriebssektion klebte. Als Antrieb fanden die Warpgondeln der Reliant Verwendung, die er samt Pylone einfach an die Unterseite der Untertasse klebte. Nun fehlten nur noch die Beschädigungen, die er mit einer Zange und einem Lötkolben erstellte. Um die Schäden noch etwas zu detaillieren, kamen noch Alufolie und Drahtstücke zum Einbau. Da die Schiffe nicht dafür gedacht wahren, aus der Nähe abgefilmt zu werden, benannten die Bastler ihre Kreationen nach sich selbst.

Die schwer beschädigte und immer noch leicht brennende Curry. (Bild: Memory Alpha)

Das Modell

Die Betrachtung des Modell ist diesmal etwas kurios, da ich es ja in Einzelteilen erhalten habe. Im Gesamtbild betrachtet, handelt es sich aber um eine solide Umsetzung, was Bedruckung und Detailierung angeht. Es gibt eine zweifarbige Schiffsregistrierung, ein geschecktes Aztec-Muster, Sternenflottenlogos und die Deflektorscheibe besteht aus einem blauen Klarteil. Aber bedauerlicherweise ist dies das einzige, denn die Warpgondeln besitzen keine, sondern nur schwarze Kunststoffeinlagen als Warpfeldgitter. Das wurde zwar sehr gut und detailliert umgesetzt, aber natürlich währen Klarteile hübscher gewesen. Das Raumschiff besitzt vier Impulstriebwerke, von denen aber nur die am Hals bemalt wurden, während die am Heck der Untertasse leider nicht bedacht wurden. Es wäre auch nicht verkehrt gewesen an der Antriebssektion einige Fensterreihen aufzudrucken, aber immerhin sind einige Vertiefungen zu erkennen.

Die Untertasse wurde gut bedruckt.

Die Warpgondeln besitzen keine Klarteile...

...wurden aber detailliert bedruckt.
Die Antriebssektion wurde recht karg bedruckt.

Am Hals befindet sich einer der beiden Impulsantriebe, der mit farbe versehen wurde.
Dafür wurden aber die an der Untertasse vergessen.
Immerhin bietet die Deflektorscheibe ein Klarteil.

Die Halterung



Begleitheft

Neben dem typischen Schiffsprofil bietet das Heft noch einen zweiseitigen Bericht, in dem Dan Curry über den Bau seines Schiffes berichtet und die restlichen Seiten erläuten die Karriere des Experten für Spezialeffekte.



Das Originalmodell das Curry einst gebaut hat. (Bild: the-trek-collector.org)

Spezifikationen

 

Daten zum Modell

 

Länge x Breite: ca. 120 mm x 65 mm
Höhe mit Stand: ca. 70 mm
Material: Kunststoff und Metall
Hersteller: Eaglemoss Collections 2019


Bewertung und Fazit

Ich finde es immer wieder Klasse, wenn Eaglemoss Modelle von Schiffen herausbringt, die eigentlich nur ein Schattendasein fristeten. Von daher ist auch die U.S.S. Curry ein weiterer Schatz für die Sammlung.






Nachtrag, kleine Bastelstunde

Wenn ich schon mal ein Modell so zerlegt vor mir habe, dann nutze ich auch diese Möglichkeit, um es hier und da neu zu bemalen bevor ich es wieder zusammenbaue. Als erstes habe ich mich dazu entschlossen, die allgemeine blaue Zierde des Schiffes zu verändern und in einen etwas dunkleren Blauton umzumalen. Mit "beige" wurde auch der Rand der Untertasse neu bemalt und diese Farbe kam auch beim Aufbau der Untertasse zum Einsatz. Der Hals wurde mit "grau, matt" bemalt und die Impulsantriebe mit "aluminium" und "clear red". Die Antriebssektion erhielt einen blauen Zierstreifen und Fenster. Auch die Warpgondeln wurden neu bemalt und anschließend wurde das Modell wieder zusammengebaut.






Montag, 16. September 2019

Die Tafelrunde trauert um David Hurst


Während Star Trek hierzulande über eine große Fanbasis verfügt, muss man sich doch fragen, welchen Einfluss umgekehrt Deutschland auf Star Trek gehabt hat. Wenn man mal ein wenig dazu recherchiert, fallen früher oder später bekannte Namen wie Winrich Kolbe (als Regisseur), Jesco von Putkamer (als Berater des ersten Kinofilms) oder Reiner Schöne (als Schauspieler), die immerhin entscheidend zum Gesamtbild der Serie beitrugen.
Oft aber wird ein Name dabei übersehen: David Hurst.
Dabei bietet wohl keine zweite Biografie einen besseren Einblick in die jüngere Geschichte Deutschlands, Europas und die transatlantischen Beziehungen.


Als Heinrich Theodor Hirsch am 8. Mai 1926 in Berlin geboren, war der Sohn jüdischer Eltern bereits in jungen Jahren von zwei zentralen Ereignissen geprägt: Der Trennung seiner Eltern und dem Erstarken des Nationalsozialismus in der Hauptstadt der Weimarer Republik. Als seine Mutter mit den Kindern 1935 vor den zunehmenden Repressalien floh, fand die Familie ausgerechnet im österreichischen Wien eine neue Heimat, wo sie 1938 mit dem Anschluss des Landes an das Deutsche Reich vom Schrecken, dem sie eigentlich knapp entgangen waren, doch wieder eingeholt wurde. Erst als sich die Lage weiter zuspitzte, gelang es der Mutter, ihren Sohn über Kindertransporte nach Großbritannien zu verschicken. Die Familie hingegen entkam dem Nazi-Terror nicht; der größte Teil der Familie Hirsch fand in deutschen Konzentrationslagern den Tod.
Heinrich verschlug es ins rauhe Nordirland, wo er die englische Sprache erlernte und sich den für britische Ohren zugänglicheren Namen Hurst zulegte, als er begann, erstmals für kleinere Theaterstücke auf die Bühne zu steigen. Er meldete sich für den Kriegsdienst und fand in einer Einheit Aufnahme, die sich während des zweiten Weltkrieges vor allem um für die Truppenbetreuung kümmerte und ihn weiter mit dem Schauspielberuf in Berührung brachte. Nachdem ihn die Kriegshandlungen nach Hamburg und zurück in seine Geburtsstadt Berlin geführt hatten, setzte Hurst schließlich in London seine Schauspielkarriere fort. Nach einigen Erfolgen in Theaterstücken und Filmen beschloß er, seiner Karriere im Land der unbegrenzten Möglichkeiten neuen Schwung zu verleihen. In den USA war er aber nicht nur in TV-, Film- und Broadway-Produktionen zu sehen, sondern engagierte sich ebenfalls politisch in der Peace and Freedom Party.
In Los Angeles gelang es ihm schließlich, neben verschiedenen anderen Rollen in anderen Serien in "Kobra, übernehmen Sie", "Quincy" oder "Drei Engel für Charlie" auch eine Rolle in "Star Trek" zu erhalten. Darüber hinaus war er in Filmen wie "Hello Dolly" oder "Stoßtrupp Gold" zu sehen.
Zuhause war Hurst jedoch stets auf der ganzen Welt. Neben den USA, Großbritannien und Italien war er 1973 gar in der DDR zu Gast - eine Rückkehr in seine damals noch geteilte Geburtsstadt scheiterte allerdings am Argwohn der sozialistischen Machthaber. Erst später, nachdem Hurst ab 1990 am Burgtheater in Wien tätig war, kehrte er im Jahr 2000 ins mittlerweile wiedervereinigte Berlin zurück.
In seiner Geburtsstadt hatte Hurst einen seiner letzten großen Auftritte, als er im Dezember 2014 vor einer Gruppe Star-Trek-Fans aus seinem reichhaltigen Leben erzählte.
Sichtlich berührt davon, dass sein verhältnismäßig überschaubarer Gastauftritt in den Sechzigern noch heute Menschen aller Altersschichten bewegt, blieb Hurst dennoch stets bescheiden und ohne Star-Allüren ein wacher Geist mit einem großartigen Talent, seine Zuhörer in den Bann zu schlagen.
Dabei blieb er stets ehrlich, aber nie verbittert; die mal heiteren, mal nachdenklichen Anekdoten aus seinem Leben sollten eher dazu dienen sicherzustellen, dass sich die Ungerechtigkeiten seines Lebens nicht noch einmal wiederholen würden.
Gerade in Zeiten, in denen ein amerikanischer Präsident einen Keil zwischen Amerika und Europa zu treiben versucht und auch die britische Regierung eine europäische Gemeinschaft verlassen will, die unverzichtbar für den andauernden Frieden auf dem Kontinent ist, braucht es Stimmen wie die Hursts, der anhand seiner eigenen Erfahrungen berichten konnte, wie wichtig eine Welt ohne Grenzen und ohne Kriege ist (ein Ideal, dass auch zu den Grundaussagen Star Treks gehört).
Doch diese Stimme ist nun für immer verstummt.
David Hurst verstarb am 15. September 2019 im Alter von 93 Jahren um 13.50Uhr in Berlin an den Folgen eines Schlaganfalls und einer Lungenentzündung.
Um an ihn als herausragende Persönlichkeit Star Treks in Berlin und Brandenburg zu erinnern, verleiht die Star Trek-Tafelrunde jährlich den David-Hurst-Preis an verdiente Fans in Brandenburg, Berlin und Deutschland.
Hurst zeigte sich stolz, dass dieser Preis seinen Namen tragen würde.
Mit dem gleichen Stolz werden wir sein Andenken erhalten.


Sonntag, 15. September 2019

Eaglemoss Discovery Nr.15: U.S.S. Edison NCC-1683

Einleitung

Mit der U.S.S. Edison beschert Eaglemoss den Discovery-Fan mit dem Modell eines weiteren Raumschiffes, das an der Schlacht am Doppelstern teilgenommen hat. Die Edison gehört zur Hoover-Klasse, die optisch eine Art Vorgänger der Nebula-Klasse des 24. Jahrhunderts zu sein scheint. Die Edison besitzt eine große Untertassensektion, die zum Heck hin in größeren Aufbauten spitz zusammenläuft. Unter der Untertasse befindet sich ein Anbau, der in einem nach vorne gerichteten Winkel die Deflektorschüssel enthält. An zwei kleinen Auslegern sind an dem Aufbau die beiden Warpgondeln montiert, dessen Bussardkollerktoren in gelb leuchten, was auch bei den Impulstriebwerken der Fall ist. Die Edison wurde während der Schlacht gegen die Klingonen zerstört und sieben Monate später trifft sich die U.S.S. De Milo mit einem tellaritischen Kopfgeldjäger, der behauptet den gesuchten Harry Mudd gefangen genommen zu haben. Doch der Captain des Sternenflottenschiffes muss dem armen Tellariten eine bittere Wahrheit klarmachen, denn der von ihm gefangene Mudd ist nicht der echte, sondern nur einer von vielen Robotern, die sich so langsam im Frachtraum der De Milo anhäufen.

Die U.S.S. Edison NCC-1683 (Bild: Memory Alpha)

Das Modell

Tja, auch dieses Modell gehört zu den vielen von Föderationsschiffen, die eigens für "Star Trek - Discovery" entworfen und von Eaglemoss recht solide umgesetzt wurde. Das Modell wurde mit einem dezenten Aztec-Muster bedruckt, der Schiffsname nebst Registriernummer und auch die vielen Fensterreihen sind zu finden. Einige Fenster sind mal wieder versetzte Drucke, was besonders am Untertassenrand hervortritt. Erstaunlicherweise hat dieses Modell einige Klarteile spendiert bekommen, nähmlich für den Impulsantrieb und der Einsatz rund um die Deflektorscheibe scheint auch eines zu sein. Leider haben mal wieder die Warpgondeln keine bekommen, was wie immer wieder sehr bedauerlich ist.
Die typische Bedruckung eines Discovery-Modells.

Teils versetzte Fensterdrucke am Untertassenrand.

Die Unterseite verfügt über einige hübsche Details.

Sensationell! Klarteile für den Impulsantrieb.

Und welche rund um den Deflektor.

Typischerweise haben die Gondeln keine.

Die Halterung


 

Begleitheft

Die wichtigste Info, auch die U.S.S. Edison wurde von John Eaves designt, der mittlerweile fast alle Raumschiffe für diese Serie entwirft. Das Heft zeigt auch einige von Eaves Zeichnungen, die einen Einblick in die Entstehung des Schiffes gewähren.

 

Spezifikationen

 

Daten zum Modell

Länge x Breite: ca. 140 mm x 113 mm
Höhe mit Stand: ca. 104 mm
Material: Kunststoff und Metall
Hersteller: Eaglemoss Collections 2019


Bewertung und Fazit

Eine weitere solide, aber auch recht einfache Umsetzung eines Sternenflottenschiffes aus dem Discovery-Universum.