Star Trek Tafelrunde "Hermann Darnell" Potsdam Babelsberg

…dahin zu gehen, wo noch kein Star Trek Fan aus Potsdam, Berlin und Brandenburg zuvor gewesen ist - Infinite Diversity in Infinite Combinations.

Freitag, 9. Mai 2014

Star Trek Jumps the Shark 02: TOS



Einleitung
. Wenn man versucht, die Star-Trek-Originalserie mit der im Vorgängertext beschriebenen "Jumping the Shark"-Theorie zu diskutieren, stößt man meist auf die zwei üblichen Extreme:
Auf der einen Seite finden sich die Personen, die standhaft behaupten werden, dass es bei dem Ursprung für die diversen Filme und Nachfolgeserien niemals einen Punkt gab, ab dem die Serie in puncto Qualität und Kreativität nachließ ("Früher wusste man halt noch, wie man Anspruch in eine Fernsehserie einbaut!").
Auf der anderen Seite gibt es jene Stimmen, die mit ähnlicher Eloquenz darauf bestehen, dass TOS bereits mit seiner ersten Folge mit Anlauf weit über den Knorpelfisch hinausgeschossen wäre. Erst mit den späteren Serien sei Star Trek zu dem geworden, was es schließlich zu einem Kulturphänomen machte ("Diesen altmodischen Schrott kann doch heutzutage niemand mehr ansehen!").

Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen. Fakt ist, dass die Serie nach lediglich drei Staffeln abgesetzt wurde und das es dafür tatsächlich gute Gründe gab. Ebenso Fakt ist allerdings auch, dass Kirk, Spock und Co. immerhin 78 Folgen vergönnt waren, die nicht nur eine ganze Generation von Fernsehzuschauern prägte, sondern auch von anerkannten Science-Fiction-Autoren mit prämierten Drehbüchern ausgestattet wurde.
Schon allein zur Lösung dieser "Gretchenfrage unter den Star-Trek-Fans" wollen wir im Folgenden einmal näher betrachten, welche Anzeichen des Niedergangs bei TOS sichtbar waren und zu welchem Punkt der berühmt-berüchtigte Sprung über den Hai tatsächlich stattfand. Diese Anzeichen sind an die Auflistung angelehnt, die im ersten Teil dieser Serie präsentiert wurde. Sie folgt den vier Themenfeldern "Besetzungswechsel", "Charakterentwicklung", "Handlungsentwicklung" und "Kunstgriffe"; allerdings kann die Reihenfolge der einzelnen Symptome variieren. Zudem entspricht die Zählung der Anzahl der tatsächlich beobachtbaren Haisichtungen bei TOS (so kann z.B. ein Punkt wie "Das zweite Gesicht" mehrere Schauspieler betreffen und dementsprechend auch mehrere Finnen beisteuern).

1. Besetzungswechsel


Das zweite Gesicht. Die Originalserie weist eine Besonderheit auf, die sie gleich zu Beginn vom Einheitsbrei anderer Sendungen abhob: Es gab insgesamt zwei Pilotfilme. In "Der Käfig" spielte der bereits verstorbene Jeffrey Hunter die Rolle des Captain Pike und bis auf Spock wichen auch die anderen Hauptcharaktere stark von dem ab, was man in "Die Spitze des Eisbergs" zu sehen bekam. Dennoch wurde dem geneigten Fan spätestens ab dem Zweiteiler "Talos IV – Tabu", in dem der Pilotfilm als Lückenfüller verbraten wurde, klar, dass in der Anlage des legendären Captain Kirks eigentlich eine unverhohlene Kopie Christopher Pikes steckte und auch das unschuldige Yeo-Woman Colt in Janice Rand eine nahtlose Fortführung fand. Da die besonderen Situation, für den Start der Serie gleich zwei Pilotfilme drehen zu dürfen, unvorhersehbare Wendungen begünstigte (wie etwa den Unwillen Hunters, die Serie fortzuführen), sollte man in diesem Punkt allerdings Nachsicht walten lassen.



Rauswurf eines Hauptcharakters. Wer glaubt, dass es in der ersten Star-Trek-Serie kein tragender Charakter dauerhaft entfernt wurde, hat sicherlich die ersten Folgen der ersten Staffel in einer verstaubte Ecke seines Unterbewusstseins geparkt, denn tatsächlich gab es gleich zwei Schauspieler, deren Arbeitszeiten ein jähes Ende fanden. Beim ersteren, Paul Fix, wird sich wohl vor allem deshalb niemand sonderlich lebhaft erinnern, weil sein Nachfolger DeForest Kelley dem Part des Schiffsdoktors einen stilprängenden Anstrich verpasste. Der Tausch von Dr. Mark Piper (der seinerseits den von John Hoyt verkörperten Phillip Boyce aus "Der Käfig" ersetzte) zu Leonard "Pille" McCoy mag zwar als Anzeichen für einen Haisprung interpretiert werden, doch tatsächlich erwies sich dieser Besetzungsumschwung als Glücksgriff für Star Trek.
Ein gänzlich anderes Bild zeichnet sich hingegen bei Grace Lee Whitney, die den Fans als Yeoman Janice Rand bekannt sein dürfte. Die Bedeutung ihrer Rolle schwand immer mehr, bis sie schließlich ab "Notlandung auf Galileo 7" gar nicht mehr auf der Lohnliste der Serie zu finden war. Die offizielle Begründung lautete übrigens, dass Whitney mit Alkohol- und Medikamentenmissbrauch zu kämpfen hatte; andere Erklärungen reichen von Budgetkürzungen bis hin zu sexueller Belästigung.


New Kid. Ab der zweiten Staffel mussten sich die Fans an ein neues Gesicht inmitten der altbekannten Enterprise-Crew gewöhnen: Der von Walter Koenig verkörperte Pavel Chekov stieß zur Besetzung. Allerdings lagen die Ursachen für diesen plötzlichen Zuwachs weniger in der von Gene Roddenberry (fälschlich) propagierten Beschwerde der damals sozialistisch-sowjetischen Tageszeitung Prawda begründet, sondern vielmehr darin, ein attraktives, männliches Besatzungsmitglied für das Zielpublikum junger Teenager-Zuschauerinnen zu gewinnen. Nicht von ungefähr wurde seine Frisur an die Mitglieder der Musik-Gruppe "The Monkees" angelegt, deren TV-Show damals erfolgreich Quoten einfuhr (vgl. Justman, Robert H.; Solow, Herbert F.: Star Trek – Die wahre Geschichte. München, 1998, S: 365ff.)


3. Charakterentwicklung


Schema F. Machen wir uns nichts vor: Einen Teil des Kults um die Originalserie macht vor allem seine Vorhersehbarkeit aus, die längst zu einem Bestandteil der allgemeinen Popkultur geworden sind, Egal, ob der absehbare Tod von Redshirts auf Außenmissionen, Phrasen wie "Er ist tot, Jim." oder "Ich bin Arzt, kein [hier bitte beliebigen Berufsstand einfügen]." oder die Tatsache, dass beinahe alle Planeten erdgleiche Bedingungen und humanoides Leben beherbergten – die beruhigende Regelmäßigkeit birgt noch immer einen gewissen Charme.



Daneben bediente sich die Serie aber auch anderer konstanter Wiederholungen. So war ein Ende, an dem jeder auf der Brücke außer Spock in spontanes Lachen ausbricht ebenso wenig eine Seltenheit wie Kirks triumphale Logiksiege gegen überforderte Computer oder die ständigen Brüche der Obersten Direktive.



Messlattenhoch. Wann immer es Erhebungen gibt, welche Folgen Star Treks zum allgemeinen Kanon aller Zuschauer gehört, führt "Griff in die Geschichte" die Trek-Delegation zumeist mit Abstand an. Nicht von ungefähr, hat doch diese Folge dem ursprünglichen Autor Harlan Ellison eine Auszeichnung der "Writers Guild of America" eingebracht (vgl. Justman, Solow: Ebd., S. 310f.). Auch unter Fans gilt die Episode bis heute als eine der besten, und auch wenn es auch danach einige außergewöhnliche Folgen gab, mussten sie sich an diesem Höhepunkt messen lassen, ohne jemals deren Qualität zu erreichen.


Jumping the Shark. "Unglaubwürdigkeit" innerhalb einer Science-Fiction-Serie ist eigentlich per se eine gewagte Begrifflichkeit. Doch wenn man sich als Fan auf die Rahmenbedingungen einer Weltraumerzählung einlässt, stoßen Ungereimtheiten abseits von Transporter, Warpantrieb oder Diliziumkristallen oft auf den Ärger der Fans.
Besondere Anfälligkeit für immer neue, überraschende Wendungen bot der Charakter Spock. Immer wieder rettete er durch neue abstruse – zuvor nie erwähnte - Fähigkeiten den Tag. Zwar sind Eigenarten wie die Gedankenverschmelzung, Pon Farr oder telepathische Suggestion längst Science-Fiction-Klassiker, doch warum Vulkanier zusätzlich zu diesen Übervorteilungen auch noch ein zweites Augelid besitzen ("Spock außer Kontrolle"), Wunden durch eine Heiltrance überwinden ("Der erste Krieg") oder durch ihr kupferhaltiges Blut unverhältnismäßige Immunkräfte entwickelten ("Implosion der Spirale") entzog sich spätestens ab der dritten Staffel dem Verständnis vieler Zuschauer.


Erhobener Zeigefinger. Star-Trek-Erfinder Gene Roddenberry nutzte seine Kreation nicht nur, um damit Geld zu verdienen, sondern auch, um seinen Vorstellungen einer positiven Zukunft Ausdruck zu verleihen. Daneben sind auch die Multiethnizität an Bord des Schiffes, der latent durchklingende Atheismus einiger Folgen sowie die offensichtliche Opposition zum damaligen Vietnamkrieg in "Der erste Krieg" deutliche Anzeichen dafür, inwiefern Roddenberry 'seine' Serie nutze, um auch seine politischen Ansichten unter das vor der Mattscheibe gebannte Volk zu mischen.

4. Kunstgriffe


Faule Eier. Bis heute können sich Star-Trek-Fans noch immer damit brüsten, dass unter den 724 Folgen nur eine einzige Clip-Show lief. Obgleich dieser Moment der Schande nicht TOS betraf, muss man bei aller Ehrlichkeit der Doppelfolge "Talos IV – Tabu" vorwerfen können, dass auch sie im Prinzip nichts anderes als Resteverwertung vorangegangener Inhalte bot. Immerhin gaben sich die Autoren Mühe, eine Rahmenhandlung um diesen Einschub zu stricken und wenn man bedenkt, dass "Der Käfig" erst 1988 in den USA und erst 1993 in Deutschland ausgestrahlt wurde, sollte man diesen Umstand vielleicht aufführen, aber als "nicht allzu ernsthaft" auch schnell wieder abtun.



Überstürzter Abschied. Nachdem "Der Käfig" vom Sender abgelehnt worden war, glich es beinahe einem Wunder, dass Star Trek in Form des zweiten Pilotfilmes "Die Spitze des Eisbergs" (siehe "Das zweite Gesicht") eine zweite Chance erhielt. Dennoch hätte die Serie ganz anders aussehen können, als wir sie heutzutage in Erinnerung haben, denn die schriftlich festgehaltenen Rückbesinnungen der Produktionsverantwortlichen Robert Justman und Herb Solow legen nahe, dass Hunters Weigerung, für einen zweiten Pilotfilm zur Verfügung zu stehen, in erster Linie in seiner damaligen Ehefrau Joan 'Sandy' Bartlett begründet lag (vgl. Justman, Solow: Ebd., S. 85). Nicht auszudenken, wie die Serie verlaufen wäre, wenn Hunter Entscheidungen für sich selbst getroffen hätte!


Vitamin B. Während Hunter sich von Star Trek abkehrte, blieb eine Person der Franchise bis zu deren Tod erhalten: Majel Barrett, "Star Treks First Lady". Böse Zungen behaupten bis heute, dass ihr Engagement im ursprünglichen Pilotfilm als "Nummer Eins" und ihre Rückkehr als "Christine Chapel" allen Widerständen des Fernsehsenders zum Trotz vor allem deshalb stattfand, weil sie zum damaligen Zeitpunkt das Bettlager mit einem anderweitig verheirateten Produzenten namens Gene Roddenberry teilte (vgl. Justman, Solow: Ebd., S. 179). Allerdings sollte an dieser Stelle ebenso erwähnt werden, dass ohne diese Günstlingswirtschaft die Computerstimme aller Star-Trek-Serien und der Charakter Lwaxana Trois niemals entstanden wären und damit ein echtes Erkennungsmerkmal fehlen würde.


Urlaub. In einigen Serien (z.B. "Alle lieben Raymond") kann sich auch ein Urlaub negativ auf den Serienverlauf auswirken. Tatsächlich ist die Episode "Land(e)urlaub", die bereits in der ersten Staffel untergebracht wurde, bis heute ein zweifelhafter Höhepunkt Star Treks. Zum Glück gelang es anderen Folgen, noch zweifelhaftere Inhalte zu bieten, weswegen dieser Urlaub zwar entnervtes Augenrollen auslösen kann, aber noch lange nicht zu den absoluten Tiefpunkten der Serie gezählt werden sollte.



Musikalischer Neustart. Vielen Menschen fällt es wahrscheinlich gar nicht mehr auf, doch der Wechsel von der ersten zur zweiten Staffel TOS markierte auch den Wechsel des Intros von einem rein instrumentalen Titel zu einem gesanglich unterstützen Einstieg, dessen Auführung der Sopranistin Loulie Jean Norman überlassen blieb. Tatsächlich hatte Gene Roddenberry übrigens sogar eine Text-Version des Titelsongs in petto, die zum Glück allerdings in einer dunklen Schublade verstaubte.




Augenwischerei. Seit Anbeginn der Serie spielte Sexismus eine gewichtige Rolle am Set. Egal, ob durch die Ergänzung der Brückenbesatzung um attraktive Schauspieler wie Nichelle Nichols oder Grace Lee Whitney – die weiblichen Crewmitglieder, bzw. deren äußerst knappe Bekleidung wurde zu einem zweifelhaften Markenzeichen der Serie. Roddenberry selbst hoffte, durch diesen Schachzug zusätzliche Zuschauerschichten akquirieren zu können und ging alsbald dazu über, auch Gaststars und Nebencharaktere durch den Kostümdesigner William 'Bill' Ware Theiss in auffallend reizvolle Kostüme zu stecken, was sogar in eine gängige Bezeichnung "Theiss Tilliation Theory" mündete.



Haarteil. Aber auch mit weniger Aufwand kann man die niederen Instinkte von Fernsehzuschauern ansprechen. Wie bereits unter "New Kid" angesprochen, trug auch Walter Koenig ein Haarteil, da seine Rolle innerhalb der Serie weniger von seinem mäßig treffenden russischen Akzent, sondern viel mehr von seiner an die "Monkees" erinnernden Perücke getragen wurde, die Sympathien vor allem aus den Reihen junger weiblicher Zuschauer einfahren sollte (davon ab trugen aber auch Schauspieler wie Nichelle Nichols, Grace Lee Whitney und vor allem William Shatner attraktivitätsunterstreichende Haarteile).


Schoßtierchen. Und wo wie gerade bei Haaren sind: Auch die Tribbles und ihr bis heute anhaltender Niedlichkeitsfaktor waren reines Kalkül, um der Serie weiteren Auftrieb zu verleihen. Kein Wunder also, dass die kleinen Tierchen auch in der TAS-Episode "Mehr Trouble mit Tribbles" einen weiteren Auftritt fanden.



Kreativer Burnout. Wie Justman und Solow in ihrem bereits erwähnten Buch beschrieben, erlag Roddenberry mit dem Drehstart für die dritte Staffel einer gewissen Amtsmüdigkeit und zog sich immer mehr aus der Verantwortung. Die Quittung kam in Form einer sinkenden Folgenqualität, da das wachsame Auge Roddenberrys vielen Episoden plötzlich nicht mehr zur Verfügung stand. Die Gründe für diesen Motivationsabfall waren vielfältig und reichten von einem absehbaren Ende der Serie bis hin zu einer allgemeinen Lustlosigkeit. (vgl. Justman, Solow: Ebd., S. 410ff.)


Abkehr von der Nischenunterhaltung. Mit dem Einstieg Fred Freibergers in den Produktionsstab verflog die anfängliche Euphorie weiter. Star Trek wandte sich von einem Programm ab, dass von namhaften Sci-Fi-Autoren begleitet wurde und beschränkte sich – auch aufgrund von massiven Budgetkürzungen – auf mittelmäßige Drehbücher, die einem vermeintlichen Massengeschmack genügen sollten.


Sendeunzeit. Von zentraler Bedeutung war allerdings auch, dass die Sendezeiten Star Treks von Staffel zu Staffel wechselten und die Serie zuletzt auf den undankbaren Sendeplatz im freitäglichen Spätabendprogramm endgelagert wurde. Diese undankbare Platzierung (u.a. geriet "V – Die außerirdischen Besucher kommen" beim gleichen Sender und auf dem gleichen Sendeplatz nach nur einer Staffel ebenfalls in den Strudel der vorzeitigen Absetzung). Allgemein wird dieser Verschiebung der Hauptgrund für die Absetzung Star Trek in die Schuhe geschoben.



Charlie-Sheen-Syndrom. Auch die kleinen Skandälchen taten zu diesem Zeitpunkt der Serie nicht unbedingt gut. Der legendäre erste Kuss zwischen schwarz und weiß innerhalb der US-amerikanischen Fernsehgeschichte, den es in der Star-Trek-Episode "Platons Stiefkinder" zu bewundern gibt, führte eher dazu, dass vor allem im konservativen Süden der USA die Fernsehstationen bis hin zu einem Boykott gingen, um die Ausstrahlung dieser vermeintlich anstößigen Szene zu verhindern. Dass der ohnehin kränkelnden Serie trotz des moralischen Sieges damit nicht unbedingt ein Gefallen getan wurde, zeigte die endgültige Absetzung der Serie nur zwölf Folgen später.




Endstand. Gesamtanzahl der Haisichtungen: 

Zusammenfassend bleibt anzumerken, dass innerhalb der Originalserie keinerlei Anzeichen für eine Haisichtung bei der Charakterentwicklung auszumachen waren. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Erklärungen und Abmilderungen bei verschiedenen Punkten, weswegen das endgültige Urteil in meinen Augen vergleichsweise eindeutig ausfällt.

Der Moment des Hai-Sprungs: Staffel 3, Episode 01 "Spocks Gehirn"





Nicht von ungefähr wird die erste Episode der dritten Staffel als die allgemein schlechteste Star-Trek-Folge überhaupt angesehen. Die hanebüchene Story bot einen denkbar unwürdigen Startpunkt für das letzte TOS-Ausstrahlungsjahr und nebenbei fielen auf die Folge gleich mehrere schlechte Vorzeichen. Mit Fred Freibergers Engagement ab dieser Episode verlor die Serie einiges an ihrer ursprünglichen Ausrichtung ("Abkehr von der Nischenunterhaltung"), Gene Roddenberry ließ mit Beginn dieser Season sein anfängliches Engagement spürbar vermissen ("Kreativer Burnout") und zu allem Überfluss war dies die erste Folge, die auf dem undankbaren Sendeplatz am Freitag um 22Uhr ausgestrahlt wurde ("Sendeunzeit"). Doch damit nicht genug: Dass der Vulkanier Spock die Entfernung seines Gehirns über einen so langen Zeitraum so schadlos überstand, strapazierte ebenfalls die Gutgläubigkeit der Fans ("Jumping the Shark"). Mit "Spocks Gehirn" war somit bereits zu erahnen, dass die Serie nicht mehr in die Verlängerung gehen würde.


Alternative Haisprünge. Natürlich sind auch andere Auslegungen denkbar. Allerdings lassen sich auch die Alternativen in unmittelbarer Umgebung von "Spocks Gehirn" verorten.


"Ein Planet genannt Erde". Die letzte Folge der zweiten Staffel kann ebenfalls als Anhaltspunkt für den beginnenden Abstieg Star Treks herhalten, denn es handelte sich dabei weniger um eine Star-Trek-Episode im klassischen Sinne, als viel eher um einen missglückten Spin-Off-Versuch für eine potentielle Ableger-Serie, in dem unter anderem auch Crew-Mitglieder der USS Enterprise anhielten, um dem aussichtsarmen Projekt Starthilfe zu geben. Die Episode wurde inhaltlich und qualitativ zu einem Fiasko und es verwundert nicht weiter, dass keine Fernsehstation bereit war, diesem absehbaren Flop Unterstützung in Form von Interesse zukommen zu lassen. Die Tatsache, dass "Ein Planet genannt Erde" unmittelbar vor "Spocks Gehirn" angesiedelt ist, bildet einen triftigen Grund, den Moment des Haisprungs direkt hier anzusetzen.


"Die Reise nach Eden". Die zwanzigste Episode scheint beinahe etwas spät, um noch als geeigneter Ansatzpunkt geltend gemacht zu werden. Tatsächlich waren die Messen zum Zeitpunkt der Ausstrahlung längst gelesen und die Absetzung der Serie bereits beschlossene Sache. Die Folge verdient dennoch Erwähnung, weil Jon Hein, der Miterfinder der "Jumping the Shark"-Theorie, seinerseits diese Folge für den Moment hält, an dem Star Trek seinen Zenit überschritt. Als Hauptgrund benannte Hein den Umstand, dass Spock zusammen mit den Weltraum-Hippies musiziert.
Wie man an der doch recht einseitigen Begründung sehen kann, war Heins Verortung vorrangig auf eingängige Bilder in "Die Reise nach Eden" ausgelegt und weniger auf die tatsächlichen Begleitumstände der Serie.

Soviel zu meinen Ansichten zum Thema, die ich nach bestem Wissen und Gewissen dargeboten habe. Doch bevor wir in der kommenden Woche die Frage erörtern werden, wann bzw. ob die Erfolgsserie TNG jemals den legendären Hai übersprang, will ich von Euch wissen, was Ihr für den Moment haltet, an dem TOS sich selbst überholte. Vielleicht fällt Euch ja auch noch etwas ein, was ich vergessen haben könnte oder ihr findet den ein oder anderen Punkt weniger treffend als ich. Lasst es mich wissen!

Weiterführende Leseliste:

Star Trek Jumps the Shark 01: Star Trek 
Star Trek Jumps the Shark 02: TOS 
Star Trek Jumps the Shark 03: TNG
Star Trek Jumps the Shark 04: DS9
Star Trek Jumps the Shark 05: Voyager
Star Trek Jumps the Shark 06: Enterprise

Mittwoch, 7. Mai 2014

Nepper, Schlepper, Trekkie-Fänger

Diese unterhaltsame Geschichte konnte ich bislang leider noch nicht in einem größeren Star-Trek-News-Portal finden. Der pure Zufall wollte es, dass ich bei der Recherche zu einem völlig anderen Thema auf den Artikel einer New Yorker Zeitung (und danach auch in anderen Medien) stieß. Den Inhalt wollte ich Euch und allen, die immer auf der Suche nach kreativen Wegen des Gelderwerbs sind, nicht vorenthalten:

Es gibt eine Vielzahl von Gerätschaften aus dem Star-Trek-Universum die längst Wirklichkeit geworden sind; zum Beispiel aufklappbare Handys, PADDs oder Google Glasses. Andere, wie das Holodeck, das Beamen oder der Replikator warten noch auf fleißige Erfinder, doch selbst dahingehend laufen immer wieder aufregende und vielversprechende Nachrichten durch das Internet.
Star Trek bietet schon seit Anbeginn seiner Existenz einen positiven Blick auf die Zukunft der Menschheit und lädt zum Träumen über Technologien ein, deren Erschaffung mit jedem Jahrzehnt weiter in greifbare Nähe rückt.
Es ist also kein Wunder, dass sich Star Trek im Umkehrschluss auch auf ideale Weise anbietet, um aus den Träumen gutgläubiger Fernsehzuschauer Profit zu schlagen.
So kam es etwa bereits im Dezember letzten Jahres zu einem spektakulären Prozess in New York (der "City on the Edge of Forever"), in dem es um nichts anderes als einen medizinischen Trikorder ging. Doch der Reihe nach:
Bildquelle: cheezburger.com
Der damals 53jährige Amerikaner Howard Leventhal aus dem beschaulichen US-Bundesstaat Illinois hatte sich bereits im Jahre 2010 bankrott erklären müssen, nachdem seine angehäuften Schulden die Millionenmarke durchbrachen.
Doch anstatt die Flinte ins Korn zu werfen und für den Rest seines Lebens am Hungertuch zu nagen, dachte sich der findige Geschäftsmann eine äußerst kreative Idee aus, um schnell an das große Geld zu kommen: Er erfand in Anlehnung an den berühmten Schiffsarzt der USS Enterprise ein Produkt namens "McCoy Home Health Tablet".
Die Funktionsweise des völlig fiktiven Geräts war an den medizinischen Trikorder angelegt, wie man es spätestens seit den Sechziger Jahren aus der Originalserie kennt: Es sollte Ärzten unmittelbar nach Inbetriebnahme verraten, worunter Patienten leiden würden. Leventhal legte sich eine schillernde Biografie zurecht, in der er unter anderem behauptete, der Erfinder des Atari-Joysticks zu sein, einen schwarzen Gürtel in Taekwando zu besitzen und Pilot zu sein. Dann zog er unter dem Deckmantel einer Firma namens "Neovision" durch die USA, um seine "Erfindung" zu verkaufen.


Um seinem Lügengerüst ein Fundament zu bereiten, griff Leventhal tief in die Trickkiste der Strafbarkeit. Er erwarb die Rechte an der Internetadresse "healthcanada.com.co", die er benutzte, um potentiellen Kunden vorzugaukeln, vom kanadischen Gesundheitsministerium unterstützt zu werden (tatsächlich steht das "co" allerdings für Kolumbien und nicht für Kanada, das die Top-Level-Domain "ca" benutzt). 
Doch damit nicht genug!
Leventhal betrieb entsprechende Emailadressen und Telefonnummern, imitierte sowohl tatsächliche als auch frei erfundene Mitglieder der kanandischen Behörden und fälschte sogar in mindestens einem Fall die Unterschrift der damaligen kanadischen Gesundheitsministerin Glenda Yeates, um seinen Geschäftspartnern vorzugaukeln, dass sein Projekt von höchsten kanadischen Regierungskreisen unterstützt werden würde. Auf diese Art und Weise gelang es ihm, immerhin 800.000 US-Dollar von vertrauensvollen Gläubigern einzusammeln.


Dass sein groß angelegter Betrugsversuch dennoch grandios scheiterte, lag vor allem daran, dass sich hinter einem weiteren aussichtsreichen Deal im Wert von knapp zweieinhalb Millionen Dollar ein Undercover-Agent verbarg, der Leventhal im Oktober 2013 das Handwerk legen konnte. Der betrogene Betrüger musste sich daraufhin vor einem Gericht in New York verantworten. Er bekannte sich schuldig, womit er eine drohende Haftstrafe von bis zu 25 Jahren umgehen konnte. Dennoch blieben ihm eine höhere Geldstrafe sowie mindestens zwei Jahre Gefängnis nicht erspart.


Während der Verhandlungen bewies der Staatsanwalt Loretta Lynch übrigens auch einen gewissen Star-Trek-Sachverstand, als sie dem Angeklagten vorwarf, dass dessen Pläne nur in einer "anderen Dimension" Gültigkeit besäßen, er nur in einer "alternativen Realität" etwas anzubieten hätte und dass "[…] die Wahrheit durch sein Netz aus Lügen und betrügerisches Auftreten getarnt worden sei" (da zeigt sich in allen drei Fällen mal wieder, dass in der Übersetzung der originale Charme viel zu schnell verloren geht). Allerdings bedeutet die Verurteilung Leventhals nicht gleich das Aus für den medizinischen Trikorder: Es gibt den ein oder anderen Entwickler, die an ähnlichen Projekten arbeiten. Hoffen wir nur, dass sie seriöser an dieses Projekt herangehen als der leichtsinnige Trickbetrüger aus Illinois.


Samstag, 3. Mai 2014

Die Party des Jahres am 10.05. um 19:00 Uhr

Kinders, Kinders, wie die Zeit vergeht. Das erste Treffen der Tafelrunde fand im April 2009 statt - das ist jetzt 5 Jahre her. Aus genau diesem Grund wird es am nächsten Samstag eine Party im Albers am
Griebnitzsee geben - man soll die Feste feiern wie sie fallen!

Quelle: forum.galacticwatercooler.com
 Zur Feier des Anlasses haben wir ein Unterhaltungsprogrammm auf die Beine gestellt: Es wird Live-Musik geben (oh ja!), eine paar Spielerunden u.a. mit dem unvergesslichen Star Trek Jeopardy und wir werden uns an 5 Jahre Tafelrunde erinnern. Für das seelische Wohl ist also gesorgt. Das leibliche Wohl übernimmt an dem Abend jeder selbst. Soll heißen: Es wird ein auf den Abend abgestimmtes Speisen- und Getränkeangebot geben, seine Rechnung zahlt aber bitte jeder selbst. (An der offenen Bar arbeiten wir dann zum 10-Jährigen Jubiläum ;-)
Jeder, der jemals bei einer Tafelrunde dabei war oder auch nur diesen Blog verfolgt ist also herzlich eingeladen. Wolltest Du schon immer mal reinschnuppern? Dies ist die perfekte Gelegenheit! Warst Du lange nicht mehr da, wolltest aber mal wieder? Dies ist die perfekte Gelegenheit! Bring Freunde mit - wir haben genug Platz für alle, die Lust und Laune auf eine Party haben.

Hier nochmal im Überblick:

5-Jahres Feier der Star Trek Tafelrunde
am Samstag, 10.05.2014
um 19Uhr
im Albers am Griebnitzsee
Rudolf-Breitscheid-Straße 201, 14482 Potsdam

Wir freuen uns auf alle, die kommen können.

LLAP

Mittwoch, 30. April 2014

Turons Senf zur Absetzung von Almost Human

Wo Licht fällt, gibt es für gewöhnlich auch immer eine ordentliche Portion Schatten, um die flüchtigen Momente des Glücks bei Aufkeimen sofort wieder unterdrücken zu können. Die guten und schlechten Nachrichten betreffen im Moment gleichermaßen J.J. Abrams, dessen Wiederauferstehungshilfe für die totgeglaubte Franchise Star Trek nun auch dem Lokalrivalen Star Wars zugute kommt, für dessen mit allgemeiner Spannung erwarteten siebenten Streich er ja bekanntlich die Regie führen wird (die Tafelrunde berichtete).
Aber während im unter allgemeinem Trommelwirbel die Augen der Medien, Fans und restlichen Welt auf die Bekanntgabe der Neuverpflichtungen für die noch namenlose "Episode VII" gerichtet waren, rückte eine andere Ankündigung in den Hintergrund und erreichte ob des heiteren Trubels erst mit einiger Verspätung die einschlägigen Internetportale.


Die Hiobsbotschaft betrifft die Fernsehserie "Almost Human", für die Abrams' Name aus irgend einem Grund auf der Produzentenlohnrolle steht. Als Hauptstar der Science-Fiction-Serie irgendwo zwischen "Blade Runner", Google Glasses und "T.J. Hooker" wurde immerhin niemand geringeres als Karl Urban verpflichtet (Dr. Leonard "Pille" McCoy in den aktuellen Reboot-Filmen und kürzlicher Star der Star Trek Destination Germany), der nun wieder frei für andere Projekte sein dürfte. Diese Serie wurde vom US-Fernsehsender nicht verlängert und ist somit abgesetzt.


In "Almost Human" verkörperte Urban den kantigen Cop John Kennex, der im Jahr 2048 zusammen mit seinem Data-ähnlichen Androidenpartner Dorian (Michael Ealy) auf Verbrecherjagd geht (die Tafelrunde berichtete). Doch trotz einiger vielversprechender Ansätze gelang es der Serie nicht, an Abrams' vorherige Serieerfolge wie "Alias", "Lost" oder "Fringe" anzuknüpfen.


Abrams und Urban waren allerdings nicht die einzigen Star-Trek-Veteranen, die an diesem Projekt mitwirkten. Auch der durch seine Arbeit bei TNG bekannte Produzent Naren Shankar war an der Konzeption der Serie beteiligt, bevor er wegen 'kreativer Differenzen' vorzeitig das Entwicklerteam verließ. Im Laufe der Serie deutet sich an, dass dieser Verlust tatsächlich größer war als gedacht, denn die Quoten der lediglich dreizehn Episoden sanken von beinahe zehn Millionen Zuschauern rasch auf unter sechs. Wer die Serie verfolgen konnte, wird denn auch zugeben müssen, dass deutliches Potential nach oben bestand und die Serie zwar sehenswert, aber mitnichten außergewöhnlich einzustufen war. Erschwerend kommt hinzu, dass der Fernsehsender drastisch in die eigentlich geplante Ausstrahlungsreihenfolge eingriff, bereits im Vorfeld die den ursprünglich angesetzten Sendestart verlegte und mit "Intelligence" ein recht ähnliches Konzept bei der Konkurrenz unter Vertrag steht.


Mit der gestern verkündeten Absetzung unterstrich der verantwortliche US-Fernsehsender FOX nochmals seinen schlechten Ruf als Seriengrab, den bereits ähnlich kurzlebige Science-Fiction-Projekte wie "Firefly", "Terra Nova" oder "Dollhouse" am eigenen Leib erfahren mussten. Ein schlechtes Omen für zukünftige Produktionen wie etwa einer potentiellen Star-Trek-Fernsehserie (die den Schwung der Abramsfilme ausnutzt), denn damit wird auch der irrige Eindruck geweckt, dass beim Publikum im Moment kein Interesse an SciFi auf dem Fernsehschirm bestehen würde. Kein Wunder also, dass die Entscheidungsgremien der US-Fernsehanstalten heiße Eisen wie dem entsprechende Projekte meiden, da ihnen das Risiko für vergleichsweise teure Weltallserien zu groß erscheint. Dass bisherige Produktionen jedoch durch die Bank weit hinter ihren Erwartungen zurückblieben oder zu Unrecht geopfert wurden, bleibt bei dieser Betrachtungsweise allerdings gern außen vor.



Ob "Almost Human" jemals für den deutschen Fernsehzuschauer ausgestrahlt wird, erscheint nach diesem absehbaren Fehlstart als vergleichsweise unwahrscheinlich. Scheinbar bleibt Science Fiction in den kommenden Jahren erst einmal auf die große Kinoleinwand beschränkt, wie der Medienhype über die Besetzung des kommenden Star-Wars-Films nahelegt. Bei aller Freude der Genre-Fans über den Fortschritt an der siebenten Krieg-der-Sterne-Episode bleibt dieser Tag damit aber auch das Datum, mit dem eine mögliche Star-Trek-Fernsehserie noch mehr in weite Ferne gerückt wurde.


Dienstag, 29. April 2014

Einmal mit Captain Berlin bis Eridani und zurück

Heute war es wieder soweit, das "Eddington " rief und alle kamen...nun, nicht wirklich alle, aber doch einige interessante Aussteller und vor allem auch Comicmacher waren bei der Jubiläumsveranstaltung, die Comicbörse im Eddington wurde 10, vor Ort. Und auch ein einsames Tafelrundenmitglied hat sich mal wieder in die Nürnberger Strasse verirrt.

Popkultur im Keller des Ellington Hotels
Tim Wöhrle bei seinem Panel über die Entstehung des Comics ERIDANI
Unglaublich: Panini Sammelalbum komplett für 99 EURONEN - stolzer Preis!
Star Trek Actionfiguren umrahmen hie das andere star
Nun muss man sagen, dass ich nicht zu den frühen Vögeln gehöre und deshalb schlug ich erst gegen 14:00Uhr am Veranstaltungsort auf. Wenn man aber Schnäppchen machen will, sollte man schon früh aufstehen. Allerdings bin ich dieses Mal aus eher nostalgischen Gründen zur "Comic Con" von Berlin gefahren; es dürfte ungefähr das achte Mal für mich gewesen sein.
Und welche Entwicklung hat die Veranstaltung genommen - man kann nur staunen! Vom Comic-Ramsch-Basar mit Flohmarkt-Charakter mausert sich die Comic Börse, so noch der offizielle Name, zu einem echten Geheimtipp für den gemeinen Fan der Heftchen mit den bunten Bildern. Und nicht nur das, dem aufmerksamen Besucher wird nicht entgangen sein, dass die Veranstaltung sich verändert. Sicher, der Händlerraum bildet nach wie vor das Herzstück. Warum auch nicht? Schließlich ist das Comic ja der wirkliche Stargast auf der Veranstaltung.

Nein, ganz still und heimlich etabliert sich auf der Messe ein "Rahmenprogramm". Waren es bei einer der letzten Messen zum Beispiel die Macher des Comics "RIA" mit einem eigenen Stand vor der Messehalle die mich begeisterten,  gab es dieses mal Performancemäßig noch eine Steigerung. Auf zwei Panels, hier liebevoll "Aktionsraum" genannt, präsentierte sich das ebenfalls aus Berlin stammende kleine Comicprojekt "ERIDANI". Genau wie "Ria" entsteht dieser Comic ausschließlich in Berliner Wohnzimmern...und kann sich wirklich sehen lassen.
Tim Wöhrle und Sascha Bragulla mit den ersten beiden Bänden von Eridani
 Eridani spielt im Jahr 2143 auf einer menschlichen Ansiedlung auf Epsilon Eridani. Der geneigte Star Trek Fan wird sich hier sofort an 40 Eridani erinnert fühlen, dem System, dem sich der Planet Vulkan zugehörig fühlt. Aber damit nicht genug, in diesem "fotorealistischen" Comic wird die Geschichte der Menschheit bei ihrem zukünftigen Trek in die Weiten des Weltraums erzählt. Und natürlich spielt auch hier wie in Star Trek ein Schiff die Hauptrolle, die Aashwaasaan.
Das Ganze ist so spannend gemacht und wunderschön erzählt, dass die Tafelrunde darüber demnächst hier im Rahmen ihrer Reihe Star Trek in Berlin und Brandenburg noch ausführlicher berichten wird.


Ein zweites Panel (hier Podiumsgespräch) gab es übrigens mit dem Zeichner Hermann Huppen, das sogar in englisch!
Und das war noch nicht alles. Natürlich präsentierten sich wieder einige namhafte Zeichner mit ihren Werken und signierten Hefte und gaben Kostproben ihres zeichnerischen Talents für lau preis.
Zugegen waren dieses Mal:

Hermann                           (Andy Margan, Jeremiah, Comanche u.v.m.)
Jean-Marc Rochette        (die Schneekreuzer)
Marc Bourgne                   (Frank Lincoln)
Edward Winokan              (Kinder der Dämmerung)
Robert Heracles               (Nam-Tech)
Tim Wöhrle                        (Eridani)
Jan Suski                            (Luzian Engelhardt)
Tomppa                              (Engel)
Thorsten Kiecker              (RIA)
Dörte Dettlaff                    (Blood Baptism)
Rainer Engel                      (Horrorschocker, Geister-Schocker)

Fazit: Die Comic Messe mausert sich, auch wenn sie bei weitem noch nicht die Ausmasse anderer Veranstaltungen dieser Art hat. Aber mit der Einführung von Podiumsgesprächen im Eventraum eröffnen sich hier ganz neue Möglichkeiten. Und wer weiß, vielleicht kann man in einigen Jahren, wenn die Messe dann wirklich Berlin ComicCon heißt und die Besucher in Scharen herbeiströmen, sagen: "Ich war damals dabei gewesen"!



Und natürlich habe ich mir als leidenschaftlicher Sammler neben Band 1 von Eridani wieder eine Kleinigkeit mitgebracht:

Montag, 28. April 2014

Setz Dir selbst ein Denkmal!

Vor nicht allzu langer Zeit begab sich eine kleine Abordnung der Star-Trek-Tafelrunde auf eine gewagte Außenmission in die Metropole des Hessen, pardon, der Hessen, nach Frankfurt/ Main. Der aufmerksame Leser des Blogs wird sich noch an die Berichterstattung aus berufenen Munde erinnern können, wenn nicht, kann man hier die Beiträge von Turon, Rok, Mirima und K'olbasa noch einmal nachlesen.
Technisch gesehen war die die Reise eine echte Entdeckungsreise, und damit meinen wir jetzt nicht das futuristische aussehen der Messehalle selbst. Neben beeindruckenden Spielereien, wie dem auf einem Emotionschip á la Data basierenden "Zentralnervensystemmanipulators", mit dessen Hilfe man mittels purer Gedankenkraft nicht nur ganz putzige Ohren bewegen sondern sogar eine Drohne steuern konnte.



Das besondere Highlight der Destination Star Trek war für uns alle zweifelsohne der Stand einer kleinen britischen Firma mit dem klangvollen Namen LEVAVO. (Laut Turon sogar einer der heimlichen Höhepunkte).


Das futuritische Aussehen der Alkoven-gleichen Fotobox erregte schon von weiten das Interesse der Besucher, darunter auch solch klangvoller Namen wie Gates McFadden, Karl Urban, Dominic Keating, Michael Dorn, Armin Shimerman und K'olbasa.


Anhand der letztgenannten Person wollen wir hier nun die Entstehungsgeschichte solch einer Figur nachzeichnen.


Nicht weniger als 64, auf drei Ebenen im Kreis angeordneten digitale Spiegelreflexkameras schossen dort gleichzeitig ein Bild von der jeweiligen Person.


All diese Informationen wurden dann zu einem 3D-Bild zusammengefügt.




Dies wiederum war die Matritze für einen Hochleistungscomputer, welcher aus diesen Daten auf wundersame Art und Weise ein Replikationsgerät beauftragte, ein maßstabsgetreues Abbild jener Person zu erschaffen.


Je nach Geschmack und Finanzlage konnte man nun aus drei verschiedenen Größen auswählen: Fünfzehn Zentimeter für 120 Pfund, zwanzig Zentimeter für 175 Pfund oder fünfundzwanzig Zentimeter für 250 Pfund. In diesem Fall fiel die Wahl auf das günstigste Angebot.


Vierzehn Tage später klingelt dann der Postbote zu Hause an der Tür und übergibt ein kleines Päckchen mit dem fertigen Endprodukt. Und das kann sich wirklich sehen lassen:


Die Figur ist sehr leicht und besticht durch einen hohen Detailgrad. Angefangen bei der beim Rasieren übersehenen unterschiedlichen Länge der Koteletten (wirklich!) bis hin zur TWOK-Gürtelschnalle -alles, bis hin zu den Ohrmuscheln ist genau zu erkennen! Selbst das Gesicht wird von einer handelsüblichen Sony-Kamera mühelos erkannt. Unglaublich, Fotos gehören wohl bald der Vergangenheit an; der Trend geht zur eigenen Plastik!


Wer also möchte, kann problemlos die Big-Bang-Theory-Episode "Willkommen in der Donnerkuppel" in seinem eigenen Heim nachspielen und ohne zuviel verraten zu wollen: Die stilvolle Levavo-Figur überflügelt das seelenlose Howard-Wolowitz-Püppchen um Längen. Ein ideales Geschenk für den Sammler, der schon alles zu haben glaubt...