Sonntag, 19. Juli 2020

Eaglemoss Bonus-Edition Nr.19: Klingonischer D4-Schlachtkreuzer

 

Einleitung

Der Schlachtkreuzer der D4-Klasse sollte das am meisten zu gezeigte Klingonenschiff in der Serie "Star Trek - Enterprise" sein und wurde für die fünfte Episode "In guter Hoffnung" der ersten Staffel von John Eaves entworfen. Das Drehbuch verlangte eine Art Retro-Schlachtkreuzer: Etwas, das typisch klingonisch aussehen sollte, aber nicht zu modern wirken durfte. Eaves nahm den D7-Kreuzer aus der Originalserie zur Vorlage und versuchte ihn zurück zu entwickeln. Der neue, alte Kreuzer sollte labiler wirken und Stützträger seinen Hals prägen. Auch der Primärrumpf durfte nicht so massiv wirken und wurde am Heck filigran gestaltet. Für die Antriebe erdachte sich Eaves zum einen einen Impulsantrieb, der aus sechs Düsen bestehen sollte und zum anderen Warpgondeln, die recht einfach aussehen würden. Aber am Ende fand der Entwurf von John Eaves keine Verwendung, was schlicht am Zeitmangel lag. Stattdessen taten die Produzenten etwas, was sie zum Glück nie wiederholen sollten: Man entschloss sich schlicht das CGI-Modell der K't'inga-Klasse zu recyclen, dort einige Details zu entfernen und fertig! Dass man damit einen gewaltigen Kontinuitätsfehler verursachte (in der Episode wurde das Schiff auch noch als D7-Kreuzer bezeichnet) wurde scheinbar billigend in Kauf genommen. Da die Serie schon von Anfang an keinen guten Start hatte, brachte dieses Ereignis beinahe das Fass zum Überlaufen und führte zu einem Shitstorm der Fans gegenüber der Paramount Studios. Daraus folgend wurde in Zukunft darauf geachtet, so etwas nicht noch einmal zu wiederholen und für die Episode "Schlafende Hunde" wurde endlich ein neues klingonisches Schiff entworfen, das auch ins 22. Jahrhundert passen sollte.


Ein moderner Kreuzer im 22. Jahrhundert. Ein Kontinuitätsfehler, der aus Zeitmangel entstand (Bild: Memory Alpha).

Das Modell

Dass Eaglemoss seltene Modelle von Raumschiffen produziert, ist eine Besonderheit der Bonus-Edition und um so erfreulicher ist es, dass nun auch John Eaves' vergessener Kreuzer der D4-Klasse ein Teil der Raumschiffsammlung ist. Das Modell ist in einem metallisch-grauen Farbton lackiert und weitere Details werden dezent mit hellbrauner Farbe angedeutet. Filigrane Details bilden die Träger am Hals und am Heck des Modells. Dort findet man auch die sechs Düsen des Impulsantriebs, die nur bemalt sind und obwohl die Warpgondeln gut nachgebildet wurden, hat man das Glühen der Warpfeldgitter nur mit einem Plastikeinsatz (der ebenfalls in rot bemalt wurde) nachgebildet. Und wo wir schon von roter Farbe sprechen: Auch die Fenster des Modells werden mit dieser Farbe dargestellt, aber das scheint kein wirklicher Fehler zu sein. Das Begleitheft liefert die Erklärung hierzu und obwohl meine Englischkenntnisse eher bescheiden sind, scheint es so zu sein, dass John Eaves das Innere des Kreuzers als düster und nur spärlich beleuchtet beschreibt. Die rote Darstellung der Fenster soll wohl so diesen Effekt nachbilden.

Das Modell ist der Vorlage gut nachempfunden.

Viele Details wurden fein nachgebildet.

Der Bug des Kreuzers mit denn Fenstern.

Das Heck mit denn Impulstriebwerken.

Nahaufnahme der Warpgondeln.

Die Halterung


 

Begleitheft

Es hat bis zum Jahr 2009 gedauert, bis endlich ein CGI-Modell von Eaves D4 erstellt wurde und zwar für den damaligen Star-Trek-Kalender. Dort wurde der Kreuzer zum ersten Mal veröffentlicht und den Fans präsentiert. Dies findet im Heft Erwähnung, sowie die gesamte Arbeit an klingonischen Schiffen, die John Eaves damals für "Star Trek - Enterprise" entworfen hat und viele seiner Entwürfe werden noch einmal gezeigt.



Das Computermodell, das extra für denn Kalender erstellt wurde (Bild: memory alpha)

 

Spezifikationen

 

Daten zum Modell

 

Länge x Breite: ca. 136 mm x 87 mm
Höhe mit Stand: ca. 125 mm
Material: Kunststoff und Metall
Hersteller: Eaglemoss Collections 2020


Bewertung und Fazit

So sollte der Schlachtkreuzer für das 22. Jahrhundert aussehen. Es ist so schade, dass dieses Konzept nie verwendet wurde und umso erfreulicher, dass man sich nun ein Modell dieses Schiffes in die Vitrine stellen kann.

 


Sonntag, 12. Juli 2020

Eaglemoss Bonus-Edition Nr.18: S.S. Conestoga

 

Einleitung

Nach der Erfindung des Warpantriebes und dem Erstkontakt mit den Vulkaniern im Jahr 2063 baut die Menschheit ihren vom dritten Weltkrieg verwüsteten Planeten wieder auf und verfolgt auch wieder den Traum, zu denn Sternen zu reisen und andere Welten zu kolonialisieren. Auf der Suche nach einer neuen Heimat wird man schließlich - 20 Lichtjahre von der Erde entfernt- im Sternensystem Eta-Cassiopeia fündig, wo der dritte Planet erdähnlich erscheint und sich als ideal für menschliches Leben entpuppt. Man gibt ihm den Namen "Terra Nova", was lateinisch für "neue Erde" ist und die neu gegründete United Earth Space Probe Agency (UESPA) beginnt mit dem Bau eines Raumschiffes, das zweihundert ausgewählte Kolonisten nach Terra Nova bringen soll. Das Schiff wird auf denn Namen "Conestoga" getauft und ist so konzipiert, dass es die lange Reise problemlos meistern soll. Denn das ist leider das größte Problem des Projektes; es steht nur der Antrieb von Zefram Cochrane zur Verfügung und der schafft zu dieser Zeit nur eine Maximalgeschwindigkeit von Warp eins, weswegen die Reise von der Erde nach Terra Nova fast neun Jahre dauern wird - nicht zuletzt, weil die Vulkanier sich weigern, den Menschen Einblicke in ihre eigene Antriebstechnologie zu geben. Im Jahr 2069 verlässt die Conestoga die Erde und erreicht schließlich am 23 Juni 2078 Terra Nova, wo das Schiff auf dem nördlichen Kontinent des Planeten landet. Da von Anfang an klar war, dass es eine Reise ohne Wiederkehr werden würde, konstruierte man die Conestoga so, dass sie mit Leichtigkeit auseinander gebaut werden konnte, um im Anschluss als Baumaterial für die Kolonie zur Verfügung zu stehen. Die Kolonie wird ein voller Erfolg und die Regierung der Erde ist so begeistert, dass man eine zweite Welle von Siedlern schicken will. Dieser Vorschlag trifft jedoch auf großen Widerstand bei den ersten Siedlern und es kommt zu Spannungen mit der Erde, die in Misstrauen und Drohungen über Funk gipfeln. Schließlich wird der Planet von einer Katastrophe heimgesucht, als im Jahr 2081 ein Asteroid auf ihm einschlägt. Da das Erdreich des Planeten reich an Beresiumerz ist, entsteht durch denn Thermo-Schock des Aufpralls eine radioaktive Wolke, die einen Fallout verursacht, der als kontaminierter Regen über dem nördlichen Kontinent niedergeht. Die Strahlung vergiftet die Menschen, die teilweise einen qualvollen Tod erleiden. Nur die Kinder entwickeln eine Immunität und können sich in den Untergrund des Planeten retten. Aufgrund der Katastrophe bricht der Kontakt zwischen der Erde und Terra Nova endgültig ab.Wegen der langen Reisezeit beschließt man auf der Erde, nicht weiter nach dem Verbleib der Terra-Nova-Kolonie zu forschen. Auf Terra Nova hingegen glauben die Überlebenden, dass die Menschen den Planeten angegriffen haben, um so den Planeten neu zu besiedeln. In diesem Glauben und voller Hass leben die Menschen, die sich nun Novaner nennen, fast drei Generationen unter der Erde in den Höhlen. Im Jahr 2151, über siebzig Jahre später, untersucht die Enterprise NX-01 das Verstummen der Kolonie. Captain Archer stellt den ersten Kontakt mit den Novanern her, aber diese stehen den Menschen immer noch feindselig gegenüber, die sie nach wie vor für den Angriff auf die Kolonie verantwortlich machen und sind extrem misstrauisch. In der Zwischenzeit untersucht die Enterprise den Planeten genauer und findet unter anderem die Ursache für die Katastrophe auf Terra Nova heraus und auch, dass das Grundwasser durch die Strahlung kontaminiert ist und die Novaner auf's Neue bedroht. Weitere Scans enthüllen aber, das der südliche Kontinent seinerzeit völlig unberührt von der Katastrophe geblieben ist und Archer schafft es schließlich das Vertrauen der Novaner zu erlangen. Die Novaner erfahren alles über ihre Vergangenheit und über den Einschlag des Asteroiden. Die Crew der Enterprise hilft ihnen schließlich bei der Umsiedlung auf den strahlungsfreien südlichen Kontinent, wo ihre Zivilisation neu gedeihen kann.

Die Enterprise im Orbit von Terra Nova...
...wo die Crew die verlassene Kolonie findet (Bilder: Memory Alpha).
 

Das Modell

Der modernen Computertechnik sei Dank gab es eine perfekte Vorlage für das Modell und die kann sich sehen lassen. Das Modell wurde silberfarben lackiert und mit dem Logo der vereinigten Erde und dem Schiffsnamen bedruckt. Auch Fenster wurden nicht vergessen, obwohl diese bedauerlicherweise doppelt vorhanden sind, denn es sind Vertiefungen, mit eindeutig daneben gegangenen zusätzlichen Drucken. Mal wieder typisch Eaglemoss!
Zu den weiteren erwähnenswerten Details zählen die Luftschleusen, die Frachtraumluken auf der Unterseite und interessanterweise die beiden Deflektorschüsseln an Bug und Heck. Am Bug findet man Fensterreihen, die zwei Decks überspannen und wohl Beobachtungsdecks sein sollen, denn die Brücke befindet sich unter dem ovalen Aufbau darüber. Bei der Darstellung dieser Fenster hat Eaglemoss sich etwas zu sehr an die Vorlage gehalten und diese in orange hinterlegt. Das letzte Detail der Schiffsfront sind die Antennen, die ebenfalls gut umgesetzt wurden. Am Heck findet man die großen Raketendüsen, die für Unterlichtgeschwindigkeit benutzt werden und denen erfreulicherweise Farbe spendiert wurde. Die Warpgondeln besitzen die für Bussardkollektoren typischen rote Klarteile, aber auch hier wird mal wieder der Rest nur mit blauer Farbe bedacht.
Die Bedruckung ist gut gelungen, nur die für die Fenster hätte man sich sparen können.

Am Bug findet man die Antennenanlage, Fenster und die vordere Deflekorschüssel.

Die Bussardkollektoren werden mit roten Klarteilen dargestellt.

Im Gegensatz dazu wurden die Warpfeldgitter nur bemalt.

Die Raketentriebwerke am Heck sind detailliert und bemalt.

Die Halterung



Begleitheft

Natürlich hat der Designer John Eaves die Conestoga entworfen, wobei schon der Name eine historische Anspielung ist, denn der stammt von den Conestoga-Kutschen, den amerikanische Siedler im 19. Jahrhundert verwendeten und so gebaut wahren, das man sie nach Abschluss der Überlandfahrt zerlegen und als Baumaterial verwendet konnte. Eaves erstellte eine detaillierte Zeichnung, damit die CGI-Grafiker ein detailliertes Modell anfertigen konnten, als es in der Episode "Terra Nova" auf demComputerdisplay zu sehen war. Ein weiterer Artikel beschäftigt sich mit der Geschichte des Star Trek-Universums, die ab den 1990er Jahren von der Realität abweicht, wie etwa die Eugenischen Kriege, dem dritten Weltkrieg, bis hin zum ersten Kontakt mit den Vulkaniern.


Diese Grafik wurde in der Episode verwendet.
 
John Eaves entwarf auch die Kolonie von Terra Nova (Bilder: memory alpha)

 

Spezifikationen

 

Daten zum Modell

 

Länge x Breite: ca. 135 mm x 98 mm
Höhe mit Stand: ca. 59 mm
Material: Kunststoff und Metall
Hersteller: Eaglemoss Collections 2019


Bewertung und Fazit

Obwohl es nur auf einem Display auftachte, wurde auch dieses Raumschiff nicht vergessen und ist eine tolle Ergänzung für die Sammlung.


Mittwoch, 8. Juli 2020

Eaglemoss Discovery Nr.21: Das Leuchtfeuer des Kahless


Einleitung

Am Sonntag, dem 11. Mai 2256 besucht die U.S.S. Shenzhou NCC-1227 ein Doppelsternsystem am Rande des Föderationsraums, um ein beschädigtes interstellares Relais zu untersuchen. Dabei kommt der Verdacht auf, dass das Relais absichtlich beschädigt wurde und eventuell jemand versucht, Kontakt mit der Föderation aufzunehmen. Die Neugier der Shenzhou-Crew verstärkt sich, als die Schiffsensoren in ca. 2000 Kilometer Entfernung ein unbekanntes Objekt entdeckt, das sich in der Akkretionsscheibe des Systems versteckt. Detaillierte Scans sind unmöglich, denn es emittiert ein Streufeld, das die Sensorwerte blockiert. Um der Sache auf den Grund zu gehen, verließ Commander Michael Burnham die Shenzhou in einem Raumanzug und machte sich auf dem Weg zum unbekannten Objekt. Das war ungefähr 150 Meter lang und sah aus wie geschnitzter Stein, der von einem verzierten Exoskelett aus Metalllegierungen umgeben war und sicherlich ein Alter von mehreren Jahrhunderten haben musste. Sie landete darauf und erregte so die Aufmerksamkeit von Rejac, einem klingonischen Krieger und Fackelträger, der sie angegriff und was dazu führte, dass sie ihn versehentlich tötete. Nachdem das Objekt als Klingonisch indentifiziert wurde, stellt es sich schließlich sogar als das sogenannte "Leuchtfeuer von Kahless" heraus, ein heiliges klingonisches Artefakt. Der Prophezeiung zufolge würde es die vierundzwanzig großen Häuser des klingonischen Reiches zusammenrufen, die sich dann angesichts einer gemeinsamen Bedrohung zusammenschließen würden. Der Klingone T'Kuvma enttarnt sich mit seinem Schiff vor der Shenzhou, die Verstärkung herbeiruft. Als Folge dessen aktiviert T'Kuvma das Leuchtfeuer, das eine Reihe von Gliedmaßen an seinem Rumpf ausfuhr, die anschließend eine immense photonische Leistung abgaben, die von der Shenzhou mit über einer Milliarde Lumen pro Quadratmeter gemessen wird. Das Licht war so intensiv, dass es im gesamten Quadranten als neuer Stern gemeldet wurde. Es erzeugte auch eine starke elektromagnetische Subraumwellenform, die über interstellare Entfernungen nachweisbar ist. Daraufhin erschienen tatsächlich vierundzwanzig klingonische Schiffe, die die der Sternenflotte angriffen. Daraus entwickelte sich ein Krieg, der fast ein Jahr andauerte.

Das Leuchtfeuer, kurz bevor es aktiviert wird (Bild: Memory Alpha)



Das Modell

"Wow!" So kommentierte Burnham das Leuchtfeuer-Artefakt, doch erzielt das Modell von Eaglemoss auch diesen Effekt? Im Prinzip ja. Obwohl es recht einfach aussieht, entspricht ja auch dies der Vorlage. Das Modell besteht komplett aus Kunststoff, was es ermöglichte die vielen Verzierungen auf der Hülle nachzubilden und hier ist der Detailgrad sehr gut ausgefallen. Selbst die Farbwahl, nachgebildetes Gold und Bronze, ist gut gewählt. An manchen Stellen ist die Bemalung zwar verwaschen und wirkt abgeplatzt, aber dies soll das Alter des Artefakts nachbilden.

Detaillierung, Farbgebung, und Verzierungen sind exellent nachgebildet.

Egal ob von oben, oder hier von unten, das Modell ist rundum verziert und detailliert.

Typisch Discovery-Klingonisch, organische Designs dürfen auch hier nicht fehlen.

Die Halterung


Begleitheft

 Auch hier gibt es einen kurzen Entstehungstext und einige Designskizzen.


Spezifikationen

 

Daten zum Modell

 

Länge x Breite: ca. 200 mm x 92 mm
Höhe mit Stand: ca. 87 mm
Material: Kunststoff und Metall
Hersteller: Eaglemoss Collections 2019


Bewertung und Fazit

Eine volle Punktzahl für ein Discovery-Modell, Wow! Das liegt aber eben auch daran, das es keine wirklichen Kritikpunkte gibt.