Donnerstag, 4. April 2013

Auf zum ersten Kontakt!

Logo vom First Contact Day in Gießen

Jetzt sind es nur 4 Stunden und 50 Jahre bis zum First Contact! Der geneigte Leser unseres Blogs weiß jetzt Bescheid: Die Tafelrunde Potsdam Babelsberg begibt sich aus diesem Grund mit einer Delegation nach Gießen, um dort mit anderen First-Contact-Jüngern diesen Tag in Ehren zu begehen. Wir treffen uns dann morgen um 16:00 Uhr am Potsdamer Hauptbahnhof um gemeinsam das Shuttle zu besteigen und uns mit Unterlichtgeschwindigkeit zu jenem historischen Ort zu begeben. Allen Zu-Hause-Bleibern verspreche ich hiermit feierlich, ausführlich über das vorverlegte feierliche Zeremoniell zu berichten...und wer weiß, vielleicht haben sich ja die Macher von Star Trek geirrt, und der erste Kontakt mit den Vulkaniern wird nicht durch eine amerikanische Atomrakete verursacht, sondern durch eine aus Nordkorea? Was Gießen jetzt allerdings mit Nordkorea verbindet, das kann ich nun auch (noch) nicht sagen...


Mittwoch, 3. April 2013

Dem Grünen Mai entgegen - Das Erbe von Romulus

Der Grüne Mai wird lila*. Nachdem Cryptic für sein Online-Rollenspiel Star Trek Online das erste Addon: Legacy Of Romulus für den 21. Mai angekündigt hat, gibt es nun erste Informationen zu Hintergrundstory. Diese kann man auf Englisch unter folgenden Link nachlesen. Ich habe daher die Gelegeneheit genutzt und diesen etwas frei übersetzt und mit ein paar eigenen Ideen angereichert.
Quelle: http://sto.perfectworld.com/blog/?p=856971
Ein gespaltenes Imperium

Nach der Zerstörung der Romulanischen und Remanischen Heimatwelt haben sich drei Lager bzw. Gruppen mit jeweils eigenen Interessen und Werten gebildet.
Die erstes Gruppe sind die militanten und autoriären Tal Shiar, angeführt von Kaiserin Sela, die immer noch den alten Rollen verfallen sind und Remaner als Arbeiter und Rasse zweiter Klasse sehen; bestrebt das Romulanische Imperium wieder als feste Größe in der Galaxie zu etablieren. Der ehemalige Geheimdienst des Romulanischen Sternenimperiums ist dabei versucht durch Kontrolle und Unterdrückung ein neues altes Imperium aufzubauen. Dabei sammeln und implementieren sie Borg-Technologie und streben danach mit einem alten und mysteriösen Feind zu paktieren, den sie glauben kontrollieren zu können.
Quelle: www.startrekonline.de
Doch Kaiserin Sela arbeitet dabei nicht ohne Widerstand in den eigenen Reihen. Ihre Macht könnte bröckeln. Denn unter ihren Gefolgsleuten, tief im Romulanischen Sternenimperium, gibt es einen Gegenspieler, der ihr gefährlich werden könnte. Dieser jemand ist ein ehemaliger Wissenschaftler von Preator Taris, Commander Hakeev. Man sagt sich, er ist der Grund, warum sich Sela mit dunklen Kräften verbündet; aber Beweise gibt es nicht.
Quelle: http://sto.perfectworld.com/blog/?p=856971
Die zweite Gruppe der Romulaner und Remaner wird angeführt von D’Tan, der den Werten Spocks folgt und die verlorengegangene Kraft des Romulanischen Imperiums wieder herstellen möchte. Dafür will er aber die alten Wege, wie Sela sie bevorzugt, verlassen. Seine Vision ist, dass alle überlebenden Romulaner, wie auch Remaner gleichberechtig zusammenfinden und zusammen an einem neuen Imperium arbeiten. Diese neue Bewegung, weitaus liberaler und nicht so autoritär, nennt sich die "Romulanische Republik".
Quelle: http://sto.perfectworld.com/blog/?p=856971
Die dritte Gruppe macht die der heimatlosen Überlebenden aus. Diese sind Romulaner und Remaner verstreut in den Weiten der Galaxies, die im Schatten der Zerstörung ihrer Heimatwelt das Beste aus ihrem Leben zu machen versuchen und sich der stählenden Faust Selas entgegenlehnen, aber auch D’Tans Idealen entsagen, da sie denken, dass sein Einfluss zu schwach sei, um seine hochgesteckten Ziele zu verwirklichen.
Wir als Spieler starten dabei als Mitglied dieser dritten Gruppe und versuchen, das Beste aus unserem Schicksal zu machen; weit weg von Sela und dem Tal Shiar, wie auch D’Tan und der Romulanischen Republik. Wir starten daher auf einer Farm und nehmen unser Schicksal in die Hand, einer lila Zukunft entgegen… zumindest dem Grünen Mai entgegen.
Quelle: www.startrekonline.com
*Episch*

Sela, Tasha und das Alternative Universum

Ein sehr schönes Video zeige ich Euch noch am Ende. Der Kampf bei Narendra III. Hier begann die Geschichte Selas: Die Enterprise C kehrt aus einer temporalen Anomalie in ihre Zeit zurück. Dabei wird die Enterprise C zerstört und jene Zeitlinie, die sie durch ihren Flug durch die Anomalie verändert hat, wieder hergestellt. Bei dieser Schlacht überleben einige Crewmitglieder, darunter auch Natasha Yar. Sie entgeht aber der Hinrichtung, da ein romulanischer General sich in sie verliebt. Aus dieser Verbindung geht Sela, ihre Tochter hervor. Da Tasha einen Fluchtversuch unternimmt und ihre Tochter mitnehmen möchte, wird sie von Sela verraten und daraufhin exekutiert.
I
*Ikonisch

"Man muss zwischen einem guten Buch und einem guten Star-Trek-Buch unterscheiden"

Star Trek in Berlin und Brandenburg: Im Gespräch mit Zelda Scott, Fan-Fiction-Autorin und Betreiberin einer traditionsreichen TOS-Fanpage

Mit der Rubrik "Star Trek in Berlin und Brandenburg" möchte die Star Trek Tafelrunde "Hermann Darnell" in Potsdam-Babelsberg zeigen, dass die Hauptstadt mit ihrer unmittelbaren Umgebung noch immer ein Zentrum für Star Trek in ganz Deutschland ist. An Havel, Spree und Finow tummeln sich nämlich Spieleentwickler, Sammler, Verkleidungsexperten, Origami-Künstler, Webseitenbetreiber, Fan-Fiction-Autoren, Hörspielproduzenten, Rollenspieler, Leseratten, Ladenbesitzer und Trekdinner, die im Zusammenspiel einen einzigartigen, kreativen und spannenden Schmelztiegel ergeben, der landesweit seinesgleichen sucht. Dieser besonderen Vielfalt zollt die Tafelrunde daher mit einer Interview-Reihe Tribut, in der die spannendsten Projekte, Personen oder Gemeinschaften vorgestellt werden.

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Die Tafelrundenmitglieder Strifes und Turon47 trafen sich im Rahmen der Interview-Reihe "Star Trek in Berlin und Brandenburg" mit Zelda Scott, der Fan-Fiction-Autorin und Betreiberin der Seite 'www.sttos.de' bei frostigen Temperaturen im Eiscafé La Piazetta am 'Kutschi' (Kurt-Schumacher-Platz) in Berlin. Die 34-jährige Reinickendorferin und Ingenieurin der Medizin-Technik ist seit dem sechsten Lebensjahr Star-Trek-Anhängerin und plauderte bei Kaffee, Kuchen und Flugzeuglärm in rasantem Tempo mit uns über die Original-Serie, Fan Fiction und William Shatners Sangeskünste.

Turon47: Seit wann bist Du Star-Trek-Anhänger?
Zelda: Na ja, seit ich ungefähr sechs bin. Das muss ungefähr 1984 gewesen sein. Zuerst fing es mit Fernsehaufzeichnungen an und seitdem bin ich eigentlich nie wieder davon losgekommen.

Turon47: Kannst Du Dich noch an Deine erste Folge Star Trek erinnern erinnern? 
Zelda: Nein, leider nicht. Die Horta hat mich damals sehr beeindruckt und der Transporter. Meine ältere Schwester hat mit mir damals die Folgen geguckt.

Turon47: Warum bist Du ausgerechnet TOS-Fan?
Zelda: Für mich ist es das Original. Es ist nicht, dass ich die späteren Serien schlecht finde, aber das Besondere an Star Trek finde ich eigentlich nur hier. Natürlich wird sie oft als Klichée betrachtet, ich sag nur 'Overacting' oder die Kulissen, doch für mich stehen hier ganz klar die Story und die Menschen im Vordergrund. Das ist für mich ein Gefühl, das für mich bei den anderen Serien nicht in dieser Form existiert. Die späteren Serien haben halt wirklich mehr 'echte' Menschen mit echten Stärken und Schwächen gezeigt, während TOS das noch ein bisschen idealisiert hat. 

Turon47: War der Bruch durch die 1987 produzierte Serie TNG groß für Dich? 
Zelda: Ja. Ich habe ehrlich gesagt sehr viele Anläufe gebraucht, um mich mit der Next Generation anzufreunden. Gerade zu Beginn war ich ziemlich entsetzt, denn gerade die erste Staffel fand ich nicht gerade gelungen. Das war in vielen Fällen ein Abklatsch von TOS und deshalb hab ich erst in den Wiederholungen in den Neunzigern wirklich alle Staffeln einmal gesehen. Ich muss allerdings sagen, dass ich die Borg unheimlich gelungen finde. Sie sind einer der besten Gegner, die man innerhalb Star Treks erfunden hat. 

Turon47: Was hältst Du vom Star Trek-Reboot von J.J. Abrams
Zelda: Das ist ein schwieriges Thema. Zunächst einmal finde ich die Idee relativ genial, zumal sie den Classic-Fans mit der alternativen Zeitlinie nicht auf die Zehen treten können. Es ist eben nicht wirklich TOS, sondern eine veränderte Variante. Davon bin ich eigentlich kein Fan, aber ich empfinde es als gelungen und begrüße es sehr, dass man es geschafft hat, die Reihe zu modernisieren. Aber ein richtiger Fan dieser neuen Reihe bin ich nicht. Der Ursprungsgeist wurde nicht ganz eingefangen und auch das Klima, das in der ursprünglichen Serie vorherrschte, ist dort nicht so ganz zu finden. Man wird abwarten müssen, wie das wirklich weiterführt. Für mich wirkt das Ganze einfach noch ein wenig unfertig. 
Turon47: Man merkt Deiner Seite an dass Du sehr viel wert auf die Charakterdarstellung legst. Findest Du, dass es Abrams gelungen ist, die Charaktere der TOS-Crew in seinem Reboot entsprechend darzustellen? 
Zelda: In Teilen finde ich es sehr gelungen. Insbesondere die Linie um Spock. Auch seine Eltern finde ich gut eingefangen. Ich hatte auch den Eindruck, dass sie dort relativ viele inoffizielle Fakten der Vorgeschichte mit eingearbeitet haben. Was mich gestört hat, war die Tatsache, dass Kirk urplötzlich zum Captain befördert wurde, ohne dass eine wirkliche Handlung hinter steckte. Das war mir einfach zu hanebüchen. Kirks Charakter war mir zudem zu flapsig gezeichnet – der passte nicht so ganz zum ursprünglichen Charakter. 
Turon47: Kirk war doch eigentlich schon immer flapsig. 
Zelda: In der deutschen Synchronisation vielleicht, aber nicht im Original.
Turon47: Die Beziehung zwischen Spock und Uhura wird im elften Star Trek-Kinofilm thematisiert. Wie stehst Du zu diesem Schritt? 
Zelda: Ich kann damit leben. Es entspricht zwar nicht der ursprünglichen Serie, aber wir befinden uns ja auch nicht mehr dort. Ich persönlich finde, das man eher etwas in Kirk und Uhura hineininterpretieren könnte. Das ist auch in Fankreisen eher verbreitet. Andererseits finde ich es auch nicht schlimm: Es ist eine neue Zeitlinie und da sollte man neue Ideen auch einbringen können. 

Turon47: Hast Du Star Trek eher auf englisch oder auf deutsch geguckt? 
Zelda: Ich habe mit sechs Jahren natürlich auf deutsch angefangen, aber inzwischen sehe ich mir die Episoden hauptsächlich im englischen Original an. Daran bin ich mittlerweile so gewöhnt, dass ich teilweise die Dialoge mitsprechen kann. 

Turon47: Was hältst Du von der deutschen Synchronisation? 
Zelda: Nach heutigen Maßstäben kann man die damalige Synchronfassung kaum beurteilen, da anders synchronisiert wurde. Alte Serien wie "Die Zwei" mit Tony Curtis und Roger Moore weisen da ähnliche Probleme auf. Man hat es durchaus häufig gemacht, dass man versuchte, sogar den Inhalt zu ändern, um es lustiger wirken zu lassen und es dem Publikum anzupassen. Gerade "Raumschiff Enterprise" hat man hier für ein jüngeres Publikum und Kinder vorgesehen und so gesehen will ich es nicht unbedingt kritisieren. Es ist aber nicht unbedingt der richtige Inhalt – insbesondere in der Folge, in der die gesamte Handlung komplett geändert wurde: "Weltraumfieber" ("Amok Time"). Das war wirklich grauenhaft.

 

Die Zwei - Der Tiefpunkt deutscher Synchronisationsgeschichte
 
Turon47: Hast Du Dir auch die jüngeren, nachsynchronisierten Versionen angesehen und was hältst Du davon? 
Zelda: Da ich die Folgen auf englisch sehe, ist das für mich nur wenig relevant. Ich finde es aber generell gut, dass man versucht, Leuten, die nicht perfekt englisch sprechen, diese Inhalte zugänglich zu machen. Dadurch entsteht natürlich ein Bruch, den man nicht anders retten kann. Man kann einfach die Zeit nicht wieder holen. 

Turon47: Wie oft siehst Du Dir die Original-Serie an? 
Zelda: Das ist unterschiedlich. Es gibt Phasen, in denen ich einige Episoden hintereinander und dann wieder monatelang gar nichts sehe.

Turon47: Würdest Du Dich als Nitpicker (Beckmesser) bezeichnen? 
Zelda: Ja, schon. Das merkt man meiner Seite ja auch an, denn man muss schon sehr detailversessen sein, wenn man sich einen Block zur Seite nimmt, wenn man eine Original-Folge sieht.

Strifes: Was findest an der Philosophie von Star Trek interessant?
Zelda: Für mich steht im Vordergrund, dass Menschen ungeachtet ihrer Herkunft zusammenarbeiten. Das finde ich einfach sehr erstrebenswert. Star Trek mag zwar eine Utopie sein, aber ich würde es sehr schön finden, wenn die Menschheit sich in diesem Punkt in der Zukunft einig werden würde.  

Turon47: Gibt es irgendeine besondere Folge, die dieses TOS-Feeling enthält, dass Dich an die Serie bindet? Also eine Folge, die Du Neulingen empfehlen würdest, um mit TOS warm zu werden? 
Zelda: Also im Prinzip müsste man schon mehrere Folgen sehen, die dieses Gefühl übertragen. Meine persönliche Lieblingsfolge ist "Reise nach Babel" ("Journey to Babel"). Sie verdeutlicht sehr viele Sachen, z.B. das Multi-Kulti-Gefühl, wobei man natürlich heute über die Aliens lachen muss. 

Turon47: Im Hinblick auf "Reise nach Babel" frage ich mich, ob Du vielleicht die ENT-Serie gesehen hast und natürlich was Du davon hältst? 
Zelda: Die Serie gerade anfing, nicht mehr so schlecht zu sein, hat man sie abgesetzt. Ein paar Sachen fand ich schon ganz witzig: Den Reed-Alarm oder andere Versuche, Bezüge zu TOS herzustellen. Ansonsten fehlte mir über lange Zeit die Seele in der Serie. Es waren mitunter belanglose Geschichten, die nicht wirklich etwas von dem aufwiesen, was Star Trek ausmacht. Darüber hinaus war sie in vielen Aspekten relativ langweilig. 

Turon47: Gibt es eine Star Trek-Folge auf die Du bequem verzichten könntest? Also eine Folge, die in Deinen Augen eher kein TOS-Feeling besitzt? 
Zelda: Ja, auf jeden Fall. Die Folge "Schablonen der Gewalt" ("Patterns of Force") finde ich unsäglich, weil sie meines Erachtens die falsche Botschaft vermittelt. Das gipfelt darin, dass Spock zu Kirk sagt: „Captain, Sie geben einen sehr überzeugenden Nazi ab.“ Das ist unmöglich, aber eine Amerikanerin, mit der ich mal mich darüber austauschte, hat gar nicht verstanden, was ich daran so schlimm fand. Ich glaube, das hängt stark mit der deutschen Perspektive unserer Geschichte zusammen. Man kann auch nicht drumherumdiskutieren, dass es mehrere Folgen gibt, die kein TOS-Gefühl vermitteln. "Spocks Gehirn" ("Spock's Brain") gehört für mich klar dazu. Die wirken zwar mitunter unfreiwillig komisch, doch versucht man, sie so ernst zu nehmen, wie sie einmal gedacht waren, so tut das einfach nur weh. 

Turon47: Wie lebst Du Dein Star Trek-Fantum aus? 
Zelda: Eigentlich sehr unauffällig, da ich mich nicht in eine Uniform werfe oder Klingonisch lerne. Es ist eher so, dass ich mir hin und wieder eine Folge ansehe, ein Star Trek-Buch oder eben ein paar Fan-Fiction-Geschichten lese. Das ist es aber auch schon.
Turon47: Abgesehen vom 3-D-Schach gibt es bei Dir zu Hause also kein Star Trek-Merchandise? 
Zelda: Doch, das eine oder andere Equipment habe ich schon. Einen Tricorder oder einen Kommunikator; solche Sachen eben. Es ist aber nicht alles damit zugepflastert. Es ist eher dezentes Fantum. 

Turon47: Besuchst Du Conventions oder Trekdinner? 
Zelda: Eigentlich nicht. Ich reise nicht extra zu den Conventions um sie zu sehen. Zum einen kann ich es mir nicht unbedingt leisten und zum anderen sind solche Events vor allem auf neuere Serien fokussiert, die mich nicht unbedingt interessieren. In den Neunzigern war ich auf der Exhibition und im letzten Jahr auf der Star Trek-Ausstellung in Potsdam-Babelsberg. Die Babelsberger Ausstellung hat mich enttäuscht. Man durfte keine Fotos machen und das Ganze war sehr stark kommerziell ausgerichtet. Zudem war sie sehr klein. Dadurch hat es mir von der Art und Weise nicht gefallen. Die Exhibition aus den Neunzigern fand ich deutlich besser.

Strifes: Siehst Du Dir auch Filme und Serien anderer Franchises an (Star Wars, Alien, Stargate, Farscape, etc.)? 
Zelda: Ja, ich sehe mir hin und wieder auch andere Science-Fiction-Serien an, auch wenn ich mich nicht direkt als Fan davon bezeichnen würde. Alle paar Jahre sehe ich mir DIE Trilogie oder andere Science-Fiction-Filme wie "Alien" an. Ich bin aber in keinem anderen Franchise involviert, auch wenn ich mir ganz gern einmal DVD-Boxen von interessanten Serien kaufe. Was ich sehr mochte, aber außer mir niemand zu kennen scheint, ist "First Wave". Das war eine Sci-Fi-Serie, die ich gelungen fand. Ich verfolge also durchaus Neuerscheinungen, aber ich seh mir auch gern Historienverfilmungen an. Mir geht es da in erster Linie um gute Geschichten. 

Strifes: Gibt es einen anderen Star Trek-Spin-Off, den Du magst? 
Zelda: Nein.
Turon 47: Nicht einmal TAS
Zelda: TAS sehe ich nicht als direkten Spin-Off, sondern eher als Erweiterung des Originals. Es ist natürlich auch schwierig, die Zeichentrickserie heute zu beurteilen, denn sie ist schon relativ statisch: Minimalste Zeichnungen, sparsame Ausführungen, die Handlung ist in Buchform erträglicher und man muss daher Serie auch nicht unbedingt gesehen haben.

Turon47: Wie würdest Du jemanden Deine Website beschreiben, der sie nicht kennt? 
Zelda: Ich will die Seite eigentlich gar nicht beschreiben. Wen es interessiert, der sollte sie sich mal ansehen oder es andererseits bleiben lassen. Jeder sollte für sich eine kleine Entdeckungsreise auf meiner Seite machen. 
Turon47: Es gibt keine Kategorien, in die man Deine Seite pressen könnte? 
Zelda: Ich mag Schubladen nicht.

Turon47: Deine Seite existiert ja mittlerweile seit 2003. Wie bist Du auf die Idee für dieses umfassende Projekt gekommen? 
Zelda: Ich wollte das schon immer machen. Mittlerweile mache ich ja recht lange Webdesign und das ist eben jene Seite, die von meinen Projekten am schlechtesten aussieht, weil sie noch das Design von 2003 hat (lacht), aber die Idee als solche war schon immer da. Irgendwann dachte ich, 'Du musst es einfach mal tun' und schließlich hab ich die Seite einfach nach und nach erweitert.

Strifes: Mit welchem Teil der Seite hast Du begonnen? 
Zelda: Gute Frage. Tatsächlich fing alles mit The Animated Series (TAS) an. Es begann mit Beiträgen für einen Fanclub namens "Recovery", für den ich damals einen Serienguide zu den TAS-Staffeln begonnen habe. Als ich ihn vervollständigt hatte, dachte ich mir, dass es schade wäre, wenn er in der Versenkung verschwunden wäre. Irgendwann kam dann der Gedanke auf, dass man daraus mehr machen könnte und ich sammelte alle Arbeiten, die ich für den Fanclub angefertigt hatte. 

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Zelda Scott (rechts im Bild)

Turon47: Was sollte denn in den Bereich "Darsteller" hinein? 
 Zelda: Ich wollte dort eigentlich schon ganz gern die Biografien haben. Aber irgendwann tauchten die ganzen Wikis auf und dort kann man diese mittlerweile problemlos nachschlagen. Meine Intention war ursprünglich, am Ende eben ein komplettes TOS-Nachschlagewerk zu haben und die Serie von möglichst vielen Seiten zu beleuchten. Deswegen fand ich, dass auch die Biografien der Darsteller dazugehörten, wobei nicht nur die Hauptcharaktere wie Nimoy und Shatner berücksichtigt werden sollten, sondern auch die von Nebendarstellern wie Grace Lee Whitney, der Darstellerin von Janice Rand

Turon47: Gerade im Hinblick auf das Angebot Deiner Seite liegt ein Vergleich mit Memory Alpha nahe. Betrachtest Du diese Seite als Konkurrenz? 
Zelda: Ich sehe Memory Alpha nicht als Konkurrenz. Als ich mit dem Projekt angefangen habe, ist mir irgendwann aufgefallen, das sie ähnliche Bereiche abdecken. Allerdings denke ich, dass es noch immer viele Nischen gibt, die ich bediene und mit denen meine Seite punkten kann. Das bezieht sich auf diverse Aussagen von Darstellern wie zum Beispiel "Er ist tot, Jim!". Statistiken über Inhalte in der Serie sind dort kaum erfasst. Ich habe mir für manche Sachen einen Block geschnappt und mir einzelne Folgen genau angesehen. Es fing mit Leuten wie Lieutenant Leslie an, die zum Teil häufiger auftreten. Leslie lief hin und wieder durchs Bild. Dann war er tot und in einer anderen Folge Mitglied des Maschinenraumteams. Solche Begebenheiten wurden auf meiner Seite in der Statistik über die Gastauftritte zusammengetragen. Zudem ist es für Fan-Fiction oder Star Trek-Bücher nicht schlecht, wenn in einer Geschichte bestimmte Figuren aus der Serie auftauchen und da hilft solches Wissen dann weiter.

Strifes: Auf Deiner Seite finden sich einige Leute, die Fan-Fiction schreiben. Hast Du intensiven Kontakt zu anderen Autoren z.B. aus Berlin und Brandenburg oder dem Ausland? 
Zelda: Nicht intensiv. Ich hatte hin und wieder mal Kontakt zu diversen Leuten, aber nicht über Jahre hinweg und nicht intensiv. Ich finde diese Menschen interessant, weil sie für mich Pioniere waren und diese Szene mit aufgebaut haben. Es sind Autoren dabei, die wirklich gute Sachen geschrieben haben und ich fand es schade, dass diese ein bisschen in Vergessenheit geraten und deswegen wollte ich diese Sachen mit der Seite auch ein wenig wiederbeleben. Ich besitze eine ziemlich umfangreiche Sammlung an Fanzines und ich würde sie gern öffentlich zugänglich machen. Das ist mein kleiner Versuch, mich gegen diese Entwicklung zu stemmen. 

Turon47: Wie siehst Du das Projekt "Phase II", dass nie zur Veröffentlichung kam? 
Zelda: Ich kenne das Projekt mit seinen Plänen und habe einige Bücher dazu gelesen. Ich finde es immer schwierig, nach so langer Zeit an etwas anderes anzuschließen. Das sieht man auch bei Star Wars ganz gut: Die neuen Filme versuchen, vor der ursprünglichen Trilogie zu spielen und das klappt meiner Meinung nach nicht so wirklich gut. EBei den Pahse-II-Folgen in TNG kann ich auch nichts mehr aus der Original-Serie erkennen, selbst dann nicht, wenn die alternden Original-Schauspieler aufgetreten sind. Ich habe sogar schon ein generelles Problem mit den Kinofilmen. Das mag ungewöhnlich klingen, doch ich finde, dass TOS einen gewissen Aufbruchsgeist vermittelt hat. Es ging darum, Neues zu erkunden und Abenteuerlust zu übertragen. Die Filme hatten aber seit „The Motion Picture“ eher einen „Jammer“-Charakter. Zugespitzt lautet der Grundtenor 'Wir sind zu alt geworden', 'Wir besaßen mal Ruhm, aber jetzt ist irgendwie alles doof' oder auch 'Wir sind zu etwas geworden, was wir gar nicht sein wollten und wollen wieder zurück'. Ich finde, bei den Filmen gab es dadurch ein ganz anderes Feeling. 
Turon47: Aber ist nicht genau das Bestandteil des Älterwerdens und menschlichen Erlebens? 
Zelda: Ja natürlich! Mir geht es aber um den Aufbruchscharakter, der die unrsprüngliche Serie ausgemacht hat und den Filmen fehlt – auch wenn es vielleicht realistisch ist. 

Strifes: Deine Texte sind sehr dialoglastig. Würdest Du gern Drehbücher schreiben? 
Zelda: Klar, auf jeden Fall. Schreiben ist für mich ein Hobby und ich habe mich schon immer für Geschichten interessiert. Ich glaube jedoch, dass es schwer ist da Fuß zu fassen, zumal ich deutsche Produktionen häufig für nicht gelungen halte. 

Strifes: Wie würde Deine eigene Star Trek-Serie aussehen? 
Zelda: Darüber habe ich noch nicht nachgedacht. Das würde wohl etwas länger brauchen von der Entwicklung her, so dass das wirklich stimmig wird. Für mich steht da die Ursprungsserie auch zu stark im Vordergrund, weil ich sie für eine gelungene Kombination halte. 

Turon47: Steht das für Dich überhaupt zur Debatte? Mir ist aufgefallen, dass Du Dich im Besonderen darauf konzentriert hast, für die alten Charaktere glaubwürdige Geschichten zu erfinden. 
Zelda: Für mich steht schon die ursprüngliche Serie im Vordergrund, weil ich finde, das es eine gelungene Kombination ist. Ich will allerdings nicht ausschließen, dass man nochmal etwas Vergleichbares wieder schreiben könnte. Es gab ja auch in bei TOS die Idee zu einem Spin-Off im Rahmen der Folge "Ein Planet genannt Erde" ("Assignment: Earth"). So etwas könnte ich mir sicherlich vorstellen. Heutzutage ist es weitaus schwieriger, eine Serie im Zeitrahmen von TOS zu etablieren, da die technischen Möglichkeiten heute ganz andere sind. Schon für die Deep-Space Nine-Episode "Immer die Last mit den Tribbles" ("Trials and Tribble-ations“) hat man unheimlich viel Aufwand hineinstecken müssen, um das TOS-Feeling einzufangen. Meiner Meinung nach ist es in diesem Fall gut gelungen. Aber damals in den Sechziger ist man in einen Laden gegangen und hat einen Salzstreuer gekauft, den man als Requisite benutzt hat. Heute hingegen müsste man erst mal in ein Antiquariat gehen, um überhaupt einen solchen Salzstreuer wieder zu finden. Und wenn man etwas verändert, entsteht ein Bruch. Ein gutes Beispiel dafür ist Worfs Antwort auf die Frage über das Aussehen der Klingonen. Allerdings fand ich die Andeutung seitens Worfs genial, eben weil es angesprochen, aber nie erläutert wurde. Der lahme Erklärungsversuch Star-Trek: Enterprise war zum Scheitern verurteilt, weshalb der einfache Satz in der DS9-Folge „Wir reden nicht gern darüber.“ mehr als genug war. Es gibt einfach bestimmte Sachen, die man nicht befriedigend erklären kann. Es war günstiger, den Mantel des Schweigens darüber zu zu decken, weil ja jeder weiß, dass dahinter eigentlich nichts weiter als eine produktionstechnische Ursache steckte. Dieser augenzwinkernde Satz passt dadurch auch besser zum Charakter der Episode. 

Strifes: Gibt es bekannte Autoren, die Dich in Deiner Art zu schreiben beeinflusst haben? 
Zelda: Das müsste ich zwischen Star Trek und Nicht-Star-Trek unterscheiden. Einen der deutschen Autoren, die ich ob seiner Schreibkunst sehr bewundere, ist Andreas Eschbach, weil er es schafft, ein Thema aufzubauen und es dann schlussendlich genüsslich zu zerpflücken. Diese Art zu schreiben finde ich sehr interessant und spannend. Mir geht es weniger darum hohe Literatur zu schaffen, sondern einen Unterhaltungswert hinein zu bringen. Rebecca Gablé finde ich ebenfalls sehr interessant. Sie schreibt vor allem historische Romane. Ich finde jedoch nicht, dass man Autoren nachahmen sollte, sondern selbst wissen muss, was man schreiben kann und was nicht. Bei den Star Trek-Autoren finde ich einige besser als andere. Ich persönlich mag Vonda McIntyre sehr. 

Turon47: Welche Maßstäbe legst Du für die Bewertung eines Star Trek-Romans an? 
Zelda: Da gibt es natürliche mehrere Grundfragen: Ist die Handlung stimmig? Ist das Buch spannend aufgebaut? Sind die Charaktere gut getroffen? Nehme ich den Charakteren ihre Handlungsweise ab? Reagieren sie so, wie ich das aus Star Trek kenne oder bewegen sie sich davon weg? Aber gerade bei den Charakteren scheint jeder Star Trek-Fan seine eigene Sichtweise zu haben. Der eine wird behaupten, das es gut getroffen ist, während der nächste der Meinung ist, dass da gar kein Wiedererkennungswert vorhanden ist. 

Strifes: Wie gehst Du an eine Fan-Fiction-Story heran? Hast Du grundsätzlich vorher eine Idee, schreibst dann eine Rohfassung oder versuchst Du zunächst einmal drauf los zu schreiben? 
Zelda: Grundsätzlich fange ich nicht ohne eine Idee an und denke eigentlich relativ lange darüber nach, wie sich diese Geschichte entwickeln könnte. Habe ich dann auch noch eine Idee, wie sich das Ende gestaltet, fange ich an zu schreiben. Einfach drauf los zu schreiben, halte ich für schwierig, da man sich dann sehr leicht verirren kann. 

Turon47: Man findet in Deinen Werken oft Formulierungen wie "Medo-Offizier", "Diskus-Segment" oder "Starfleet". Das sind eher Begrifflichkeiten, wie sie früher zwar bei Heyne, niemals jedoch in der Synchronisation verwendet wurden. Warum sind sie bei Deinen Geschichten anzutreffen? 
Zelda: Mein Problem ist, dass ich die Serie seit fünfzehn, sechzehn Jahren ausschließlich auf englisch sehe. Da wird es spätestens dann, wenn man selbst Texte schreibt, schwierig zu überlegen, wie das jetzt auf deutsch genannt werden könnte. Da habe ich natürlich versucht, auf Bekanntes zurückzugreifen. Aber andererseits gab es ja auch innerhalb Star Treks deutliche Unterschiede in der englischsprachigen Version. Während es bei TOS noch „landing party“ hieß, wurde in TNG „away team“ daraus. Im Zweifelsfall ist mir einfach keine bessere Übersetzung eingefallen (lacht). 

Strifes: Wie lange brauchst Du durchschnittlich für eine Geschichte? 
Zelda: Das ist unterschiedlich und gar nicht genau zu benennen, da es auch abhängig ist von privaten Gegebenheiten. Oder davon, ob man unbedingt schnell fertig werden möchte. Von daher kann ich das nicht genau sagen. In den letzten drei Jahren bin ich aufgrund meiner Promotion kaum zum Schreiben gekommen. Ich habe aber schon vor, irgendwann wieder Fan-Fiction zu schreiben.
Turon47: Mit 'irgendwann' meinst Du 'in zwei, drei Jahren' oder 'noch 2013'? 
Zelda: Das hängt einfach davon ab, wie sich mein Leben entwickelt. Man muss einfach auch berücksichtigen, wieviel Zeit neben dem Beruf übrig bleibt. 

Strifes: Was rätst Du Neulingen, die gerade im Fan-Fiction-Bereich beginnen möchten? Welchen Autor würdest Du z.B. uneingeschränkt empfehlen? 
Zelda: Ich glaube, so sollte man an die Sache gar nicht erst heran gehen, da ja jeder seine eigenen Präferenzen hat. Pauschal lässt sich das schwierig an einem Autor festmachen. Es sollte jedem selbst überlassen sein. Wenn man mit Fan-Fiction anfangen möchte, sollte man vorher sehr viel gelesen haben, um sich im Klaren darüber zu werden, was einem warum zusagt. Ich glaube es war Eschbach, der meinte, “[...] etwa alle hunderttausend Worte gibt es einen Quantensprung, und man schreibt plötzlich ein merkliches Stück besser.“ Das stimmt auch. Schreiben sollte man möglichst viel, denn Übung macht den Meister. Je mehr man schreibt, desto besser wird man am Ende. 
Man muss aber auch zwischen einem guten Buch und einem guten Star-Trek-Buch unterscheiden. Bei Star Trek gibt es einen extrem starre Regelkatalog. Man darf zum Beispiel keine Hauptcharaktere sterben lassen, aber auch andere Vorgaben machen die Sache vergleichsweise starr. 
Turon47: Aber ist es nicht gerade das die Herausforderung, einen Roman zu schreiben, der innerhalb der Regeln funktioniert? 
Zelda: Klar! Das Spannende ist aber, einen Charakter weiterzuentwickeln. Wenn man aber wieder da ankommen muss, wo man begonnen hat, ist das sehr schwierig. Die früheren Classic-Romane waren diesen Regeln noch nicht unterworfen und widersprechen sich auch munter. Da hatte halt jeder eine eigene Geschichte und einige der Charaktere sind in späteren Geschichten wieder aufgetaucht. Ich glaube nicht, dass so etwas heute in der Form überhaupt noch möglich wäre, denn alles ist viel mehr festgelegt.
Turon47: Aber ist es nicht ein Widerspruch, das starre Erzählgerüst bei TOS zu schätzen und andererseits eine Charakterentwicklung zu fordern, die es dort nie gegeben hat? 
Zelda: Das würde ich so nicht sagen. Es gibt seitenweise Fanabhandlungen über die Charakterentwicklungen der Serie. 
Turon47: Nenne mir eine! 
Zelda: Beispielsweise wird in solchen Fällen in Fankreisen gern die Entwicklung der Freundschaft von Spock und Kirk herangezogen, die sich im Laufe der Zeit schon entwickelt. Sicher ist das nicht so auffällig wie in anderen Serien, aber sie ist schon zu sehen. Man sieht auch durchaus eine Entwicklung bei Christine Chapel, auch wenn diese unterhalb der Führungsebene ablief. Man sieht, warum sie ursprünglich an Bord gekommen und warum sie eigentlich geblieben ist. Es gibt also Entwicklungen, auch wenn sie nicht so offensichtlich wie in anderen Serien sind. 
Turon47: Glaubst Du, dass man solche Charakterentwicklungen in Büchern weiterführen kann? 
Zelda: Das hängt vor allem davon ab, wann das Buch spielt. Mann muss darauf achten, einigermaßen konsequent die Zeit einzuhalten. Dadurch könnte man aber Sachen erklären, bei denen man Brüche im Verhalten zwischen zwei Episoden feststellt.
Turon47: Du scheinst innerhalb Deiner Geschichten kein klar umrissenes Themenfeld zu haben und springst sehr stark in der Zeitlinie. Bist Du thematisch innerhalb der Serie etwas breiter aufgestellt? 
Zelda: Das stimmt. Ich habe eigentlich keine Zeitepoche innerhalb der Serie, die ich bevorzuge. Zeitlich bewege ich mich plus/minus zwei oder drei Jahre innerhalb der Serie; dabei bleibe ich vorwiegend bleibe. Es ist natürlich immer schön, wenn man sich auf bestimmte Folgen beziehen kann, aber prinzipiell versuche ich das Feld etwas weiter zu stecken. Natürlich ist es einfacher, wenn man Anspielungen auf bestimmte Folgen bringen möchte, wenn diese in ihrem Zeitrahmen auch schon gelaufen sind. Ansonsten gibt es da keine Beschränkungen. 

Turon47: Du hast Dr. M'Benga einen Vornamen in Deiner Fan-Fiction gegeben. 
Zelda: Den habe ich nicht gegeben, sondern von einer anderen Fan-Fiction-Autorin übernommen. Ich weiß, dass es inzwischen einen anderen Vornamen gibt, aber dieser hat mir einfach gefallen. Deshalb habe ich ihn übernommen, um Konstanz in die Geschichten auch zu anderen Autoren zu bringen.

Turon47: In der neueren Verfilmung wird Chekov als überdurchschnittlich intelligent dargestellt und auch in der TOS-Folge "Der Tempel des Apoll" ("Who Mourns for Adonais?") wird er ähnlich dargestellt. Das beißt sich ein wenig mit Deiner Chekov-Darstellung... 
Zelda: Ich finde, dass Chekov in der Serie kaum thematisiert wird. Er wirkt zumeist etwas über-enthusiastisch und Michael Mittermeier hat es in seinem ersten Programm recht gut herausgekehrt: "Ist schon recht, Chekov." Niemand hat Chekov wirklich ernst genommen und wenn er überhaupt mal etwas gesagt hat, war das schon ganz nett. Aus diesem Grund habe ich versucht, diese Schiene für mich auf diese Art weiterzuentwickeln. Wenn andere davon abweichen, habe ich kein Problem damit, aber für mich ist der Mann kein Genie – jedenfalls hat er sich in der Serie nicht so verhalten. 
Turon47: Immerhin hat er mehrere Male Spock an der Wissenschaftsstation vertreten... 
Zelda: Ja, den Praktikanten muss man ja auch mal ranlassen (lacht). Es war halt gerade kein anderer da (lacht). Nein, persönlich mag ich Chekov als Charakter, doch ich sehe ihn nicht als Wunderkind. Es kann natürlich sein, dass das in der alternativen Realität ganz anders ist, aber in meiner 'Realität' ist er Durchschnitt. 


Chekov-Bashing pur: Mittermeiers Star-Trek-Betrachtungen

Turon47: Wie gelingt es Dir, dass nicht jeder Deiner Charaktere gleich klingt? Ich finde, dass gerade dieser Punkt einer der schwierigsten Sachen überhaupt ist. 
Zelda: Ob mir das gelingt, sollte ich vielleicht andere beurteilen lassen. Ich finde es hilfreich, wenn man keine eigene Geschichte schreibt, sondern sich eines bekannten Charakters annimmt und sich überlegt, wie die Szene in diesem Fall ablaufen würde. Außerdem gibt es einfach bestimmte Sachen die McCoy sagen würde, Spock oder Scotty hingegen nicht. Man kann sich mitunter einfach ausmalen, wie der ein oder andere Schauspieler einen Dialog gestalten würde. 

Turon47: Wie stehst Du zu Slash-Fiction? 
Zelda: Es ist nicht meine Richtung. Man kommt nicht drum herum aus diesem Bereich etwas zu lesen. Manchmal fängt man an, Slash-Geschichten zu lesen und stellt erst in deren Verlauf fest, mit was man es zu tun hat. Daher denke ich, dass man Slash kennzeichnen sollte. Wer es schön findet, wird es lesen und wer es mag, kann es auch schreiben. Mir persönlich gefällt es weniger, weil es zu weit von den eigentlichen Charakteren entfernt ist. Ich finde es auch lustig, dass ein großer Teil der Leute sich so einig ist. Sie müssen also irgend etwas darin sehen, was mir verborgen bleibt. 

Turon47: Wie kam es dazu, dass Du Arbeiten von amerikanischen Autoren übersetzt hast? 
Zelda: Ich hatte irgendwann alle meine Bücher ausgelesen und mich dann nach neuem Material umgesehen und stellte fest, dass es da auch im Internet jede Menge Geschichten gab, die man lesen konnte. Ich stieß auf Autoren, die mir gefielen und fragte bei ihnen an, wie es mit Übersetzungen aussehen würde. Damals war ich Mitglied eines kleinen, deutschlandweiten Fanclub namens „Recovery“ und dachte mir, dass ich in diesem Rahmen zu den Recovery-Fanzines eine solche Übersetzung beisteuern könnte. So eine Übersetzung hängt jedoch davon ab, ob man die Erlaubnis erhält und wie die Autoren reagieren. Es gibt noch mehrere Texte, die ich gern übersetzen würde, doch nicht unbedingt jeder springt vor Freude an die Decke, wenn er erfährt, dass er auf deutsch übersetzt wird. Es ist zudem sehr schwierig, sich in eine andere Sprache übersetzen zu lassen, weil es viel mit Vertrauen zu tun hat, denn schließlich prangt der Name des Autors über einem Werk, dass er nicht kontrollieren kann. Daher habe ich nur Leute angesprochen, bei denen ich mir sicher war, dass die Chemie stimmen würde oder der Kontakt einigermaßen gut verlief. 

Turon47: Wie sieht es mit der rechtlichen Frage aus? 
Zelda: Ich frage stets vorher nach, bevor ich irgendetwas hochlade. Für alle Sachen, die man bei mir auf der Homepage finden kann, habe ich die Erlaubnis des Autors vorliegen. Aus diesem Grund kann ich natürlich auch nur eine begrenzte Auswahl von Stücken verfügbar machen. 

Turon47: Ich würde mit Dir gern nochmal auf die Star Trek-Romane zurück kommen. Der Niedergang des Heyne-Verlags ist Dir sicher nicht entgangen. Nach Heyne kam CrossCult. Was hältst Du von dieser Entwicklung? 
Zelda: Ich finde es gut, dass es überhaupt wieder neue deutsche Star Trek-Bücher gibt. Der Untergang des Heyne-Verlags hat mir unheimlich leid getan. Ich habe im Alter von dreizehn bis vierzehn mit dem Lesen von Star-Trek-Romanen angefangen und war damals praktisch jede Woche in einem Buchladen ganz in der Nähe, um den vorhandenen Stapel an Büchern durchzusehen. Es war mir damals furchtbar peinlich über die ISBN-Nummer Star Trek-Bücher zu bestellen, da die Buchhändlerin stets Probleme damit hatte, sich den Titel dieser Bücher aufzuschreiben. Ich empfand es immer wie Weihnachten, wenn der neue Heyne-Katalog erschien und man schon sah, dass es sieben neue Veröffentlichungen geben würde. In Amerika wurden weiterhin Romane veröffentlicht, also swar ich irgendwann gezwungen, auf die Originalsprache umzusteigen. Von daher bin ich nicht allzu sehr auf CrossCult angewiesen, wie ich es früher auf Heyne war. Mein Englisch hat sich im Laufe der Jahre soweit verbessert, dass ich auch das Original lesen kann, aber prinzipiell finde ich gut, dass die Bücher auch hierzulande wieder erhältlich sind.

Turon47: Hast Du Dir mal überlegt, Fan-Fiction auf englisch zu schreiben? 
Zelda: Ehrlich gesagt schon. Es ist immer schwierig, als Nichtmuttersprachler die Atmosphäre zu treffen und die Grammatik formal aufrecht zu erhalten. Das ist eine Sache, die ich aber noch ausprobieren möchte um zu sehen, ob ich dazu in der Lage bin oder nicht. Obwohl dieser Schritt noch aussteht, ist es bestimmt eines der nächsten Vorhaben, dass ich versuche werde zu verwirklichen. 

Strifes: Du hattest im Vorgespräch angedeutet, dass die Website umgebaut werden soll. Wie dürfen wir uns das vorstellen? Was genau soll sich ändern?
Zelda: Das Layout soll moderner werden, während der Inhalt davon weitestgehend verschont wird. Natürlich will ich auch Artikel überarbeiten, bei denen ich denke, dass ich es heute anders formulieren würde. Da bedarf es an einigen Stellen sprachlicher Veränderung, zumal man sich ja selbst genauso weiterentwickelt. Vor allem geht es also um den Look und darum zu sehen, was noch zeitgemäß ist und was weniger. 

Turon47: Wie man auf der Seite sehen kann, gilt Dein Interesse auch Fanzines. Wie viele besitzt Du?
Zelda: Ich habe sie noch nicht gezählt. Ich schätze, es sind ungefähr anderthalb Regalmeter voll. Mein Traum wäre es, einmal diese ganzen alten Zeitschriften zu scannen und auf meiner Seite bereitzustellen, weil dafür in Amerika bereits horrende Preise verlangt werden. Allein an den Versandkosten bin ich schon recht arm geworden. Das ist eine Sparte, die man auch auf meiner Website noch ausbauen könnte, doch das hängt natürlich davon ab, ob man die Rechte dafür erhält, beziehungsweise mit den Leuten überhaupt noch in Kontakt treten kann. Zwar sind Adressen in den Heften verzeichnet, doch die sind teilweise dreißig, vierzig Jahre alt. Meine Idee wäre dennoch, mal einfach dorthin zu schreiben und zu sehen, ob irgendetwas zurückkommt. Das ist aber eher eine Zukunftsvision. 

Turon47: Gibt es in Deiner Sammlung auch Platz für deutsche Fanzines?
Zelda: Natürlich habe ich die Ausgaben des "Recovery"-Fanclubs, in dem ich Mitglied war. Das waren kleine A5-Hefte, die wohl kaum jemand kennen dürfte. Ich besitze auch noch weitere, die ich jedoch weniger interessant fand. Mir ging es stets um die Geschichten, doch in deutschen Fanzines gibt es mehr Artikel, weswegen es für mich keinen Mehrwert dahinter gab. 

Turon47: Du hast auf Deiner Seite das Album "Has Been" von William Shatner besprochen und Dir auch jeden Titel einzeln besprochen. War das schwer für Dich? 
Zelda: Es gibt Sachen, die sehr hart an der Grenze sind (lacht). Die Rezension von "Has Been" ist nicht von mir, sondern von einer Bekannten und ist auch so gekennzeichnet. Viele Sachen in der Audio-Rubrik entstanden aber als Arbeit für den Fanclub. Damals bekam ich eine CD zugeschickt und musste die einfach hören. Ich mag Musik, aber ich bin nicht der Mensch, der dazu Rezensionen schreibt. Leonard Nimoys Ausflug ins singende Gewerbe habe ich schon wieder vergessen (lacht). Ich möchte die Star-Trek-Stars jedenfalls nicht unbedingt als Sänger in Erinnerung behalten.


 

William Shatners Titelsong des gleichnamigen Albums

Strifes und Turon47: Wir bedanken uns ganz herzlich für das Gespräch. 
Zelda: Sehr gern.

 Wer sich für Fan-Fiction und/oder die Originalserie interessiert, sollte unbedingt einmal auf Zelda Scotts Seite vorbeischauen, ihre Geschichten lesen und bewerten, ihre Statistiken durchforsten oder ihre Fanzines-Auflistungen durchstöbern!

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