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Mittwoch, 8. Mai 2019

Die H.M.S. Bounty - Oder wie ein Klingonenschiff die Erde rettete.

Kurs: Erde retten! (Bild: Memory Alpha)

 

Einleitung

Es ist das noch frühe Jahr 2286 und einige Monate nach dem Genesis-Zwischenfall. Die Crew um Admiral Kirk befindet sich im Exil auf Vulkan und hat in der Zeit den im Orbit von Genesis gekaperten Bird-of-Prey umgebaut und bereitet sich auf die Rückkehr zur Erde vor, um dort wegen Befehlsverweigerung angeklagt zu werden. In einem Hauch von Ironie benennt Dr. McCoy das klingonische Kriegsschiff in H.M.S. Bounty um, was eine Anspielung auf die legendäre Meuterei von 1789 ist. Während die Crew sich auf dem Weg zur Erde befindet, hat diese ganz andere Probleme. Eine riesige Sonde unbekannter Herrkunft hat den Orbit des Planeten erreicht und sendet ein nicht zu identifizierendes Signal aus, auf das das Kommando der Sternenflotte keine Antwort geben kann. Dieses Signal stört zudem die planetare Energieversorgung und zu allem Überfluss fängt die Sonde an, die Meere der Erde zu verdampfen, wodurch es zu globalen Unwetterkatastrophen kommt. Bevor es nicht mehr möglich ist, sendet der Föderationspräsident ein allgemeines Warnsignal aus, so dass sich Raumschiffe von der Erde fernhalten um nicht Opfer der Sonde zu werden. Die Warnung wird natürlich auch von der Bounty empfangen und als Crew der Tat wird das unbekannte Signal der Sonde dennoch umgehend untersucht, wobei sich herausstellt, das diese nicht den Kontakt zur Menschheit sucht, sondern zu Buckelwalen. Dummerweise ist diese Spezies seit Jahrhunderten auf der Erde ausgestorben, so dass es nur einen Weg gibt: Eine Zeitreise in die Vergangenheit der Erde. Die Bounty erreicht das Sonnensystem und geht auf maximale Warpgeschwindigkeit mit Kurs um die Sonne, um durch einen Schleudereffekt in die Vergangenheit zu reisen. Die Bounty reist dreihundert Jahre zurück und nach einigen turbulenten Abenteuern in San Franscico des 20. Jahrhunderts gelingt es Kirk und seiner tollkühnen Crew nicht nur ein Buckelwalpärchen an Bord zu nehmen, sondern auch erfolgreich wieder in die Zukunft zu fliegen. Dort wird der Bird-of-Prey sofort von den Signalen der Sonde lahmgelegt und das Raumschiff stürzt ins San Franscico Bay. Bevor das Schiff untergeht, können die Tiere aus dem Wrack befreit werden und tatsächlich nehmen die Wale mit der Sonde Kontakt auf, die kurz darauf die Erde verlässt. Was genau aus der Bounty wurde ist nicht bekannt, aber mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit wurde das Schiff aus dem Meer gehoben und in einer Einrichtung der Sternenflotte genauestens unter die Lupe genommen.

Die Bounty stürzt ins Meer. (Bild: Memory Alpha)

In einem früheren Drebuchentwurf für den sechsten Film war geplant, dass die Führungsoffiziere der U.S.S. Enterprise-A, nachdem diese das Raumdock der Erde erreicht haben, an einem Hangar vorbeigehen, auf dem die Bounty auseinandergenommen und untersucht wird. Für diese Szene wurde auch eine Storyboardzeichnung angefertigt, aber all dies wurde nicht verwirklicht. Laut inoffiziellen Quellen soll der ursprüngliche Name des Schiffes I.K.S. Bre'el gewesen sein und somit auch der Prototyp der Bre'el-Klasse. Diese Angabe gilt aber als Non-Canon da es schwer zu glauben wäre, dass sich die Klingonen den Prototypen des erfolgreichsten Kriegsschiffes ihrer Flotte hätten abnehmen lassen.

Die Zeichnung für die nicht verwirklichte Szene. (Bild: Memory Alpha)

 

Die Planung für das Modell.

Alles fing mit einer Nachricht von meinem "Decal-Dealer😋" Robert aus England an, bzw mit einem kleinen Newsletter. Er hat in sein Sortiment einen kleinen Bogen aufgenommen, womit man einen Eaglemoss Bird-of-Prey in die H.M.S. Bounty umgestalten kann. Eigentlich nichts besonderes, aber meine Muse kam, als ich mich an die Szene erinnerte, als das klingonische Schiff sich über dem Ozean enttarnte, um der Besatzung eines skandinavischen Walfangschiffes den Schrecken ihres Lebens zu verpassen. Aber in Wahrheit wurde die Tarnung wohl aufgehoben, um die Energie für den Transport der Wale freizugeben. Doch das Bild des riesigen Raumschiffes über dem kleinen Walfangschiff ist und bleibt einfach nur legendär und genau dieses Bild nachzustellen wäre doch eine tolle Ergänzung für meine Modellsammlung.


Roberts Decalbogen für die Bounty.

Der Bird-of-Prey über dem Walfänger. Diese Szene möchte ich nachstellen. (Bild: Memory Alpha)


Die H.M.S. Bounty.

Genau da ist doch der positive Aspekt, dass Eaglemoss den klingonischen Bird-of-Prey mit dieser Flügelposition im Sortiment hat. Also wurde die Ausgabe vier nochmals besorgt und das Modell erhielt hier und da ein bisschen Farbe - insbesondere der Antrieb am Heck. Schließlich kamen dann die Decals zum Einsatz, die entsprechend angebracht wurden.


Der Antrieb wurde mit orange bemalt.

Mit den Decals werden die klingonischen Symbole angebracht.

Und natürlich darf das "H.M.S. Bounty" nicht fehlen.


Der Walfänger.

Unter dem Modell soll sich am Ende ja ein kleiner Walfänger tummeln. Da es so kleine Schiffe selten zu kaufen gibt, muss dieses selbst gebaut werden. Ich erinnere mich noch daran, wie ich als Kind mal von Buddelschiffen fasziniert war. Ich wollte damals mal unbedingt auch so ein Flaschenschiff basteln und habe mir mit Fachbüchern das entsprechende Wissen angeeignet, wie die kleinen Schiffchen entstehen und wie sie in die Flasche kommen. Aber nach nur einem fertigen Modell war auch schon wieder Schluss mit dem Interesse. Aber das angeeignete Wissen sollte mir nun helfen, den Walfänger zu bauen. Basismaterial ist das weiche und gut formbare Balsaholz. Das kleine Schiff muss auch nicht hochdetailliert sein, denn das ist bei der Größe eh nicht möglich. 

Das Walfangschiff im Detail. (Bild: selbstgemacht)
Auf einem Stück Holz wird zuerst grob die Schiffsform aufgezeichnet.

Nun heißt es schleifen. Erst grob, dann erfolgt der Feinschliff.

Mit einem Messer werden dann die Konturen der Schiffsform ausgeschnitten.

Erste Stellprobe mit der Bounty. Passt! 😊
 Anschließend wurde auf dem kleinen Schiffsrumpf noch die Aufbauten montiert.

Den Walfänger noch bemalen und fertig.


Das Meer.

Natürlich soll das kleine Schiffchen nicht einfach nur auf den Sockel der Halterung geklebt werden, Nein, der Sockel wird in einen kleinen Ozean umgebaut. Für die Darstellung einer Wasseroberfläche kann man entweder den einfachen Weg gehen und schlicht blaue Farbe verwenden, oder man macht es etwas komplizierter, was zu einem realistischen Effekt führen kann. Das Problem ist immer: Wasser ist nicht nur ein lebendiges Medium, es ist auch transparent und hat eine große Tiefenwirkung. Aber wenn man weiß wie's geht, ist das ganze einfacher als man denkt. Wasser hat die unterschiedlichsten Farben; je nach Sauerstoffgehalt, Temperatur und Wärme. Das geht vom Blauschwarz des Atlantiks bis zum fast grünen Wasser des Pazifiks. Schiffe in Fahrt wirbeln das Wasser auf und rund um den Rumpf sowie in der Hecksee ist es stark mit Sauerstoff durchsetzt und damit heller, fast ein Türkiston.

Der schwarze Sockel muss in einen helleren Grundton umlackiert werden.
Als nächstes folgt ein seidenmatter Blauton als Wasser.
Nun brauche ich eine Pappschablone des Schiffsrumpfes.
Damit wird die Kontur des Schiffes auf den Sockel gezeichnet.
Mit lichtblau hab ich die Kontur grob ausgemalt und nach dem Trocknen die Schablone, mit einem kleinen Tropfen Kleber fixiert. Der hellere Blauton soll das von Schiff aufgewüllte Wasser darstellen.

Nun kommt das eigentliche Wasser zum Einsatz, wobei es sich um schlichtes Silikon aus dem Baumarkt handelt. Natürlich handelt es sich um farbloses Silikon, das in zwei Würsten auf den Sockel aufgetragen wird. Wichtig dabei ist, das die Schablone des Rumpfes mit eingeschmiert wird, den schließlich soll ja an der Stelle das Schiff wieder hin.
Mit einem improvisierten Spachtel wird das Silikon gleichmässig verteilt.













Jetzt geht es an das Erzeugen von Welleneffekten. Mit einer warmen Seifenwasserlösung und einem alten Teelöffel wird auf das Silikon getupft. So entstehen die Wellen und der Löffel wird immer wieder in die Seifenlösung getaucht, damit kein Silikon am Löffel kleben bleibt. Bei dem Maßstab sollte man es nicht übertreiben, schließlich soll sich das Schiffchen später ja nicht in einem tobenden Orkan wiederfinden😉.

Mit einem Zahnstocher entstehen die Verwirbelungen, die ein Schiff in Fahrt erzeugt.

Nun heißt es warten, den das Zeug braucht schon mehrere Tage zum Trocknen. Nachdem das geschehen ist, geht es nun in den Endspurt.

Mit einem Cutter wird zuerst die eingekleisterte Schablone wieder ausgeschnitten. Nun gibt es in der Wasseroberfläche eine passende Mulde, in der das Schiff eingesetzt werden kann.

Zu guter letzt wird mit matter weißer Farbe das aufgeschäumte Wasser dargestellt und auf dem "Ozean" einige Schaumkronen der ewig wogenden See nachgebildet.

Und endlich kann auch das Schiffchen in See stechen.

So, das war's mit meiner Modellversion der H.M.S. Bounty aus dem vierten Star Trek-Film



Donnerstag, 17. Januar 2019

Hintergrundschiffe selbst gemacht - Teil.2

Ein Schiff im Hintergrund. (Bild: memory alpha)

Einleitung

Im letzten Jahr habe ich schon einige Schiffe, die in Star Trek nur kurz zu sehen waren gebastelt. Nun folgt die zweite Welle an Raumschiffen, mit denen ich meine Sammlung ergänze.

U.S.S. Majestic NCC-31060

Das Original

Die U.S.S. Majestic ist ein typisches Schiff der Miranda-Klasse mit modernen, blau leuchtenden Warpgondeln. Das Schiff gehört 2374 zur zweiten Flotte und auch zu dem Kampfverband, der Deep Space 9 vom Dominion zurückerobern will. Zusammen mit ihren Schwesterschiff, der U.S.S. Sitak NCC-32591, eskortiert sie die U.S.S. Defiant NX-74205 durch die Blockade der feindlichen Schiffe. Zuerst wird die Sitak vernichtet, dann trifft es die Majestic. Ein Disruptorstrahl durchschlägt die Untertasse und im Heck schlägt ein Plasmatorpedo ein, der das Schiff in ein brennendes Wrack verwandelt.
Wahrscheinlich erhielt das Raumschiff seinen Namen von der R.M.S. Majestic, einem der ersten großen Transatlantikliner am Ende des 19. Jahrhunderts.

Die U.S.S. Majestic...

...wird erst von einem Disruptor getroffen...

...und von einem Torpedo endgültig zerstört. (Bilder: Memory aAlpha)

Die R.M.S. Majestic von 1890. (Bild: Wikipedia)

Mein Modell

Ich finde die Szenen aus der Episode "Sieg oder Niederlage?" noch heute sehr beeindruckend. Schließlich handelte es sich damals um einer der ersten CGI-Kämpfe und die Liebe zum Detail, die die Programmierer dieser Computereffekte an den Tag legten, sind noch heute wahre Hingucker.
Von daher wollte ich das Schiff aus dieser Szene endlich für meine Flotte haben.
Das Modell ist eigentlich nichts spektakuläres. Nur mal eben eine weitere Miranda-Klasse von Eaglemoss beschafft, die Beschriftung entfernt und mit Decals den Namen und Registrierung der Majestic aufgebracht und fertig. Natürlich gab es hier und da noch etwas Farbe dazu.


Leider ist der Schriftzug Majestic nicht ganz gelungen...ach seufz, aber ich bin auch nicht perfekt.

Auch auf dem Bügel wurde die Nummer nicht vergessen.

Die Gondeln erhielten auch die Nummer und den Schriftzug United Federation of Planets.


U.S.S. Nautilus NCC-703

Das Original

Die Nautilus ist ein Schiff der Hermes-Klasse, einer der vergessenen des Star Trek-Universums.
Zu sehen gab es diese Schiffsklasse zwar schon, aber nur wenn man richtig hinsieht. Im Hintergrund des Filmes „Star Trek II: Der Zorn des Khan“ - genauer gesagt als sich die Kadetten im Brückensimulator befinden - sind diese Designs der Hermes-Klasse und ihrer Weiterentwicklung, der Saladin-Klasse, auf einer der Konsolen zu sehen.

Grafik der Hermes-Klasse. (Bild: ex.atris-scientia.org)

Mein Modell 

Das Modell entstand aus meiner zweiten Refit-Enterprise, die ich damals zur A-Version umgebaut und nach dem Erscheinen der Ausgabe 72 eingelagert hatte. Gut, dass es nun doch noch eine Verwendung für das Modell gab 😊. Benannt habe ich das Schiff nach Kapitän Nemos U-Boot aus dem Roman 20.000 Meilen unter dem Meer.





 

U.S.S. Venture NCC-71854

Das Original

Die U.S.S. Venture gehört zur mächtigen Galaxy-Klasse und ist eines der ersten Schiffe, die das modernisierte Sternenflottenlogo auf dem Rumpf tragen. Das Schiff verfügt auch über eine kleine Besonderheit, nämlich zwei Module mit zusätzlichen Phaserbänken auf den Warpgondeln.
Das erste Mal zu sehen ist die Venture in der Folge "Der Weg des Kriegers" in der die Klingonen Deep Space 9 angreifen und sich schließlich zurückziehen müssen, als eine Streitmacht der Sternenflotte, angeführt von der Venture, der Station zu Hilfe eilen.
Im Krieg mit dem Dominion hilft das Schiff die Station zurück zu erobern und beteiligt sich an der ersten Schlacht im Chin'toka-System. Zum letzten Mal zu sehen ist die Venture, als 2378 die U.S.S. Voyager durch einen Transwarp-Kanal es zurück zur Erde schafft und von der Venture nach Hause eskortiert wird.

Erster Auftritt der U.S.S. Venture.

Im Krieg macht sie gerne cardassianische Kriegsschiffe platt.

Während der Schlacht von Chin' Toka zerstört sie feindliche Waffenplattformen.

2378 begleitet die Venture die Voyager nach Hause. (Bilder: Memory Alpha)

Mein Modell

Das hat Eaglemoss mir geschenkt. Wie das? Ganz ehrlich, da haben die selber Schuld. Als 2017 das XL-Modell der Enterprise-D heraus kam, hab ich mir ein Exemplar bestellt, bezahlt und das war's eigentlich.  Sollte man eigentlich glauben, wenn da nicht das Paketunternehmen DPD gewesen wäre. Wochenlang kam das Paket nicht an, denn entweder war ich laut Bote nicht zu Hause (Lügner!) oder er konnte die Adresse nicht finden; bla bla bla.
Mein Verdacht: Meine Straße liegt am Ende seines Zustellbezirks und für die restlichen Pakete hatte er wohl keinen Lust da noch hinzufahren. Also früher Feierabend und die übliche Ausrede, warum das Paket nicht zugestellt werden konnte und schließlich war es dann noch verloren gegangen.
Eaglemoss bot mir an mein Geld zurück zu zahlen. Das lehnte ich ab und fand schließlich eine Lösung. Ich habe mich bei DPD-Pickup angemeldet und lasse alle meine Pakete nicht mehr zu meiner Adresse liefern, sondern zu einem Paketshop. Seitdem kommen alle meine Lieferungen von Eaglemoss auch an und die Ausrede, warum der Paketbote die Sendung da nicht hinbringt, die muss wohl noch erfunden werden.
Schließlich konnte ich endlich die Ersatzlieferung dort abholen und kurioserweise tauchte einige Wochen später die angeblich verlorene Sendung dort auch noch auf. Natürlich habe ich Eaglemoss Bescheid gesagt und gefragt, ob die das doppelte Modell zurück haben wollen. Da ich bis heute keine Antwort bekommen habe, war es an der Zeit mit dem Modell etwas anzufangen.

Zuerst wollte ich die U.S.S. Odyssey NCC-71832 bauen, aber dann fiel mir die Venture wieder ein, die ja mit ihren Phasern auf den Gondeln etwas besonderes ist. Übrigens sind diese Module Überbleibsel des Studiomodells der Future-U.S.S. Enterprise-D. Als dieses zur Venture umgebaut wurde, hatten die Modellbauer vergessen, diese zu entfernen.

Für mein Modell habe ich diese Module aus Holz geschnitzt und aus dem selben Material bestehen auch die Phaserstreifen. Schließlich wurde das Modell rundherum hier und da noch etwas bemalt und natürlich wurde auch die Deflektorschüssel neu bemalt.

Leider ging beim entfernen der Enterprise-Beschriftung auch etwas vom Aztec-Muster an diesen Stellen verloren. Die Neubeschriftung erfolgte dann mit Decals.

Die Module im Rohbau.

Die Module sind fertig und müssen noch bemalt werden.

Die neu beschriftete Untertasse.

Die Gondel mit den Modulen und modernen Starfleet-Logos.

Die neu bemalte Deflektorscheibe.

 U.S.S. Venture im XL-Format. Hat nicht jeder 😋.