Eigentlich sind es noch knapp zwei Monate, die ins Land gehen sollten, bis die symapthische kleine Nischenconvention unter dem etwas sperrigen Titel "Trekgate to Your Star" ihre Düsseldorfer Tore öffnen sollte. Doch das überschaubare Event geriet heute ins Schlaglicht der nationalen Fanszene, weil die Veranstalter mit einem mutigen Geständnis den Schritt an die Öffentlichkeit wagten:
30.-31. August 2014 |
Die "Trekgate" wird es dieses Jahr mit großer Wahrscheinlichkeit gar nicht geben.
Zu wenig Voranmeldungen und vor allem zu wenig Zusatzbuchungen für
Autogramme, Photoshoots oder Meet and Greets wurden bislang getätigt,
um die kostenintensive Veranstaltung tragen zu können. Nun, wenige
Tage vor der endgültigen Buchungsbestätigung bekommen die
Organisatoren Muffensausen und gehen in die Offensive.
We want You! to come to TrekGate |
Zunächst bleibt einmal Bewunderung für
den Entschluss, die Situation so schonungslos offen darzulegen. Auch
die Kommunikationsbereitschaft des Teams ist etwa im Vergleich zur
FedCon überaus vorbildlich. Im Prinzip fahren die Veranstalter genau
den richtigen Kurs, um das leckgeschlagene Schiff wieder zum Laufen
zu bringen, denn diese Art Transparenzpolitik demonstriert eine gewisse Nähe zu den Fans und potentiellen Ticketkäufern.
ABSAGEN? Unerhört! |
Aber es gibt auch Vorbehalte. Nachdem
bereits "Just another Day in Eureca" im bayrischen
Deggendorf unter ähnlichen Vorzeichen und mit einem ähnlichen
Hilferuf die Segel sang- und klanglos streichen musste, steht zu
befürchten, dass auch der "Trekgate" nun ein ähnliches
Schicksal droht.
viel los hier, aber kein Gedrängel |
Doch wie konnte es soweit kommen?
Persönlich sehe ich die Ursachen in dem Elefantenrennen, dass sich in diesem Jahr die "Star Trek Destination Germany" und die "FedCon" auf dem nationalen Markt lieferten. Das Portmonee des hiesigen Fans ist durch diese Belastungsprobe ohnehin an den äußersten Rand des gerade noch Erträglichen gedrängt worden und mit der Ankündigung der "Destination #3", die noch diesen Oktober in London stattfinden soll, übersteigt die Konkurrenzsituation in diesem Jahr das Maß an Zumutbarkeit völlig. Hinzu kommt, dass die Zielgruppe der Trekkies durch die Destination ausgiebig bedient wurde und wird, während die FedCon in diesem Jahr zusätzlich auch noch die Stargate-Anhänger mit einem Staraufgebot der Extraklasse übersättigte. Leidtragend dabei sind allerdings weniger die beschriebenen Branchenriesen, sondern die kleinen Conventions, die mit der Verpflichtungs- und Preispolitik ihrer Rivalen nicht mithalten können. Während die Destination mit einem kaum zu unterbietenden Eintrittspreis von 45€ die Trekkies köderte, kostete das Ticket auf der mit einer riesigen Menge an Stargästen gestarteten FedCon 119€ für vier Tage. Im Vergleich dazu wirken die 99€ für das "Weekendticket" zur Trekgate, auf der neben den Star-Trek-Vetaranen Robert Picardo (MoC), John Billingsley, Scarlett Pomers und Bonita Friedericy auch die Stargate-Darsteller Christopher Judge, David Hewlett und Carmen Argenziano auftreten sollen, vergleichsweise hochpreisig.
Dass es sicherlich auch viele Star-Trek-Fans gibt, die Stargate nur wenig abgewinnen können (ebenso wie wohl anders herum auch), sei nur am Rande erwähnt.
Gesangsunterricht mit Bob Picardo *mi-mi-mi* |
Während also durchaus einige Punkte
gegen den Besuch sprechen, findet man das wahre Problem auf einem
ganz anderen Blatt. Unterstützer der immer wieder als besonders
familiär und gemütlich beschriebenen Trekgate leisten nämlich
einen wichtigen Beitrag zur Diversität der Conventionszene in
Deutschland. Wer sich nämlich wehleidig jammernd darüber beklagt,
dass es hierzulande früher ja viel mehr Conventions und Star-Abende
gegeben hätte, übersieht dabei großzügig, dass andere Events wie
die GalaxyCon oder die NexusCon nicht zuletzt durch ähnliche
Situationen zum Erliegen kamen oder durch Großveranstaltungen wie
die FedCon ins finanzielle Abseits gedrängt wurden. Nun geht es der nächsten Zwerg-Convention an den Kragen, während das Publikum sich
in fataler Lethargie übt.
die Lethargie verfliegt dank Robin Dunne ganz schnell wieder |