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Freitag, 28. April 2017

Damons Verbesserungen Teil 14: Neun auf einen Streich!

Es wurde mal wieder Zeit, einige meiner Eaglemoss-Star-Trek-Modelle in die "Werft" zurück zu holen. An den folgenden Modellen fehlten aus meiner Sicht wieder etliche Details, die ich noch gerne hinzufügen wollte.

Die große U.S.S. Enterprise NCC-1701

Hier habe ich zuerst die Deflektorschüssel umgestaltet. Ziel war es, sie etwas zu kürzen, denn sie stand viel zu weit vom Schiff ab. Vor dem Einbau wurde sie mit "Kupferfarbe" neu bemalt und die kleine Antenne erhielt noch eine Verfeinerung mit "Silberfarbe". Am Schiff wurde der Bereich um die Deflektorschüssel ebenfalls mit Kupfer bemalt und die Umrandung des Deflektorbereiches erhielt einen Zierstreifen mit brauner Farbe.


Einige Fenster des Modells wurden auch neu gestaltet. Besonders die auf dem Brückenmodul.

 
Auf der Unterseite der Untertasse wurden ebenfalls einige Fenster neu bemalt. Die dreieckigen Bereiche erhielten einen neuen Anstrich mit einer Mixtur aus matter grauer Farbe und Aluminium. Die Sensorkuppel erhielt einen neuen Anstrich mit matter weißer Farbe und die Öffnung des Photonentorpedokatapults sowie die Phaserkanonen wurden farblich dargestellt.


An den Enden erhielten die Warpgondeln auch einen Anstrich mit der besagten Mixtur und die Kappen wurden mit Hellgrau lackiert.

Zum Schluss wurde noch der Impulsantrieb umgestaltet. Zuerst gab es einen hellgrauen Anstrich, dann habe ich die Antriebe mit "Feuerrot" und die Kühlauslasse mit "Schwarz" angemalt.


Die gleichen Verbesserungen erhielten auch das kleinere Modell der Enterprise und die Yorktown - bis auf die jeweilige Deflektorschüssel, die brauchten nicht umgestaltet werden.

U.S.S. Centaur NCC-42043

Bei ihr habe ich sämtliche blau gestalteten Elemente mit matter blauer Farbe neu bemalt. Ich finde, dass dies originalgetreuer wirkt als die ursprüngliche Lackierung.


Auf beiden Diskusseiten wurden noch die Phaserbatterien mit matter gelber Farbe neu bemalt. Auf der Unterseite wurde zusätzlich noch die Sensokuppel mit Aluminiumfarbe bemalt.

Die Warpgondeln wurden auch ganz neu bemalt. Zuerst mit heller weißer Farbe dann mit "clear blue".

Das klingonische Augment-Schiff

Bei diesem kleinen Schiff wollte ich nur den grünen Warpantrieb darstellen. Ich ging dabei genau so vor wie beim Antrieb der Centaur. Zuerst gab es einen Anstrich mit weißer Farbe und dann ein Finish mit "clear green".

U.S.S. Appalachia NCC-52136

Bei diesem Schiff wurde zuerst der Hauptdeflektor neu bemalt. Dieser erhielt eine Umrandung mit Silberfarbe und in der Mitte wurde mit den Farben Lichtblau und Weiß ein Akzent gesetzt.


Die Warpgondeln erhielten einen Anstrich mit der bewährten Farbe "clear blue".

Weitere Details, die noch bearbeitet wurden, waren die Rettungskapselluken und die Transporteremitter. Die Bussardkollektoren und Inpulsantriebe erhielten noch einen Anstrich mit der Farbe "clear red".

Vulkanisches D'Kyr-Raumschiff

Tja, bei dem Kahn gab es nur eins, nämlich das Bemalen des Inneren des Warpringes. Die entsprechenden Stellen wurden mit der Farbe Lichtblau ausgemalt.

U.S.S. Yeager NCC-61947

Das Schiff erhielt eine Neugestaltung der Rettungskapselln mit "Ockergelb". Die Phaserstreifen wurden mit Panzergrau ebenfalls neu bemalt.


Am Bug wurden die beiden Hangartore mit Beige ausgemalt und mit großen Ziffern für die Hangarnummern weiter verfeinert.

Die Warpgondeln erhielten auch einen Anstrich mit den schon erwähnten "Clearfarben". Zusätzlich wurden noch die Impulsantriebe mit Feuerrot neu ausgemalt.


Auch der Hauptdeflektor wurde ganz neu bemalt. Zuerst mit Lichtblau, dann wurde die Mitte mit brauner Farbe und die Umrandung mit Kupferfarbe bemalt .

Romulanischer Bird-of-Prey (2260er)

Bei diesem Modell wurden nur die "Knubbelfenster" mit weißer Farbe neu bemalt.

I.S.S. Enterprise NX-01

Bei diesem Schiff wurden sämtliche Fenster mit schwarzer Farbe ausgemalt. Auf der silbernen Hülle kommt dies besser zur Geltung als die ursprüngliche weiße Lackierung.


Wie schon seinerzeit bei der anderen NX-01 wurde auch für die I.S.S.-Version eine Deflektorschüssel gebastelt. Dann noch in der passenden Farbe lackieren, ankleben und fertig.


Bei diesem Schiff verfügen die Warpgondeln über zusätzliche Panzerplatten, die mit der Farbe Panzergrau bemalt wurden.


Zum Schluss wurde noch die Umrandung der Impulsmotoren mit Silberfarbe bemalt.

U.S.S. Relativity NCV-474439-G

An diesem Modell wurde zuerst der äußere Rand mit der Farbe "Staubgrau" neu bemalt. Die Fenster wurden mit "Glänzend Weiß", die Phaser und die Partikelkanone am Bug mit Panzergrau ausgemalt. Auf der Bugspitze wurden noch fehlende Fenster hinzugefügt.
Natürlich wurden auch die Fenster des Brückenmoduls neu bemalt. Die Rahmen wurden mit der Farbe "Geschützgrau" gestaltet. Der Antrieb des Schiffes zeigt sich am Heck durch vier ovale Öffnungen. Diese erhielten ebenfalls einen neuen Anstrich. Dafür mischte ich die Farben "Lichtblau" und "Weiß" in der richtigen Menge, bis ich den gewünschten Farbton erhielt. Anschließend wurden die Abdeckungen der Antriebe noch mit "Geschützgrau" lackiert. Auf der Unterseite wurde natürlich auch der Hauptdeflektor neu gestaltet. Zuerst wurde für den Hintergrund ein neuer "Lilaton" zusammengemischt und der Deflektor damit neu bemalt. Im zentralen Bereich erhielt der Deflektor einen Streifen weißer Farbe. Zum Schluss erhielt die Umrandung der Scheibe noch einen Anstrich mit "Geschützgrau" und die Fläche davor mit "Hellgrau".
Was natürlich das Schiff perfekt gemacht hätte, wäre noch das Nachrüsten mit Namen und Registrierungsnummer gewesen. Leider erwies sich dies als unmöglich. Aber damit man wenigstens erkennen kann, dass es sich um ein Föderationsschiff handelt, habe ich mit ruhiger Hand, einem Feinpinsel und roter Farbe das Sternenflottenlogo des 29. Jahrhunderts aufgemalt.

Weitere umgebaute Modelle findet man hier:

http://star-trek-tafelrunde.blogspot.de/p/eaglemoss.html

Dienstag, 25. April 2017

Eaglemoss Nr.57: Romulanischer Bird-of-Prey (2260er)

Einleitung

Seit mittlerweile zwei Jahren ist die Raumschiffsammlung von Eaglemoss auf dem Markt aber erstaunlicherweise sind Raumschiffe aus der original Star-Trek-Serie bis jetzt so gut wie gar nicht vertreten. OK, die U.S.S. Enterprise NCC-1701 war schon das Thema der 50. Ausgabe. Aber von daher ist es nun um so erfreulicher, dass das aktuell vorliegende Modell aus dieser Kultserie stammt. Dazu ist es auch noch ein Schiff, dass in einer der besten Episoden von TOS seinen ersten Auftritt hatte. In der Episode "Spock unter Verdacht" greift ein neuartiges romulanisches Kriegsschiff die Aussenposten der Föderation am Rand der Neutralen Zone an. Das einzige Sternenflottenschiff in der Nähe ist die U.S.S. Enterprise, die leider nicht rechtzeitig eintrifft, um die Zerstörung eines weiteren Aussenpostens zu verhindern. Die Enterprise empfängt ein visuelles Signal des feindlichen Schiffes und kann dieses auf den Hauptbildschirm holen, wobei zum ersten Mal bekannt wird, dass die Romulaner mit den Vulkaniern verwandt sind. Mr. Spock gerät dabei in Verdacht, ein Spion zu sein. Captain Kirk beschließt, den romulanischen Angreifer zu verfolgen und zu stellen. Ein Katz- und- Maus- Spiel beginnt, bei welchem sich schließlich zeigt, dass der romulanische Kommandant ebenso listenreich und erfahren ist wie Kirk.

Das Modell 

Das Modell des romulanischen Bird-of-Prey kommt in einer sehr ansehnlichen Größe daher und besitzt eine Spannweite von ca. 107mm. Die Oberseite besteht aus Kunststoff, die Unterseite sowie die Warpgondeln sind aus Metall. Die Kappen der Gondeln werden mit blauen Klarteilen dargestellt. Die Austrittsöffnung der Impulsantriebe am Heck wurden bedacht, ebenso die Mündung der Plasmakanone am Bug. Die Fenster sind nicht wie üblich aufgedruckt sondern werden mit kleinen "Knubbeln" dargestellt, was allerdings nicht wirklich ansehnlich ist. Das optische Highlight findet man aber auf der Unterseite des Modells, denn das Adlermotiv wurde sehr detailliert wiedergeben!

Die Halterung

Bei dieser zeigt sich Eaglemoss wieder kreativ. Im oberen Teil der Haltebacken befindet sich eine Ritze für die Heckflosse, in der das Modell eingeschoben wird.

Das Begleitheft

Dieses startet mit einem vierseitigen Artikel, welcher sich mit den Auftritten des romulanischen Bird-of-Preys in der Original Serie befasst. Es folgen Informationen zum Schiffsprofil und ein vierseitiger Artikel über den fast unbekannten Erfinder dieses romulanischen Schiffes. Man erfährt das Wah Ming Chang nicht nur dieses Schiff entwarf, sondern sich auch für den klassischen Tricoder verantwortlich zeigt! Auch das Kostüm des Gorn (TOS: Ganz neue Dimensionen) geht auf seine Kappe. Besonders im Gedächtnis blieb mir die Legende über den Verbleib des Studiomodells. Die einen behaupten, es existiere noch in der Sammlung einer Privatperson, andere wieder meinen, dass es bei einem Unfall verloren gegangen ist. Am Wahrscheinlichsten ist aber, das Herr Chang das Modell in einem Wutanfall kaputt schlug, weil er von den Paramount Studios keine Bezahlung für seine Arbeit erhielt. Endgültig kann das heute wohl nicht mehr geklärt werden, denn Wah Ming Chang verstarb 2003.
Der letzte Artikel des Heftes befasst sich dann noch mit der Entstehungsgeschichte des romulanischen Imperiums.

Das original Studiomodell in einer Szene aus "Spock unter Verdacht" (Bild: memory alpha)
Und als CGI-Modell für TOS-Remastered (Bild: memory alpha)

Spezifikationen

Daten zum Modell

  • L x B: ca. 85 mm x  107 mm   
  • Höhe mit Stand: ca 66 mm 
  • Material: Kunststoff und Metall
  • Hersteller: Eaglemoss Collections 2017

Bewertung und Fazit

Gut umgesetztes Modell des klassischen Bird-of-Prey. Klare Empfehlung für Fans mit spitzen Ohren.

Sonntag, 23. April 2017

Spielerunde 03: Star Trek Panic!


Einleitung.

"Mein Gott, Pille, was habe ich getan?"
Kirk, Star Trek III: Auf der Suche nach Mr. Spock

Nach zwei Spieleabenden, an deren Ende ich mir stolz die Krone des Gesamtsieges über mein Haupt stülpen konnte, ist das Undenkbare nun passiert:
Ich, Turon47, bin geschlagen.
Doch als ob das noch nicht genug Schmach für einen Abend gewesen wäre, habe ich auch noch in einem kooperativen Spiel verloren, in dem alle Mitspieler ihre Kräfte vereinen und als Team gegen den Unbill des Schicksals in Form eines Würfels antreten.
Aber um dieser beinahe griechisch anmutenden Tragödie abermals einen drauf zu setzen:
Wir haben dabei die Enterprise verloren.
Von multiplen Hüllenschäden wie ein Feuerball schimmernd schwebte sie bewegungslos vor uns im All und es gab nichts mehr, was wir für sie tun konnten. Plötzlich fühlten wir uns ebenso hilflos wie Kirk im dritten Kinofilm und uns alle beschlich ein Gefühl der Scham, so dass wir uns – bei der Ehre gepackt – noch einmal der Herausforderung stellten…


Das Spiel.
Bei "Star Trek Panic" handelt es sich im Prinzip lediglich um eine Adaption des kooperativen Brettspiel-Vorbildes "Castle Panic" (also wieder einmal eine Star-Trek-Lizenz-Ausgabe eines bereits existierenden Produkts). Doch während die Spieler im Original gemeinsam eine Burg vor eindringenden Trollen, Kobolden und Orks zu verteidigen versuchen, gilt es in dieser Variante nicht nur, wütende Angriffe der Klingonen, Romulaner und Tholianer auf die Enterprise abzuwehren, sondern zusätzlich zu diesem ständigen Kampf ums Dasein noch mindestens fünf Missionen zu erfüllen.
Dafür gibt es – ähnlich wie bei Star Trek Catan – Charakterkarten die den einzelnen Spielern mit spezifischen Boni helfen können und Ereigniskarten, die entweder einen Treffer in einer bestimmten Region um das Schiff herum zur Folge haben, Ressourcen zur Vollendung einer Mission liefern oder verschiedene anderweitige Vorteile bieten.
In jeder Runde tut der jeweils aktive Spieler sein Bestes, um nicht nur die Mission zu erfüllen, sondern auch die feindlichen Schiffe davon abzuhalten, die Enterprise zu Klump zu schießen.  Allerdings ist er auch gezwungen, am Ende zwei neue Bedrohungen zu ziehen, die die Gesamtsituation weiter verschärfen. Wenn es den Spielern allerdings gelingt, alle fünf Missionen innerhalb der Zeitvorgabe erfolgreich zu bestehen und die Enterprise vor der völligen Zerstörung zu bewahren, tragen sie gemeinsam einen hart erkämpften Sieg davon.


Lobenswerte Aspekte.
Auch wenn es manchmal schön ist, sich im Wettstreit mit anderen zu messen, einander auszuspielen und am Ende die süßen Früchte eines Sieges auskosten zu können, muss man zugegeben, dass dieses Prinzip mitunter recht einseitig ist: Der ein oder andere bleibt trotz guter Leistungen stets zurück, es gewinnt vielleicht immer nur die selbe Person oder man hat von Anfang an nur Pech und keine Gelegenheit überhaupt in Fahrt zu kommen.
Das traurige Ergebnis solcher Erlebnisse ist häufig der Unwille, Brettspiele zu spielen.
Doch es geht auch anders.
So genannte kooperative Spiele lassen sämtliche Spieler ein gemeinsames Ziel verfolgen und bei einem Erfolg steht nicht einer einsam auf dem Siegerpodest, sondern das ganze Team als solches. So schweißt ein Triumph höchst unterschiedliche Menschen in einem unvergesslichen Spiel-Erlebnis auf ungeahnte Weise zusammen, anstatt einen weiteren Familienzwist vom Zaum zu brechen.
Eines solch‘ Geistes Kind ist auch "Star Trek Panic".  Anstatt sich gegenseitig die besten Planeten, längsten Handelsrouten oder profitträchtigsten Bahnhöfe wegzunehmen tauscht man nunmehr seine besten Karten zum Erhalt des Gemeinwohls mit seinem Gegenüber ein, zittert gemeinsam vor der Feuerkraft eines sich enttarnenden Romulanerschiffes oder verteilt eine Superkarte lieber auf eine Mission, anstatt sie zum eigenen Vorteil auf der Hand zu behalten.
Im Zusammenhang mit diesem Spielprinzip sind auch die Interaktionen zwischen den einzelnen Spielern plötzlich völlig andere. Man taktiert zusammen, überlegt welche Tauschgeschäfte sich am ehesten lohnen würden und erinnert sich gemeinsam an übersehene Bedrohungen, anfallende Spielzüge oder diskutiert Strategien zum weiteren Vorgehen. Mit der Zeit werden selbst vormals ruhige und zurückhaltende Mitspieler zu glühenden Verfechtern bestimmter Manöver, spezieller Angriffsziele oder erfolgsversprechender Kartenkombinationen.
Plötzlich herrscht eine völlig andere Atmosphäre, die einen angenehmen Gegenpol zu den sonst üblichen platzierungsorientierten Brettspielen bildet.
Zudem kommt man nicht umhin den Machern dieser Star-Trek-Adaption eine besondere Detailverliebtheit (vor allem zur Originalserie) zu attestieren. Das kann man schon allein am Hartpappe-Modell der USS Enterprise erkennen, die passende Hüllenbeschädigungen für jedes spezifische Viertel der Untertassensektion zu bieten hat. Hinzu kommen die Missionen, die man – getreu dem Original-Serienkonzept - episodisch abarbeiten muss. Auch der Einsatz von Redshirts um den Schaden durch Eindringlinge auf dem Schiff zu minimieren bietet einem augenzwinkernden Tribut an die Kult-Serie. Und schließlich kann sogar der Umstand, dass es einen Spielchip für eine Zeitverwerfung gibt, die den Spielern im Idealfall mehr Zeit zur Erfüllung einer Mission gibt, dem wohlwollenden Fan ein anerkennendes Lächeln abgewinnen.
Daneben gibt es aber noch deutlichere Anzeichen, dass definitiv beinharte Trekkies dieses Spiel konzipiert haben. So kann man in der Mission zu "Charlie X" die Janice-Rand-Karte nicht ausspielen. Nach der erfolgreichen Beendigung der Mission "The Trouble with Tribbles" erhalten alle ungetarnten Klingonenschiffe einen Schadenspunkt. Und die romulanischen Bird of Preys können sich nicht nur tarnen, sondern auch mit doppelter Feuerkraft schießen. Von der Umsetzung des letzten Punktes waren wir gar so beeindruckt, dass wir unsere traditionelle Pizza-Pause vor dem Fernseher mit "Spock unter Verdacht" verbracht haben.


Kritikwürdige Aspekte.
"Star Trek Panic" ist beileibe kein Einsteiger-freundliches Spiel. Am günstigsten ist es ohne Frage, wenn man bereits über einige Vorkenntnisse im Originalspiel verfügt, wobei anzumerken bleibt, dass es selbst dann durch die Einführung völlig neuer Spielprinzips-Erweiterungen wie etwa den Missionen noch reichlich verwirrendes Neuland zu entdecken gilt.
Zwar gibt es eine ausführliche Erklärung zum Spiel, aber auch die hat ihre Grenzen:
Zum einen gibt es "Star Trek Panic" noch nicht auf Deutsch, was zur Folge hat, dass man sich durch eine umständlich formulierte, fremdsprachige Anleitung quälen muss, die doch viele Fragen offenlässt.
Man wird förmlich von der Vielzahl an Regeln, Sonderfällen, Aktionskarten, Ausnahmen, beschrifteten Chips, Missionseinschränkungen oder Spezialgegnern erschlagen und es benötigt daher ein komplettes Spiel, um zumindest einmal erfolgreich in die Materie eintauchen zu können.
Und selbst dann ist trotz der Karten zur 'Zug-Reihenfolge' noch immer möglich, dass man den ein oder anderen Part vergisst oder übersieht – ganz besonders in Stress-Situationen wie etwa kurz vor dem Fehlschlag einer ganzen Mission. So muss man stets die Konzentration wahren oder die Last auf mehreren Schultern verteilen und auch seine Mitstreiter zur Überwachung der korrekten Reihenfolge einspannen.
Ein weiterer großer Unterschied zum Originalspiel bildeten ferner die Bewegungsoptionen, die man mit der Enterprise hat. Allerdings sind sie mitunter etwas unnachvollziehbar (wenn zum Beispiel die Schiffe im Bugbereich einen Bereich näher rücken, während die Schiffe im Heckbereich auf ihrer Position verbleiben). Hinzu kommt der Vorwurf, den bereits Spock in „Der Zorn der Khan“ an seinen Gegner wie wohl auch an dieses Spielbrett richtete:

"Seine Struktur deutet auf zweidimensionales Denken hin."


Unser Spiel.
Wie bereits eingangs erwähnt haben wir unser erstes Spiel gnadenlos in den Sand gesetzt. Die Ursachen dafür waren fraglos mannigfaltig: Wir waren noch nicht so eingespielt. Wir mussten uns erst an dieses Wirrwarr an Regeln, Ausnahmen und Ausnahmen von den Regeln gewöhnen. Und wir haben die wirklich schweren Missionskarten gleich zu Beginn gezogen.


Das wirklich Bemerkenswerte daran war aber, dass wir die Enterprise wie Phönix aus der Asche neu auferstehen ließen und uns nach der schmachvollen Niederlage umgehend daran machten, einen neuen Anlauf zu starten.
 
Dieses Mal waren K'olbasa (mit der Spock-Charakterkarte), Rok (Chekov), unsere Neu-Mitspielerin Miri (Scotty) und ich (Sulu) nicht nur um die ein oder andere traumatische Erfahrung reicher, sondern auch ungleich abgeklärter. Wir wussten sofort was zu tun war, sobald wie mit "Day of the Dove" die erste Mission zogen. Jeder von uns achtete darauf den Timer nach jedem Zug zu verrücken, die gegnerischen Schiffe tarnen und enttarnen zu lassen sowie neue Gegner aus dem blauen Sack des Todes zu ziehen. Unser Schiff sah noch erstaunlich gut aus, als wir nach einem Notsignal und einer Begegnung mit der Weltraumamöbe plötzlich auch schon drei Missionen in Windeseile erledigt hatten. Als wir dann auch noch einen Orion-Piraten in erschreckend schnellem Tempo außer Gefecht setzen konnten und nur vergleichsweise geringe Schäden davontrugen, zeichnete sich das Unmögliche am Horizont ab: Wir würden das Spiel gewinnen.
Und so kam es dann auch. Es oblag K'olbasa den letzten Klingonen aus dem Orbit zu pusten, einen triumphalen Sieg einzuleiten und die Schmach aus dem Hinspiel wieder wettzumachen. Erschöpft aber glücklich genossen alle (außer Miri) den anschließend wahrlich verdienten Sieges-Whisky.

Fazit.
Bei "Star Trek Panic" ist vor allem das Spielsystem der Star, das mal nicht darauf abzielt, dass man sich gegenseitig übertrumpft und aussticht, sondern gemeinsam für ein höheres Ziel kämpft. Es bietet eine überaus liebevolle Umsetzung für Fans der Originalserie, die in den richtigen Händen für eine Menge Spielspaß sorgen kann.
Sorgenfalten bereitet allerdings die unübersichtliche Spielmechanik mit ihren vielen Sonderfällen, Zusatzregelungen und Bewegungsvorgaben, denen es zu oft an Nachvollziehbarkeit mangelt. So benötigt man mindestens ein Vorbereitungsspiel, bevor sich wirkliche Spielfreude einstellen kann.


Bewertung. Verwirrend, aber erfüllend.


Weiterführende Leseliste.

Spielerunde 01: Das klingonische Monopoly.
Spielerunde 02: Star Trek Catan.
Spielerunde 03: Star Trek Panic.